FILMDETAILS | Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2
Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2
Action,
Abenteuer,
Komödie,
Fantasy
| USA 2006
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| Die Reise beginnt...
Die Dreharbeiten für PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 und den dritten Teil der Trilogie begannen am 28. Februar 2005 mit Studio- und Locationarbeiten in Los Angeles. Die ersten paar Sets – die Rumkammer der Black Pearl und das Innere des Gefängnisses von Port Royal – waren vergleichsweise bescheidene Angelegenheiten – die wahren Meisterwerke von Szenenbildner Rick Heinrichs sollten erst noch kommen.
Die Naturlocations und –sets, die von Heinrichs gefragt wurden, setzten seine schier grenzenlose Imagination frei und bescherten PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 unfassbar große und höchst innovative Kulissen – ganz zu schweigen von der kleinen Flotte von neuen Schiffen, darunter eine neu entworfene, neu gebaute und absolut seetaugliche Black Pearl, Davy Jones’ großartig detaillierte und Furcht einflößende Flying Dutchman, und das elegante, britische 18.-Jahrhundert-Handelsschiff Edinburgh Trader. Heinrichs und sein Kreativteam entwarfen eine große Bandbreite an Schauplätzen, von einem riesigen Sumpfland, das in einer Studiohalle in Burbank errichtet wurde, hin zu der kleinen, aber fein ausgearbeitete Truhe des Todes, von der im englischen Untertitel die Rede ist.
Jerry Bruckheimer beschreibt Heinrichs als „unfassbar kreativen Typen“. Und Johnny Depp sagt: „Ich hatte das große Vergnügen, mit Rick Heinrichs im Lauf der Jahre an einer Reihe von Filmen arbeiten zu können. Und Junge, wenn sich jemand mit jeder Arbeit wieder aufs Neue selbst übertrifft, dann ist es Rick. Er befindet sich in einem ganz eigenen Universum und leistet einfach monumentale Arbeit. Meine erste Reaktion auf eine ganze Reihe der Sets war: Kann ich bitte die Blaupause haben? Weil ich das irgendwo selbst errichten und dann darin leben will. Rick ist ein ungemein talentierter Künstler. Und wir hatten Superglück, ihn mit an Bord zu haben.“
„Ich war richtig aufgeregt, als ich mich zum ersten Mal mit Gore traf“, erinnert sich Heinrichs. „Er saß da und zeichnete Bilder mit Piratenschiffen und Monstern und erzählte mir, dass er das, was er im ersten Film etabliert hatte, auf eine ganz neue, viel mythologischere Ebene heben wollte. Wir versuchen, in diesem Film eine ähnliche Balance aus humorvollen und Gänsehaut erregenden Elementen zu erzielen, womit wir uns nicht zuletzt auf die originale Themenpark-Attraktion berufen.“
Er fährt fort: „Ich hoffe, dass das Publikum das Kino nach unserem Film mit der selben Art von Enthusiasmus verlässt, den man im ersten Teil des 20. Jahrhunderts bei Filmen mit Douglas Fairbanks und Errol Flynn verspürte – nur dass wir alle Möglichkeiten der uns heute zur Verfügung stehenden Technologien ausnutzen. Wir versuchen, den ersten PIRATES-Film an Virtuosität zu steigern, um gezielt auf dem schmalen Grat zwischen Horror und Humor laufen zu können, der das Publikum im Kino in Begeisterung versetzt.“
Heinrichs gefällt es, dass sich Verbinski bei seinen PIRATES-Filmen von geschichtlich wahren Ereignissen inspirieren lässt, ohne sich sklavisch unterzuordnen. Es bleibt etwas nebulös, wann genau die Filme spielen, aber es müssen die 20er Jahre des 18. Jahrhunderts sein, das Goldene Zeitalter des Piratentums. „Wenn man mir ein Projekt anbietet und ich herausfinden will, ob ich es machen will oder nicht, zum Beispiel bei einem historischen Stoff, dann überlege ich mir, ob ich zu diesem Projekt etwas beisteuern kann, das es zu einem besonderen Projekt macht – oder ob es dem Regisseur ausreicht, die Periode einfach nur genau und historisch präzise zu gestalten. Daran habe ich nämlich kein großes Interesse. Bei PIRATES und Gore ist das anders: Da ist Historie einfach nur eine Kulisse, eine Grundidee, die uns eine Vorstellung von Zeit und Ort gibt. Darauf kann man etwas Stilisiertes, Einfallsreiches aufbauen – und das ist reizvoll. Man nimmt vorhandene Elemente, schüttelt sie einmal durch und macht etwas völlig Neues daraus.“
Heinrichs hatte den Supervising Art Director John Dexter, drei künstlerische Leiter, sieben Assistenten des künstlerischen Leiters, sechs Illustratoren, drei Modellbauer und unterschiedliche Grafikdesigner, Koordinatoren, Fact-Checker und Assistenten – nicht zu reden von den verwandten Abteilungen, die von Setdekorateurin Cheryl Carasik, Requisiteur Kris Peck und Leiter der Bauabteilung Greg Callas angeführt wurden – zur Seite. Gemeinsam wirkten sie bei PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 wahre Wunder an Land und auf See. Ein Besuch des Art Department in den Walt Disney Studios offenbarte detaillierte Modelle, Berge von Referenzbüchern, Konzeptillustrationen, Blaupausen und Wände, die von einem Ende zum anderen mit Vergleichskunstwerken zugepflastert waren, von alten Gemälden und Gravuren von Schiffen, Meer und Landschaften hin zu ethnographischen Fotos, Designskizzen und Reproduktionen von Howard-Pyle-Illustrationen aus seinem klassischen „Book of Pirates“, das sowohl von Verbinski als auch Heinrichs als höchst inspirativ empfunden wurde.
Zumeist respektierte man die Designs des ersten PIRATES-Films, oft baute man unmittelbar darauf auf. Heinrichs und seinem Team ging es darum, „so weit wie nur möglich zu gehen, um die Schauplätze real und lebendig zu gestalten“, wie Supervising Art Director John Dexter zu Protokoll gab. „Das ist der Grund, warum fast alle Recherchen auf natürlichen Formen basieren.“
Gleichzeitig wurde in Bayou La Batre im Bundesstaat Alabama – bekannt für seine Schiffshäfen und ausgezeichneten Schiffsbauer – eine brandneue, seetaugliche und subtil neu entworfene Black Pearl gebaut. „Weil die Schiffe so wichtig waren, war es so, als hätten wir ein eigenes Mini-Art-Department, das sich nur um die Entwürfe der Schiffe kümmerte“, merkt Rick Heinrichs an. „Wir hatten die besten Jungs der Branche zur Verfügung. Einige davon hatten bereits an Schiffsfilmen wie MASTER AND COMMANDER („Master and Commander“, 2003) gearbeitet. Beistand erhielten wir zudem von der visuellen Technologie. Alle unsere Schiffe wurden im Computer noch einmal gebaut, was es uns erlaubte, Dateien zwischen Marine-Architekten und Ingenieuren hin und her zu schicken. Die Ingenieure konnten uns sagen, welche Varianten stabil seien, welche Geschwindigkeiten und Belastungen die Schiffe aushalten könnten. Einerseits mussten wir einen gewissen Look erzielen, andererseits mussten die Schiffe auch praktisch sein. Sie mussten bezahlbar sein, sie mussten seetauglich sein. Und sie mussten gut aussehen.“
Der Szenenbildner fährt fort: „Wir haben uns die Black Pearl vorgenommen und ihr etwas mehr Schwung verliehen“, meint Heinrichs. „Die Black Pearl, wie man sie im ersten Film kennen gelernt hat, war von den Umständen geprägt, unter denen sie gebaut werden musste. Das Schiff wurde direkt auf einer alten Barkasse errichtet und war deshalb limitiert auf die Größe genau jener Barkasse. Diesmal hatten wir etwas mehr Freiheit. Gore wusste mittlerweile genau, was ihm am ersten Film gefiel und was nicht. Deshalb wollte er jetzt eine etwas flexiblere Black Pearl, die sich schneller bewegen konnte als ein oder zwei Knoten.“
Die Antwort auf die Anforderungen gab das Produktionsteam, indem es die neue Black Pearl auf einem bereits existierenden Boot baute, der etwa 35 Meter langen Sunset, ein eher unauffälliges Boot, das einst Ölbohrtürme im Gold von Mexiko versorgte. Acht Monate nahm der Bau der neuen Black Pearl auf der alten Sunset in Anspruch. Als sie fertig war, konnte man ein Schiff bewundern, das einem irgendwie bekannt vorkam, aber doch völlig neu aussah. „Das Resultat war, dass man von der Wasserlinie aufwärts ein wunderschönes Piratenschiff bestaunen konnte, die Black Pearl“, berichtet Boot-Koordinator Will White. „Aber die Sunset steckt da schon auch noch irgendwie drin, mit ihrem Motor, Benzin und Wassertanks. einer Kombüse und Pritschen.“
„In diesem Film ist die Pearl ein Schiff, das sexier, cooler, kantiger ist als beim letzten Mal“, fügt Supervising Art Director John Dexter hinzu. Dem Namen entsprechend, muss die Pearl natürlich schwarz angestrichen sein, aber Dexter erklärt: „Es kann nicht einfach nur irgendein Schwarz sein. Das Schiff muss lebendig aussehen. Es gibt ein paar Metallteile an Bord, die natürlich von Rost befallen werden. Es gibt Ablagerungen vom Meerwasser. Also strichen wir das Schiff erst einmal pechschwarz an und dann legten wir noch Farben drauf, um es interessanter zu gestalten.“
Zu diesem Zeitpunkt wurde in Dominica und den Bahamas auch bereits an der atemberaubenden Flying Dutchman gearbeitet. Sie ist 60 Meter lange, 420 Tonnen schwere rohe Gewalt, die durchs Meer pflügt. Die verfaulenden Holzdecks sind über und über mit Rankenfüßern, Muscheln und anderem Abfall der sieben Meere bewachsen. Die skelettartige, krokodilförmige Figur am Fockmast erinnert an ein Furcht einflößendes Raubtier. Ihre Segel sind in Fetzen zerrissen. Ihr Speiseraum ist angefüllt mit Büscheln von Seegras. 36 Kanonen, allesamt verkrustet mit Meeresgetier, aber dennoch absolut funktionsfähig, befinden sich auf beiden Seiten des Rumpfs. Zwei weitere, frei bewegliche Kanonen sind an ihrem Bug angebracht und bedrohen jeden, der es sich wagt, sich dem Schiff in den Weg zu stellen. Die Flying Dutchman und ihre Mannschaft sind förmlich organisch miteinander verbunden – so sehr, dass es sich bisweilen nur schwer sagen lässt, wo das Schiff endet und die Crew beginnt. Je mehr die Mannschaft Teil des Schiffs wird, desto mehr Leben nimmt es an.
„Wenn wir einen Schauplatz entwarfen und errichteten“, erklärt Rick Heinrichs, „dann haben wir durch den Einsatz von Farben und Texturen versucht, einen Eindruck von Realität, dem Ort und seiner Geschichte zu vermitteln. Alles soll seinen ganz eigenen Charakter haben. Am meisten trifft das auf den Fliegenden Holländer zu. Wir wollten, dass er eine wichtige Rolle im Film spielt, wie eine lebendige Figur. Wir haben überall Seeformen angebracht, Farne, Weichtiere, Rankenfüßer und all die anderen Dinge, die unter Wasser wachsen. Wann immer das Schiff vor der Kamera zum Einsatz kam, wurde es über und über mit Wasser besprüht, um es ganz besonders lebendig wirken zu lassen.“
Heinrichs fährt fort: „Die Dutchman wurde mit einem Auge auf Geschichte und einem Gefühl für die Architektur des 17. Jahrhunderts entwickelt. Ich wollte, dass es sich zu dem Zeitpunkt, an dem die Story spielt, bereits unendlich alt anfühlt. Ich würde sagen, dass die Flying Dutchman eine Mischung aus historischen Elementen und ein paar fantastischen Einfällen ist.“
Zum Teil dienten der Flying Dutchman die alten niederländischen „Fluyts“ als Inspiration – Schiffe aus dem 17. Jahrhundert, die Galeonen ähnlich waren. Ganz besonders war aber die Vasa ein Vorbild, das gewaltige schwedische Kriegsschiff, das 1628 bei seiner Jungfernfahrt in Stockholms Hafen sank (das Schiff wurde 1961 gehoben und findet sich nun in einem eigenen Museum in der Hauptstadt Schwedens). Mit seinem hohen, mit zahlreichen Ornamenten versehenen Heck war das Schiff eine reichhaltige Grundlage für die etwas wilderen und einfallsreicheren Entwürfe von Heinrichs.
„Rick und ich tauschten sechs Monate vor Drehstart Ideen über die Dutchman aus“, erinnert sich Supervising Art Director John Dexter. „Drei Monate später holten wir die Ingenieure und unsere Wasserabteilung hinzu, die uns genau auseinandersetzten, was sich mit den vorliegenden Entwürfen anstellen ließe und was nicht. Zum Glück gab es nicht allzu viele gravierende Einwände. Dann heuerten wir Setdesigner, Modellbauer und Illustratoren an, die den vorliegenden Ideen Fleisch auf die Knochen zauberten. Danach ging es an die Umsetzung. Das Boot wurde gleichzeitig in Los Angeles und auf Grand Bahama Island gebaut.“
Er berichtet weiter: „Dieses Schiff stellte eine gewaltige Herausforderung dar. Aber es war auch wunderschön. Und weil es die Ikone im Mittelpunkt des Films werden sollte, steckten wir alle Anstrengungen rein, dass es auch wirklich toll werden würde. Wir begannen mit einem steifen Rumpf, einem wasserfesten Bereich, darauf folgte eine Stahlstruktur. Dann kamen unsere Jungs an die Reihe. Sie trugen auf das vorhandene Gerüst eine hölzerne Struktur auf, mit ein bisschen Stahl, um Stabilität zu erzielen. Danach folgte aufgesprühter Schaumstoff und zum Abschluss Gips.“
Baukoordinator Greg Callas arbeitet bereits seit Jahren mit Rick Heinrichs an Filmen. Seine Abteilung umfasste zum Höhepunkt der Aktivitäten 450 Handwerker, darunter Zimmermänner, Gipser, Maler, Gärtner und Skulpteure.
„Ich hatte noch nie zuvor ein Schiff gebaut. Es gibt ein komplettes Glossar an Fachausdrücken, das man lernen muss, wenn man ein hölzernes Piratenschiff verstehen will“, erklärt Greg Callas. „Wir mussten den Poller und das Steuerrad, die Querpfeifenreling, den Besanmast, den Hauptmast und den Fockmast herstellen... all das sind Dinge, von denen ich noch nie in meinem Leben gehört hatte. Es waren viele Leute daran beteiligt, die Black Pearl auf die Beine zu stellen. Wir haben eine eigene Marine-Abteilung, die mithalf, dass das Schiff mit einem Dieselmotor lief. Eine Takelage-Abteilung war dafür zuständig, dass alle Schiffe mit Segeln ausgestattet wurden. Heutzutage wird das Takelwerk mit Drähten aufgezogen. Aber bei der Pearl wie auch der Flying Dutchman wurden die Segel ganz klassisch mit Seilen gesetzt. Und dann wurde alles auch noch auf alt getrimmt. Die Segel mussten so angefertigt werden, dass sie dem 18. Jahrhundert entsprachen. Man kann nicht einfach in einen Schiffsladen marschieren und sich diese Dinger kaufen. Alles, was man im Film zu sehen bekommt, musste eigens für ihn angefertigt werden.“
Die Black Pearl und die Flying Dutchman wurden jeweils mit vier kompletten Segeln von Grund auf gebaut. Alle weiteren Masten und Segel wurden später von den Technikzauberern von Industrial Light & Magic beigesteuert.
Auf dem riesigen Gelände in Palos Verde, auf dem sich einst der Wasserthemenpark Marineland befand und der sich durch seinen schier endlosen Blick auf den Pazifik auszeichnet, entwarf und baute Heinrichs für eine der Eröffnungssequenzen eine Port-Royal-Kirche, wo die geplante Hochzeit von Will und Elizabeth rüde von Lord Cutler Beckett und einer Truppe von Soldaten der East India Company unterbrochen wird. Es ist nicht wirklich ein Zufall, das exakt an der gleichen Stelle für FLUCH DER KARIBIK das Fort Charles von Port Royal errichtet worden war.
Der Bau der Kirche in Palos Verdes erwies sich als erster von vielen Kämpfen, die die Produktion fortan gegen einen völlig unberechenbaren Gegner auszufechten hatte: Mutter Natur. „Als wir mit dem Bau des Äußeren der Kirche begannen, fielen etwa 80 Zentimeter Regen“, erinnert sich Greg Callas. „Wir haben an dieser Location elf Tage wegen des Regens verloren. Also arbeiteten wir die letzten zwei Wochen rund um die Uhr, um die verlorene Zeit wieder reinzuholen und den termingemäßen Dreh zu ermöglichen.“
Es war ein geradezu grausamer Zufall, dass man für die drei geplanten Drehtage an diesem Set ausgerechnet wolkenbruchartigen Regen benötigte. Der wurde dann von der Spezialeffekt-Abteilung beigesteuert.
Dann ging der Dreh in Studio 1 in den Walt Disney Studios in Burbank weiter. Dort hatte man mit verblüffendem Realismus die Waffen- und Aufbewahrungsdecks der Black Pearl entworfen und gebaut. Das prägepolierte Holz sah aus, als hätte es bereits 50 Jahre auf hoher See auf dem Buckel – und nicht erst ein paar Wochen. Von Setdekorateurin Cheryl Carasik mit der entsprechenden Ausstattung ausgeschmückt, also überkreuzten Hängematten im Aufenthaltsdeck, historisch korrekten Körben, Seilen und leise schwingenden Laternen, ergab sich eine perfekte Illusion von Realität. Das Set wurde auf einer frei beweglichen Vorrichtung mit vier hydraulischen Kolben angebracht, mit deren Hilfe eine stetige Meeresbewegung simuliert wurde. Den Darstellern und der Crew wurde dadurch ein gewisser Vorgeschmack gegeben, was sie später beim Dreh auf der wahren Black Pearl in der Karibik erwarten würde.
In den Disney Studios wurden in Studio 5 für Innenaufnahmen auch die Kapitänskajüten der Black Pearl und der Edinburgh Trader gebaut. Captain Jacks Kajüte ist mit schimmernden Details aus der Epoche angefüllt. Ein Großteil des Inneren besteht aus wunderschön gemasertem Mahagoni. Ein paar Meilen weiter waren Rick Heinrichs, John Dexter und Cheryl Carasik mit ihren Teams einstweilen auf dem Gelände der Universal Studios zugange, um der legendären „Europe Street“ eine extreme Generalüberholung zu verpassen. Ursprünglich 1939 für die Charles-Laughton-Version von THE HUNCHBACK OF NOTRE DAME („Der Glöckner von Notre Dame“) entstanden, wurde sie nun atmosphärisch in die Straßen und Hinterhofgassen von Port Royal und Tortuga umfunktioniert. Auf den Ladenschildern sieht man authentisch nach 18. Jahrhundert aussehende Schriften. Und mit Hilfe von ganz viel Seide wurde ein offener Hof in eine große Taverne in Tortuga verwandelt, wo Captain Jack und Will Turner nach einer Crew für die Flying Dutchman suchen.
Diese Sequenz kulminiert in einer ungestümen Keilerei, die von Stuntkoordinator George Marshall Ruge mit Hilfe seiner rechten Hand Dan Barringer bis ins kleinste Detail ausgearbeitet wurde. Die Szene erlaubte es Keira Knightley, eine erste Kostprobe ihrer Furchtlosigkeit zu geben: „Ich trainierte dafür etwa zwei Wochen in einem Studio in Los Angeles. Als dann der Drehtermin gekommen war, sah das Szenario etwas anders aus. Denn ich hatte in einem offenen Studio geübt – und jetzt musste ich die Stunts an einem engen, mit Leuten vollgestopften Ort absolvieren. Zudem drehten wir mitten in der Nacht. Ich kam mit meinen Tricks erst um vier Uhr morgens an die Reihe, was nicht wirklich die allerbeste Zeit für eine Kampfsequenz ist. Bis dahin trank ich halt Kaffee... viel Kaffee.“
„Keira lernt sehr schnell“, weiß Ruge. „Sie ist sehr athletisch. Wir hatten alle schon viel gesehen, aber die ganze Crew war beeindruckt davon, was Keira auf dem Kasten hatte. Wenn man spontanen Applaus am Set bekommt, dann ist das ein gutes Zeichen.“
Ruge, der auch schon bei FLUCH DER KARIBIK für die unglaublichen Stunts verantwortlich war, war höchst erfreut, es mit so vielen Leuten zu tun zu bekommen, die schon beim Original dabei gewesen waren. Vor allem auf die Stars freute er sich. „Johnny ist ein Naturtalent. Er lässt es sich bloß nicht anmerken, wie leicht ihm das alles fällt“, sagt der Stuntkoordinator. „Er ist ein ausgezeichneter Athlet, der all die Action auch noch mit den untrüglichen Charaktereigenschaften seiner Figur anreichert. PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 ist der fünfte Film, den ich mittlerweile mit Orlando gedreht habe – und allesamt waren sie große Actionfilme. Er ist ebenfalls ein fantastischer Athlet, und er liebt es, Actionszenen zu drehen. Und Keira erzähle ich weiterhin: Sollte ihre Karriere mal nicht mehr so gut laufen, muss sie sich nur ein T-Shirt und eine Mütze überstreifen, dann kann sie sofort bei uns im Stuntteam mitmachen. Ihre Körperlichkeit ist unbeschreiblich.“
Hunderte von bunt gemischten Statisten in authentisch schmutzigen und abgetragenen Kostümen von Designerin Penny Rose und perfekt geschminkt und frisiert, um auszusehen wie gemeine Schurken, bevölkerten die ohrenbetäubend laute und im flackernden Kerzenlicht schimmernde Taverne. Im Inneren wurden auf langen Tafeln Unmengen an Speisen gereicht, die den anwesenden Piraten gut zu Gesicht standen. Dazu gehörte eine sämige Suppe, die in ausgehöhlten Brotleibern gereicht wurde. Nicht von ungefähr erinnerte dieses Gericht an eine Speise, die im New Orleans Square in Disneyland gereicht wird – nur wenige Meter entfernt vor dem Eingang zur „Pirates of the Caribbean“-Attraktion. Die Cateringspezialisten von PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 bestehen darauf, dass etwaige Ähnlichkeiten rein zufällig seien.
Während des kompletten Drehs des Films war Penny Rose nicht wegzudenken von den Sets. Mit scheinbar unerschöpflicher Energie nahm sie jedes einzelne Kostüm an jedem einzelnen Körper persönlich ab, ob es sich nun um einen der Stars handelte oder einen einfachen Statisten, der als sechster Pirat von links fast nicht im Bild ist. Lee Arenberg merkt an: „Penny ist unglaublich. Sie saß da mit einem Berg von Kostümen, nahm sich mit ihrem unbestechlichen Auge ein Kleidungsstück vor, bearbeitete es, ließ es altern und färben – und auf einmal hat man etwas vor sich, was mehr als nur ein Kostüm ist. Es hat richtig Charakter und passt perfekt zu der Figur, die man zu spielen hat.“
„Penny ist eine Naturgewalt“, sagt Tom Hollander, der als Lord Cutler Beckett zu sehen ist. „Sie ist eine wichtige Person in diesem Film, ihre Energie kennt keine Grenzen. In ihrem Garderobenlager ist Penny wie eine Kaiserin in einem Zelt der Stoffe, in dem ständig Assistenten ein- und ausgehen, die ihr neue Dinge bringen. ;Nein, die Brokade. Nein, das Gold. Bring das Blaue. Das Rot gefällt mir überhaupt nicht. Nein, weg damit. Wieder her damit. Näh es ab. Zieh es runter.’“
Rose hatte die Leitung einer Abteilung inne, die unter ihrer Aufsicht die gesamte Welt nach Stoffen und Materialien durchkämmte., aus denen die mehr als 8000 Kostüme entstanden, die für PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 und PIRATES 3 gebraucht wurden. Jedes einzelne davon entwarf sie mit Hilfe des Associate Costume Designer John Norster, Costume Supervisor Kenny Crouch (die sie beide als „die wichtigsten Männer in meinem Leben“ beschreibt) und einer großen Mannschaft von Fachleuten, die für die Kostüme, die Schnitte, das Altern/Färben, den Einkauf, die Bemalung und die Behandlung des Leders zuständig waren, sowie verschiedene Assistenten. Von allergrößter Bedeutung für Rose war es, dass die Kostüme bis ins kleinste Detail so aussehen mussten, als wären sie im 18. Jahrhundert hergestellt worden. „Mich interessiert nur real“, sagt sie kategorisch. „Die Geschichte steckt voller Fantasy. Die Kostüme nicht. Wir wollen, dass diese Kostüme aussehen, als wären sie schon ewig getragen, als hätte man schon oft in ihnen geschlafen. Das Altern und Färben ist in einem Historienfilm absolut unumgänglich. Ich will nicht, dass die Menschen im Film aussehen, als kämen sie gerade aus einem Laden. Das ist ein ganz spezielles Feld, das stark unterschätzt und unterbewertet wird. Die Menschen, die diese Kunst beherrschen, sind Genies, weil sie sehr subtil sein müssen. Und sämtliche Schuhe stecken wir erst einmal mit ein paar Felsbrocken in einen Zementmixer. Wenn wir sie wieder herausnehmen, sind sie um fünf Jahre gealtert.“
Die Kostüme von Penny Rose für die Hauptfiguren lassen die Veränderungen in ihren Figuren erahnen. Für PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 gibt es so gut wie keine Änderungen bei Johnny Depps Kostüm. „Johnny fühlt sich einfach genau richtig an“, meint Rose. „Er hat ein paar Sachen hinzugefügt. Er ist ein ausgesprochen nachdenklicher, um seine Figur besorgter Schauspieler, dem es sehr wichtig ist, wie er vor der Kamera aussieht.“ Captain Jack Sparrows mittlerweile berühmter Look entstand beim ersten Film dank einer Zusammenarbeit von Penny Rose, Haupt-Makeup-Künstler Ve Neill, Haupt-Haar-Stylist Martin Samuel und natürlich Depp selbst. „Dass ich etwas Zeit mit Keith Richards von den Rolling Stones verbracht hatte, war sicherlich eine Hauptinspiration für die Figur“, bestätigt der Schauspieler. „Ich traf ihn mal da, mal dort. Und jedes Mal hatte er sich etwas Neues ins Haar geflochten. ,Was hast du da runterhängen?’ fragte ich ihn, und Keith antwortete: ,Ach, das habe ich mir auf den Bermudas zugelegt.’ oder so etwas in der Art. Das passte sehr gut für Jack Sparrow, der auf seinen Reisen und bei seinen Abenteuern immer wieder Dinge sieht, die er sich schnappt, um sie für sich zu behalten und ins Haar zu flechten. Jedes kleine Souvenir erzählt eine eigene Geschichte. Da ist zum Beispiel dieser Knochen, der direkt über seinem Bandana hängt. Das ist das Schienbein eines Rentiers. Dann hat Jack noch diese herunterbaumelnden Kleinigkeiten, Bändchen, einen Hühnerfuß, ein Fruchtbarkeitssymbol, merkwürdige Tierschwänze. Keine Ahnung, wo er die herhat. Vielleicht war es sein Mittagessen.“
„Im ersten Film war Will Turner ein Schmied, der in die Tochter des Gouverneurs verknallt war. Mittlerweile ist er erwachsener und sieht etwas aufregender aus“, kommentiert Rose. „Orlando und ich steckten die Köpfe zusammen und unterhielten uns. Ich fand, dass wir Will etwas weltgewandter aussehen lassen sollten. Lange Zeit trägt er einen olivgrünen Lederpiratenmantel, der ihn etwas imposanter aussehen lässt.“ Bloom sagt: „Penny hat tolle Arbeit geleistet, Will von einer ganz neuen Seite zu präsentieren und ihn etwas lockerer erscheinen zu lassen. Der Ledermantel, den wir für Will auswählten, ist so etwas wie die Bikerjacke der Piratenära. Die Schwertkämpfe und das Waten durch Wasser in dem langen Mantel erwiesen sich als Herausforderung, um es mal vorsichtig auszudrücken, aber die Anstrengungen waren es wert. Pennys Vision für Will und die anderen Figuren hat beträchtlich dazu beigetragen, sie zu Leben zu erwecken.“ Man sollte noch hinzufügen, dass zu Wills Hauptkostüm eine cremefarbene, bestickte Weste gehört, die Rose aus antikem Tischleinen nähte, den sie in Paris entdeckt hatte – ein perfektes Beispiel für ihre Entschlossenheit, jeden möglichen Stoff zu verwenden, um ihre Designziele zu erreichen.
„Keira hat in PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 wenigstens drei verschiedene Looks“, erzählt Rose weiter. „Denn auch Elizabeth verändert sich und wird erwachsener. Keira ist todesmutig und probiert alles einmal aus. Also gefiel es ihr, dass sie in diesem Film die meiste Zeit in einem Jungskostüm steckt. Außerdem trägt sie ein wunderschönes Hochzeitskleid, aber wir sehen es nur patschnass vom Regen.“
„Nachdem ich mit Penny bei FLUCH DER KARIBIK und KING ARTHUR gearbeitet habe, habe ich das Gefühl, als hätte ich mein gesamtes Leben mit ihr verbracht. Ich liebe es“, sagt Knightley. „Sie ist im allerbesten Sinne eine Perfektionistin. Einer meiner Lieblingsmomente ist kurz vor Drehbeginn, wenn ich die Kostüme mit Penny anprobiere und miterleben darf, wie sie über aberhunderte von Kostümen thront. Aber wenn man in den Umkleideraum geht, dann kommt sie sofort zur Sache. Wenn ein Knopf auch nur einen Millimeter an der falschen Stelle sitzt, dann wird sie ihn neu annähen. Wenn es eine Stelle gibt, die durch ein wenig Stickerei gewinnen würde, dann sieht sie das sofort. Sie ist eine Lady mit großer Durchsetzungskraft. Ich bin froh, dass ich sie um mich haben darf.“
Einige der neuen Figuren brachten die kreativste Seite von Rose zum Vorschein. Sie berichtet: „Ich liebte die Arbeit an Tia Dalma, was nicht einfach war, denn sie ist eine Figur, die in einem Sumpf haust und gleichzeitig glamourös und abstoßend ist. Man würde ihr nicht zu nahe kommen wollen, und doch fühlt man ihre weibliche Macht. Ich habe es sehr genossen, mit der liebreizenden Naomie Harris zu arbeiten.“
„Ich liebe wirklich alles, was sie sich zu Tia Dalma haben einfallen lassen“ begeistert sich die bildschöne Naomie Harris, die man mit ihrem Makeup, ihrer Frisur und ihrem Kostüm als geheimnisvolle Seherin kaum wiedererkennt. „Pennys Kostüme, das Makeup von Ve Neill, das Haar von Martin Samuel. Ich finde, das ist alles wunderbar. Ich habe mich selbst nicht im geringsten wiedererkannt, als ich in den Spiegel blickte. Genau so sollte es auch sein. Ich liebe es, dass Tia Dalma so eine wilde, erdverbundene, verrückte Figur ist, weil ich so etwas noch nie in meinem Leben gespielt habe. Das ist wirklich befreiend.“
Obwohl die physikalischen Details von Bill Nighys Davy Jones später am Computer entstanden, entwarf Rose nichtsdestotrotz ein richtiges Kostüm, das später den Künstlern von Industrial Light & Magic bei ihrer Arbeit als Modell diente. „Sie fotografierten Bill in seinem Kostüm aus jedem erdenklichen Winkel, weil man ein Konzept nicht auf einen grauen Referenzanzug übertragen kann“, sagt sie.
Mit Stellan Skarsgard hatte Rose zuvor bereits an KING ARTHUR gearbeitet. Sie freute sich auf eine weitere gemeinsame Zusammenarbeit und die Aussicht, den berüchtigten Stiefelriemen Bill einzukleiden. Anders als bei Bill Nighy wurden Skarsgards Kostüm, Makeup und Haare tatsächlich live von der Kamera aufgenommen. Deshalb mussten Makeup-Designer Ve Neill, Haupt-Haar-Stylist Martin Samuel und Penny Rose ihre Kräfte vereinen für einen ausgefallenen Look. Ein Look, der so ausgefallen war, dass der Schauspieler täglich drei bis vier Stunden in den Makeup- und Friseur-Wohnwägen zubringen musste, um in die Figur verwandelt zu werden.
Die umfangreiche Arbeit von Neill und Samuel trug beträchtlich zu dem Gesamtlook und der daraus resultierenden Atmosphäre des Films bei. Ragettis Holzauge ist mittlerweile sozusagen beinahe selbst eine eigenständige Figur des Films. Schauspieler Mackenzie Crook musste nicht eine, sondern zwei Kontaktlinsen tragen, übereinander. „Das ist unbequem“, gibt er freimütig zu. „Aber es ist nicht schmerzhaft. Und es ist wichtig für die Figur. Ohne das Holzauge wäre Ragetti nur ein Pirat unter vielen.“ Als Privatperson musste Crook noch nie Kontaktlinsen tragen. „Ich wurde also ins kalte Wasser geworfen“, lacht der Schauspieler. Was den schockierenden Zustand der Zähne der Piraten anbetrifft, der jedem Zahnarzt ein freudiges Lächeln entlocken würde: Es handelt sich einfach nur um geschickt angebrachte Prothesen und etwas Farbe.
In den Disney Studios verbrachte die Produktion auch eine Woche auf dem riesigen „Pantano River“-Set, in dessen Mitte das heruntergekommene, aber liebevoll geschmückte Baumhaus von Tia Dalma zu finden ist. Studio 2 ist mehr als 60 Meter lang und 45 Meter breit, und doch war jeder Zentimeter von dem Set belegt. Auf hinreißende Weise wurde dort das karibische Sumpfland eines Flusses heraufbeschworen, der von kahlen, überwachsenen Bäumen und klapprigem Gestrüpp gesäumt wird. Dieses Set war zugleich die offensichtlichste Verbeugung vor der originalen „Pirates of the Caribbean“-Attraktion in Disneyland. „Ich kann mich noch erinnern, wie ich als Kind die Episode ,The Wonderful World of Color’ sah, in der die ,Pirates’-Attraktion vorgestellt wurde“, erzählt Rick Heinrichs. „Ich war völlig hingerissen. Die Gelegenheit, an einem Film zu arbeiten, der sich darauf bezieht, ist in meinen Augen ein Tribut vor Designern wie Marc Davis und all den anderen, die solch unglaubliche Arbeit geleistet haben. Es war mir ein großes Vergnügen, das zu machen.“ (In der Tat war Heinrichs erste Beschäftigung in Hollywood bei Disneys WED Enterprises, als noch viele der ursprünglichen Schöpfer der „Pirates of the Caribbean“-Attraktion dort arbeiteten.)
Es war kein Zufall, dass ausgerechnet dieses Set von dem legendären Francis Xavier „X“ Atencio besucht wurde. Atencio ist eine „Disney-Legende“: Er schrieb das Drehbuch für die originale Themenpark-Attraktion – basierend auf Konzepten und Storyboards einer anderen Disney-Größe, Marc Davis – sowie die Texte zu George Burns’ Musik, die die Fahrt begleitet. Darunter befindet sich der wohl berühmteste Shanty der Welt, „Yo Ho (A Pirate’s Life For Me“). Die Produktionscrew von PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 rollte entsprechend den roten Teppich aus für „X“. Er wurde mit einem eigenen Regiestuhl geehrt und Jerry Bruckheimer, Gore Verbinski, Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley und noch viele mehr aus Cast und Crew schüttelten ihm die Hand und zollten ihm den gegebenen Respekt. Verbinski sprach für alle, als er sagte: „Ohne diesen Mann wäre keiner von uns im Augenblick hier.“
Tia Dalmas Hütte ist über und über mit dem Schnickschnack übersät, den die Seherin für ihre kunstvolle Profession benötigt. „Ich habe nie zuvor eine gruselige, Hoodoo-Voodoo-1720er-Bayou-Inneneinrichtung auf die Beine stellen müssen“, lacht Setdekorateurin Cheryl Carasik. „Gore wollte, dass viel von der Decke hängt. Also bereiteten wir mit Juwelen dekorierte Flaschen und getrocknete Kräuter vor. In die Flaschen steckten wir Spinnen, Augenbälle und Pilze, die tatsächlich zu wachsen begannen. Und überall gibt es ausgestopfte Tiere zu entdecken.“
Die kombinierte Arbeit von Heinrichs, dem künstlerischen Leiter John Dexter und Carasik erwies sich als Inspiration für alle Anwesenden. „Eines der schönsten Komplimente war von Johnny, als er in Tia Dalmas Hütte spazierte und mir erzählte, dass er wirklich nicht wüsste, was er hier drin machen sollte, aber dass es hier so viele Sachen gäbe, mit denen er spielen wolle, dass er sich fühle wie ein Kind im Süßigkeitenladen. Johnny hat das Talent, irgendein billiges Schmuckstück vom Tisch zu nehmen und daraus ein wunderbares Requisit zu machen.“
„Das Pantano-River-Set bei Disney wurde so entworfen, dass es der tatsächlichen Location entspricht, die wir für die Sequenz in Dominica gefunden hatten, den Indian River“, erklärt Baukoordinator Greg Callas. „Die Bloodwood-Bäume, die man in der Nähe des Flusses findet, sind so außergewöhnlich, dass wir sie in der Bühnenhalle mit Hilfe von Stahl, Schaumgummi und Gummiwalzern mit Blättern aus Seide dran nachbauen mussten. Das bereitete uns viel Arbeit. Außerdem bauten wir einen Wassertank über dem Boden der Halle, den wir mit zwei Millionen Liter Wasser füllten, womit wir die gewünschte Atmosphäre der Feuchtigkeit und Schwüle erzielten.“
Nach Abschluss der Pantano-River-Sequenz ging es für die PIRATES-Kompanie zurück zu den Universal Studios, wo man einen ersten Vorgeschmack auf die „richtige“ Flying Dutchman bekommen konnte: Ein exakter Nachbau des Hauptdecks war hier gebaut worden, für Sequenzen mit Orlando Bloom, Bill Nighy, Stellan Skarsgard und weiteren Schauspieler, allesamt gewandet in graue Anzüge wie sie auch Nighy trug, die die bizarre Crew des Schiffes ausmachten.