FILMDETAILS | Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2
Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2
Action,
Abenteuer,
Komödie,
Fantasy
| USA 2006
WERBUNG
| Die Exumas
Zu diesem Zeitpunkt der Produktion lässt sich sagen, dass die Crew-Mitglieder selbst bereits Piraten ähnelten, wenngleich auch mit einem liebenswerteren und freundlicheren Naturell. Die Totenkopfflagge prangte stolz auf vielen Produktionsfahrzeugen und Hilfsschiffen, etliche Crew-Mitglieder ließen sich Tattoos stechen und stellten gepiercte Ohren und Nasen zur Schau, trugen Piratentücher und Stirnbänder, und mehrere hatten stolz silberne oder goldene Ringe mit dem Totenkopfsymbo angelegt, die von Makeup-Künstler Joel Harlow extra angefertigt wurden.
In vergangenen Zeiten erlebten die Bahamas legendäre Piraten wie Henry Jennings, Henry Morgan, Edward „Schwarzbart“ Teach, Charles Vane, Stede Bonet, Captain Benjamin Hornigold, Woodes Rogers, „Calico Jack“ Rackman, Captain John Wyatt, Thomas Austis, Henry Every, Richard Worley, Samuel Belamy und Bartholomew „Black Beard“ Roberts. Doch das war noch gar nichts.... denn schließlich sollte die Inselgruppe einen langen Besuch von Captain Jack Sparrow und seiner Mannschaft erhalten!
Von Dominica flog die PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2-Mannschaft auf die Exumas, eine der am südlichsten gelegenen Inselketten innerhalb des etwa 700 Inseln umfassenden Strangs, der die Bahamas bildet.
„Ich denke, die Exumas waren die schönsten aller Inseln“, sagt Jerry Bruckheimer. „Es gab dort diese weißen Strände und Sandbänke, traumhaftes blaues Wasser – einfach nur toll anzuschauen. Wenn man es auf der Leinwand sieht, glaubt man nicht, dass das real ist. Man denkt, es wurde digital hergestellt. Aber so ist es in Wirklichkeit.“ Dort wurde eine Sandbank mit fast pinkem, feinem Sand namens White Cay entdeckt, die als weiterer Schauplatz für den Dreier-Schwertkampf und andere Szenen diente.
White Cay war nur über Wasser zu erreichen. Deshalb war die Truppe gezwungen, vom Hotelbereich in südöstlicher Richtung zu fahren und dort auf eines der vielen Boote zu gehen, die sie nach einer 30-minütigen Fahrt auf ein schwimmendes Ausgangslager brachten. Das Lager bestand aus zwei etwa 60 Meter langen, zusammen gebundenen Frachtkähnen, auf denen die Wohnwägen der Schauspieler, Ausstattungslastwägen, das Verpflegungszelt, Tische und Stühle und eine vollkommen schwimmende Ausgangsbasis zu finden waren. Von dort musste man in einer kleinen Carolina-Skiff oder einem niedrigen Gummischlauchboot fahren, um dann patschnass an der Sandbank anzukommen. Da Gore Verbinski auf der Sandbank 360-Grad-Winkel benötigte, war es erforderlich, diesen Bereich frei von Lastwägen, Fahrzeugen und Ausrüstungsgegenständen zu halten. Die Mannschaft konnte nur zu bestimmten Gezeitenströmen drehen, was die Drehzeit begrenzte. „Das war ein ganz schöner Aufwand für die Organisation“, erinnert sich Regie-Assistent Peter Kohn. „Für alle den Frühstücksburrito parat zu haben, die Ausrüstung zu holen, diese auf ein anderes Boot zu laden, um sie auf eine andere Insel zu verfrachten. Diese Erfahrungen kann man nirgends sonst machen... es war einfach phänomenal.“
„Bitte nicht die Eidechsen füttern“, mahnten die Hinweiszettel während des Drehs auf White Cay, um die freundlichen und einzigen Bewohner und Einheimischen vor der liebevollen Beachtung der Crew zu schützen. (Die Crew nahm das Wissen des auf Wildtiere spezialisierten Biologen Joseph A. Wasilewski aus Homestead in Florida in Anspruch, um sicher zu gehen, dass sich die Eidechsen nicht gestört fühlen.) Mensch und Reptil respektierten des jeweils anderen Umfeld, dennoch schienen die Eidechsen genauso fasziniert von den Dreharbeiten wie die PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2-Crew von den Tieren. Die Mannschaft erhielt auch einen unerwarteten Besuch von einem anderen, in gewissem Maße bedrohlicheren Lebewesen während des Drehs auf White Cay. „Knapp 100 Meter vor der Küste erschien ein kleiner Ammenhai“, erinnert sich Schiffskoordinator Dan Malone. „Die meisten aus der Crew waren nicht mit Haifischen vertraut, deshalb fanden sie es ein bisschen irritierend. Aber wir haben ihnen gesagt: ‚Macht euch keine Sorgen. Sie sind nur neugierig. Sie schwimmen hier vorbei, um euch zu überprüfen.’ Die Produktion wurde für ein paar Minuten unterbrochen, solange alle auf den Hai starrten. Danach machten wir uns wieder an die Arbeit.“
Eine eingeplante Sommerdrehpause brachte die Mannschaft Anfang Juni zurück an Heim und Herd, nachdem man die ersten Dreharbeiten auf den Exumas abgeschlossen hatte, und wurde Anfang August in Los Angeles fortgesetzt. Zurück auf dem früheren Inselschauplatz in Palos Verdes drehte Verbinski die auf der Insel Pelegosto spielende Szene mit dem Knochenkäfig weiter. Und dieses Mal fanden sich einige der Stars – darunter Orlando Bloom, Kevin R. McNally, David Bailie und Martin Klebba – in einem Knochenkäfig wieder, der an einem 30 Meter hochen Krahn hing und in langen, weiten Bögen durch die Luft schwang. Bloom hatte sichtlich Gefallen an dem Ritt, während andere ein wenig blass um die Nase wurden, als das aufregende Abenteuer bevorstand.
„Die Knochenkäfig-Szene war verrückt“, erinnert sich Bloom. „Als wir das erste Mal vom Kran fallen gelassen wurden, wussten wir nicht, was uns erwartet. Es war ein Gefühl wie bei einem Bungee-Sprung... der Magen dreht sich komplett um. Glaubt mir, diese Momente vergisst man nicht mehr!“
Auch auf Palos Verdes wurde die 30 Meter lange, 15 Meter hohe Felswandkonstruktion benutzt, die von einem 90-Grad-Winkel auf einen 45-Grad-Winkel manövrierbar sein musste. Greg Calles erklärt: „Wir mussten eine zusammenklappbare Stahlwand bauen, die unglaublich schwer war. Um sie in Gebrauch zu nehmen, musste ich sie mit zwei 160 Tonnen schweren Kränen von Punkt A nach Punkt B bewegen und sie dann abladen.“
In den Disney Studios wurden Sequenzen in Davy Jones’ außergewöhnlicher Kapitänskajüte der Flying Dutchman gedreht. „Die Kajüte von Davy Jones vermittelt eine sehr opernhafte Atmosphäre“, sagt Rick Heinrichs. „Er spielt eine riesige Pfeifenorgel, die wir von Grund auf entwerfen und bauen mussten. Sie klingt wie eine normale Orgel, aber die Pfeifen haben sich zu diesen fantastischen Unterwasser-Formen verwachsen und stoßen Dampf aus. Die Orgel hat die Beschaffenheit von Muscheln und Meeresgetier und befindet sich am Heckfenster. Über den Orgeltasten befindet sich außerdem ein Gemälde, das auf merkwürdige Weise liebenswert romantisch wirkt. Das war Absicht. Wir wollten der Figur des Davy Jones ein wenig Pathos verleihen, denn er trauert ja um den Verlust einer vergangenen Liebe.“