Mittwoch | 30. Mai 2012 | 20:42 Uhr
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  • Silent Hill

    Thriller, Horror, Mystery | Frankreich / Kanada / USA 2006
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      • | Auf der Suche nach den passenden Schauspielern

      • Beim Casting zu SILENT HILL legte Christophe Gans besonders viel Wert darauf, Schauspieler zu finden, die eine Rolle auf sehr subtile Weise vermitteln und verschiedene Versionen eines Charakters spielen können. "Alle Schauspieler aus dem Film kommen eher aus dem Independent-Bereich. Das verleiht dem Film eine ganz besondere Note", so Gans.

        Radha Mitchell spielt Rose DaSilva. Sie ist die Mutter von Sharon, einem kleinen Mädchen, das scheinbar an einer mysteriösen Krankheit leidet. Sie redet im Schlaf und bittet darum, "nach Hause nach Silent Hill" gebracht zu werden. Gegen den Willen ihres Ehemanns macht sich Rose mit Sharon auf den Weg nach Silent Hill, eine seltsame Stadt in West Virginia, um dort nach Antworten zu suchen. Doch als sie Silent Hill erreichen, verliert Rose die Kontrolle über ihren Wagen. Als sie wieder zu sich kommt, ist Sharon verschwunden und die verzweifelte Suche beginnt.

        "Radha ist eine Mischung aus Grace Kelly und Mia Farrow. Sie spielt eine sehr reiche Frau, die ein geordnetes Leben geführt hat und sich plötzlich in einem Alptraum wieder findet. Radha gibt dieser Figur einen mondänen aber auch verletzlichen Touch. Sie ist elegant und ihr Stil ist ein wenig 60er Jahre mäßig, was ich sehr interessant finde. Radha ist Rose und sie ist meine Rose", so Regisseur Christophe Gans.

        "Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, kam ich genau zehn Seiten weit. Dann musste ich eine Pause machen, weil ich solche Angst hatte, dass ich nicht mehr weiterlesen konnte. Ich habe das Script zwar beendet, allerdings habe ich ziemlich lange gebraucht, denn ich konnte vor lauter Furcht nur am Tag lesen. Es war wahnsinnig spannend, aber es hat mir höllisch Angst gemacht. Und genau aus diesem Grund habe ich zugesagt und die Rolle der Rose übernommen. Die Figur entwickelt sich im Laufe des Films und wird immer stärker. Es gab da diesen einen Witz am Set, dass Christophe in den ersten paar Tagen viel eher unser persönlicher Fitnesstrainer als unser Regisseur war. "Lauf, Radha, lauf", rief er mir andauernd zu. Es war ein bisschen wie Fitnesstraining für Anfänger", so Mitchell.

        "SILENT HILL ist in sich selbst ein Rätsel. Das Publikum kann sich so richtig auf den Film einlassen, denn das Ende bleibt offen. In jeder Szene gibt es etwas Neues zu entdecken. Es war eine einmalige Erfahrung, mit Christophe zusammenzuarbeiten, denn seine Vorstellungskraft und sein Ideenreichtum sind beeindruckend", so Mitchell weiter.

        Im Mittelpunkt der Handlung steht Sharon, die von der zehnjährigen Jodelle Ferland gespielt wird. Trotz ihres jungen Alters hat sie bereits eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. So ist sie zum Beispiel die jüngste Schauspielerin, die jemals für den Daytime Emmy nominiert wurde. In SILENT HILL spielt sie Sharon, Alessa und Dark Alessa, drei Mädchen, die gleichzeitig leben, allerdings in verschiedenen Raum-Zeit-Dimensionen. Ferlands einzigartige Leistung war es, diesen drei Rollen gänzlich unterschiedliche Charaktere zu verleihen. "Als ich zusammen mit Roger Avary an dem Drehbuch saß, kamen mir plötzlich Zweifel. Wir hatten zwar ein richtig gutes Script, aber wer sollte die Rollen spielen können. Für kurze Zeit war die Idee im Gespräch, die Rolle mit Drillingen zu besetzen. Aber als wir Jodelle in Terry Gilliams TIDELAND und in "Kingdom Hospital" sahen, stand fest: Sie ist die perfekte Besetzung. Bereits am ersten Drehtag hat sie uns mit ihrer Leistung umgehauen. Sie ist einfach fantastisch. Jodelle ist gerade mal zehn Jahre und spielt dieses kleine Mädchen, aber sie ist in Wahrheit viel mehr als das. Sie ist wahnsinnig klug und begabt", so Regisseur Christophe Gans. Spätestens, als Jodelle beim Vorsprechen sagte: "Ich wollte schon immer mal den Teufel spielen", stand für die Filmemacher fest, dass sie die richtige Wahl für die Rolle ist.

        Christophe Gans unterstützte Jodelle Ferland bei ihrer Arbeit, indem er seine Regieanweisungen auf sehr liebenswürdige, aber auch seltsame Weise gab. Die beiden unterhielten sich in ihrem eigens erfundenen Dialekt, der einem Katzen-Miauen sehr ähnlich klingt. "Christophe ist total nett. Ich mag ihn wirklich sehr. Und drei unterschiedliche Figuren zu spielen, ist gar nicht so schwer. Was ich viel schlimmer fand, waren das ganze Make-Up und die schmierige Schuluniform von Dark Alessa", so Jodelle Ferland.

        Während die Figur der Rose eine komplette Neuerfindung ist, werden die meisten Videospielliebhaber die Polizistin Cybil Bennett (Laurie Holden) bereits kennen. Cybil ist eine Einzelgängerin und eine Kämpfernatur. Nach einer schlimmen Tragödie in ihrer Jugend, bei der sie ihr Gottvertrauen und ihren Glauben verloren hat, hat sich Cybil ganz dem Helfen verschrieben. So hilft sie auch Rose bei der Suche nach ihrer Tochter.

        "Das Drehbuch ist wahnsinnig fesselnd. Es gibt so viele verschiedene Ebenen, so viele Verflechtungen und Geheimnisse", so Holden. "Christophe ist einfach fantastisch. Ich bin sehr glücklich darüber, mit jemandem wie ihm zusammengearbeitet zu haben. Er ist ein echter Künstler und dementsprechend läuft der Prozess des Filmemachens ab. Die Art und Weise wie er an die Charaktere und ihre Entwicklung herangeht, ist etwas ganz besonderes. An meinem ersten Drehtag fragte ich ihn: "Diese Frau, Cybil, wie ist sie denn so?" und er sah mich an und sagte bloß "Du bist mein weißer Wolf." Da war mir sofort alles klar und ich wusste, wie ich am besten zu Cybil werden konnte."

        Gans hatte Holden bereits in THE MAJESTIC ("The Majestic", 2001) gesehen: "In dem Film war sie so wunderbar weiblich. Ich habe sie gecastet, damit man auch ihre andere Seite, eine starke Seite, sehen kann. Auf der Leinwand ist Laurie für mich wie eine perfekte Mangazeichnung, die zum Leben erwacht ist."

        Deborah Kara Unger (Dahlia) und Christophe Gans kannten sich schon vor den Dreharbeiten zu David Cronenbergs CRASH ("Crash", 1996), einem Film, in dem Unger auf Gans' Rat hin eine Rolle übernommen hatte. Seither wollte Gans immer mit ihr zusammenarbeiten. "Wenn man jemanden schon sehr lange kennt, dann möchte man ihm auch etwas Einzigartiges anbieten. Als ich ihr den Vorschlag machte, eine siebzigjährige Frau zu spielen, die so bizarr und furchteinflößend ist, dass sie sogar mich erschrecken könnte, hatte ich Angst, Deborah würde mir das Drehbuch gleich ins Gesicht werfen", so Gans.

        Doch Unger war begeistert von der Rolle: "Dahlia ähnelt in ihrem Wesen ein wenig der Figur des John Procter in THE CRUCIBLE ("Hexenjagd", 1996). Sie ist jemand, der nicht rechtzeitig seine Stimme erhoben hat; jemand, der vom Glauben so geblendet war, dass sein Schweigen großes Leid verursacht hat. Doch durch ihr Leid wurde Dahlia klüger. Sie ist Teil aller Parallelwelten von Silent Hill und überbrückt als Prophetin die Kluft zwischen Licht und Dunkelheit. Eine sehr rätselhafte Gestalt. Und sie ist die opernhafteste Figur, die ich jemals gespielt habe. Ihre Rolle war schwieriger als ich dachte. Nicht, dass ich Dahlia unterschätzt hätte, aber Christophe hat diesen Charakter sehr vielschichtig aufgebaut. Dieser Film ist wie eine Mischung aus Alice im Wunderland und Dantes Inferno."

        Cristabella ist eine Figur mit sehr vielen Feinheiten. Deshalb findet es Gans auch besonders schwer, ihren Part zu diskutieren. "Cristabella entscheidet sich aus vollster Überzeugung, keine Mutter zu sein und dennoch kümmert sie sich um ihre Schäfchen", so Gans. Cristabella ist die Figur im Film, die die Geschichte vorantreibt. Für diese Rolle wählte Gans ganz gezielt Alice Krige aus, die ihn mit ihrer Leistung in kleinen Experimentalfilmen wie INSTITUE BENJAMENTA und TWILGIHT OF THE ICE NYMPHS und im Blockbuster STAR TREK: FIRST CONTACT ("Star Trek - Der erste Kontakt") überzeugte. "Ich wusste gleich, dass Alice die Richtige für die Rolle ist. Sie kann die Rolle mit Leidenschaft und Kraft zugleich spielen und verleiht der Figur der Cristabella eine ganz bestimmte Mischung aus Eleganz und Gewalt."

        Krige war von ihrer Rolle und von Regisseur Christophe Gans sofort begeistert. "Cristabella ist das dominante Oberhaupt einer Sekte mit puritanischer Vorgeschichte. Ihre Glaubensgemeinschaft ist fest davon überzeugt, dass sie dafür verantwortlich sind, den Teufel und das Böse im Zaum zu halten." Um sich auf die Rolle vorzubereiten, las die Schauspielerin Erna Paris' The End of Days, ein Buch, das von der Entwicklung der spanischen Inquisition erzählt. "Ich dachte von vornherein, dass diese Rolle schwer ist und sie ist es wirklich. Aber Christophe hat eine wahnsinnige Vorstellungskraft und eine Leidenschaft fürs Geschichtenerzählen... seine Story ist so vielschichtig und emotional."

        Fernab von all dem Nebel und der Dunkelheit gibt es eine weitere Parallelwelt von Silent Hill - die Realität. Dort machen sich Christopher DaSilva, gespielt von Sean Bean, und Officer Gucci (Kim Coates) auf die verzweifelte Suche nach Rose und Sharon. "Seans Rolle ist sehr schwierig. Christopher, der liebende Ehemann und Vater, ist von seiner Frau und Tochter durch eine andere Dimension getrennt. Das ist ein sehr romantischer Aspekt, denn er kann sich nur auf seine Liebe verlassen, um seiner Familie zu helfen. Das einzige, was er machen kann, ist suchen und warten, versuchen zu verstehen und er muss Leid und Schmerz ertragen. Mir gefällt es, dass die männliche Hauptfigur auch von ihrer verletzbaren, sanften Seite gezeigt wird", so Gans.

        "Christopher hat seine Familie verloren und egal was er tut, er bekommt einfach keine Informationen. Er weiß zwar nicht, dass in der Stadt etwas Schlimmes vor sich geht, aber er ahnt, dass irgendetwas nicht stimmt. Er kann es förmlich spüren. Ich glaube, der Schmerz und die Verzweiflung machen ihn verrückt. Für mich war es nicht schwer, mich in Christophers Situation hineinzuversetzen, denn Christophe hat für den Film eine so lebendige und reale Welt geschaffen. Christophe ist sehr inspirierend. Außerdem liebt er alles Bizarre, Seltsame und Komische: darin geht er richtig auf", so Sean Bean.

        "Ganz ehrlich: SILENT HILL ist einer der seltsamsten Filme, die ich je gedreht habe", so Kim Coates zu seiner Rolle. "Eigentlich sind es zwei Filme in einem. Sean und ich sind in dem einen Film, und Radha, Laurie und Jodelle sind im anderen. Sean und ich setzten niemals auch nur einen Fuß in die Nebel- und Dunkelheit-Dimensionen. Also ist Guccis Geschichte auch viel einfacher: er hat ein Geheimnis, etwas, das ihm vor vielen Jahren passiert ist, hat ihn komplett verändert. Aber das behält er alles für sich."

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