Mittwoch | 30. Mai 2012 | 20:42 Uhr
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  • Silent Hill

    Thriller, Horror, Mystery | Frankreich / Kanada / USA 2006
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      • | Silent Hill in vier Dimensionen

      • Um die seltsame Welt von SILENT HILL zum Leben erwecken zu können, mussten echte Sets mit den technischen Möglichkeiten von CGI-Effekten kombiniert werden. Die Handlung spielt sich in vier verschiedenen Dimensionen ab: in der Wirklichkeit des Silent Hill vor 30 Jahren, im realen Silent Hill von heute, in der Nebelwelt und in der Dunkelheit.

        Gans, der in den 60er Jahren geboren wurde, wuchs mit den großen Filmepen dieser Zeit auf und wurde von ihnen und den in Cinemascope gedrehten Bildern inspiriert. "Diese Filme hatten etwas Beeindruckendes an sich. Man fühlte sich bei LAWRENCE OF ARABIA ("Lawrence von Arabien") oder auch bei THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY ("Zwei glorreiche Halunken"), als wäre man an einem anderen Ort. Besonders die im Vergleich zu den Schauspielern riesigen Sets faszinierten mich", so Gans.

        Gans freute sich riesig darauf, für SILENT HILL eine ganze Stadt zu entwerfen. Allerdings nicht im Computer, sondern in natura. Eine Stadt, die er und die Schauspieler wirklich sehen, die sie berühren und vor der sie sich inspirieren lassen konnten. Dafür suchte sich das Filmteam eine kanadische Stadt aus und verwandelte sie in SILENT HILL. "Wir schufen uns unser eigenes SILENT HILL auf über 100 verschiedenen Sets", so Gans. "Und das gibt dem Film so eine realistische Note. Mein Vorgehen klingt zwar altmodisch, aber das ist nun mal mein Stil. Natürlich gibt es trotz alledem auch CGI-Effekte, denn es wäre unmöglich, einen solchen Film ohne den Einsatz von Computern zu drehen."

        Den Anfang im Design-Prozess machte Gans selbst. Er zeichnete seine eigenen Storyboards im Stil von japanischen Mangas (Comics). Im Gegensatz zu westlichen Comics, in denen sich die Geschichte um einen Superhelden dreht, haben Mangas eine sehr komplizierte Erzählstruktur und benutzen zur Darstellung Bilder, die aus dem Filmbereich übernommen wurden. So verwenden Mangas auch Zooms, Close-Ups und Stills.

        Mit Hilfe von Gans' detaillierten Storyboards machte sich Production-Designer Carol Spier an die Arbeit. "Ich arbeite immer mit sehr präzisen Storyboards", so Gans. "Mir gefällt es, jede meiner Aufnahmen vorher genau zu planen, denn bei einer so komplizierten Geschichte wie SILENT HILL, die mit verschiedenen Dimensionen spielt, muss man als Regisseur besonders deutlich arbeiten. Sonst verliert sich das Publikum in der Geschichte. Deshalb probiere ich meine Ideen immer erst einmal an einem Storyboard aus. Erst dann wage ich mich hinter die Kamera. Da ich immer aus ganz speziellen Winkeln filme, können die Sets auch sehr detailliert gebaut sein."

        Ausgehend von diesen Storyboards entwarf Spier eine Welt, der die Zeit schwer zugesetzt hat. 80 Prozent des Films spielen in einer zerfallenen und verrotteten Stadt - in der Nebelwelt sind die Gebäude sehr alt und heruntergekommen, in der Dunkelheit ist alles zerstört und zerfallen. Beim Setdesign ging Spier dabei ganz unterschiedlich vor. In manchen Fällen wurden echte Gebäude, wie zum Beispiel die Fabrik oder die Schule, extra für den Film umgebaut und verändert, andere Sets wiederum wurden komplett neu gebaut. So dauerte es zum Beispiel acht Wochen, bis die Kirche stand. Auch die Bergstraße, die nach Silent Hill führt, lief in Wirklichkeit durch das Studio.

        "Eines der besten Sets, die wir gefunden haben, war eine Straße in Brantford, Ontario. Wir konnten daraus eine Straße in Silent Hill komplett nachbauen", so Spier. "Einige der Straßenabschnitte waren wegen Renovierungsarbeiten gesperrt, deshalb konnten wir fast alles nach Herzenslust verändern. Wir konnten die Farben verändern, Schilder einfach wegnehmen und die Stadt so herrichten, als wäre sie seit dreißig Jahren verlassen. Die Einwohner von Brantford standen uns mit Rat und Tat zur Seite. Uns war es besonders wichtig, sehr detailgetreu zu arbeiten, um aus der zweidimensionalen Welt des Videospiels ein echtes, dreidimensionales SILENT HILL zu machen." Bei ihrer Arbeit ließ sich Spier von alten und zerfallenen Orten inspirieren. Deshalb studierte sie Fotos von Tschernobyl nach dem Reaktorunglück und von unheimlichen, verlassenen Sanatorien, wie es sie in New York gibt. Basierend auf Spiers Arbeit machten sich dann Künstler verschiedener Visual Effects Studios, wie der Buf Compagnie in Paris, Mr. X Inc. und C.O.R.E. Digital Pictures, Inc. in Toronto, unter der Leitung von Visual Effects Producer Holly Radcliffe ans Werk.

        Nicht nur die Zuschauer werden von den Sets begeistert sein. Besonders die Schauspieler waren dankbar, dass sie fast alle Szenen in einer realen Umgebung drehen konnten. "Als Videogame-Spielerin mag ich vielleicht nicht gut gewesen sein, um SILENT HILL durchzuspielen, aber ich habe die einzigartige Erfahrung gemacht, dort ganze drei Monate zu leben", so Radha Mitchell. "Der Film ist ein echter optischer Leckerbissen."

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