Mittwoch | 30. Mai 2012 | 20:43 Uhr
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    Action, Abenteuer, Drama | USA 2005
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      • | Die Ureinwohner in "The New World"

      • Die Besetzung von "The New World" ist unglaublich facettenreich, und die Ureinwohner von Virginia bilden dabei keine Ausnahme, was Rene Haynes zu verdanken ist, die sich auf das Casting von amerikanischen Ureinwohnern spezialisiert hat. Aus den gesamten USA reisten Schauspieler an. Angehörige der Kiowa, Seminolen, Lakota, Pawnee und direkte Abkömmlinge von Powhatans Reich in Virginia - Chickahominy, Pamunkey, Rappahannock und die oberen Mattaponi-Stämme - wirken im Film mit.

        Die außergewöhnlichsten Auftritte in "The New World" absolvieren 17 junge Männer, die die wichtigste Kriegergruppe darstellen - sie lernten etliche Fertigkeiten, die die Algonquin-Indianer der damaligen Zeit beherrschten. Diese Gruppe mit ihren unterschiedlichen Begabungen kam aus den gesamten Vereinigten Staaten zusammen, die Männer gehören vielen verschiedenen Stämmen an. Ihr Talent konnten sie in Tänzen, Agilität, Musikalität, Gesang und unglaublicher körperlicher Gewandtheit unter Beweis stellen.

        "In diesem Film wuchsen sie zu einem eigenen Stamm zusammen - es war sehr bewegend, das mitzuerleben", berichtet Sarah Green. "Jeden Tag segneten sie einander, reinigten einander mit Salbei, baten um Schutz für uns. Dadurch entstand im Film ein Teamgeist, den wohl jeder spüren konnte."

        Der Schauspieler und Choreograf Raoul Trujillo fügt hinzu: "Ich durfte etwa zehn Darsteller der Kerngruppe auswählen, konnte also ausschließlich Tänzer aussuchen. Manche können Breakdance, manche den indianischen Powwow-Tanz, alles ist vertreten, alle sind sportlich. Mir war klar, dass ich sie nur zu einer Gruppe zusammenschmieden konnte, wenn die spirituelle Kraft der Gruppe aus ihr selbst entstand. Wir haben uns sehr bemüht, das Powhatan-Volk als engagiert und verantwortungsbewusst darzustellen."

        Die Kerngruppe enthielt Stammesmitglieder aus ganz Nordamerika. Anführer war Larry Poirier, ein sehr erfahrener Schauspieler und Filmemacher, ein Lakota von der Pine Ridge Indian Reservation in South Dakota: Unbeirrbar und ohne viel Aufhebens erweist er der Vergangenheit verantwortungsvoll seine Reverenz... ohne dabei die Zukunft zu vergessen. Die 17 Mitglieder der Kerngruppe machten vor Drehstart eine zweiwöchige "Grundausbildung": Mit Trujillo arbeiteten sie an den Liedern, Tänzen und Bewegungsabläufen. Unter Anleitung von Waffenmeister Vern Crofoot übten sie mit Pfeil und Bogen, Speeren und Schusswaffen, und Stunt Coordinator Andy Cheng brachte ihnen Kampftechniken bei.

        An der Ausbildung nahmen auch viele Ureinwohner-Statistinnen teil: Sie lernten, wie man Töpfe aus Ton formt, Fischnetze knüpft, webt, gerbt, kocht und die Zeichensprache gebraucht. Verantwortlich waren der Ausbilder Buck Woodard und der Historiker Frederic Gleach. Auch die Kerngruppe der Statisten, die die Kolonisten darstellen, wurde teilweise in die Ausbildung eingebunden, sie übten sich im Schwertkampf, ruderten in der Schaluppe und Ähnliches. Ein Großteil der Grundausbildung absolvierte auch Q'orianka Kilcher zusammen mit der Kerngruppe der Krieger - sie wurde wie eine kleine Schwester behandelt.

        "Die Krieger sind wirklich ein erstaunlicher Menschenschlag", erinnerte sie sich später. "Von Geburt bin ich ja südamerikanische Indianerin, aber dennoch gibt es eine gemeinsame Kultur mit Nordamerika, und auch die historischen Probleme gleichen einander - jedenfalls haben sie mich vollkommen akzeptiert."

        Die historische Genauigkeit bezog sich sogar auf den äußerst problematischen Sprachbereich. Das Produktionsteam engagierte Blair Rudes, Fachmann für die Algonquin-Sprache, um sie allen Schauspielern beizubringen, die im Film als Ureinwohner Virginias auftreten. Außerdem übersetzte Rudes große Teile aus Malicks Drehbuch in die Algonquin-Sprache. Obwohl diese Sprache schon seit 1780 praktisch nicht mehr gesprochen wird, ist sie nun im Film wieder zu hören.

        Von vornherein bemühten sich die Filmemacher, die Eingeborenenkultur in "The New World" genauer darzustellen, als das in Hollywood-Filmen üblich ist. Deswegen baten sie Häuptling Stephen Adkins vom Chickahominy Tribe, der Produktion vor Drehbeginn seinen Segen zu geben. Damit war zwischen den Filmemachern und den Stammesführern das Fundament für ein gutes Verhältnis gelegt, das sich im Laufe der Zusammenarbeit bestens bewährte.

        "Schon während der Vorbereitungen haben wir die Häuptlinge, die Unterhäuptlinge und Repräsentanten der Stämme in Virginia eingeladen, uns bei der Arbeit zuzuschauen und auch mitzumachen, wenn sie es wollten", erinnert sich Green. "Verständlicherweise waren sie sehr vorsichtig. Bei unserem ersten Treffen erklärte mir Häuptling Adkins in klaren und ehrlichen Worten, was ihnen dies alles bedeutet, und wie man sie in der Vergangenheit dargestellt hat. Mit der Zeit wurde er unser Freund, wir konnten ihn bei heiklen Fragen in Bezug auf Rituale um Hilfe bitten. Er erklärte uns, wie man so etwas in angemessener Form ins Bild setzen kann. Schließlich war sein Vertrauen in uns so groß, dass er in einer Szene mit Pocahontas selbst vor der Kamera auftrat."

        Die Ureinwohner unter den Schauspielern zeigten sich ebenfalls von der großen Sorgfalt des Produktionsteams beeindruckt.

        "Ich war lange in Los Angeles, und dort entstanden viele der so genannten Ureinwohner-Filme", erinnert sich August Schellenberg, der im Film den Powhatan spielt. "Einige Drehbücher waren einfach grausig, und meine Antwort war: ,Da mache ich nicht mit. Mit den amerikanischen Ureinwohnern hat das nichts zu tun.' Tja, die Tage von Jay Silverheels - Gott segne ihn - und seinem Spruch ,Darauf kannst du wetten, Red Ryder' sind ein für allemal vorbei. Wenn etwas für die Ureinwohner abträglich ist, dann will ich absolut nichts damit zu tun haben."

        Ganz ähnlich wie Schellenberg empfindet auch Wes Studi.

        "Ich bin überzeugt, dass die Zuschauer am Ende des Films sehr viel besser verstehen werden, unter welch heftigen Geburtswehen unsere heutige Nation entstanden ist", sagt Studi. "Das ist nicht immer schön anzusehen, aber manchmal kann die Begegnung zweier Kulturen auch eine wunderbare Sache sein. Viele Themen, die im Drehbuch angesprochen werden, eignen sich hervorragend, die Harmonie in unserer heutigen Welt zu fördern."

        Zumindest hoffen viele der Ureinwohner, dass "The New World" einige Missverständnisse über ihre Kultur ausräumen wird.

        "Es ist an der Zeit, dass die Welt erfährt, wer wir sind. Und ich hoffe, dass ,The New World' einen Beitrag dazu leistet", sagt Häuptling Adkins. "Das müssen wir zunächst einmal abwarten. Aber aufgrund der Gespräche mit den Filmleuten bin ich zuversichtlich, dass wir mit vielen Mythen, die sich um die Indianer in Virginia ranken, aufräumen können. Bei unserem ersten Treffen mit den Produzenten stellten wir einige sehr deutliche Fragen, und sie sind den Problemen nicht ausgewichen. Deswegen setze ich große Hoffnungen auf diesen Film. Denn obwohl es sich um eine historische Fiktion handelt, repräsentiert sie doch das Leben, das meine Vorfahren gekannt und genossen haben. Ich hoffe, dass wir der Welt auf diese Weise vom Unrecht erzählen können, das mein Volk erdulden musste. Und die Welt soll auch wissen, dass es uns immer noch gibt... dass wir Not und Elend überwunden haben... dass wir gestärkt daraus hervorgegangen und immer noch unserer Kultur, unserer Überlieferung verbunden sind. Und so wird es bleiben - bis zum Ende der Zeit.

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