Mittwoch | 30. Mai 2012 | 20:45 Uhr
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  • The New World

    Action, Abenteuer, Drama | USA 2005
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      • | Darsteller

      • Malicks Besetzung von "The New World" wurde durch etliche glückliche Umstände erleichtert, nicht zuletzt durch die Unterstützung der erfahrenen Besetzungschefin FRANCINE MAISLER ("21 Grams"/21 Gramm; "Memoirs of a Geisha"/Die Geisha). Beide stießen überall auf reges Interesse an der Zusammenarbeit mit dem Regisseur, der bei den Schauspielern, mit denen er bisher gearbeitet hat, einen legendären Ruf genießt.Malick wusste sehr genau, wer für ihn den John Smith spielen sollte.

        "Wir entschieden uns ganz eindeutig für Colin Farrell", sagt Green. "Er hat das richtige Alter [mit 28 Jahren ist Farrell genauso alt wie Smith bei seiner Ankunft in Nordamerika] und die richtige Einstellung. Colin ist ein Abenteurer, ein außergewöhnlich dynamischer, ansehnlicher, mitreißender Mensch und ein sehr energischer Schauspieler. Mit Terry verstand er sich auf Anhieb."

        Farrell zögerte keinen Augenblick, das Angebot anzunehmen. Der Schauspieler hat sich beim Publikum und bei der Kritik mit Filmen wie "Phone Booth" (Nicht auflegen!), "Daredevil" (Daredevil) und "Tigerland" (Tigerland) bereits hervorragend eingeführt.

        "Wenn Malick ruft, kommen sie alle angerannt", lacht Farrell. "Keiner liest vorher das Drehbuch, denn die Klarheit aller seiner Filme spricht einfach für sich. Terry ist ein weiser Mann, seine Weisheit kann er in seinen Lebensjahren auf dieser Erde allein gar nicht erworben haben. Seine Sanftheit verblüfft uns, seine Leidenschaft bringt uns zum Staunen. Er ist ein Poet."

        Neben der Chance, mit Malick zu arbeiten, begeisterte Farrell sich auch für die Mitarbeit an einer Story, die längst zur Legende wurde und seit Generationen auch in der Popkultur ihren Niederschlag findet - in Büchern, auf der Theaterbühne und im Kino.

        "In ,The New World' zeigt Terrence Malick mit seinen künstlerischen Mitteln, wie England den amerikanischen Kontinent kolonisiert hat", sagt Farrell. "Ich vertraue Terrys Verstand, Seele und Geist vollkommen. Mit seiner Intelligenz, seinem Talent spürt er das auf, was wir im Alltag einfach übersehen: die Schönheit und Tragik des Lebens um uns herum. Man merkt deutlich, dass er allen Aspekten der Geschichte gerecht wird, auch den amerikanischen Ureinwohnern, denen Terry hier ein Kulturdenkmal setzt - er zeigt sie als ein Volk, dessen Schönheit von den frühen europäischen Siedlern in diesem herrlichen Land nicht nur falsch interpretiert, sondern einfach ignoriert wurde."

        Christopher Plummer, der in Oscar-nominierten Filmen wie "A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn" und "The Insider" mitgewirkt hat, ließ sich von Malicks Version der Geschichte von John Smith und Pocahontas ebenfalls mitreißen und übernahm die Rolle des Kapitäns Christopher Newport.

        "Meiner Meinung nach erlebt Terry die Story als sehr realen Traum", sagt Plummer. "Er engagiert sich für das Land, speziell für dieses Land, eher im spirituellen als im wissenschaftlichen Sinne. Terry ist ein Träumer und gleichzeitig ein Intellektueller - und ein unverbesserlicher Romantiker."

        "The New World" ist zwar eine uramerikanische Geschichte, aber die Besetzung gestaltete sich doch äußerst vielfältig: Malick und Green wählten eine Riege internationaler Darsteller aus und verließen sich dabei auf die Dienste von Besetzungsbüros in drei Staaten und auf zwei Kontinenten: In Los Angeles war Francine Maisler für die Besetzung allgemein und Rene Haynes für die Besetzung der amerikanischen Ureinwohner zuständig, vor Ort in Richmond/Virginia rekrutierte Jeanne Boiseneau Schauspieler und Statisten, und in London war Celestia Fox im Einsatz.

        Direkt nach seinem Heldenauftritt als Bruce Wayne/Batman in "Batman Begins" übernahm Christian Bale die Rolle des John Rolfe.

        "Seit vielen Jahren bewundert Terry Christian Bales Schauspieltalent", berichtet Sarah Green. "Christian hat das Herz auf dem rechten Fleck, er ist intelligent, begabt, hat ein ausgereiftes Gespür für seinen Beruf. Als John Rolfe ist er die perfekte Besetzung. Ein Grund dafür ist Bales Bereitschaft, völlig in der Rolle aufzugehen, sich selbst ganz zurückzunehmen, wenn dies angebracht ist. Pocahontas nimmt Rolfe anfangs gar nicht wahr - auf wunderbare Weise entdecken wir also zusammen mit ihr, welche guten, edlen Eigenschaften in ihm schlummern."

        Das Casting war in keiner Phase einfach, aber als besonders schwierig erwies sich die alles entscheidende Besetzung der legendären Pocahontas. In mehreren Ländern suchten die Filmemacher nach einer jungen Frau, die alle notwendigen Fähigkeiten vereint, um jene Amerikanerin darzustellen, die wie keine andere von einer mythologischen Aura umgeben ist.

        "Es gab lange und hitzige Debatten über ihre Herkunft, ihr Alter, ihr Aussehen, über ihre Beziehung zu John Smith", stellt Sarah Green fest. "Am wahrscheinlichsten ist, dass sie noch sehr jung war, 12 oder 13, aber im Sinne der Ureinwohner damals durchaus erwachsen. Wir suchten also eine Frau, die diese Unschuld, diese unverfälschte Aufrichtigkeit, Jugend, Vitalität und den Humor der Häuptlingstochter darstellen kann. Aber sie muss im Lauf der Handlung auch älter werden, Liebeskummer verarbeiten, schwierige Lebensabschnitte meistern und einen tief greifenden Reifungsprozess durchmachen."

        Diese ungewöhnlichen Anforderungen an die Rolle stellten die Produzenten vor ein Problem.

        "Wir fanden hervorragende Schauspielerinnen, die die ältere Pocahontas mit der angemessenen Gesetztheit spielen konnten. Und viele fähige junge Darstellerinnen brachten das Temperament, den jugendlichen Leichtsinn mit. Aber die Suche erwies sich trotzdem als extrem schwierig, weil unsere Hauptdarstellerin eben beide Eigenschaften, den Übergang vom einen zum anderen gestalten soll", sagt Green. "Monatelang haben wir überall in den Vereinigten Staaten, dann in Kanada gesucht, schließlich die Suche international ausgedehnt. Und im letzten Monat, als wir die Auswahl auf wirklich fähige, interessante, begabte und schöne Mädchen reduzierten, bekam Besetzungschefin Rene Haynes Q'orianka Kilchers Unterlagen im Zusammenhang mit einem anderen Film auf den Tisch. Einem Assistenten in Haynes' Büro fiel Q'oriankas Foto auf und er überlegte: ,Also, das Bild sollte doch wohl besser auf dem ,New World'-Stapel landen.' Ihr Foto hatte etwas Magisches, und als wir sie dann kennen lernten, war sie persönlich noch viel mitreißender. Solche Ausgeglichenheit, solche Tiefgründigkeit würde man bei jemandem ihres Alters nie erwarten."

        Die vielseitig begabte 15-jährige Q'orianka Kilcher ist die Tochter eines peruanischen Ureinwohners (Quecha/Huachapaeri). Sie hat eine Gesangs-, Musik- und Tanzausbildung absolviert, ist aber bisher nur in einem Film aufgetreten - als Kind im Chor von "Dr. Seuss' How the Grinch Stole Christmas" (Der Grinch).

        "Man merkt ihrem Aussehen, ihrem Temperament an, dass sie indianischer Herkunft ist", sagt Green. "Q'orianka ist auf natürliche Art vornehm, aber auch jugendlich temperamentvoll, sie nimmt ihre Arbeit, ihr Leben und ihr Wertesystem äußerst ernst. Es ist immer eine schwierige Gratwanderung, einer unerfahrenen Unbekannten eine solche Rolle anzuvertrauen. Aber nicht durch ihre Ausbildung hat Q'orianka sich als die einzig richtige Pocahontas profiliert, sondern durch ihr Leben. Und als wir Testaufnahmen ohne Makeup machten, hat Q'orianka die Leinwand sofort dominiert. Sie war überwältigend, wunderbar, mitreißend... sie war Pocahontas."

        Mindestens genauso überrascht war Kilcher, als sie die begehrte Rolle ergatterte.

        "Der Besetzungsprozess zog sich ewig hin, doch die ganze Zeit haben sehr nette Menschen fest an mich geglaubt: Terry, Sarah und Rene Haynes - sie haben sich für mich eingesetzt", sagt sie. "Irgendwie ist es dann passiert."

        Als sie die Rolle bekam, veränderte sich Kilchers gesamtes Leben mit einem Schlag von Grund auf - davon wird sie noch viele Jahre zehren.

        "Pocahontas ist eine ungewöhnliche Frau, sie zeichnet sich durch Mut und Lebenslust aus - ich hoffe also, dass mir diese Qualitäten immer erhalten bleiben", sagt Kilcher. "Bei der Annäherung zweier Welten war Pocahontas das zentrale Symbol, und es war einfach traumhaft, diesen wunderbaren Menschen darstellen zu dürfen. Ich habe während der Dreharbeiten immer versucht, Pocahontas treu zu bleiben, um der Welt ihre Geschichte auf die bestmögliche Art nahe zu bringen."

        "Und als Schauspielschülerin war es für mich natürlich überwältigend, gleich mit Regisseur Terrence Malick arbeiten zu dürfen", fährt Kilcher fort. "Von einer solchen Chance habe ich nicht einmal geträumt. Aber ohne Ansehen der Person hat er uns alle immer wieder aufgefordert, unsere Meinung zu äußern, eigene Ideen beizutragen."

        Kilchers Kollegen loben die junge Schauspielerin in den höchsten Tönen.

        "Wenn man bedenkt, welche Verantwortung sie übernimmt", sagt Farrell. "In ihrem Alter spielt sie bereits eine Figur, die man durchaus als eigentliche Repräsentantin des amerikanischen Geistes bezeichnen kann. Es ist natürlich schwer, von jemandem in ihrem Alter zu verlangen, all diese Dinge zu verarbeiten, aber ich bin überzeugt, dass Q'orianka Pocahontas' Lauterkeit, wie ich sie sehe, sehr nahe kommt. Mit einem Wort: Sie ist einfach umwerfend. Ich weiß nicht, woher sie das hat, aber mit ihrem Lächeln kann sie beide Hemisphären gleichzeitig erstrahlen lassen, und ihre Tiefgründigkeit zwischen Licht und Dunkel könnte die Welt zum Stillstand bringen."

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