Während das Produktionsteam den gewaltigen Fuhrpark für den Film vorbereitete, nahmen Seann William Scott, Jessica Simpson und Johnny Knoxville fleißig Fahrstunden bei den Stuntfahrern, und sie absolvierten ihr Kampftraining.
„Wenn ein Schauspieler mit 60 Stundenkilometer rückwärts fährt, dann die Handbremse anzieht und 180 Grad herumschleudert, wird sein Haar so vom Fahrtwind zerzaust, wie man das unmöglich überzeugend nachmachen kann“, sagt Regisseur Jay Chandrasekhar. „Deshalb haben wir Seann, Johnny und Jessica in die Stunt-Fahrschule geschickt. Sie sollten nämlich direkt an der Action teilnehmen und mitten durch die spannendsten Situationen brettern.“
Der General Lee ist für Bo Duke das Liebste auf der Welt – niemand darf ihn berühren, geschweige denn – schon der Gedanke ist ein Albtraum – sich hinters Lenkrad setzen. Für Seann William Scott waren drei intensive Trainingswochen angesagt: Jeden Tag ging er zwei Stunden lang bei dem berühmten Stuntfahrer Bobby Orr in die Lehre.
„Zu Beginn war es von Vorteil, dass ich so ein Training noch nie absolviert hatte – also konnte ich auch keine schlechten Gewohnheiten entwickeln“, sagt Seann William Scott. „Man braucht eine Menge Erfahrung, um ein Gefühl für den Wagen zu bekommen: Wann muss ich das Lenkrad einschlagen, wann gegenlenken, wann die Bremse lösen? Ich lernte, wie ich den Wagen um 180 Grad herumschleudere, wie ich mich in der Gegenrichtung um mich selbst drehe, und wie ich aus vollem Tempo auf einer Markierung zum Halten komme. Ich übte auch Kurven im rechten Winkel und probierte, wie man den Wagen seitwärts driften lässt. Das ist reichlich kompliziert, aber vor allem muss man lernen, seine Angst vor Fehlern zu überwinden. Denn natürlich kann man auch aus Fehlern lernen.“
Beim Dreh der halsbrecherischen Verfolgungsjagdsequenzen setzten die Filmemacher das „GO-Mobile“ ein, einen Stunt-Kamerawagen, der es möglich macht, das zu filmende Auto von außen zu steuern – so entsteht der Eindruck, dass der Schauspieler am Lenkrad selbst den General Lee fährt. Gleichzeitig kann man jede Menge Kameras in und um den Wagen platzieren und mit dem gesamten Arrangement erstklassige Stunts ausführen.
Kevin Scott übernimmt im Film die Aufgabe des Fernsteuer-Stuntmans. Er hat das GO-Mobile mit entwickelt. Über diese Technik sagt er: „Dadurch bekommen die Zuschauer das Gefühl, direkt mit Bo und Luke im Auto zu sitzen. Für ,Ein Duke kommt selten allein‘ bauten wir eine so genannte axle down version (ADV) – ohne Vorderachse. Burt Dalton und seine Leute in der Spezialeffekte-Abteilung nahmen von einem normalen Wagen das Vorderteil bis zur Windschutzscheibe ab und verbanden ihn dann mit der Maschine und dem Chassis des GO-Mobiles. Wir verwenden also 75 Prozent der Originalversion vom General Lee von der Scheibe bis zur hinteren Stoßstange inklusive der Hinterachse als Teil des GO-Mobiles. Den General Lee ohne Vorderachse können wir so fernsteuern und damit alle Stunts ausführen, als ob die Stuntfahrer den Wagen selbst lenken würden.“
„Wenn man im GO-Mobile mit 100 Sachen die Straße entlangdonnert und dann in eine Serpentinenkurve rast, hat man wirklich das Gefühl, dass man den Wagen selbst lenkt, obwohl natürlich eigentlich Kevin Scott am Steuer sitzt“, sagt Seann William Scott. „Bei einer derartigen Geschwindigkeit bleibt nicht viel Zeit zum Überlegen, ich reagiere nur noch auf das, was um uns herum passiert.“
Für Scott zahlte sich die Stunt-Fahrschule wirklich aus, als er zu Beginn der Dreharbeiten eine scharfe rechtwinklige Kurve nehmen und durch die Innenstadtstraßen von Baton Rouge schleudern musste.
„Ein unglaubliches Gefühl, diese Fahrmanöver nach so vielen Übungsstunden dann tatsächlich vor der Kamera auszuführen“, sagt Scott. „Wir schrien uns die Seele aus dem Leib, denn wenn man den Wagen bei hoher Geschwindigkeit zum Schleudern bringt, ist das genauso berauschend wie eine Achterbahnfahrt. Nach dem Take kam Jay die Straße heruntergelaufen und brüllte: ,Mein Gott, das war ja umwerfend!‘“
Einer weiteren Sequenz sahen die Filmemacher und die Crew mit Bangen entgegen: Scott sollte rückwärts eine 180-Grad-Drehung in den engen Straßen der Innenstadt von New Orleans vollführen. In der Szene fahren Bo und Luke rückwärts und werden dabei von der Polizei verfolgt, als sie den General Lee plötzlich herumschleudern und zwischen zwei Streifenwagen hindurch entkommen.
„Vor dieser Kehrtwendung rückwärts war ich hypernervös“, sagt Scott. „Ich hatte das natürlich etliche Male geübt – aber nie auf einer realen Straße. Ich fürchtete schon: Das klappt bestimmt nicht. Und dann sagte Jay: ,Jetzt bist du mit der Kehrtwendung rückwärts dran. Der Stunt ist eher gefährlich, wir befinden uns in einer engen Straße, also meinst du, dass du das hinbekommst?‘ Alle waren sehr erleichtert, als es dann tatsächlich klappte. Der Film wirkt sehr viel überzeugender, wenn man Johnny und mich bei solchen Stunts im Wagen tatsächlich erkennen kann.“
„Seann und Johnny bildeten ein sehr komisches Team und improvisierten hervorragend bei den Fahrszenen im General Lee“, sagt Regisseur Jay Chandrasekhar. „Zwischen den Einstellungen hörte man sie lachen, wenn sie sich gegenseitig auf den Arm nahmen.“
„Die Fahrt im GO-Mobile war echt irre“, fügt Knoxville hinzu. „Seann sitzt immer am Steuer, weil Luke seinen Führerschein schon längst abgeben musste. Ich sitze also meist auf dem Beifahrersitz und bediene das Funkgerät, aber sogar das hat im GO-Mobile Spaß gemacht. Das GO-Mobile ist echt cool, wenn man nichts dagegen hat, Staub und sonstigen Dreck zu schlucken, denn oft haben wir richtig hohes Tempo drauf. Die Autoszenen in diesem Film sind alle völlig irrwitzig.“
Immer wenn Scott am Steuer saß, war Knoxville also mit dem Funkgerät beschäftigt. Aber dann durfte er doch noch seine erprobten „Jackass“-Fähigkeiten einsetzen: Luke sitzt rittlings auf einem Tresor, der von Cooters Abschleppwagen in hohem Tempo über die Straße geschleift wird.
„Den ganzen Abend habe ich auf dem Safe gesessen und mir den Hintern abgefroren, weil die Temperatur unter null fiel. Trotzdem brachte das echt Spaß. In einigen Einstellungen hing ich an Drahtseilen 30 Meter in der Luft – mit dem Tresor unter mir, so dass es aussah, als ob ich wirklich durch die Luft flog. Leider scheuerten die Gurte, an denen ich hing, aber mit ein bisschen Puder ließ sich das beheben.“
Auch in einer anderen Szene fliegt Knoxville – und zwar gegen die Wand. Das passiert während der heftigen Schlägerei in The Boar’s Nest, der schönsten Kneipe in Hazzard County.
„In der großen Bar-Keilerei im Boar’s Nest steht Luke im Mittelpunkt – Johnny hat sich mit seiner Kampfausbildung und Gewichtheben einen Monat lang darauf vorbereitet“, sagt Gerber. „Er verwandelte sich in eine echte Kampfmaschine.“
„Ich habe mich früher in vielen Bars geprügelt (und meistens verloren), aber vor der Kamera noch nie“, sagt Knoxville. „Für diesen Film trainierte ich mit Chad Stehelsky, der viele Kampfszenen in den ,Matrix‘-Filmen choreografiert hat. So verrückte Drahtseil-Verrenkungen wie in ,Matrix‘ vollführe ich zwar nicht, aber ich lernte, wie man Schläge austeilt und einsteckt und Leute durch die Gegend schleudert. Drei Tage haben wir gebraucht, um die Bar in Kleinholz zu verwandeln – wahrhaft umwerfende Drehtage.“
Mit der Planung und der Choreografie dieser Sequenz beauftragten die Filmemacher den Stunt Coordinator Darrin Prescott, wobei die Szene deutlich mehr als die üblichen Elemente einer Saloon-Schlägerei enthält.
„Wir wollten keine Flaschen, die auf Schädeln zersplittern, keine Tische, die unter dem Gewicht eines fliegenden Stuntmans zusammenbrechen“, sagt Chandrasekhar. „Unser Stunt Coordinator Darrin Prescott entwickelte großartige Ideen, und deswegen sagte ich: ,Du choreografierst seit Jahren Kämpfe, ich schreibe seit Jahren Komödien – also choreografierst du jetzt diese Prügelei, und ich peppe die Sache dann etwas auf, damit sie lustiger wird.‘ Er hat mit seinem Team einen sehr originellen, wunderbar choreografierten Kampf konzipiert.“
„Der Kampf soll ganz auf die Figuren Bo, Luke und Daisy zugeschnitten sein“, erklärt Prescott. „Johnny ist laut Drehbuch ein sehr fähiger, methodischer Kämpfer. Seanns Figur wirkt dagegen etwas abgedrehter, also schlugen wir vor, er sollte einen Helm überstülpen und die Gegner mit dem Kopf zuerst umrennen. Daisy ist sehr sexy, aber sie kann auch austeilen, also wirft sie Billard-Kugeln in einen Ventilator und schießt sie so wie aus einer Tennisball-Maschine auf die Bösewichte.“
„Daisy weiß sich in einer solchen Schlägerei sehr gut zu behaupten“, lacht Simpson. „Ich fand es toll, mich mal völlig gehen zu lassen, denn in meiner Persönlichkeit ist es sonst durchaus nicht angelegt, üble Typen derart zu vermöbeln.“
Burt Reynolds und Willie Nelson kannten und schätzten einander als Filmstar beziehungsweise Musiker, hatten aber vor „Ein Duke kommt selten allein“ noch nie einen gemeinsamen Film gedreht. Als erbitterte Gegner Onkel Jesse und Boss Hogg mussten sie ebenfalls jede Menge Prügel austeilen und einstecken.
„Willie verehre ich nach wie vor wie einen Helden“, erklärt Reynolds. „Er ist eine Ikone im wahrsten Sinne – der letzte Outlaw. Über unsere Zusammenarbeit freue ich mich sehr – er ist ein moderner John Wayne. Aber eins darf ich nicht verschweigen: Willie kann überhaupt nicht zuschlagen“, lacht er. „Er ist eher ein lockerer Typ. Er hat wahrscheinlich in seinem ganzen Leben keiner Fliege etwas zuleide getan. Weil er in so vielen Kaschemmen aufgetreten ist, nahm ich an, dass er sich gut prügeln kann, aber er sagte: ,Nein, ich habe nie zugeschlagen, weil ich schon genug damit zu tun hatte, all den Bierflaschen auszuweichen, die mir beim Singen um die Ohren flogen.‘“
„Ich bin schon lange mit Burt befreundet, hätte aber nie gedacht, dass wir mal in einem Film dieser Größenordnung zusammen spielen würden“, sagt Willie Nelson. „Mir haben die Dreharbeiten echt Spaß gemacht, und ich fühle mich geehrt, neben Burt aufzutreten. Am ersten Drehtag habe ich ihn über einen Schreibtisch geboxt, und am zweiten hat er mich aus einem Stuhl herausgeprügelt.“
Beim Drehen dieser ersten gemeinsamen Szene verblüffte Reynolds seine Kollegen und das Team, als er darauf bestand, den Stunt persönlich auszuführen. „Ich verehre Burt wie einen Helden – er ist ganz einfach einer der klassischen Filmstars alter Schule“, sagt sein Partner M.C. Gainey. „Ich konnte es gar nicht fassen, dass er den Stunt selbst ausführen wollte und entsprechend mehrfach über den Schreibtisch flog – niemand hätte ihn davon abhalten können. Er stürzte sehr überzeugend und beeindruckte mich zutiefst, denn in meinem Alter hätte ich ihm das nicht nachmachen wollen.“