Mittwoch | 30. Mai 2012 | 20:49 Uhr
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  • FILMDETAILS | Tim Burton´s Corpse Bride: Hochzeit mit einer Leiche
  • Tim Burton´s Corpse Bride: Hochzeit mit einer Leiche

    Horror, Animation, Liebesfilm | USA 2005
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      • | Licht im Dunkeln

      • Beleuchtung und Kamera betonten ebenfalls die Unterschiede der beiden Welten. "Als ich meine Diskussionen mit Mike aufnahm, überlegte ich, dass viele der Puppen in beiden der völlig verschiedenen Welten auftauchen", erinnert sich Kozachik. "Deswegen legte Tim eine Reihe von Regeln fest: Das Totenreich sollte keinesfalls wie die Hölle aussehen, es gibt keine orangefarbenen oder roten Flammen oder ähnliches. Im Land der Lebenden schränkten wir die Kamerabewegungen stark ein, verwendeten nur wenige verschiedene Objektive, dafür viele rechte Winkel, nichts allzu Dramatisches. Im Totenreich ist dagegen alles ein wenig aus dem Lot und verdreht, das Licht kommt aus Ecken, wo man es nicht erwarten würde. Es sieht eher aus wie eine Oper, nicht wie ein Gesellschaftsdrama."
        Innovativ bei "Corpse Bride" war der Einsatz von digitalen Fotokameras beim Dreh. "Was mich angeht, so ging es mir bei der Entscheidung für die digitale Kamera nicht so sehr um die Herausforderung der faszinierenden neuen Technik - obwohl ich gern zugebe, dass ich tief im Herzen schon davon beeinflusst wurde", sagt Kozachik. "Denn Filmkameras sind niemals das ideale Arbeitsgerät für Animationsfilme gewesen. Dreharbeiten für Animationsfilme sind extrem aufwändig - man dreht tagelang, bevor man das Resultat anhand der Muster prüfen kann. Bis vor kurzem gab es keine Alternative, aber mit der digitalen Fotografie bekommen die Animatoren sofort ihr Feedback, können ihre Arbeit und die Beleuchtung überprüfen."
        Die digitale Technik erlaubt auch größere Flexibilität bei den Kamerabewegungen - mithilfe der Armatron-Vorrichtungen können sich die Kameras in allen drei Dimensionen um die Figuren herumbewegen. Weil die Kameras sehr klein sind, können sie viel näher an die Puppen heranfahren, und sie lassen sich leichter durch die Enge der im Maßstab verkleinerten Sets manövrieren. Außerdem zeigen diese Kameras die Detailtreue und die prachtvolle Ausstattung des Filmkonzepts sehr viel unmittelbarer. Die durch Motion-Control vorprogrammierten und gesteuerten Kameras lieferten realistische, kinogerechte Kamerafahrten.
        "Bei der Puppentrickproduktion ist die Zeit besonders kostbar", sagt Abbate. "Bei ,Nightmare' mussten wir nach Ende einer Einstellung bis zum nächsten Morgen warten, um das Resultat zu begutachten. Ich weiß noch, wie wir bei ,Nightmare' vor Aufregung nicht schlafen konnten, wenn wir auf das Ergebnis einer Einstellung warteten, an der wir zwei Wochen gedreht hatten. Man wusste ja nicht, ob nicht doch irgendetwas am Set aus Versehen verschoben worden war. Und heute können wir das Ergebnis praktisch sofort auf dem Monitor überprüfen: Zwei Stunden später liegt die fertige Einstellung vor."
        "Interessanterweise befürchteten ja viele Leute, dass der Computer und die digitale Technik dem Puppentrickverfahren den Todesstoß versetzen würden", überlegt Johnson. "Stattdessen wird dadurch nun eine neue Ära eingeleitet."
        "Wenn die Leute an den Puppentrick denken, erwarten sie fast eine grobe, ungelenke Technik", sagt McDowell. "Denn zum Beispiel die Knetgummi-Puppen (Claymation-Verfahren) lassen sich allein vom Material her nur begrenzt manipulieren. Aber wenn sich jemand wie Tim der Sache annimmt, mobilisiert er alle Ressourcen, um etwas Unglaubliches zu schaffen. Diese Puppen sind ein Wunder der Technik. Tim eröffnet diesem Trickverfahren eine neue Dimension - was für alle Beteiligten sehr befriedigend ist. Ich schätze mich glücklich, das mitzuerleben."
        "Verblüffend, wie aus meinen Skizzen diese unglaubliche Geschichte entsteht - das ist das Wunderbare daran", sagt Burton. "Alles ist außergewöhnlich an diesem Film: die Puppen, die Requisiten, die Sets. Und alle Beteiligten haben sich absolut selbst übertroffen. Selten habe ich einen derart traumhaften Arbeitsprozess miterleben dürfen."

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