Für Haggis und Moresco entwickelte sich die Rassenthematik zur treibenden Kraft des Drehbuchs. „Wir entschieden uns sehr früh dafür, über Rasse und Rassismus zu sprechen, und das völlig unverblümt, ohne Political Correctness und falsche Zurückhaltung. Wir wollten das Problem beim Namen nennen.“
Zudem gingen Haggis und Moresco ohnehin davon aus, dass sie schreiben konnten, was sie wollten, da sowieso kein Studio oder Produzent ihr Werk umsetzen würde. „Wir dachten, lass uns das einfach schreiben und die anderen lassen, wo der Pfeffer wächst. Es wird eh keinen interessieren,“ erklärt Moresco. „Viele Leute gaben uns gute Ratschläge und wir verfolgten einfach immer den Weg der Wahrheit. Uns war es egal, ob wir die Leute verstörten, wir wussten, dass es unschön klingt. Als wir uns selbst hinterfragten, erhielten wir immer die selbe Antwort: ‚Wenn es wahr ist, echt und richtig und dem Handlungsverlauf dient, nehmen wir es rein. Wenn nicht, dann nicht.’ Deshalb hatten wir die Freiheit, aus der Tiefe unserer Seele zu schreiben, so wie wir es für richtig hielten.“
Doch wider Erwarten zeigten Studios und Schauspieler Interesse an dem düsteren, vielschichtigen Porträt, das daraus entstand. Im Grunde genommen war das Feedback sogar überwältigend.
„Man empfindet es eben so als würden echte Menschen in realen Situationen über wirkliche Dinge reden,“ vermutet Cheadle. „Das empfand ich auch als größte Verlockung. Hier geht es nicht um plumpe Polemik oder eine Definition von Rasse. Nein... wir versuchen hier keine endgültigen Wahrheiten zu verkünden oder die Leute zu belehren. Das Publikum soll sich unterhalten fühlen – falls es darüber hinaus auch noch nachdenkt, ist mir das recht.“
„Wenn es um Stereotypen und Rassismus geht, schauen wir alle gerne weg,“ verdeutlicht Howard. „Wie Cameron kann man alles daran setzen, ins System hineinzupassen, und doch eckt man an.... Im Kern bleibt man einfach nur ein Mensch und selbst dafür muss man manchmal kämpfen, denn man geht einfach zu viele Kompromisse ein. Darum geht es bei diesem Film.“
L.A. CRASH besitzt eine universelle Botschaft mit all den tiefsitzenden multikulturellen Konflikten und tragikomischen Ereignissen. Für den in Ontario geborenen Haggis, der „auf dem halben Weg zwischen Toronto und Detroit“ aufwuchs, bot L.A. CRASH die Gelegenheit, das Augenmerk Hollywoods auf die dunklen Seiten seines geliebten Staates zu richten. „Das schafft nur ein Kanadier,“ witzelt Cheadle. „Doch tatsächlich glaube ich, dass der Blick eines Außenseiters auf die Stadt und ihre Dynamik dem Projekt wirklich gut getan hat. Das Thema wird anspruchsvoll, präzise und unsentimental behandelt.“