Bei den Vorbereitungen zum Film wollte Singleton, dass die Rollen der Brüder nicht zu sehr geprobt wurden. „Er wollte, dass sie sich so natürlich wie möglich bewegten“, sagt di Bonaventura. „Stattdessen wollte er, dass sie einfach miteinander herum hingen. Dadurch fanden ihre Persönlichkeiten die richtige Balance zueinander. Damit hatte er völlig Recht. Man kann das im Film sehr gut wiedererkennen.“
Wahlberg stimmt dem zu: „Je besser wir uns kannten, umso sicherer fühlten wir uns, und so konnten wir uns gegenseitig aufbauen. Es herrschte immer eine gute Energie zwischen uns.“
Benjamin, der im wahren Leben als Einzelkind aufwuchs, fügt hinzu: „Wir tauchten tief in das Geschwister-Gefühl ein. Wir neckten und stellten uns auch gegenseitig das Bein. Es war alles ganz einfach. Mark wurde wirklich unser ältester Bruder und wir schauten alle zu ihm auf. Ich und Tyrese blödelten die ganze Zeit herum, er war mein jüngerer Bruder, und alle hackten auf Garrett, wie man das mit dem jüngsten Bruder so macht, herum. Vor allen Dingen lästerten wir über seinen Haarschnitt.“
Eine Gemeinsamkeit der Brüder war auch das Eishockeyspiel. Bobby war ein Ex-Spieler, der es niemals zum Profi brachte, aber den Sport noch immer liebte. Im Film bestritten die Brüder ein kleines Match nach dem Thanksgiving-Dinner – so wie sie es immer gemacht hatten, und nannten es den „Truthahn Cup“.
„Mark war der Erste, der dem Projekt zustimmte“, sagt di Bonaventura. „So hatte er am meisten Zeit, sich vorzubereiten. Er ist ein unglaublicher Schauspieler, so stand er jeden Tag anderthalb oder zwei Stunden auf den Schlittschuhen. Garrett wuchs mit Eishockeyspielen auf, also war es für ihn sehr einfach. Tyrese ist ein guter Athlet und er lernte es sehr schnell. André, der ebenso ein guter Sportler ist, hatte niemals zuvor Eishockey gespielt und stand auch niemals auf Schlittschuhen. So war es für ihn anfangs etwas entmutigend.“
„Als ich erfuhr, dass wir Eishockey spielen sollten“, erinnert sich Benjamin, „dachte ich, sie benutzen ein Stuntdouble. Aber eine Woche vor dem Dreh dieser Szene stand jeden Tag Eishockey-Training auf dem Zeitplan. Die ersten Tage hasste ich das. Aber am dritten oder vierten Tag glitt ich über das Eis. Ich bin zwar kein Wayne Gretzky, aber ich werde wieder Eislaufen gehen“.
Ein Film mitten im kalten Winter zu drehen, war für Singleton eine wirkliche Herausforderung, spielten normalerweise seine Filme mehr in den warmen Zonen wie Miami und L.A. „Dieser Film hat einen total anderen Look meinen vorherigen Filmen gegenüber“, sagt er. „Für mich ist Filmemachen immer ein Abenteuer. Ich benutzte die Winterzeit eigentlich als eine Art von Ersatzcharakter für verschiedene Szenen.“
„Wir waren am Lake Simcoe, um die Szene zu drehen, in der sich Jeremiah und Bobby dem Detroit-Mafiaboss, Victor Sweet, gegenüber stehen“, sagt Singleton, dessen größte Herausforderung die Szene auf dem durchsichtig gefrorenen See war. „Der erste Tag war perfekt, der See war gleichmäßig gefroren und es lag eine leicht Schicht Schnee darauf.“
Es passierte, als die Crew mitten auf dem See war, um zu drehen. „Plötzlich fing das Eis an zu krachen“, erinnert sich de Bonaventura. „Es hörte sich wie ein Schuss an. Aber niemand wollte zeigen, dass er Angst hat.“
„Das Eis auf dem See war fast 30 cm dick“, erinnert sich Keith Brian Burns, der Produktionsdesigner, der nun zum sechsten Mal mit John Singleton zusammenarbeitete. „Während der Vorbereitungszeit schauten wir uns eine Menge verschiedener Locations an, aber Lake Simcoe, der nördlich von Toronto liegt, befand sich in einer Gegend, wo es schneller friert als woanders. Wir wollten etwas von gewaltigem Ausmaß, und Lake Simcoe war genau das, was wir suchten. Er liegt in einer enormen Winterlandschaft. Es verleiht der kritischen Szene im Film eine gewisse Realität.“
„Der schlimmste Drehtag war als wir die Beerdigungsszene drehten“, sagt di Bonaventura. „Es war kalt und windig und wir waren auf einem Friedhof in Toronto, der auf dem Gipfel eines Berges lag. Wir waren etwas verzweifelt und wollten so schnell wie möglich wieder fort von hier. So wurde diese Szene sehr real, da sich jeder wirklich nicht gut fühlte. Man konnte den Atem sehen und wie sich die Körper vor Kälte zusammenzogen.“
Obwohl sie die harten Jungs im Film spielen, waren sie sich alle einig, dass das Drehen im Winter draußen doch eine gewaltige Überwindung kostet. „Ich wusste, dass es sich um einen Winterfilm handelt“, sagt André Benjamin, „aber ich konnte mir nicht vorstellen, was uns da erwartete. Es war dermaßen kalt, dass ich in einigen Szenen kaum meinen Mund bewegen konnte. Ich hätte es in Ordnung gefunden, wenn ich die richtigen Klamotten angehabt hätte. Aber ich steckte in Jeremiahs Kleidern, der nur leichte Hosen trug, schlechte Handschuhe und schlechte Schuhe und nur einen kleinen dünnen Mantel.“
Der in Los Angeles geborene und aufgewachsene Tyrese Gibson ist gutes Wetter gewöhnt, so war das Filmen in der Kälte eine sehr große Herausforderung für ihn. Doch letztendlich ertrug er es mit dem für ihn typischen Humor.
Trotz Eis und Schnee und tiefsten Temperaturen „ist es ein heißer Film“, sagt Singleton. „Er ist lustig, dramatisch, spannend und wir hatten vier coole Jungs. Diesen Film will jeder sehen“.