Donnerstag | 31. Mai 2012 | 07:39 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Datenbank > Filmdetails > Filminfos
  • FILMDETAILS | Glück im Spiel
  • Glück im Spiel

    Drama, Komödie, Romanze | Australien / USA 2007
    WERBUNG
      • | Spielkarten und Kinokarten

      • Als erster Hollywood-Film behandelt „Glück im Spiel“ das aktuelle weltweite Poker-Phänomen mit all seinen spannenden und dramatischen Aspekten. Entsprechend bemühen sich die Filmemacher intensiv um eine möglichst akkurate Darstellung des Las-Vegas-Milieus um das Jahr 2003 – es geht um offizielle Wettkämpfe und hohe Einsätze. Unterstützt wurden sie von dem legendären Pokerspieler Doyle „Texas Dolly“ Brunson. Er stand der Produktion nicht nur als technischer Berater zur Verfügung, sondern konnte auch die Hauptfiguren des Films bestens verstehen und analysieren. Genau wie der von Robert Duvall dargestellte L.C. Cheever hat Brunson die World Series of Poker (WSOP) zweimal gewonnen – er gilt als Ikone der Pokerwelt. Und genau wie L.C. hat auch Brunson einen Sohn: Todd Brunson tritt in die Fußstapfen des Vaters und wird wohl immer im Schatten des berühmteren Seniors leben müssen.

        Matt Savage hat einige der größten Poker-Wettkämpfe ausgerichtet – er wurde als technischer Berater in allen Fragen rund um die Turniere herangezogen. Und der Poker-Profi Jason Lester, der beim Haupt-Event der WSOP 2003 den vierten Platz belegte, war als Berater für alle Szenen rund um den Haupt-Event der Meisterschaft auf dem Höhepunkt des Films zuständig. Brunson, Savage und Lester übernehmen im Film außerdem auch Gastrollen.

        Die wichtigste Aufgabe der Experten war, Bana und Duvall beizubringen, wie altgediente Profis Poker spielen. „Robert Duvall und Eric Bana haben monatelang geübt, um neben den Poker-Profis bestehen zu können, die im Film mitwirken. Es ging natürlich nicht darum, dass sie selbst Spitzenspieler werden, aber sie sollten wie Experten aussehen, wenn sie am Tisch sitzen und mit den Karten und Chips hantieren“, erklärt Hanson. „Robert hatte das besondere Privileg, sehr viel Zeit mit Doyle Brunson verbringen zu dürfen. Zwar ist die Rolle nicht an Doyle angelehnt, aber natürlich profitiert Robert bei seiner Darstellung von diesen Erfahrungen mit ihm.“

        In Begleitung von Brunson bekam Duvall schnell mit, dass ein Prominenter im Poker-Milieu einen ganz anderen Stellenwert hat: „Ich habe Doyle ins Casino von Commerce in Kalifornien begleitet, und dort hat mich kaum jemand angesprochen. Vielleicht haben mich die Leute nicht mal erkannt. Als wir dort hineingingen, war nämlich eindeutig Doyle der Star.“

        Auch Eric Bana profitierte von seinem Austausch mit den realen Poker-Profis während der Vorbereitungsphase und dann während der Dreharbeiten: „Unsere Darstellung wurde dadurch besser, denn natürlich beginnt man sie nachzuahmen“, sagt der Schauspieler. „Ein Beispiel: Im Film dauert eine bestimmte Szene vielleicht nur eine Minute, aber wir haben tagelang daran gedreht. Das bedeutet, wir haben viele, viele Stunden mit den Jungs zusammengesessen, und sie reden über nichts anderes als über Poker. Das hat mir in meiner Rolle erheblich mehr Selbstsicherheit gegeben, denn am Pokertisch kenne ich mich inzwischen bestens aus.“

        „Weil heutzutage Millionen Zuschauer die Pokerspiele am Fernsehbildschirm verfolgen, war es absolut wichtig, nicht nur das Spiel, sondern auch die Spieler authentisch ins Bild zu bringen“, sagt Hanson. Zu diesem Zweck wurden Brunson, Lester und Savage vor der Filmkamera von etlichen der bekanntesten Poker-Profis unterstützt: Jack Binion, Johnny Chan, Hoyt Corkins, Antonio Esfandiari, Sam Farha, Chris Ferguson, Ted Forrest, Phil Hellmuth, Chau Giang, Barry Greenstein, Dan Harrington, Karina Jett, John Juanda, Erick Lindgren, Minh Ly, Mike Matusow, Daniel Negreanu, Erik Seidel, Mimi Tran, Cyndy Violette, Marsha Waggoner und Robert Williamson III.

        „Es war von entscheidender Bedeutung, unsere Schauspieler mit Leuten zu umgeben, die ganz genau wissen, wie man spielt, wie man mit den Chips umgeht, wie man setzt“, betont Hanson. „Für mich war das viel wichtiger, als darauf zu achten, dass sie ihre Dialogsätze korrekt sprechen. Beim Poker kommt es vor allem auf Aussehen und Haltung an.“

        Tatsächlich ist neben Eric Bana und Robert Duvall am Pokertisch nur noch eine weitere Hollywood-Schauspielerin in einer wesentlichen Rolle vertreten: Emmy-Preisträgerin Jean Smart als Michelle Lewis. Smarts Rolle wurde von einer der erfolgreichsten Pokerspielerinnen inspiriert: Jennifer Harman, die selbst ebenfalls im Film auftritt und eine fiktive Spielerin namens Shannon Kincaid darstellt. Auch die Poker-Profis John Hennigan und David Oppenheim übernehmen im Film die Rollen von fiktiven Spielern.

        Sam Farha berichtet, wie sehr die Profis von der Detailbesessenheit des Regisseurs beeindruckt waren: „Er fragte uns immer wieder: ,Spielt ihr das so? Werden die Einsätze so gemacht?‘ Zu jeder Einzelheit holte er unsere Meinung ein. Er hat ganze Arbeit geleistet.“

        Hanson wusste die Ratschläge der Spieler zu schätzen, vor allem natürlich den Input von Doyle Brunson. „Der Poker im Film soll authentisch sein – also hat jedes Blatt im Film ein echtes Spiel zum Vorbild – entweder von einem Turnier oder von einem Spiel um Cash, bei dem es Zuschauer gab“, berichtet der Regisseur. „Glücklicherweise konnten wir Doyle schon früh als Poker-Berater gewinnen. Ich habe jedes Blatt mit ihm durchgesprochen – die Sequenz der Karten, die Einsätze. Ich hörte auf seinen Rat, nahm entsprechende Änderungen vor. Natürlich weiß Doyle besser als alle anderen, dass es keine unumstößlichen Spielregeln gibt: Die Spieler reagieren manchmal unvorhersehbar, und das Glück gehört in jedem Fall dazu. Gerade das macht Poker so außergewöhnlich faszinierend.“

        Als unschätzbar erwies sich bei den Dreharbeiten, dass die echten Pokerspieler ständig präsent waren. Sie gaben sich sehr viel Mühe, nicht nur den Turnierablauf, sondern auch die weniger öffentlichen Spiele um hohe Einsätze in Las Vegas ganz genau nachzustellen. Man achtete auf jedes Detail, selbst die Kartengeber an den Tischen waren alle altgediente Poker-Kartengeber, die man für die Dreharbeiten aus den Casinos von Las Vegas zusammenholte.

        Die zahlreichen Pokerszenen im Film beschränken sich nicht nur auf die Turniere mit unbegrenztem Einsatz, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Es geht sowohl um Spiele mit Geldeinsätzen als um Turnierspiele, wobei verschiedene Poker-Varianten mit immer wechselnden Einsatzhöhen gezeigt werden. Im Bellagio erleben wir mit, wie Huck „mit den Geldsäcken spielt“, um sich ein finanzielles Polster zu verdienen, bevor er dann in das „große Spiel“ einsteigt, bei dem er gegen die Spitzenprofis des Sports antritt.

        Dazu Carol Fenelon: „Die meisten Außenseiter wissen gar nichts vom ,Großen Spiel‘, doch in Las Vegas ist das eine Legende, und wir haben uns alle Mühe gegeben, unsere fiktive Version im Film so authentisch wie möglich zu gestalten. Das ,Große Spiel‘ ist ein gemischtes Spiel: Etwa alle halbe Stunde wird die gespielte Poker-Variante gewechselt – im Gegensatz zu den normalen Tischen in den Casinos, wo ständig jeweils nur eine Poker-Variante gespielt wird. Dies stellt das Pantheon der Cash-Spiele dar: Hier geht es richtig ab, hier mischen die besten Spieler mit. Beim ,Großen Spiel‘ ist Hucks Vater dabei, wenn er in der Stadt ist, und Huck will nun beweisen, dass er auf dieser Ebene mithalten und gewinnen kann.“

        „Turnierspiele und Spiele mit hohem Einsatz unterscheiden sich total“, erklärt Jason Lester, der auch darauf hinweist, wie sich ein richtiges Turnier von einem gefilmten Turnier unterscheidet: „Ein Poker-Turnier kann täglich zehn Stunden oder länger dauern, aber wir spielen verschiedene Runden. Wir spielen nicht zehn Stunden lang immer wieder das gleiche Blatt“, lacht er.

        „Die Inszenierung der Poker-Szenen waren eine echte Herausforderung“, sagt Hanson, der bei der Umsetzung eng mit seinem Kameramann Peter Deming zusammenarbeitete. „Wie zeigt man die Spieler so, dass es interessant aussieht? Wie setzt man von Spiel zu Spiel andere dramatische Akzente? Wie kann man auch jene Zuschauer dafür interessieren, die es inzwischen gewohnt sind, Poker im Fernsehen zu verfolgen? Im Fernsehen kann man mithilfe der Kameras auch die verdeckten Karten aller Spieler sehen. Das ist sehr unterhaltsam, weil der Zuschauer mehr weiß als die Spieler, aber das eigentliche Spiel läuft so natürlich nicht ab. Hinzu kommt, dass ich es in meiner Erzählstruktur so einrichten will, dass sich der Zuschauer mit einer der Figuren ganz besonders identifiziert. Also drehten wir alle Pokerszenen aus Hucks Blickwinkel; wir sehen nur seine verdeckten Karten, und wir beobachten, wie er versucht herauszubekommen, was die anderen Spieler in der Hand haben. Dadurch denken die Zuschauer genau wie Huck, und ich hoffe, dass sie sich auch mit ihm identifizieren.“

        Wer Pokerspiele beobachtet, dem fällt auf, dass das scheinbar unbewusste Umschichten der Chips ein deutliches Indiz dafür ist, wie lange die Spieler ihre Fähigkeiten in stundenlangen Live-Spielen entwickelt haben. Bana und die Filmemacher fanden es entsprechend völlig angemessen, dass auch Huck eine solche Macke hat. Während der Dreharbeiten in Las Vegas verbrachten Bana, Hanson und Fenelon einen Nachmittag im Haus eines der besten Chip-Manipulatoren in diesem Sport: Antonio Esfandiari. Esfandiari brachte Bana einen Bewegungsablauf mit drei Chips bei, den der Schauspieler im Film immer wieder anwendet.

        Aber Huck Cheever kann nicht nur mit Karten und Chips umgehen – Bana sollte sich auch noch auf ganz anderer Ebene bewähren. „Eric musste nicht nur das Pokerspiel lernen, sondern trainierte auch auf dem Golfplatz, weil er Bälle wie ein Spieler mit 4er-Handicap schlagen muss“, berichtet Hanson über eine Schlüsselsequenz, in der Huck zu einer Wette gezwungen wird, die ihm körperlich einiges abverlangt. „Er hat das bravourös bewältigt. Er dominiert alle Golfeinstellungen des Films absolut überzeugend.“

        Doch Bana war dazu erst bereit, nachdem er viele Stunden auf Golfplätzen in Australien, Los Angeles und Las Vegas geübt hatte. „Persönlich fand ich die Golfsequenzen des Films am schwierigsten, weil ich wirklich kaum Erfahrung mitbrachte – bisher haben sich meine Freunde immer gekugelt, wenn sie mich spielen sahen. Auf mich hätte der Spitzname ,Der Hobel‘ gepasst. Doch Curtis war unerbittlich. Er sagte: ,Du musst den Schläger unbedingt so schwingen wie ein Spieler mit 4er-Handicap. Also übst du so lange, bis du es kannst.‘ Das habe ich gemacht, und es hat sich wirklich ausgezahlt. Ich habe keine Ahnung, wie viele kostenlose Golflektionen ich bekommen habe, aber es waren eine ganze Menge“, grinst er.

        Die Golfsequenz in „Glück im Spiel“ ist durchaus ungewöhnlich: Sie ist Teil einer ausgeklügelten „Kombinationswette“, die sich ein eingefleischter Glücksspieler namens Ready Eddie ausdenkt – gespielt wird er von dem beliebten Comedian und Schauspieler Horatio Sanz. Eddie wettet, dass es Huck nicht gelingen wird, fünf Meilen zu laufen und 18 Löcher Golf mit 78 Schlägen oder weniger zu spielen – und das in insgesamt nicht mehr als drei Stunden. Falls Huck das Kunststück gelingen sollte, gewinnt er die 10.000 Dollar, die er als Einsatz für die WSOP aufbringen muss. Falls nicht, ist er weitere 10.000 Dollar in den Miesen.

        Dazu Barrymore: „Die Sequenz im Film ist wirklich toll, denn Billie lässt sich von der Spannung des Wettbewerbs mitreißen und drückt Huck die Daumen. Gleichzeitig misstraut sie ihm auch wieder, weil sie merkt, dass er absolut alles riskiert, nur um zu gewinnen.“

        Im Film schließt Ready Eddie auch eine noch viel abgedrehtere Wette mit einem Typen namens Lester ab, den Saverio Guerra darstellt: Eddie wettet, dass Lester es nicht schafft, einen ganzen Monat in der Herrentoilette des Aladdin Hotel zu verbringen. Seltsam dabei ist nicht nur der Spieler, der sich den Zimmerservice zu seinem Clubsessel in der Herrentoilette bestellt, nein, er zeigt dabei auch noch eine deutlich weibliche Oberweite – was auf eine weitere recht unorthodoxe Wette zurückzuführen ist.

        Falls die Kinozuschauer den Eindruck gewinnen sollten, dass die ausgeflippten Wetten, wie sie in „Glück im Spiel“ ausgetragen werden, einfach nur Hirngespinste der Drehbuchautoren sind, werden sie überrascht sein: Tatsächlich sind solche Wetten am Rande – ob spontan oder von langer Hand vorbereitet – unter den Spielern, die in Las Vegas zu Hause sind, sehr weit verbreitet.

        Da Eric Bana während des Drehs ständig von Poker-Profis und Glücksspielern umgeben war, bekam er hautnah mit, wie wirklich jeder Anlass eine heftige Wettleidenschaft auslösen konnte. „Wochenlang saßen wir mit den Jungs an einem Pokertisch, und die haben praktisch um alles gewettet“, lacht er. „Sie wetteten, wie viele Takes wir für diese spezielle Einstellung brauchen würden, oder wie oft die Kamera in dieser Szene umgesetzt werden musste… einfach alles, was ihnen Nervenkitzel versprach.“

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN