Donnerstag | 31. Mai 2012 | 07:45 Uhr
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  • Final Destination 3

    Thriller, Horror | USA 2006
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      • | Über die Produktion 3

      • Bei der Besetzung des Films achteten die Filmemacher laut Craig Perry auf ganz spezifische Voraussetzungen: "Unsere beiden Hauptdarsteller sollten das Charisma von Filmstars mitbringen, aber auch nicht so lächerlich abgehoben wirken, dass niemand ihnen die normalen Schulkids abnehmen würde. Wir wünschten uns ganz gewöhnliche Menschen in einer außergewöhnlichen Situation - so als ob wir mitansehen müssten, wie unsere Freunde die Qualen der Hölle durchleiden."

        James Wong berichtet, wie er sofort erkannte, dass Merriman und Winstead goldrichtig für die Rollen sind - sie waren bereits in "The Ring 2" (Ring 2) gemeinsam aufgetreten. "Gleich als Ryan den Raum betrat, merkte ich, dass er dem Kevin wunderbar entspricht", sagt Wong. "Kevin soll wie ein sympathischer Kumpel wirken, ein guter Freund, der ständig Faxen macht, der sich aber auch in der schwierigen Situation bewährt und Heldentaten vollbringen kann. Das alles muss er ganz allein aus sich heraus bewältigen. Und außerdem soll er ein typischer Amerikaner, ein Junge von nebenan sein."

        "Mary verleiht Wendy die Seele", fährt Wong fort. "Der Unfall setzt ihr sehr zu, aber sie ist stark und bemüht sich, alles im Griff zu behalten."

        Das Darstellerensemble zeichnet sich unter anderem durch seine Vielseitigkeit aus, die der Story zugute kommt. "Alle Figuren des Films sind gut ausgearbeitet, und alle Schauspieler zeigen unglaublich unterschiedliche Charakterzüge", stellt Perry fest. "Sie haben es ihrer Persönlichkeit zu verdanken, dass sie so gut miteinander auskommen - aber gerade junge Leute sind ja sehr anpassungsfähig und können sich auf die unterschiedlichsten Leute einstellen."

        Die 18-jährige Alexz Johnson ist die jüngste Darstellerin - sie spielt das Goth-Girl Erin. Sie und ihr Freund Ian stilisieren sich ganz bewusst zu den Außenseitern der Gruppe. "Zweimal habe ich für die Rolle von Wendys jüngerer Schwester Julie vorgesprochen", erzählt Johnson. "Beim zweiten Vorsprechen trug ich eine ausgesprochene Rocker-Jacke, und ich war echt schlecht gelaunt. Ich war schon auf dem Weg nach draußen, als sie mich noch mal holten und die Erin lesen ließen. In der Szene ist sie sehr sarkastisch drauf, und das passt zu meinem trockenen Humor - darauf sind die Filmemacher offensichtlich abgefahren."

        Kris Lemche spielt den Ian, der im Film einen Großteil der besten Sprüche klopfen darf. Als die Kids in der Schlange vor der Achterbahn warten, weist er zum Beispiel darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, bei einem Achterbahn-Unglück umzukommen, 1:150 Millionen beträgt ... Daraus folgt logischerweise, dass man viel wahrscheinlicher bei einem Autounfall auf dem Weg zum Freizeitpark stirbt als in der Achterbahn selbst.

        "Er zählt ein paar interessante Fakten auf, die er offenbar alle im Kopf hat", sagt Lemche. "Und all das krause Zeug, das ich als Ian von mir gebe, habe ich zuvor nachgeprüft. Am ersten Drehtag sprach Ian in einem Dialogsatz über das so genannte Paradol-Konzept: Dabei geht es um den menschlichen Hang zu bizarren Dingen - wir neigen dazu, ganz simple Umstände als Vorsehung zu interpretieren. Zum Beispiel, wenn jemand die Mutter Gottes in einer verbrannten Scheibe Toast erkennt. Das erleben viele Menschen. Am ersten Tag sagte mir das nichts, ich hatte noch nie davon gehört, es stand eben im Drehbuch, und ich musste drauflosflunkern. Während der Leseproben hatte ich Glen Morgan darauf angesprochen, und er gab mir ein paar Unterlagen, nannte mir Websites, die ich mir ansehen sollte, und so habe ich mich die ganze Zeit über weitergebildet und mir die zufällig eingestreuten merkwürdigen Informationen geholt."

        Die "Final Destination"-Serie hat sich nie einfach in eine Genre-Schublade pressen lassen. "Ich würde ,Final Destination 3' als Thriller mit übernatürlichen Einflüssen bezeichnen", sagt Produzent Craig Perry. "Meiner Meinung nach enthält jeder ausgesprochene Horrorfilm Elemente des Übernatürlichen. Aber in unserer Serie spielt auch die Action eine große Rolle - das liegt an der Methode, die der Tod für seine Rache wählt. Insofern ist ,Final Destination 3' ein Thriller mit übernatürlichen Elementen, der die Stärken des Horrorgenres nutzt, die übernatürlichen, unwirklichen Aspekte betont und sie mit Thriller-Elementen kombiniert: Action, Spannung, Beinahe-Katastrophen, wie man sie vom Genre erwarten kann. Es handelt sich also weniger um eine Synthese als um einen Bastard-Ableger der beiden Genres."

        Das Team merkte schnell, wie schwierig es ist, beide Genre-Einflüsse auszubalancieren.

        "Jim Wongs Filme sind immer stark von Action geprägt, und schon die Logistik der Ereignisse in einer Szene bestimmt weitgehend, wie man sie ausleuchtet und filmt", sagt Kameramann Rob McLachlan. Er und Produktionsdesigner Mark Freeborn arbeiteten bei der Gestaltung des Filmlooks sehr eng zusammen. McLachlan war bereits bei "Final Destination" dabei, und Freeborn gestaltete zusammen mit Wong und Glen Morgan den eleganten Thriller "Willard" (Willard).

        "Gleich beim ursprünglichen Konzept zu ,Final Destination' überlegten wir, dass wir den Gruseleffekt nur erzeugen können, wenn wir uns von den Zuschauern nicht in die Karten schauen lassen", sagt McLachlan. "Wir dürfen das Publikum nicht darauf vorbereiten, wie es demnächst geschockt wird. Die Filme funktionieren so gut, weil sie sich in einer allseits bekannten Umgebung abspielen. Was da passiert, bewegt sich im Rahmen einer naturalistischen Realität. Also vermeiden wir bei der Beleuchtung auch alle Theatereffekte, die man in den meisten Horrorfilmen erlebt."

        "Aus meiner Sicht als Ausstatter wollte ich diesen Film etwas düsterer als die ersten beiden anlegen", sagt Freeborn. "Wir haben das Bildkonzept weiterentwickelt, es noch düsterer gestaltet und die optische Atmosphäre stärker betont als früher."

        Bevor Wendy, Kevin und ihre Freunde die Achterbahn überhaupt betreten können, die den passenden Namen "Teufelsflug" trägt, müssen sie zunächst durch ein unheimliches Tor gehen, das von einem zwölf Meter hohen Teufel bewacht wird.

        "Farben sprechen Bände, wenn es um die Set-Atmosphäre geht, und auch die Schauspieler werden davon deutlich beeinflusst und in bestimmten Situationen ganz spezifischen Stimmungen ausgesetzt. Also kam nur eine Farbe für unseren gehörnten Freund in Frage: Rot", berichtet Freeborn. "Wir hatten Glück, denn die echte Achterbahn bestand aus roten Wagen auf roten Schienen. Das Thema Rot übernahmen wir also für unseren größten Studio-Set, die Achterbahn-Plattform, und so passte alles zusammen."

        Morgans und Wongs Drehbuch wirkt wie ein kompliziertes Puzzle - ein Stück passt ans andere, und so entsteht langsam die Rekonstruktion des zersplitterten Bildes. "Jim und Glen spielen sehr gern mit Worten, optischen Chiffren und Kinotricks - das funktioniert so, als ob man Punkte mit einer Linie verbindet und daraus ein Bild entsteht", fährt Freeborn fort. "Bei den Videospielen am Anfang gibt es optische Signale, die auf die späteren Ereignisse verweisen. Bei einer Attraktion gibt es ein Schild namens ,High Dive', bei dem die Glühbirne des ,V' ausfällt: Dive wird zu Die, sterben. Bei einem Videospiel heißt es ,Test Your Skill', doch die Kamera zeigt das Schild so, dass das ,S' in Skill verdeckt ist."

        Toby Lindala ist für das Spezial-Make-up und die Masken zuständig - er darf bei den zahlreichen Gags in ,Final Destination 3' aus dem Vollen schöpfen und filmgerechte Leichen(-teile) kreieren. "Ich habe mit Jim und Glen schon an der ersten Staffel der Serie ,X-Files' (Akte X) gearbeitet - nach wie vor freue ich mich über die tolle Teamarbeit. Als Autoren bringen sie sehr viel Erfahrung mit - die erste Drehbuchfassung musste deswegen kaum überarbeitet werden. Es war wunderbar, die Gags gemeinsam mit ihnen auszutüfteln", sagt Lindala.

        Alle Beteiligten erlebten die Filmarbeit als sehr spannend - von den enthusiastischen jungen Darstellern bis zum intensiv aufeinander abgestimmten Team der Filmemacher und Techniker. Und während sich die Filmemacher daranmachen, ihr Werk auf die Welt loszulassen, sind sie äußerst gespannt darauf, wie ihr Zielpublikum - junge Erwachsene - auf diese Achterbahn-Fahrt reagiert.

        "Solche Filme werden von jungen Erwachsenen bevorzugt, denn ihnen macht es besonderen Spaß, geschockt zu werden", sagt Produzent Craig Perry. "Sie begeben sich gern in Gefahr. Sie probieren aus, was sie ertragen können und was nicht. Und diesen Mut, diese Lust am Gruseligen bedienen solche Filme. Die Zuschauer wollen so etwas erleben, weil sie dabei kein Risiko eingehen."

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