Schon vor Drehstart begannen etliche Darsteller mit der Vorbereitung auf ihre Rollen, vor allem mit Unterstützung des technischen Beraters Tom Duffy. Duffy hat sich vor kurzem zur Ruhe gesetzt, nachdem er drei Jahrzehnte lang für die Massachusetts State Police tätig war. Einen wesentlichen Teil seiner Laufbahn verbrachte er in der Ermittlungsspezialeinheit, die sich auf das organisierte Verbrechen konzentriert, also auch auf die irische Mafia. Er brachte die Voraussetzungen und Erfahrungen mit, um die Schauspieler und Filmemacher mit unschätzbaren Ratschlägen zu unterstützen.
Executive Producer G. Mac Brown sagt: „Wenn man einen technischen Berater braucht, weiß man nicht immer, wo oder ob man überhaupt einen findet. Von Tom wussten wir, dass er bei der State Police war, also haben wir einfach mal bei ihm angefragt. Er erwies sich als genau der richtige Mann.“
Duffy wirkte erstmals an einem Spielfilm mit und zeigt sich beeindruckt davon, wie sehr sich Scorsese um jedes Detail kümmert – vom Polizeijargon bis zur Kleidung. „Mich hat seine Präzision regelrecht überwältigt“, gibt Duffy zu. „Wir haben uns unendlich viel Mühe gegeben, alles so authentisch wie nur möglich zu gestalten – nicht nur die Abläufe der Polizeiarbeit, sondern wir versuchten auch, uns mental in die Cops hineinzuversetzen. Wenn man bedenkt, dass der Film eigentlich unterhalten will, ist er wirklich äußerst realistisch.“
Nicht nur der Regisseur profitierte von Duffys Spezialkenntnissen. Matt Damon bestätigt: „Ich stamme aus Boston – die Kultur der Stadt ist mir also bestens vertraut, aber was die State Police angeht, habe ich natürlich keine Ahnung. Für mich war es also eine unschätzbare Bereicherung, von Duffy unter die Fittiche genommen zu werden – bei seiner langjährigen Erfahrung vor Ort. Duffy beantwortete meine Fragen, führte mich in die Kreise ein und stellte mir die Polizisten vor. Ich habe mehrere Tage mit ihnen verbracht, habe sie ausgefragt, ihnen bei der Arbeit zugeschaut. Ich habe sie begleitet und war bei einer Drogenrazzia dabei. Solche Erfahrungen sind durch nichts zu ersetzen. In solchen Momenten macht mir meine Arbeit am meisten Spaß“, grinst er.
Brown berichtet, dass ihm überhaupt nicht zum Grinsen zumute war, als er von Damons Tuchfühlung mit der Bostoner Unterwelt hörte – nachdem es bereits passiert war. „Matt rief an und erzählte ganz begeistert, wie er den Einsatz miterlebte. Ich dachte nur: ,Herzlichen Dank, Duffy‘“, sagt Brown augenzwinkernd. „Für Matt mag das ja ganz spannend sein, aber als Produzent mache ich mir natürlich Sorgen, wenn mein Star bei einer echten Razzia mit echten Polizisten und echten Schusswaffen an einem echten Tatort dabei ist. Aber offenbar ist ja alles gut gegangen.“
Für Damon hatte die Erfahrung mit den echten Cops Auswirkungen auf seine Darstellung des Colin, die über das Praktische hinausgehen. „Ich kam mir unendlich klein vor, als ich miterlebte, mit welchem Engagement und oft erheblichem Risiko sie ihre Arbeit tun“, sagt Damon. „Als ich Colin analysierte, wurde mir klar, dass er nicht nur Recht und Gesetz abgrundtief verachtet, sondern auch die Polizisten selbst. Wenn man tagtäglich diese selbstlose Opferbereitschaft miterlebt und sie trotzdem unterminieren will, dann sagt das eine Menge über Colin aus. Ich konnte viele Dinge in meine Darstellung einfließen lassen, von denen ich keine Ahnung hätte, wenn ich die Experten nicht begleitet hätte – es ist unschätzbar, was ich Duffy verdanke.“
Duffy beriet auch Martin Sheen und Alec Baldwin in Bezug auf das korrekte Verhalten der Vorgesetzten innerhalb der State Police. Dazu Sheen: „Ich habe mich bei meiner Darstellung deutlich an Tom Duffy selbst orientiert. Bei jeder Szene versuchte ich mir vorzustellen, wie Tom wohl reagieren würde… und er war ja immer dabei, um darauf zu achten, dass ich alles richtig machte.“
Obwohl DiCaprio als Billy Costigan im Film selten als Cop auftritt, sondern vielmehr vorgibt, ein Krimineller zu sein, profitierte auch er von Duffys jahrelanger Erfahrung als verdeckter Ermittler. „Undercover-Einsätze sind nur mit einer bestimmten Mentalität durchführbar“, sagt Duffy. „Ich habe mich mit Leo lange darüber unterhalten, welche Konsequenzen das langfristig haben kann.“
„Die speziellen Voraussetzungen eines Cops, der unter diesen Umständen arbeitet, das Konzept, das ich mir aneignen musste, hätte ich ohne ihn niemals so authentisch darstellen können“, bestätigt DiCaprio. „Er hat uns während des gesamten Drehs ungeheuer geholfen.“
DiCaprio begriff natürlich auch, wie wichtig es war, das Bostoner Milieu kennen zu lernen, bevor er einen Einheimischen überzeugend verkörpern konnte. „Mir war klar: Ich musste vor Ort durch Boston gehen und ein Gefühl für die Einwohner bekommen“, sagt er. „Alle dort haben mich sehr zuvorkommend unterstützt und mir in jeder Hinsicht geholfen. Ich fand jemanden, mit dem ich durch die alten Viertel streifen konnte, der mir den Akzent beibrachte. Umso leichter konnte ich mich in die Rolle versetzen.“
„Leo war bei diesem Film echt benachteiligt“, sagt Damon. „Das heißt, er musste sich intensiv vorbereiten, was Mark Wahlberg und ich uns sparen konnten, weil wir beide in Boston aufgewachsen sind. Das Lebensgefühl, die Kultur haben ein ganz bestimmtes Flair, und Leo hat sich das wunderbar angeeignet. Ich war schwer beeindruckt.“