FILMDETAILS | Fever Pitch - Ein Mann für eine Saison
Fever Pitch - Ein Mann für eine Saison
Komödie,
Sport,
Liebesfilm
| Deutschland / USA 2005
WERBUNG
| Die Red Sox
„Wir wollten den guten Willen der Red Sox-Organisation und der Fans nicht überstrapazieren,” sagt Peter Farrelly. „Besonders an Spieltagen. Die Fans wollen ein Spiel sehen. Die finden es überhaupt nicht komisch, wenn der Blick aufs Spielfeld von ein paar Filmleuten versperrt wird, die da einen Film drehen wollen.“
Die wahrscheinlich größte Herausforderung für die Filmemacher kam am Ende eines Spiels, als die Farrellys auf das Spielfeld treten und 37.000 Fans bitten mussten, in ihren Sitzen zu bleiben, während die Produktion eine Szene mit Drew Barrymore drehte, die über das Grün rannte. Glücklicherweise gewann Bobby Farrelly die Fans im Nu mit einem gutplatzierten Seitenhieb auf die gegnerischen New York Yankees.
„Ich weiß nicht, ob jemals irgendwas an das Erlebnis herankommen wird, in Fenway zu drehen“, sagt Bobby Farrelly. „Dort zu sein und alles auf Film festzuhalten war unvergleichlich.“
Gerade als es so aussah, dass der Zauber seinen Höhepunkt erreicht hätte, geschah das Unvorstellbare – etwas, das Barrymore „das Wunder, das absolute Phänomen“ nennt: Die Red Sox begannen zu gewinnen und legten eins der unglaublichsten Comebacks der Baseball-Geschichte hin. 2004 gewannen die Red Sox die World Series und beendeten damit eine Pechsträhne, die unter dem Begriff „Curse of the Bambino” bekannt wurde: Nachdem die Red Sox die fünfte World Series im Jahr 1918 gewonnen hatten, verloren sie 86 lange Jahre hintereinander. Nach Meinung vieler Fans war das die Strafe, weil sie Babe Ruth („The Bambino”) an die Yankees verkauft hatten.
Während der Dreharbeiten beobachteten die Farrellys ständig zwei Monitore – einen, der die Szene zeigte, die sie gerade drehten und einen anderen, auf dem die Spiele übertragen wurden. Das ansteckende Red Sox-Fieber am Set wuchs sich zur Epidemie aus. „Ich wurde total abergläubisch,” sagt Barrymore. „Ich wollte mit niemandem darüber sprechen. Ich hatte einfach Angst, ihnen Unglück zu bringen.“
Und plötzlich musste das Original-Script, das alle so liebten und das niemand verändert wissen wollte, umgeschrieben werden. Die Red Sox, die beständigen Verlierer spielten die World Series.
„Es gab eine Menge Arbeit für Lowell Ganz & Babaloo Mandell,” sagt Peter Farrelly. „Sie mussten ständig Updates schreiben. Glücklicherweise waren nur die letzten 10 Prozent des Films betroffen.“
„Unser Script sah vor, dass die Red Sox aus dem Meisterschafts-Rennen herausfallen würden,“ erinnert sich Lowell Ganz. „Bei ihrer phänomenalen Glückssträhne musste das natürlich verändert werden. Wir bauten ein neues Zeitgerüst ein, das die Story jetzt während der Meisterschaft spielen lässt. Aber es ist der gleiche Film geblieben.“
Als die Red Sox zur World Series nach St. Louis fuhren, zögerten die Farrellys, sich ihnen anzuschließen, weil sie fürchteten, dem Team Unglück zu bringen. Bobby Farrelly gibt zu: „Als sie drei Spiele hintereinander gewonnen hatten und das vierte Spiel bevor stand, sagte mein Bruder: ‚Warum sind wir nicht dort? Wenn sie das gewinnen, müssen wir bei ihnen sein.’ Und irgendwie kriegten wir es dann noch hin. Wir flogen nach St. Louis – ohne Team und ohne große Technik.”
„Ich bekam die Nachricht: ‘Pack deine Sachen. In drei Stunden geht’s los’,“ erinnert sich Jimmy Fallon. „Es gab keine Maske und keine Garderobe, wir trugen unser Kostüm schon im Flugzeug.“
„Natürlich gewannen die Sox das Spiel,“ sagt Bobby Farrelly. „Major League- Baseball ließ uns auf das Spielfeld und wir bekamen einmaliges Material zusammen.”
„Von Anfang an sagten wir, was auch immer mit den Red Sox passierte, es würde die Geschichte nicht beeinflussen,“ meint Peter Farrelly. „Für FEVER PITCH - EIN MANN FÜR EINE SAISON hat es keine Bedeutung, ob die Red Sox gewinnen oder verlieren. Aber so wie wir ihren Sieg eingefangen haben, bereichert es den Film ungemein.“
Insbesondere der Dreh dieser Schlussszene, letztlich aber die gesamte FEVER PITCH - EIN MANN FÜR EINE SAISON-Erfahrung, hinterließ bei Drew Barrymore bleibenden Eindruck. „Man muss sich das mal vorstellen: Wir drehten das Ende unseres Films bei der Meisterschaft, mit einer Mannschaft, die den Titel seit 86 Jahren nicht mehr geholt hatte, dafür aber mit diesem legendären Fluch belegt war. Und wir waren da und filmten den Höhepunkt unserer Liebesgeschichte während sie die Meisterschaft holten.“
„Als ich den Film begann, war ich wirklich eine komplette Anfängerin was das Thema Baseball angeht,” fährt Barrymore fort. „Das war einerseits gewollt, weil die Figur, die ich spiele, auch nichts davon versteht. Aber je mehr ich über Baseball begriffen habe - und besonders über die Geschichte der Red Sox, die sehr romantisch ist, ans Herz geht und voller Aberglauben steckt - desto mehr gefällt mir die Parallelität der Reise der Red Sox zu der Liebesgeschichte, die wir erzählen. FEVER PITCH - EIN MANN FÜR EINE SAISON stellt die Frage, ob man etwas erreichen kann, auch wenn man nicht hundertprozentig daran glaubt. Und ich denke, die Antwort lautet: Ja.“