„Für mich zählt der Ghost Rider zu den einzigartigsten Mythologien im Universum der Comics“, sagt Nicolas Cage, der den klassischen Marvel-Comic-Helden in Columbia Pictures’ GHOST RIDER nun zum Leben erweckt. Die übernatürlichen Fähigkeiten dieses finsteren Helden, der sich als Kopfgeldjäger des Teufels erweist, passen perfekt zur engagierten Persönlichkeit von Cage. Als wohl leidenschaftlichster Sammler von Comics in Hollywood, dessen Interesse in Comics und Graphic Novels längst legendär ist, verfügt Cage über eine profunde Kenntnis seiner Filmfigur. „Er ist ein komplizierter Charakter, der die Entscheidung trifft, seine Seele dem Teufel zu verkaufen – aber er tut es aus Liebe, nicht aus Gier oder anderen egoistischen Gründen. Für mich ist das ein reichhaltiges Material, mit dem ich spielen kann. Dieser furchterregend aussehende Kerl ist ein echter Held.“
Für den Regisseur Mark Steven Johnson, der vorher bereits die erfolgreichen Comic-Verfilmung Daredevil (Daredevil, 2003) geschrieben und inszeniert hatte, war die Leinwand-Adaption von GHOST RIDER der Höhepunkt einer beinahe lebenslangen Liebe zu dieser Figur. „Ich bin seit der dritten Klasse ein großer Comic-Fan“, sagt Johnson. „Ich habe mir jede Woche Comics gekauft: ‚Daredevil‘, ‚Spider-Man‘, ‚X-Men‘ – einfach alle. ‚Ghost Rider‘ war für mich immer einer der visuell interessantesten Comics – und, meiner Meinung nach, die coolste Figur.“
Das visuell so anspruchsvolle Material stellte Johnson vor die Aufgabe, einen kreativen und stilisierten Film zu inszenieren, der dieser Vorlage gerecht wird. Das Ergebnis ist ein Leinwand-Abenteuer, das die einzigartigen Bilder der Comic-Vorlage einfängt und gleichzeitig das moralische Dilemma und die Entscheidungen des Helden in den Vordergrund stellen, die ihm aufgezwungen werden. „Der Look von Ghost Rider ist so grandios – er macht ihn zu einem der erinnerungswürdigsten Charaktere des Marvel-Universus und man kann ihn nicht verbessern“, bemerkt Johnson. „Unser Job war es, ihn zum Leben zu erwecken. Unser Produktionsdesigner Kirk Petruccelli und der Visual Effects Supervisor Kevin Mack stellten sich ebenfalls dieser Herausforderung und sie haben eine stilisierte Welt geschaffen, die anders ist als alle, die man bisher in einem Film gesehen hat.“
Das Ergebnis ist ein Film, der eine erfolgreiche Suche nach dem richtigen Team repräsentiert, das die Comics kongenial umzusetzen in der Lage war. „Wir haben lange versucht, ‚Ghost Rider‘ auf die Leinwand zu bringen“, sagt der Produzent und ehemalige Marvel-CEO Avi Arad. „Aber vorher mussten wir den richtigen Ton und das richtige Skript finden.“ Als Nicolas Cage sich entschied, die Hauptrolle zu übernehmen, kam das Projekt in Fahrt.
Vom Team hinter der Kamera war der Produzent Michael De Luca der erste, der mit an Bord kam – seines Zeichens ebenfalls ein großer Comic-Fan. Als junger Leiter der Abteilung Produktion von New Line Cinema arbeitete De Luca zusammen mit Arad an der ersten Comic-Verfilmung von Marvel, dem höchst erfolgreichen Blade (Blade, 1998) mit Wesley Snipes in der Titelrolle. Danach, nach dem Erfolg von Mark Steven Johnsons Umsetzung von Daredevil, war klar, dass die Zeit reif ist, GHOST RIDER auf die Leinwand zu bringen. De Luca gibt zu Protokoll, dass die Figur in guten Händen war: „Wenn ein Autor und Regisseur wie Mark die kreative Kontrolle über die Vision eines solchen Film hat, dann ist das auf ganzer Linie ein Vorteil“, sagt er. „Mark liebt Comics – er ist die perfekte Person für den Sprung vom zweidimensionalen, gedruckten Werk zum dreidimensionalen Film. Ich denke, die Figur hat ihn schon immer gereizt, weil sie so visuell ist. Die Figur des Ghost Rider gibt visuell ein sehr fesselndes Bild ab.“
„Ganz offensichtlich ist Mark ein Comic-Freak, aber er ist ebenso ein sehr sensibler Kerl, der sich nicht davor scheut, Emotionen zu zeigen und zu erzeugen – und das ist unglaublich wichtig für einen Filmemacher jeden Genres“, ergänzt der Produzent Gary Foster. „Er hat den Enthusiasmus eines Kindes und das Wissen von jemandem, der jedes Detail und jede Nuance dieser Figur kennt und liebt.“
Neben dem visuellen Aspekt reizte die Filmemacher mindestens ebenso sehr die Gelegenheit, eine andere Art von Comic-Helden auf die Leinwand zu bringen – einen, hinter dessen bösem Gesicht sich gute Absichten und eine einzigartige Persönlichkeit verbergen. Johnson meint, dass Nicolas Cage der einzige Schauspieler ist, der so einen vielseitigen Charakter glaubhaft verkörpern kann. „Ich denke, die besten Horrorfilme und Thriller sind voller Humor“, sagt der Drehbuchautor und Regisseur. „Man muss die Spannung manchmal lösen. Und mit Nic Cage an Bord hat sich das mal wieder als absolut richtig erwiesen, denn er ist im wahren Leben ein sehr lustiger Typ. Er nahm sich den Charakter von Johnny Blaze vor und machte ihn deutlich lustiger als in der Vorlage.“
De Luca ergänzt: „Auf der Suche danach, seine Figur real wirken zu lassen, bemerkte Nic irgendwann, wie absurd seine Situation war: ‚Soso, ich habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und nun bin ich ein flammendes Skelett auf einem Motorrad …‘Darin kann man schon etwas Komisches entdecken.`“.
„Nachdem Nic die Rolle übernommen hatte, kam automatisch Stimmung in die Geschichte“, pflichtet ihm Produzent Gary Foster bei. „Nic spielt ihn mit einem großartigen Sinn für Humor – und das funktioniert wunderbar, denn bei all den Gefahren, denen sich Johnny aussetzen muss, verliert er doch nie seine Leichtigkeit, die er schon als Teenager hatte.“
Johnson verbrachte über ein Jahr damit, das Skript von GHOST RIDER zu schreiben, das seine Figuren und die Geschichte aus etlichen Versionen der Comic-Serie bezieht. Das „Ghost Rider“-Comic-Franchise startete in den 40er Jahren als Western-artige Serie über einen revolverschwingenden Reiter. Später wurde das Material von Marvel gekauft und in den 70er Jahren als übernatürliche Geschichte um den Motorrad-Stuntfahrer Johnny Blaze neu erfunden. In den 90er Jahren wurde es mit einem neuen Titelhelden ein weiteres Mal zum Leben erweckt.
„Wegen den beiden Variationen des Comics mussten wir eine ganze Menge Lizenzen erwerben“, erläutert De Luca: „die 70er-Version, die ich selbst gesammelt habe und an die ich mich sehr gut erinnere, und die 90er-Version. Das Material hat sich über die Jahre sehr verändert und wir waren in der Lage, uns das herauszusuchen, was uns am besten gefiel.“
Was die Filmemacher, neben der Figur des Ghost Rider selbst, am meisten gereizt hat, waren die Schurken, denen sich ihr Held stellen musste. Johnny Blaze kämpft nicht gegen das Böse, sondern gegen den Teufel selbst – jene Macht, die ihm seine Kräfte verliehen hat. De Luca erklärt, dass die Tatsache, dass Johnnys Motivation und seine Gegenspieler direkt aus den Comics entnommen wurden, für die Filmemacher eine willkommene führende Hand war. „Blackheart und Mephistopheles stammen aus dem Comics, die Gründe und die Art und Weise, wie Johnny den Pakt schließt sowie die Figur von Roxanne ebenfalls. Wir haben eine sehr werkgetreue Adaption geschaffen, obwohl sich die Comics und selbst die Storyline über die Jahre hinweg stark verändert haben.“