Mittwoch | 30. Mai 2012 | 17:40 Uhr
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  • Ghost Rider

    Thriller, Action, Fantasy | USA 2007
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      • | Die Schauspieler

      • Nicolas Cage war ein Fan von Ghost Rider seit Beginn der Comics. „Ich erinnere mich daran, dass ich die erste Ausgabe von ‚Ghost Rider‘ in der Hand hatte und mich gefragt habe, worum es darin wohl geht“, sagt er. „Die Geschichte war kompliziert, angsteinflößend und voller Spannung.“

        Als Comic-Fan und begeisterter Motorradfahrer riss Cages Interesse an den Comics auch als Erwachsener nicht ab. „Ich fahre ständig durch die Canyons bei Malibu. Also hat mich interessiert, inwiefern ich meine Fähigkeiten als Motorradfahrer in den Film einbringen konnte. Fünf Jahre vergingen und ich hörte mit dem Motorradfahren auf, aber dann wurde der Film tatsächlich gedreht und ich habe wieder damit angefangen. Das, was mich dabei antrieb, war hauptsächlich meine Faszination für Motorräder. Es sind wunderbare Fahrzeuge.“

        Neben dieser Faszination für schnelle Zweiräder spielten auch das dramatische Potenzial und der charakteristische visuelle Look der Figur eine entscheidende Rolle. „In meinen Augen ist er der Coolste aller Superhelden“, gibt Cage zu Protokoll. Gibt es was Besseres als einen Motorrad-Stuntfahrer, der von Kopf bis Fuß in schwarzes Leder gekleidet ist und als Kopf einen brennenden Schädel hat?“

        „Nic hat eine unglaubliche Bandbreite als Schauspieler“, erläutert Arad. „Das ist wichtig für diesen Part, denn diese Figur trägt eine schreckliche Last. Nic widmete sich dieser Rolle mit Haut und Haaren, tauchte tief in die Figur ein und nutzte die Chancen.“

        „Nic war von Anfang an unsere einzige Wahl für die Rolle“, ergänzt Johnson. „Er wollte schon immer mal eine Comic-Verfilmung drehen, aber GHOST RIDER ist der Film, den er am liebsten spielen wollte. Und er ist wie geschaffen für den Part – er kleidet sich sogar wie Johnny Blaze. Er brachte viel von sich selbst in die Figur ein.“

        Zu den Eigenarten des Stuntfahrers, die Cage reizten, zählen seine Vorlieben für Gummibonbons und die Musik von Karen Carpenter statt für Jack Daniels und Death Metal. „Ungewöhnliche Entscheidungen wie diese setzen ihn von den anderen Charakteren ab, die man aus Filmen kennt“, bemerkt Johnson.

        „Es macht Spaß, Nic bei der Arbeit zuzusehen“, sagt Foster. „Er ist ein ‚leading man‘, er ist dramatisch, dabei sehr witzig, er ist uneitel und hat keine Angst, bestimmte Dinge zu tun. Das sind genau die Komponenten, die ihn als großartigen Schauspieler und Filmstar auszeichnen und perfekt zu seiner Filmfigur passen.“

        „Johnny ist ironischerweise eine herzensgute Person“, sagt Cage. „In meiner Fantasie versucht er stets, ruhig zu bleiben und alles zu tun, um dem Teufel nicht nachzugeben. Er weiß, dass er bei nur einem Ausrutscher einen Anruf vom falschen Typen bekommt.“

        Das Alter Ego von Johnny, Ghost Rider, beschreibt Cage eher als „unerbittliche Macht“ denn als Person. „Er ist eher wie ein Hurrikan, der über dich kommt, wenn du etwas gegen die Unschuldigen getan hast. Er ist ein Racheengel. Er nutzt seine Ketten oder die Kraft des Höllenfeuers, aber das Schlimmste was er tun kannn, ist sein ,Buße-Blick‘: Wenn er dich damit ansieht, kann er dich dazu bringen, alle Sünden zu offenbaren, die du je begangen hast, all das, was du je falsch gemacht hast – immer wieder. Welchen Schmerz du deinen Opfern auch immer zugefügt hast – er sorgt dafür, dass du diese Qualen hundertfach, tausendfach durchleiden musst.“

        „Wir versuchen alle, vor unseren Untaten davon zu laufen, aber der Ghost Rider erinnert uns mit seinem , `Buße-Blick‘ daran, dass das Böse, das wir tun, immer wieder zu uns zurückkommt“, ergänzt Arad, der bis vor Kurzem noch der CEO von Marvel war. „Die Fähigkeiten des Ghost Riders sind einzigartig – und zählen zu den cleversten Superkräften im Marvel-Universum.“

        Nachdem Cage als Hauptdarsteller feststand, widmeten sich die Filmemacher der Frage, welche Schauspielerin sie für die Rolle der Roxanne Simpson besetzen sollten. Diese Frage war laut Mark Steven Johnson von eminenter Wichtigkeit, denn das Herz der Geschichte ist die Love-Story. „Es geht um die Entscheidungen, die wir treffen – und um zweite Chancen. In der Verkleidung dieses Action-Abenteuers stecken viele positive Themen.“

        Der essenzielle Konflikt – die unglückselige Romanze zwischen einer schönen Frau und einem Mann, der durch einen bösen Fluch in ein Monster verwandelt wird – bringt die Filmemacher dazu, die Story von GHOST RIDER mit dem Klassiker „Die Schöne und das Biest“ zu vergleichen. Darüber hinaus sieht De Luca seinen Film auch als archetypische Horror-Tragödie: „Im Herzen lebt unser Film von einer ‚Dr. Jekyll und Mr. Hyde‘-Mythologie“, sagt er. „Es geht um die Frage, was man tun würde, wenn man Macht verliehen bekommt und einen Freibrief, mit dem man einfach nach draußen gehen und ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Regeln handeln kann. Diesen Teil finde ich am interessantesten, denn hier kommt die Fantasie ins Spiel. Johnny Blaze ist nicht mehr dem normalen zivilisierten Leben unterworfen – er kann sein inneres Monster herauslassen, nicht jedoch, um Böses zu tun, sondern um Spaß zu haben.“

        Die Filmemacher wussten außerdem, dass sie jemanden finden mussten, der neben Cages Johnny Blaze und seinem effektgetriebenen Alter Ego, dem Ghost Rider, bestehen kann. „Roxanne Simpson musste jemand sein, für deren Rettung man buchstäblich durch die Hölle gehen würde“, sagt Johnson. „Ich wollte nicht, dass sie einfach nur das Mädchen in Bedrängnis ist. Für mich war wichtig, dass sie ihre eigene Stärke hat, und genau das ist bei Eva Mendes der Fall. Eva hat so viel Energie und eine so fantastische Ausstrahlung. Sie verfügt über etwas, das sie sofort und bedingungslos liebenswert macht – als Schauspielerin und als Person. Wann immer sie in einem Film dabei ist, ist man sofort auf ihrer Seite.“

        „Man glaubt sofort, dass Eva Mendes für einen Mann die Liebe seines Lebens sein kann“, ergänzt De Luca. „Sie strahlt eine Leichtigkeit und Hoffnung aus. Da ist dieser Pfad in die Dunkelheit, dem Johnny folgen könnte, aber genau dann, als er am meisten Hilfe braucht, taucht die Liebe seines Lebens wieder auf. Eva war die perfekte Schauspielerin, die diesen Part ausfüllen konnte.“

        Eva Mendes war ihrerseits von ihrer Rolle wegen der archetypischen Thematik des Films und den daran beteiligten Künstlern begeistert. „Mich haben Storys, in denen jemand seine Seele an den Teufel verkauft, schon immer gereizt“, erklärt die Schauspielerin, die vorher schon in Training Day (Training Day, 2001), 2 Fast 2 Furious (2 Fast 2 Furious, 2003) und Hitch (Hitch – Der Date Doktor, 2005) geglänzt hat. „Und als ich mit Mark zusammensaß und merkte, welche Leidenschaft er für dieses Projekt hatte, wusste ich, dass er einen großartigen Film drehen würde. Und ich wollte schon immer mal mit Nicolas Cage arbeiten – ich finde, dass er ist ein außergewöhnlicher Schauspieler ist.“

        Mendes witzelt, dass der schwerste Teil der Dreharbeiten für sie persönlich in der Vorliebe Roxannes für hohes Schuhwerk bestand: „Die größte Herausforderung für mich war, dass ich vier Wochen lang in High Heels herumlaufen musste. Und ich habe mir nur einmal einen Absatz abgebrochen!“

        Für die Schlüsselrollen von Mephistopheles und Caretaker wandten sich die Filmemacher an zwei Schauspiel-Veteranen: Peter Fonda und Sam Elliott.

        „Das hier ist ein Biker-Film, und ich habe immer gedacht: Wie cool wäre es, wenn wir die größte Biker-Ikone der Welt hätten, die unseren Mephistopheles spielt? Und das ist natürlich Peter Fonda – ‚Captain America‘ himself“, gibt Johnson begeistert zu Protokoll. „Aber wir haben dies natürlich umgedreht, denn bei uns ist Captain America das ultimative Böse. Und Peter war wundervoll: Er nahm sich den Part vor und machte ihn sich zu Eigen in seinem unverwechselbaren Stil.“

        „Neben der Verbindung zu Easy Rider (Easy Rider, 1969), den man sofort mit der Biker-Kultur verbindet, hat Peter einen unglaublichen Coolness-Faktor, denn er wurde ein Filmstar der Gegenkultur der späten Sechziger und frühen Siebziger und er verkörpert immer noch dieses Gewicht und diesen rebellischen Geist“, ergänzt De Luca. „Er passt wunderbar in diesen Film.“ (Die Kenner von klassischen Motorrädern und die Fans des Kinos der Sechziger werden bemerken, dass Johnnys Motorrad Grace nach dem Harley-Chopper modelliert wurde, den Fondas Figur in Easy Rider gefahren ist.)

        Es mag niemanden überraschen, dass die Ikone Peter Fonda – der hier übrigens die siebzigste Rolle seiner Kino-Karriere spielt – einen intuitiv anderen Zugang zu seinem Part als Mephistopheles nutzte. „Ich entschied, dass ich ihn völlig unteuflisch spielen wollte, überhaupt nicht böse“, sagt die Legende Fonda. „Tatsächlich ist die Figur eigentlich ganz nett. Wenn mir Johnny seine Seele verkauft, sage ich ihm als Erstes, wie sehr ich seine Show liebe und ob er sich vorstellen könnte, in meiner Show aufzutreten. Sehr ruhig, fast im Plauderton, ohne je die Stimme zu erheben. Das nenne ich den ‚King-Faktor‘ – der König ist der König, und er muss niemals betonen, dass er der König ist. Alle anderen sprechen es für ihn aus. Wenn ich flüstere, hören es alle. Das liegt in der Natur, wenn man der Teufel ist. Also spielte ich ihn komplett entgegen seines Typs und ich habe es genossen, ihn so zu spielen. Er ist eine teuflisch gute Figur.“

        Der Regisseur merkt an, dass er von Anfang an den Cowboy- und Kino-Veteran Sam Elliott in der Rolle des Caretaker sehen wollte: „Jeder kennt Sam und jeder liebt Sam. Er ist ein großartiger Schauspieler. Wenn man Sam Elliott sieht, will man ihn mit Cowboyhut und in einem Staubmantel sehen – und er soll einfach den Tag retten. Er ist das Rückgrat des Films. Er ist fantastisch.“

        „Marks Idee war es, den Film mit Western-Atmosphäre anzureichern“, ergänzt Elliott. „Meine Figur hat die Beziehung eines Mentors zu Johnny Blaze, aber Caretaker ist darüber hinaus auch der Erzähler der Geschichte – er erläutert Johnny und den Zuschauern, was gerade geschieht. Dieser Teil der Rolle hat mir auch gut gefallen – zu informieren und den Hintergrund der Geschichte zu erörtern. Es ist immer toll, wenn man als Zuschauer weiß, wohin dich die Geschichte mitnimmt.“

        Bei der Besetzung von Blackheart, dem rebellischen Sohn von Mephistopheles, wandten sich die Filmemacher an Wes Bentley, der am besten bekannt ist durch seine unübertroffene Performance als verwirrter Jugendlicher Ricky Fitts in Sam Mendes’ Oscar®-prämiertem Drama American Beauty (American Beauty, 1999). „Ich wollte schon mit Wes zusammenarbeiten, seit ich American Beauty zum ersten Mal gesehen habe“, sagt Johnson. „Ich denke, er zählt zu den besten Schauspielern seiner Generation. Seine Performance in dem ganzen Film ist wunderbar, besonders in der Schluss-Szene, in der man die Qualen von Blackheart nachvollziehen kann- so dass es einem ganz mulmig zumute wird.“

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