Wie die Comic-Serie, auf der sie basiert, kombiniert auch die Filmversion von GHOST RIDER Humor und Düsternis mit den Western- und Superhelden-Genres und mit der Welt der Motorrad-Stunts. „Ein übernatürlicher Western war in meinen Augen eine sehr coole Idee – und etwas, was ich vorher noch nie gesehen hatte“, sagt Johnson. „Also versuchte ich, das Beste aus Sergio-Leone-Filmen wie Once Upon a Time in the West (Spiel mir das Lied vom Tod, 1968) oder A Fistful of Dollars (Für eine Handvoll Dollar, 1964) zu nehmen und dies mit der Ästhetik der klassischen alten Hammer-Horrorfilme zu kombinieren.“
Produzent Gary Foster bemerkt, dass sich die Filmemacher von Anfang an der Erschaffung eines Films widmeten, der der einzigartigen Bebilderung der Comics gerecht werden würde. „Unser Film musste visuell einfach überwältigend sein“, sagt er. „Wir wollten einen Film machen, der nicht einfach düster oder kantig war, sondern auch Spaß macht. Und der wichtigste Teil dabei war es, dafür diese coole Welt zu schaffen.“
Es kam dem Produktionsdesigner Kirk Petruccelli zu, Johnsons Vision zur Realität werden zu lassen. Durch seine Arbeit an Filmen wie Blade, Lara Croft: Tomb Raider (Lara Croft: Tomb Raider, 2001) und dessen Fortsetzung und der Superhelden-Parodie Mystery Men (Mystery Men, 1999) war Petruccelli im Genre der Superhelden kein Fremder. „Kirk ist ein unglaublicher Produktionsdesigner“, sagt Johnson. „Er hat einen kompletten Look geschaffen, einen einzigartigen Stil. Jedes Mal, wenn wir an ein neues Set kamen, blieben alle erst mal stehen und guckten sich die Kulissen ungläubig an.“
Als er begann, den Look des Films zu entwickeln, nahm sich Petruccelli zuerst das Ausgangsmaterial vor. „Ich habe versucht, den Geist der Comics einzufangen, der an sich schon sehr Kino-artig ist. Was ich daraus entnommen habe, ist, wie viel Kraft Ghost Rider hat – und welchen Effekt er und die ganzen Bösewichte auf die Umwelt haben. Es ist ein sehr auf Wirkung bedachter Comic. Und das Resultat beinhaltet keine weichen, femininen Züge. Es ist eher sehr robust und scharfkantig. Und wenn etwas – zum Beispiel ein Auto – oder jemand auf dem Boden aufschlägt, muss man diesen mächtigen Aufprall auch sehen.“
Auf der Suche nach einem Drehort, der glaubhaft die offenen Weiten der amerikanischen Wüste und gleichzeitig die finsteren Nebenstraßen und die Glas- und Stahl-Architektur einer zeitgemäßen Western-Stadt doubeln konnte, entschieden sich die Filmemacher, in Melbourne, Australien, zu drehen.
Für Foster sind es die oftmals übersehenen Facetten von Melbourne, die die Stadt zur perfekten Wahl für die Dreharbeiten von GHOST RIDER machten. „Einer der Gründe, warum wir uns für Melbourne entschieden haben, waren die Nebenstraßen der Stadt“, sagt Foster. „Sie sind großartig – genau das, was wir brauchten. Und was die Stadt selbst betrifft – der Business-Distrikt war für uns eine perfekte Umgebung, um eine texanische Großstadt zu erschaffen. Melbourne ist unglaublich vielseitig und das erlaubte uns, mit den verschiedensten Drehorten zu spielen.“
Der Ausführende Produzent Bennett Walsh ergänzt: „Die Orte, an denen wir filmten, lagen innerhalb eines Radius von 20 Blocks, also war alles sehr kompakt und sehr praktisch. Melbourne passte wie die Faust aufs Auge, und man bereitete uns keinerlei Schwierigkeiten, dort zu jeder Tageszeit auf den Straßen zu drehen.“
Die australische Hafenstadt und ihre Umgebung gab Petrucelli alles, was er brauchte, um mit der Welt von Johnny Blaze und Ghost Rider zu spielen. Unter den bemerkenswertesten Locations war ein historischer Friedhof mit zahllosen spektakulären Grabsteinen, der als das gruselige Heim von Caretaker genutzt wurde. „Das war einer dieser seltenen, einfach unglaublichen Drehorte“, sagt Petruccelli. „Wir haben sogar die Storyline ein bisschen verändert, damit wir dort drehen konnten.“
Petruccelli und sein Team nutzten darüber hinaus die Melbourne Showgrounds, deren altes viktorianisches Theater als Stadion umgebaut wurde, in dem Johnny Blaze und Barton ihre Motorrad-Stunts ausführten.
Für San Verganza, das abgelegene mexikanische Städtchen, in dem das Finale des Films stattfindet, schuf Petruccelli ein gewaltiges Set: „Es ist eine vergessene Stadt, die zu dem wohl unmoralischsten Ort der Welt geworden ist – die Hölle auf Erden, um genau zu sein. Also musste das Design die Lasterhaftigkeit und die Zerstörung widerspiegeln.“
Der Mann, der Petruccellis Umsetzung von Johnsons Vision visuell darstellen musste, war der Chefkameramann Russell Boyd, ACS. Boyd gibt zu Protokoll, dass die Filmemacher die Energie des Films auf einem hohen Niveau hielten, indem sie so wenig wie möglich mit einer statischen Kamera arbeiteten. „Wir hielten die Kamera ständig in Bewegung“, sagt Boyd, „haben jede Menge Aufnahmen mit der Steadycam und 360-Grad-Fahrten rund um die Schauspieler gemacht. Speziell um Nic herum, wenn sich Johnny Blaze in Ghost Rider verwandelt.“
Außerdem nutzte Boyd ein als Spidercam bekanntes System, in dem die Kamera in der Luft an einem Kabel mit einer stabilisierten Schiene befestigt ist, die es ihr erlaubt, superschnelle Kamerafahrten aufzunehmen. „Wenn Johnny Blaze zum Beispiel in seiner Show mit dem Motorrad über Laster springt, raste unsere Spidercam über 30 riesige Trucks. Das versetzte uns in die Lage, die Bewegung mittels Computer zu wiederholen und die Action war perfekt in jeder Aufnahme. Außerdem ist dieses Verfahren ein wunderbares Werkzeug, mit dem auch das Visual-Effects-Team arbeiten kann.“
Um die comic-haften Wurzeln der Geschichte zu erhalten, sind die Farben des Films „gesättigter als sie normalerweise sein würden, ein wenig farbenfroher in vielen Abschnitten“, ergänzt Boyd.
Was die Beleuchtung betrifft, gibt der Chefkameramann zu Protokoll, dass er auf Johnsons Anregung hin viel von dem einsetzte, was der Regisseur als „schmutziges Licht“ bezeichnete. „Ich benutze viele Gelb- und Grüntöne, wenn Blackheart, Mephistopheles oder die Verborgenen involviert sind“, sagt er. „Das gab mir die Gelegenheit, mit der Beleuchtung ein wenig chaotisch zu sein. Bei den Szenen, in denen sich die Liebesgeschichte zwischen Nic und Eva entwickelt, wird die Beleuchtung wärmer, romantischer.“
Natürlich braucht jeder Superheld, der diesen Namen verdient, auch ein sofort wiedererkennbares Kostüm. Schon früh im Prozess der Vorproduktion entschied sich die Kostümdesignerin Lizzy Gardiner, bei GHOST RIDER die Finger vom traditionellen, Körper betonenden Lycra zu lassen. „Ich wollte das nicht haben – diese breiten Linien an den Schultern, die schmale Hüfte, das hautenge Kostüm … Ich wollte einfach etwas Neues, Originelles entwerfen.“
Gleichzeitig bewegte sich Gardiner auf dem schmalen Grat zwischen der Vorgabe der Comicfigur und dem Design eines Kostüms, das im Film funktionieren sollte. Bevor sie auch nur einen Stich machte, begab sie sich in die Welt der modernen Biker-Kleidung. „Der ganze Zugang zu diesen Outfits ist geradezu wissenschaftlich und mathematisch heutzutage. Die Bikes sind so schnell und die Kostüme sind beinahe futuristisch.“
Johnnys Straßenkleidung dagegen sind das genaue Gegenteil von auffällig, sagt Gardiner. „Wir wollten der Tatsache gerecht werden, dass Johnny Blaze besessen von Motorrädern ist und sich nicht wirklich darum schert, wer er ist, wenn er nicht auf einem sitzt. Wir wollten ihm nicht den Anflug von persönlicher Eitelkeit geben. Er sollte immer noch fantastisch aussehen, aber eben auch so, als ob er sich nicht darum kümmert, wer er ist, was er ist oder was er tut, wenn er nicht gerade auf einem Motorrad sitzt.“
Laut Regisseur Johnson waren Gardiners Kostüme die Grundlage für Die Verborgenen – drei Dämonen, gefallene Engel, die sich mit Blackheart verbündet haben. „Ihre Mäntel und ihr Outfit rühren von meiner Liebe für das Westerngenre“, sagt er. „Die Bösen tragen diese langen Staubmäntel und drücken damit gleichzeitig ihre Lebenseinstellung aus. Das war der Look, mit dem wir begannen. Und dann war es Lizzys Aufgabe, es so aussehen zu lassen, als wäre deren Kleidung aus ihrem jeweiligen Element gefertigt – aus Erde, Wasser und Wind. Und ich finde, die hat diese Aufgabe hervorragend gemeistert.“