Mittwoch | 30. Mai 2012 | 17:41 Uhr
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  • Schräger als Fiktion

    Drama, Komödie, Fantasy | USA 2006
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      • | Die Autorin

      • Die Stimme von Karen „Kay“ Eiffel treibt Harold beinahe in den Wahnsinn, denn unentwegt kommentiert sie jeden seiner Gedanken und all seine Handlungen. Aber Karen Eiffel ist, wie sich herausstellt, mehr als nur ein komischer Effekt. Sie ist eine real existierende Figur, eine besessene, selbstzerstörerische Künstlerin, die verzweifelt nach einem Ende für einen Roman sucht, an dem sie bereits seit zehn quälenden Jahren arbeitet.

        Lindsay Doran war es, die als Erste Emma Thompson in dieser Rolle sah. In den letzten 15 Jahren hatte sie mit ihr an drei Filmen gearbeitet – Dead Again (Schatten der Vergangenheit, 1991), Sense and Sensibility (Sinn und Sinnlichkeit, 1995) und Nanny McPhee (Eine zauberhafte Nanny, 2005) – und Doran konnte einfach nicht anders, als stets Thompsons unverkennbare Stimme zu hören, wenn sie Kays Zeilen las. Sie vermutete zudem, dass Thompson durchaus etwas mit der Figur anfangen könnte, weil sie wie Kay eine renommierte Autorin – sie ist bis heute die einzige Person, die Oscars® als Beste Schauspielerin und als Beste Drehbuchautorin gewinnen konnte – und eine begabte Komödiantin ist.

        „Emma ist eine der großartigen Schauspielerinnen unserer Generation“, sagt Marc Forster über die Entscheidung, Thompson den Part der Kay Eiffel anzubieten. „Sie ist eine sensible und brillante Darstellerin und eine höchst intelligente Frau obendrein. Ich wusste, dass sie die Rolle nicht nur mit ihrem schauspielerischen Talent, sondern eben auch ihrer Intelligenz veredeln würde.“ Thompson fällt es leicht zusammenzufassen, warum ihr SCHRÄGER ALS FIKTION gefiel. „Es war das beste Drehbuch, das ich seit langem gelesen habe“, meint sie. „Das war einer dieser seltenen Fälle, wo man denkt: ,Ich werde alles tun, um dieser Vorlage gerecht zu werden.‘ Wie es Zach Helm gelungen ist, eine fiktionale Realität und eine reale Fiktion zu schaffen und dabei immer in beide Richtungen gleichzeitig zu gehen, ist eine der bemerkenswertesten Dinge, die mir untergekommen sind. Es gibt nichts Besseres, als eine Kombination aus ernstem menschlichen Tiefgang und guten Gags.“

        „Emma sagte nach Seite 22 ja zu ihrer Rolle“, lacht Doran. „Ich musste sie erst einmal zwingen, das Buch zu Ende zu lesen, bevor sie Marc und Zach anrief, um sie wissen zu lassen, dass sie zusagen würde. Aber dann las sie es zu Ende und war von Seite zu Seite zunehmend begeistert.“
        Thompson wusste, dass sie es genießen würde, die Exzentrizitäten der Schriftstellerin darzustellen. „Kay ist im Grunde völlig verrückt“, lacht sie. „Sie hat die bizarre und etwas widerliche Angewohnheit, ihre Zigaretten mit einem mit Spucke angefeuchteten Taschentuch auszudrücken. Sie weiß nicht genau, wie sie ihre Hauptfigur sterben lassen soll, also verbringt sie den ganzen Tag damit, sich alle möglichen Arten von Tod und Zerstörung auszudenken. Man könnte sagen, dass sie am Ende ihrer Kräfte ist, als wir sie das erste Mal sehen.“

        Aber Kay steht noch vor einer größeren Krise, als sie erfährt, dass die fiktive Figur, über die sie da schreibt, irgendwie ein realer Mensch ist. „Plötzlich wird Kays fiktionale Welt zur Realität“, sagt Thompson. „Damit steht sie vor der großen Frage, ob sie ihre Kunst und ihre kreative Seele für diesen sehr echten Mann opfern wird.“

        Für Marc Forster war Emma Thompson die absolut perfekte Person, um die wundersame und doch beunruhigende Spannung darzustellen, wenn die Erzählerin erstmals der Figur gegenüber steht, über deren Leben oder Tod sie entscheiden kann. „Was immer sie zu dieser Sequenz und dem ganzen Film beigetragen hat, übertraf meine kühnsten Erwartungen“, sagt der Regisseur.

        Die Bewunderung zwischen Schauspielerin und Regisseur war gegenseitig. „Marc ist ein wahrer Filmemacher mit einer ganz bestimmten Vision“, sagt Thompson. „Er ist ein bisschen wie ich, weil auch er Subtiles mehr mag als große Gesten. Unsere Kommunikation war nahezu telepathisch. Das ist eine tolle Sache.“

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