Und ihre Schönheit! Penélope befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Schönheit. Das ist eine abgedroschene Phrase, aber in ihrem Fall trifft es zu. Diese Augen, der Hals, die Schultern, die Brüste! Penélope besitzt eines der spektakulärsten Dekolletés des Weltkinos. Sie anzuschauen war einer der höchsten Genüsse der gesamten Dreharbeiten. Auch wenn sie im Verlaufe der letzten Jahre immer eleganter geworden ist, hat Penélope (seit ihrem Debüt in Bigas Lunas JAMÓN JAMÓN, 1992) immer wieder bewiesen, dass ihr Figuren aus den unteren Schichten besser liegen als mondäne. Vor sieben oder acht Jahren, in LIVE FLESH – MIT HAUT UND HAAR (Carne trémula, 1997), hat sie eine einfache Prostituierte gespielt, die während der Fahrt mit einem Madrider Linienbus ein Kind zur Welt bringt. Penélope hat damals im wahrsten Sinne des Wortes die Leinwand verschlungen.
Ihre Raimunda in VOLVER ist von derselben Art wie die Figur von Carmen Maura in WOMIT HABE ICH DAS VERDIENT? (Qué hecho yo para merecer esto?, 1984). Eine Naturgewalt, die vor nichts zurückschreckt. Penélope verfügt über eine alles mitreißende Energie, aber sie ist auch eine sehr zerbrechliche Frau. Sie kann, und das Drehbuch zwingt sie dazu, ausrasten wie eine Furie - und im nächsten Moment bricht sie zusammen wie ein wehrloses Kind. Diese entwaffnende Verletzlichkeit ist es, die mich an Penélope am meisten überrascht hat. Und die Schnelligkeit, mit der sie sich in diese Verletzlichkeit hineinbegeben kann. Es gibt kein beeindruckenderes Spektakel als dies: Zuerst sieht man ein trockenes Augenpaar mit einem drohenden Ausdruck, und in derselben Einstellung füllen sich diese Augen plötzlich mit Tränen. Mit Tränen, die manchmal überlaufen wie ein Wasserfall, oder, wie in einigen Szenen, nur die Augen füllen bis zu ihrem Rand ohne jemals überzulaufen. Zeuge zu sein von diesem Gleichgewicht im Ungleichgewicht, war hinreißend.
Es war eine Freude, Penélope für ihre Rolle einzukleiden, zu frisieren und zu schminken. Der Körper von Penélope veredelt alles, in das man ihn steckt. Wir haben uns für enge Röcke und Strickjacken entschieden, weil das klassische Kleidungsstücke sind, sehr weiblich und seit 1950 immer in Mode. Und auch, es soll nicht verschwiegen werden, weil dieser Look uns an Sophia Loren in ihren Anfängen als neapolitanische Fischerin erinnerte. Die wunderbar zerzausten Frisuren sind dem Friseur Massimo Gattabrusi zu verdanken und das Make-up Ana Lozano. Penélopes Blick aus den Augenwinkeln ist eine Offenbarung. Nur ein Detail an ihrem Körper stimmt nicht: ihr Hintern ist zu klein. Solche Frauen wie Raimunda haben immer einen großen Hintern – also haben wir leicht nachgeholfen. Aber sonst war an Penélope einfach alles perfekt: ihr Herzblut, ihr Gefühl, ihr Talent, und ihr Gesicht, das von der Kamera verehrt wird. Und von mir.