Das größte Problem, das sich mir im Zusammenhang von VOLVER stellte, war, davon eine Inhaltsangabe zu verfassen, denn meine Filme lassen sich immer schwieriger in ein paar Zeilen nacherzählen oder zusammenraffen. Mit anderen Worten: Meine Erzählweise scheint sich mehr und mehr zu verkomplizieren. Glücklicherweise zeitigte dieser Umstand aber keine nachteiligen Effekte auf die Arbeit der Darsteller oder der übrigen Crew. Die Dreharbeiten verliefen nämlich diesmal äußerst reibungslos und absolut nach Plan. Diese Tatsache empfand ich wohl deshalb als besonders erholsam, weil das Shooting für meinen letzten Film LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG (2004) wirklich die Hölle war. Damals stand ich eigentlich regelmäßig am Rande des Nervenzusammenbruchs. Das bedeutet allerdings nicht, dass VOLVER besser ist als sein Vorgänger, auf den ich jetzt rückblickend sehr stolz bin. Ich litt dieses Mal einfach weniger, genau genommen sogar überhaupt nicht. Die Dreharbeiten für LA MALA EDUCACIÓN - SCHLECHTE ERZIEHUNG haben mich – genau wie die für MATADOR (Matador, 1986) und LIVE FLESH – MIT HAUT UND HAAR (Carne trémula, 1997) – etwas sehr Wichtiges gelehrt: Man kann und darf niemals das Handtuch werfen, selbst wenn man davon überzeugt ist, das alles in einem riesigen Desaster enden wird. Man muss weiter kämpfen, für jede Kameraeinstellung, jede Szene, jeden Blick, jede Dialogpause, jede Träne. Man darf niemals in seinem Enthusiasmus und seinem Gestaltungswillen nachlassen, egal wie verzweifelt man ist. Später, wenn einige Zeit verstrichen ist, gewinnt man dann oft einen anderen Blick auf das, mit dem man zuvor so sehr gehadert hat – und man stellt überrascht fest, dass es gar nicht so übel ist oder sogar ziemlich gut.