Ich nehme an, dass VOLVER eine dramatische Komödie ist. Es gibt lustige Szenen, und es gibt dramatische Szenen. Der Tonfall imitiert «das Leben selbst», aber es ist kein costumbristischer Film. Eher könnte man ihn dem surrealistischen Naturalismus zurechnen, wenn es denn so etwas überhaupt gäbe. Ich habe schon immer Gattungen vermischt, und ich tue es auch heute noch. Für mich ist das etwas Natürliches. Einen Geist in einem Film auftreten zu lassen, ist grundsätzlich ein komisches Element, ganz besonders, wenn man dieses Thema auf realistische Art behandelt. Wenn Sole versucht, den Geist vor ihrer Schwester zu verstecken, oder wenn sie ihn ihren Kundinnen vorstellt, führt das notwendigerweise zu Szenen voller Komik.
Obwohl Raimunda bei ihrer Rückkehr nach Hause etwas Furchtbares entdeckt, nämlich die Leiche ihres Ehemannes, entstehen aus ihren Bemühungen darum, die Tat ihrer Tochter zu verheimlichen, und aus ihren Versuchen, den Leichnam loszuwerden, doch wiederum Situationen, die typisch sind für eine Komödie.
Auch wenn die Vermischung von Gattungen für mich etwas Natürliches ist, heißt das noch lange nicht, dass ich dabei keine Risiken eingehe; das Groteske und das Kasperletheater sind eine ständige Bedrohung. Wenn man sich zwischen den Gattungen hin und her bewegt und innerhalb von Sekunden ganz gegenteilige Stimmungen erzeugt, tut man gut daran, eine naturalistische Erzählhaltung zu wählen. Diese erlaubt es einem, die aberwitzigsten Situationen wahrscheinlich aussehen zu lassen.
Das einzige Werkzeug, das einem neben der realistischen Inszenierung noch zur Verfügung steht, sind die Schauspieler. Die Schauspielerinnen, in diesem Fall. Ich hatte das Glück, dass sich während der Dreharbeiten alle in einem ununterbrochenen Zustand höchster Inspiration befanden. Das wahre Spektakel von VOLVER sind sie.