Djalili sagt auch, er habe sofort eine kulturelle Affinität zu dieser Rolle verspürt: “Meine Agenten haben mich angerufen und gesagt, dass die Leute bei DreamWorks meine Arbeit gesehen hätten und mich für diese Rolle kennen lernen wollten. Sie meinten, die Figur sei ein Perser, warum also sollte sie nicht auch ein echter Perser spielten? Da konnte ich einfach nicht Nein sagen.”
Produzentin Bonnie Arnold meint: “Wir hatten einige Kassetten mit Omids Stimme gehört und wussten, dass er sehr witzig ist. Wir waren von der Idee begeistert, ihn für die Rolle von Tiger zu besetzen und haben ihn aus London einfliegen lassen, um mit uns das Projekt zu besprechen. Seine Stimme hat dem Charakter neue Elemente verliehen, und außerdem hat es großen Spaß gemacht, mit ihm zusammenzuarbeiten.”
Innerhalb der Großfamilie der Waldtiere gibt es zwei wirkliche Familien: einerseits die Beutelratte Ozzie und seine Tochter Heather, andererseits das Igelpärchen Penny und Lou mit den Drillingen Quillo, Bucky und Spike.
William Shatner spricht Ozzie, den Beutelrattenvater, der sich ganz besonders gut auf das Todstellen versteht – was denn sonst? Johnson erläutert: “Die Beutelratten tun in unserem Film das, was sie auch in der Wirklichkeit gut können: Immer wenn sie sich in Gefahr befinden, stellen sie sich tot. Unsere Beutelratte Ozzie aber, gesprochen von William Shatner, beherrscht Sterbeszenen von Shakespeare-Qualität. Er ist eine sehr melodramatische Beutelratte.”
Shatner meint: “Beutelratten denken nicht in den Kategorien ‚kämpf oder stirb’. Wenn sie sich bedroht fühlen, fallen sie einfach tot um, das ist ihre Verteidigungsstrategie. So wie meine Rolle geschrieben ist, hat sie echte Shakespeare-Dimensionen. Ozzie stirbt immer auf sehr theatralische Weise… keine Ahnung, warum sie gerade mich für diese Rolle engagiert haben.”
“Als langjähriger Fan von William Shatner war es für mich eine Ehre, hier Regie führen zu dürfen”, sagt Johnson. “Es gibt keinen energiegeladeneren, hingebungsvolleren Darsteller als Bill. Und sein komödiantisches Timing ist meisterhaft. Man muss ihm nichts über den Aufbau eines Gags erklären; er liest die Szene, versteht sofort und kann einem dann auch noch ein Dutzend Variationen für jeden Satz liefern – wobei jede einzelne makellos ist.”
“Ich habe viel Erfahrung im Radio, und die Arbeit an Animationsfilmen ist dem Radio sehr ähnlich, denn man kann das Publikum nur durch die Klangfarben der eigenen Stimme erreichen”, erläutert Shatner. “Man sitzt in einem Raum und bekommt zum Kontext des jeweiligen Satzes Hinweise vom Regisseur: Was ist das für eine Situation? Welche Energie schwingt mit? Welches Tempo ist gefragt? Natürlich ist auch Raum für Improvisation, also macht das wirklich großen Spaß.”
“Manche der witzigsten Gags waren diejenigen, die den Schauspielern spontan eingefallen sind”, sagt Kirkpatrick. “Wir haben viel Freiraum gehabt, damit die Darsteller den Charakter verstehen und wirklich in die Rollen hineinschlüpfen konnten. Das ist der magische Zeitpunkt, von dem an sich der ganze Zauber entfalten kann.”
Ozzies Tochter ist ein Teenager namens Heather; sie teilt die dramatischen Neigungen ihres Vaters ganz und gar nicht. Johnson meint: “Ozzie ist besonders stolz auf diese Fähigkeit seiner Spezies, sich vor Feinden tot zu stellen. Das Problem besteht darin, dass er überall Feinde lauern sieht – und Heather muss sich für ihn schämen, denn Ozzie kippt schon bei jedem lauten Geräusch oder bei jeder plötzlichen Bewegung, die er aus dem Augenwinkel wahrnimmt, tot um. Wir sagen immer, dass jedes Mal wenn Ozzie stirbt auch Heather ein wenig stirbt – vor Scham.”
Der kanadische Pop-Star und Hit-Lieferant Avril Lavigne spricht im Originalfilm die Rolle der Heather und sagt: “Immer wenn Heathers Vater sich tot stellt, geniert sie sich, denn ihrer Meinung nach übertreibt er es. Man weiß ja, dass sich viele Teenager für ihre Eltern schämen. Das haben wir doch alle durchgemacht, also werden sich vielleicht ein paar Kids damit identifizieren können”, lächelt sie.
Obwohl Avril Lavigne die Arbeit in einem Tonstudio natürlich bestens bekannt ist, stellt “Ab durch die Ecke” ihr Schauspieldebüt dar. Sie erinnert sich: “Als das Angebot für diesen Film kann, dachte ich, das würde aufregend werden, denn das Drehbuch war toll und die Rolle war gut. Als ich anfing, wusste ich nicht genau, was mich erwartete, aber ich hatte wahnsinnig viel Spaß. Alle, mit denen ich zusammengearbeitet habe, waren wirklich cool und haben mich bei der Arbeit unterstützt.”
“Avril ist in der Welt der Pop-Musik eine unglaubliche Stimme und für die Welt unseres Films eine große Bereicherung”, merkt Johnson an. “Das ist ihre erste Filmrolle, doch schon am Ende des ersten Aufnahmetages brauchte sie keinerlei Anweisungen mehr von uns. Sie lieferte einen Berg großartiger Einsprechungen. Als junge Frau kennt sie sich mit den heutigen Teenagern auch noch gut aus; wir wollten Heather als junges Mädchen darstellen, die mit den Erwartungen ihres Vaters und dieser besonderen Strategie ihrer Tierart, dem tot stellen, zu kämpfen hat. Wir waren begeistert, sie als Schauspielerin engagieren zu können.”
Als Vertreter der traditionellen Familienwerte gibt es noch die Igel-Eltern Penny und Lou, im Original gesprochen von zwei Schauspielern, die im Film bereits oft als Paar aufgetreten sind: Catherine O’Hara und Eugene Levy. “Sie kennen sich bereits seit langem und haben schon zusammengearbeitet, also ergänzen sich ihre Stimmen sehr gut”, meint Arnold. “Beide sind sehr talentierte Schauspieler und Komödianten und sie haben sofort verstanden, wonach wir für diese Rollen gesucht haben. Sie haben ihre Figuren mit viel Warmherzigkeit und Herzlichkeit gestaltet.”
Johnson fügt hinzu: “Wir haben uns vorgestellt, was für einen Spaß es machen würde, Catherine und Eugene zusammenzubringen, um Penny und Lou zu spielen. Sie haben schon zu Second-City-Tagen zusammengearbeitet, also gibt es eine ganz natürliche Chemie zwischen ihnen; sie haben genau die Art von Beziehung, die ein verheiratetes Paar mit Kindern haben würde. Und da sie schon so oft miteinander gearbeitet haben, kennt jeder das Tempo und das Timing des andern sehr gut – das war wichtig, denn wie so oft bei Animationsfilmen hat hier jeder seine Rolle allein eingesprochen.”
O’Hara meint: “Als ich den Film sah, war ich sehr davon beeindruckt, wie nahe sich die Figuren standen – als hätten sie wirklich eine gemeinsame Geschichte und so viel Spaß gehabt. Ich musste ständig daran denken, dass wir während des Einsprechens der Rollen gar nicht zusammen gewesen waren, denn es klingt nun so, als hätten wir wirklich miteinander gesprochen.”
“Für den Bruchteil einer Sekunde vergisst man, dass das die eigene Stimme ist”, fügt Levy hinzu. “Man kann sich sogar davon lösen und den Film als niedlich und lustig und liebenswert betrachten – und dann merkt man: ‚Hey, das bin ja ich!’. Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass ich mit all diesen großartigen Schauspielern in dem Film diese kleinen, pelzigen Kreaturen spiele. Ich kann meinen Enkelkindern jetzt erzählen, dass ich es bin, der die Stimme von Lou spricht.”
Beide Schauspieler stammen aus Kanada, also hatten sie keinerlei Probleme damit, Pennys und Lous Akzent zu gestalten. Levy meint: “Wir sind in Toronto aufgewachsen, wo wir über einen Sender an der Grenze in Buffalo auch US-Fernsehen empfangen konnten. Dort wird auch genauso gesprochen, also war mir der Tonfall gut bekannt.”
Penny und Lou sind die Eltern der spitzfindigen und frechen Igel-Drillinge Quillo (im Original gesprochen von Madison Davenport), Spike (Shane Baumel) und Bucky (Sami Kirkpatrick, der als Sohn des Regisseurs Karey Kirkpatrick natürlich viel Insiderwissen über die Rolle mitbrachte.)
Die Tierbande aus dem Wald hat aber durchaus auch Feinde, sowohl in der Natur als durch Menschenhand. Auf ihrer Seite der Hecke lebt Vincent, ein großer Bär mit einem ebenso großen Appetit. Bevor er sich in den Winterschlaf zurückzog, hatte er genügend Junk-Food angehäuft, um über Monate hinweg sein Fettpolster und seine gute Laune sichern zu können – jedenfalls bis Richie versuchte, sich mit seiner Beute auf und davon zu machen, sie jedoch stattdessen zerstörte. Vincent hat Richie jetzt ein Ultimatum gestellt: Er hat eine Woche, um den Schaden wieder gut zu machen – oder Vincent wird sich ein anderes Nahrungsmittel einverleiben…
Nick Nolte, der im Original Vincent seine Stimme leiht, sagt: “Vincent ist kein böser Kerl, er hat nur ein kleines Problem mit seiner Verhaltensweise. Wenn jemand sein Futter klaut, wird er ärgerlich – wer könnte ihm das verübeln?”
“Als wir Nick Nolte die Rolle des Vincent vorgeschlagen haben, war er wirklich überrascht. Mit seiner tiefen Stimme fragte er: ‚Warum um Himmels Willen wollt ihr, dass ich ein Bär bin?’”, lacht Johnson. “Die Rolle gehörte ihm bereits in dem Augenblick, als wir ihn trafen. Er ist ein Schauspieler, der den Subtext wirklich versteht und sich völlig in eine Rolle versenken kann. Er war für diese Figur eine unglaubliche Bereicherung.”
Als weiterer Schauspieler, der hier sein Debüt im Animationsgenre gibt, sagt Nick Nolte: “In meiner 40jährigen Filmlaufbahn war dies das erste Mal, das ich keine Ahnung hatte, wie meine Rolle aussehen sollte. Ich fand dieses Verfahren sehr interessant; es gab weitaus mehr Zusammenarbeit und Regiearbeit als ich erwartet hatte, was sehr hilfreich war, denn die Regisseure hatten so viel Zeit wie niemand sonst mit den Charakteren verbracht und kannten sie in- und auswendig, besser als jeder andere.”
Auf der anderen Seite der Hecke, in der Vorstadtsiedlung, sehen sich die Tiere einer neuen Art von Feind gegenüber – verkörpert durch Gladys Sharp, die linientreue Vorsitzende der Eigentümervereinigung der Siedlung von El Rancho Camelot Estates. Sie hält eisern an den Vorschriften fest, die die perfekte Ordnung in ihrer Vorstadtsiedlung garantieren sollen. Kirkpatrick sagt: “Die Figur der Gladys war für uns ein Weg, diesem Drang nach Gleichmacherei, der sich aus solchen Entwicklungen ergibt, einen gar nicht so subtilen Hieb zu versetzen – alles soll homogen und einförmig sein, die Individualität wird unterdrückt. Gladys ist vom äußeren Schein besessen, und sie ist dort, um die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen.”
Allison Janney spricht im Originalfilm die Stimme von Gladys und stimmt dieser Aussage zu: “Gladys ist eine Erbsenzählerin, sie liebt Vorschriften und Richtlinien. Glücklich wird sie nur, wenn sie alles unter Kontrolle hat. Wenn etwas in Unordnung gerät, regt sie sich fürchterlich auf – und was macht mehr Unordnung als Waschbären, die in deinem Müll herumwühlen? Gladys versucht, diese wundervolle Siedlungsgemeinschaft aufrechtzuerhalten, in der alles perfekt, sauber und hübsch aussieht – und dann kommen diese Tiere und drohen, alles zu zerstören. Für Gladys ist das so, als wäre ihre Nachbarschaft von Schädlingen befallen; ihre Aufgabe ist es also, diese ekelerregenden Tiere wieder loszuwerden.”
Bonnie Arnold meint: “Wir kennen Allison Janney aus der TV-Serie “The West Wing”, und sie hat auch in vielen Dramen mitgespielt, aber ich glaube kaum, dass allzu viele Leute schon wissen, wie witzig sie sein kann. Sie hat alles mitgemacht; je übereifriger Gladys wurde, desto mehr hat Allison diese Rolle genossen. Wir haben viel gelacht, wenn Allison im Tonstudio war.”
“Ein Animationsfilm ist wohl so ziemlich das beste Engagement für einen Schauspieler”, sagt Janney. “Besonders viel Spaß macht es, die Böse zu spielen. Ich spiele gerne verrückt und mache komische Stimmen, übertreibe, wage auch mal etwas. Meistens sagen die Regisseure dann, ich soll einen Gang runterschalten, aber in diesem Projekt konnte ich alles zeigen… und je mehr, desto besser.”
Völlig entsetzt von diesem – in ihren Augen – Schädlingsbefall, setzt Gladys also auf professionelle Hilfe. Doch sie bekommt mehr, als sie erhofft hatte, als Dwayne – auch als “The Verminator” bekannt – auf ihre Anfrage antwortet. Als skrupelloser Schädlingsbekämpfer ist er mit einem ganzen Waffenarsenal und außerdem mit der hässlichsten Halbglatze der Welt ausgestattet; Dwayne ist der schrecklichste Feind für jedes unglückselige Tier, das ihm unter die Augen kommt. Kirkpatrick bestätigt: “Mit Dwayne muss man rechnen, wenn es um die Tiere geht. Er hat sich mit Leib und Seele der Schädlingsbekämpfung verschrieben und sein Geruchssinn ist so fein entwickelt, dass er nur kurz schnüffeln muss, um schon genau zu wissen, zu welcher Familie, Gattung und Art die Tiere gehören, die sich in der näheren Umgebung befinden.”
Thomas Haden Church spricht im Originalfilm die Rolle des Dwayne und sagt: “Er ist ein absoluter Profi, aber wenn man sein Metier berücksichtigt, könnte man sagen, dass er unmenschlich ist. Das Tierreich ist sein schlimmster Alptraum. Gladys weiß nicht weiter, also engagiert sie Dwayne, um sich ihres Problems zu entledigen; er aber treibt alles noch auf die Spitze. Wahrscheinlich löst er weniger Probleme, als er selbst erzeugt. Er ist zwar davon überzeugt, der Beste in seinem Job zu sein – aber in diesen Tieren hat er vielleicht seinen Meister gefunden.”
Kirkpatrick meint dazu: “Thomas hat unglaublich großes Talent, aber ich denke, keiner von uns wusste, wie wahnsinnig gut er auch improvisieren kann. Ich glaube, die Hälfte aller Sätze von Dwayne waren spontane Einfälle von Thomas. Er hat wirklich dazu beigetragen, diesen Charakter zu entwickeln und hat ihm viel mehr Lebendigkeit eingehaucht als anfangs im Drehbuch vorgesehen war.”
“Ich hatte bei der Arbeit mit Karey und Tim viel Spaß”, sagt Thomas Hayden Church. “Der Text war witzig, die Figuren waren witzig… Es war einfach clever und etwas anderes. Ich bin stolz darauf, Teil eines so irrsinnig unterhaltsamen und originellen Projekts zu sein, in dessen Kern gleichzeitig eine so freundliche, lebensbejahende Geschichte steckt. Das war auch ausschlaggebend dafür, dass ich mit an Bord wollte.”
Bonnie Arnold sagt: “Wenn man das Schauspiel-Ensemble betrachtet, erkennt man, dass eine solche Besetzung für jeden Spielfilm ein Glücksfall wäre. Wir waren absolut begeistert davon, dass all diese bemerkenswerten Schauspieler Teil dieses Films sein wollten. Jeder Einzelne hat so viel dazu beigetragen – nicht nur zur Entwicklung ihrer eigenen Rollen, sondern zur gesamten Komödie und zum emotionalen Kern des Films.”