Mittwoch | 30. Mai 2012 | 21:00 Uhr
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  • Hairspray

    Komödie, Musical, Romanze | Großbritannien / USA 2007
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      • | Das ultimative Ensemble

      • Der erfahrene Filmstar John Travolta und „Neuentdeckung“ Nikki Blonsky standen am Anfang einer Besetzungsphase, die schließlich ein absolutes Star-Ensemble vor den „Hairspray“-Kameras versammelte. Noch nie gab es eine derartige Ansammlung von Talenten, die durch einen Film tanzen und singen – von Hollywoods Schwergewichten bis zu den angesagtesten Jungstars.

        Als musikbegeisterte Mom Motormouth Maybelle und als intrigante Velma Von Tussle besetzten die Filmemacher ihre jeweils erste Wahl: Queen Latifah und Michelle Pfeiffer. Beide Schauspielerinnen sind Spitzenstars, attraktive Frauen und (dank einiger haarsträubender Perücken) auch blond.
        „Als Blondine brachte ich ganz neue Saiten in mir zum Klingen“, grinst Latifah. „Ich wusste gar nicht, was da in mir steckt. Ich habe mir das Haar zwar schon mal aufhellen lassen, aber Platin war echt was Neues, wirklich cool. Ich fühle mich mit alldem Haar wie eine Superheldin, richtig mit Power.“

        Latifah akzeptierte die Rolle, ohne das Skript überhaupt zu lesen, denn sie kannte bereits Regisseur/Choreograf Adam Shankman („Bringing Down the House“/Haus über Kopf) und die „Hairspray“-Produzenten Craig Zadan und Neil Meron, die bei „Chicago“ als Executive Producers fungierten – mit der Rolle der Mama Morton in diesem Film wurde Latifah für den Oscar, den Golden Globe und den Preis der Screen Actors Guild (US-Gewerkschaft der Film- und TV-Schauspieler) nominiert. „Ich verließ mich einfach auf ihre gemeinsame Erfahrung und wusste genau: Wenn sie etwas versprechen, halten sie Wort … und so war es dann auch“, sagt sie.

        In mancher Hinsicht fühlte sich Latifah als Motormouth Maybelle ganz wie zu Hause – was sich vielleicht am besten in ihrer bewegenden, mitreißenden Interpretation von „I Know Where I’ve Been“ ausdrückt.

        „Ja, Maybelle liebt Musik ebenso sehr wie ich, wir beide wissen, was sie im Leben der Menschen bewirken kann“, sagt sie. „Musik kann uns den Antrieb zur Veränderung verschaffen, man kann sich nämlich ändern, man ändert sich auch, aber manchmal braucht man dabei ein wenig Unterstützung. Der Protestmarsch im Film bedeutet mir also sehr viel. Nicht nur weil ich Marc Shaimans und Scott Wittmans wunderbaren Song singen darf, sondern weil ich mich an den Enthusiasmus meiner Mutter erinnert fühlte. Sie war Schullehrerin, ein großes Vorbild für ihre Schüler und ihre eigenen Kinder. Sie gab ihnen Mut und machte ihnen immer wieder klar, dass man die Welt erobern kann, wenn man nur will. Maybelle ist aus demselben Holz geschnitzt. Sie begreift, dass in ihren Kindern und deren Freunden das Potenzial der Zukunft steckt, dass es unendliche Möglichkeiten gibt – man muss sie nur erkennen und die Gelegenheiten beim Schopf packen. Also genau das, was die Kids im Film tun – und alle tun es mit und durch Musik.“

        Musik und Veränderungen stehen eindeutig nicht oben auf der Liste der überhaupt nicht lustigen Witwe und TV-Sender-Geschäftsführerin Velma Von Tussle. Diese Rolle übernimmt Michelle Pfeiffer, die mit ihrer bisher letzten Gesangsrolle als Suzie Diamond in „The Fabulous Baker Boys“ (Die fabelhaften Baker Boys) eine ihrer drei Oscar-Nominierungen verbuchte.

        „Velma ist eine sehr unzufriedene Frau“, sagt Regisseur/Co-Choreograf Adam Shankman. „Für die Ex-Schönheitskönigin heißt es nach wie vor: Siegen um jeden Preis. So leitet sie ihren Sender, und so richtet sie auch ihr eigenes Leben und das ihrer Tochter Amber aus. So wunderschön sie äußerlich ist, so abgrundtief hässlich ist sie innerlich.“
        „Ich bin ein großer Fan von Michelle, schätze vor allem ihre Auftritte in ,Batman Returns‘ (Batmans Rückkehr) und ,Die fabelhaften Baker Boys‘. Ich weiß also, dass sie die Velma-Rolle sowohl körperlich als auch komödiantisch und musikalisch meistert“, sagt Shankman. „Doch fraglos ist es eine große Herausforderung, die Schurkin zu spielen, die letztlich eine ausgewachsene Rassistin ist. Aber Michelle hat sich nie vor Velmas grausigem Charakter gedrückt – sie hat sich in sie verbissen, schraubte dann die Kiefer fest und ließ einfach nicht mehr los.“

        „Velma als Bösewicht zu bezeichnen ist eher noch untertrieben“, lacht Pfeiffer. „Zunächst zögerte ich, die Rolle anzunehmen. Denn ich hatte keine Ahnung, wie ich den Zugang zu einer so fürchterlichen Figur finden sollte. In jeder Szene versuchte ich, ihr irgendeine menschliche Regung abzugewinnen, aber oft war das schier unmöglich. Ich muss mich also sehr bei Adam bedanken: Er war sehr hilfsbereit, gab mir immer das Gefühl, dass er die Sache voll in der Hand hat und auch die generelle Perspektive im Auge behält. Er hat uns viel Probezeit zur Verfügung gestellt und achtete darauf, dass ich mich beim Einrichten der Szenen wohl fühlte. Aber immer wenn ich zu sehr ,schauspielerte‘ und nach ,meiner Motivation‘ suchte, sagte Adam kurz und knapp: ,Darling! Wir machen hier Vaudeville!‘ Das brachte mich wieder in die Spur zurück, der ich als Velma folgen muss.“

        Pfeiffer gesteht, dass ihr in Bezug auf Gesang und Tanz (und beim Herumwirbeln des Taktstocks!) erheblich mehr abverlangt wurde, als sie vom Dreh zu „Grease 2“ (Grease 2) oder „Die fabelhaften Baker Boys“ gewohnt war. „Die Songs an sich sind schon sehr anspruchsvoll“, sagt sie. „Da blieb mir kaum Raum für eine eigene Interpretation, weil die Melodien ein derartiges Tempo vorlegen, dass ich kaum Luft holen konnte. Doch als ich die ,Worauf hab ich mich da nur eingelassen‘-Phase überwunden hatte, machte es riesig Spaß, endlich einmal wieder singen zu dürfen. Und die Nummer ,Miss Baltimore Crabs‘ hat mich wirklich total gefordert, weil ich mich auf so viele Dinge gleichzeitig konzentrieren musste. Doch Brittany (Brittany Snow, die Velmas Tochter Amber spielt) und all die wunderbaren jungen Tänzer haben immer für gute Stimmung gesorgt. Ihr unermüdlicher Enthusiasmus wirkte tatsächlich ansteckend – ich habe mit jedem Einzelnen gern zusammengearbeitet.“
        „Die Leute werden begeistert auf die äußerst komische Michelle in diesem Film reagieren“, sagt Shankman. „Und falls sie vergessen haben sollten, dass sie singen und tanzen kann, dann dürfen sie sich hier auf einiges gefasst machen.“

        Ein weiterer Besetzungscoup gelang, als Christopher Walken zum Team stieß, der vor allem für seine preisgekrönten Rollen in dramatischen Filmen bekannt ist, in denen er oft als Bösewicht auftritt. Doch der in Queens geborene Walken hat schon als Kind getanzt und gesungen. Als Jugendlicher sang er im Chor vieler Musicals und Tournee-Ensembles mit – allein zwei Jahre war er mit dem Klassiker „West Side Story“ unterwegs.
        „Bis ich etwa 30 Jahre alt war, bin ich oft in Musicals aufgetreten“, sagt Walken. „Dann ergatterte ich eine normale Schauspielerrolle in einem Stück, wodurch ich eine Filmrolle bekam, und so begann meine Filmkarriere – eher zufällig.“
        Kein Zufall war es allerdings, dass John Travolta Walkens Namen ins Spiel brachte, denn er wusste genau, dass die Rolle des Wilbur nicht nur einen guten Schauspieler erfordert – er muss auch singen und tanzen können. Zum Glück kannten auch die Filmemacher Walkens musikalische Leistungen, zu denen seine unvergessliche Rolle in „Pennies from Heaven“ (Tanz in den Wolken) und kürzlich sein Tanz in dem von Spike Jonze inszenierten Musikvideo „Weapon of Choice“ zählen.

        „Dass John Chris vorschlug, war genial“, sagt Produzent Craig Zadan. „Chris gehört zu der Generation, die Wilbur entspricht, und weil er ein so hervorragender Tänzer ist, konnte Adam Shankman die Musiknummer ,Timeless to Me‘ sogar noch ausbauen. In der Broadway-Show wird der Song von Wilbur und Edna einfach nur gesungen. Doch hier kreiert Adam eine ganz außergewöhnliche Song/Tanzeinlage, die von zwei echten Sängern und Tänzern dargeboten wird – wirklich eines der Highlights des Films.“

        „Chris Walken kommt mir vor wie ein Laden, in dem man unendlich stöbern kann“, sagt Shankman. „Er hat seine Eigenarten, ist ein echtes Original und immer für Überraschungen gut. Er näherte sich der Figur auf sehr ungewöhnliche Weise. Er und John konzentrierten sich derart auf ihre ,Beziehung‘, dass man ihnen wirklich glaubt, sie führten eine liebevolle Ehe als Mann und Frau. Bei der Choreografie zu ,Timeless to Me‘ standen mir also zwei der begabtesten Musical-Stars zur Verfügung, die nicht nur ihre Tanzschritte beherrschen, sondern auch das Fantasy-Ambiente der Situation im Auge behalten – so illustrieren wir Wilburs und Ednas Liebe auf einer übergeordneten Ebene: Diese Liebe überschreitet die Grenzen ihres Hauses und Gartens – sie lebt in der Welt der großen Romanzen. Das Konzept ist völlig verrückt, aber durch die Leistung der beiden entsteht einer der anrührendsten Momente des gesamten Films.“

        Und noch ein weiteres Ass hatten die Filmemacher im Ärmel: Es stellte sich nämlich heraus, dass auch Schauspieler James Marsden, der den Cyclops in den drei Blockbuster-Hits der „X-Men“-Reihe spielt, ebenfalls singen kann. Sein Spielfilm-Gesangsdebüt gibt Marsden als Corny Collins, der in Baltimore eine Musikshow nach dem Vorbild der legendären TV-Sendung „American Bandstand“ moderiert und dem Begriff Schwarzweißfernsehen eine ganz neue Bedeutung abgewinnt.

        „Hairspray“ ist allerdings nicht Marsdens erster Profi-Auftritt als Sänger: In der Hit-Serie „Ally McBeal“ (Ally McBeal; die zufällig Michelle Pfeiffers Ehemann David E. Kelley produzierte) spielte er in der Staffel 2001–2002 zwölf Episoden lang den Glenn Foy. Jahre später engagierte man ihn als Sänger für die Werbespots zu Sarah Jessica Parkers Parfum Lovely (wobei die Musik zufällig von „Hairspray“-Komponist/Texter Marc Shaiman produziert und arrangiert wurde).
        „Mit Mark und Scott (Wittman) bin ich schon seit einigen Jahren befreundet, ebenso wie mit Neil Meron“, sagt Marsden. „Alle drei wussten, dass ich seit längerem gern bei einem Musical-Projekt mitmachen wollte. Sie sagten immer: ,Lass mal den Superhelden zu Hause und sing was!‘ Als dann diese Produktion grünes Licht bekam, erzählten sie mir von einer tollen Rolle für mich – alles passte zusammen. Der Rest ist Corny.“

        „Corny“ bedeutet im Englischen „schmalzig“ – ein wahrlich passender Name. Marsden sah den Rollennamen als Freifahrtschein für „jede nur denkbare Übertreibung“, bedankt sich aber bei Regisseur Shankman dafür, dass „ich nicht knietief im Zuckerguss versunken bin“.
        „Adam denkt in Kinobildern. Er wollte diese scheinbar verrückten Figuren absolut realistisch darstellen, um ihnen ein emotionales Zentrum zu schaffen“, sagt Marsden. „Diese Gefühle sorgen für die so überzeugende, humorvolle und anrührende Wirkung der Musik und der Botschaft des Films.“
        „Ich hatte mir Jimmy nie als Kandidaten für Corny Collins vorgestellt“, gibt Shankman zu. „Aber ich brauchte nur 30 Sekunden seines Gesangsauftritts in ,Ally McBeal‘, um zu meinem Besetzungschef zu sagen: ,Das ist genau der Typ, den ich will, das ist mein junger Dick Clark, das ist mein Corny.‘“

        Neben der Musiknummer „Hairspray“, durch die Marsden sich an alte Busby-Berkeley-Choreografien erinnert fühlt, singt er auch den Song „Nicest Kids in Town“: Das Lied konfrontiert das Publikum mit der Rassentrennung im Fernsehen der frühen 1960er-Jahre – und stellt dem Baltimore-Publikum jeden Tag nach der Schule die Corny-Collins-Ratsmitglieder vor.

        Während des Drehs waren die „wirklich netten“ Kids jene Darsteller der jungen Generation, die von den Filmemachern handverlesen wurden: Highschool-Herzensbrecher Link Larkin (Zac Efron), Tracys beste Freundin Penny Pingleton (Amanda Bynes), Velmas Tochter Amber Von Tussle (Brittany Snow) und die beiden Kinder von Motormouth Maybelle: Seaweed (Elijah Kelley) und Little Inez (Taylor Parks). Innerhalb des letzten Jahres haben sowohl Efron als auch Bynes, Snow, Kelley und Parks Karriereschübe erlebt – mit der Besetzung in „Hairspray“ als Höhepunkt.

        Efron wurde im vergangenen Jahr durch seinen Auftritt als Troy Bolton in dem phänomenalen Erfolg „High School Musical“ (High School Musical) weltweit bekannt. Er erinnert sich an den Tag, als er in seine Rolle verwandelt wurde.
        „Alles passierte rasend schnell“, sagt Efron, dessen realer Status als Teenieschwarm den seines Alter Ego Link eindeutig übersteigt. „Als ich den Wohnwagen des Friseurs betrat, sah ich noch wie ich selbst aus. Als ich wieder herauskam, hatte man mir das Haar schwarz gefärbt, kurz geschnitten und mit Gel zu einem Entenschwanz gekämmt.

        Ich dachte: Das darf doch wohl nicht wahr sein!‘ Ganz im Ernst: Ich stürzte in eine echte Identitätskrise, erlebte einen Schock. Doch letztlich habe ich mich daran gewöhnt. Ich sagte mir: Wenn ich als Link rocken soll, dann muss ich wirklich überzeugend rocken. Und die neue Frisur war nur der Anfang.“

        Auch die zweimonatigen Gesangs- und Tanzproben waren stark gewöhnungsbedürftig, wie Efron berichtet. „Für ,High School Musical‘ haben wir nur anderthalb Wochen geprobt, der ganze Film wurde in sechs Wochen abgedreht. Für ,Hairspray‘ dauerten allein die Proben schon länger. Ja, da ging es wirklich zur Sache, wir waren echt fertig, haben so etwas noch nicht erlebt. Aber Adam und die Choreografie-Assistenten machten uns klar, wie wichtig die Proben sind, denn nach dem Start der Dreharbeiten blieb dafür keine Zeit mehr – da wurde nur noch gedreht. Das war eine wichtige Lektion – hart, aber wichtig.“

        Amanda Bynes arbeitet in der Branche, seit sie zehn ist – mit zwölf hatte sie als jüngste Moderatorin ihre eigene Sketch-Show. Als sich ihr die Möglichkeit bot, in einem Film-Musical mitzuwirken, ließ sie sich diese Chance nicht entgehen.

        „Ich wollte die tolle Rolle unbedingt spielen“, sagt Bynes. „Denn Penny entwickelt sich im Lauf der Geschichte deutlich weiter, und als Schauspielerin macht es mir natürlich besonderen Spaß, wenn sie anfangs ein hässliches Entlein ist und dann wie Penny – zack! – richtig durchstartet. Ich mag Musicals und bin mit allen möglichen Gesangsauftritten und Sketchen aufgewachsen, denn nichts tue ich lieber, als die Leute zum Lachen zu bringen und herumzualbern.“

        Bynes erinnert sich an eine Szene, in der sie von den erfahrenen Kollegen John Travolta und Christopher Walken „eingerahmt“ wurde: „Ich bin total ausgeflippt“, sagt sie. „Ich war ganz aufgeregt und rief meine Eltern an – ich wünschte mir, sie hätten dabei sein können. John und Chris waren sehr zuvorkommend, aber für mich als großen Filmfan sind sie eben gigantische Kinostars. Die Mitwirkung in ,Hairspray‘ war also das Coolste, was mir überhaupt passieren konnte.“

        Pennys Mutter Prudy Pingleton wird von der Emmy-preisgekrönten Allison Janney gespielt – gegen Prudy wirkt Ekel Alfred geradezu lammfromm. Janneys Freunde Marc Shaiman und Scott Wittman baten sie um ihre Mitwirkung im Film, und sie war begeistert von der Chance, einmal eine derart stockkonservative Frau spielen zu dürfen.

        „Prudy Pingleton ist – man merkt es schon am Namen – etwas prüde“, sagt Janney. „Sie findet die jüngsten Entwicklungen in der Gesellschaft gar nicht lustig und wacht wie eine Glucke über ihre Tochter. Ich darf also ein paar total verrückte Sachen anstellen, um sicherzugehen, dass Penny immer brav zu Hause bleibt. Die Rolle bringt richtig Spaß, weil das Ganze deutlich in Richtung Kitsch ausartet. Mir fiel es überhaupt nicht schwer, in Prudys Haut zu schlüpfen und dieses Kostüm, die Perücke und die Brille zu tragen – von der Bibel, die ich ständig bei mir habe, ganz zu schweigen! Ich spiele gerne Figuren, die ihre Probleme verdrängen – diese Rolle war also ein Fest für mich.“

        Als einzige der Hauptfiguren tanzt und singt Prudy nicht. Umso mehr stürzte sich Janney auf die Slapstick-Momente ihrer Rolle und freute sich, als Regisseur Adam Shankman sie improvisieren ließ. „Sagen wir es so: Ein paar Sprüche werden unvergesslich bleiben“, lacht Janney.
        Brittany Snow wechselt ständig zwischen dramatischen Rollen in Serien wie „Nip/Tuck“ (Nip/Tuck) oder „Law and Order: SVU“ (Law & Order: New York) und Kinokomödien wie „John Tucker Must Die“ (Rache ist sexy) und „Hairspray“. Als Amber Von Tussle zeigt Snow ihre ganz eigene, unvergessliche Interpretation der legendären Rolle.

        „Mir hat es riesig Spaß gemacht, die Amber zu spielen“, sagt Snow. „Abgesehen von der irren Frisur, dem Make-up und den Kostümen verhält sich Amber total schrill – für mich als Schauspielerin also ein gefundenes Fressen. Das heißt: äußerlich Perlen und perfekte Haltung, genau wie ihre Mom – und alle anderen sind für sie Idioten. Doch das Komische ist ja – sie selbst ist der Idiot. Ganz ehrlich, sie hat nicht den blassesten Schimmer, was in der Welt vor sich geht, genau wie ihre Mom. Amber ist der Apfel, der tatsächlich nicht weit vom Mutter-Stamm gefallen ist.

        Snow hat sich schon immer für die 1960er-Jahre interessiert – in jener Ära ist auch die TV-Serie „American Dreams“ angesiedelt, in der sie drei Staffeln lang mitgewirkt hat. „Seit meinen Kindertagen haben mich die 60er fasziniert“, sagt sie. „An meinem achten Geburtstag feierten wir eine Pool-Party mit dem Thema 60er-Jahre. Brigitte Bardot ist für mich eine Ikone – die Mode, die Trends damals waren so neu, originell und bunt.

        Die Menschen gaben sich wirklich Mühe, gut auszusehen, sich gefällig zu kleiden, vor allem bis Mitte der 60er-Jahre. Umso mehr gefiel mir, die Amber darzustellen, weil ich drei ganze Monate lang ,Verkleiden‘ spielen durfte.“

        Im Gegensatz zu Efrons Einstiegsschock war Elijah Kelley begeistert von seiner neuen Frisur, die er für seine Rolle als Seaweed verpasst bekam. „Mann, ich fand das Haar super“, sagt Kelley. „Die Dauerwellen waren echt stark. Ich habe mich eingehend mit dem Look der Jungs von damals beschäftigt: Sie ließen sich das Haar glätten, trugen geschmeidige Kleidung und bewegten sich auch geschmeidig. Seaweed ist auf jeden Fall ein geschmeidiger Typ, seine Spezialität sind Romanzen.“

        In Kelleys spezifischer Musiknummer „Run and Tell That“ kommt es vor allem auf die Bewegungen an. „Ich darf einen wirklich tollen Song singen“, sagt Kelley. „Klar, das Publikum bekommt dadurch einen Einblick in die Welt der schwarzen Kids. Es beginnt im Raum für die Nachsitzer, geht dann im Schulbus weiter und endet in Maybelles Plattenladen. Ich konnte meine Recherchen über die Zeit von James Brown und den Temptations also gut brauchen, weil Adam das Lied absolut authentisch choreografiert hat. Die Nummer ist unglaublich energiegeladen, die Leute werden begeistert sein!“
        Maybelles Tochter und Seaweeds Schwester Little Inez wird von der 13-jährigen Taylor Parks dargestellt. Bei ihrer Vorbereitung interessierte Parks sich aber nicht nur für die Kleidung und Musik der damaligen Zeit, sondern verbrachte Tage im Internet, um sich über Integration, Rassentrennung und die Bürgerrechtsbewegung zu informieren.

        Dazu Parks: „Ich las natürlich über die Neun von Little Rock, über Emmett Till und Rosa Parks (nicht verwandt). All diese Auseinandersetzungen hatte ich im Hinterkopf, als ich die Tanz- und Gesangsnummern einstudierte. Ich glaube, dass ich dadurch nicht nur den Spaß an der damaligen Musik ausdrücken kann, sondern auch die Einstellung der Menschen, die diese gewaltigen Veränderungen mit angeschoben haben. Genau deshalb bringt ,Hairspray‘ ja so viel Spaß – das Happy End im Film entspricht nämlich dem Happy End im wahren Leben.“

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