Mittwoch | 30. Mai 2012 | 21:00 Uhr
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  • Hairspray

    Komödie, Musical, Romanze | Großbritannien / USA 2007
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      • | Die "Hairspray" - Familie

      • In „Hairspray“ bilden Themen wie die Umsetzung von Träumen und der Kampf um soziale Reformen einen roten Faden, aber letztlich geht es im Film um Familien. Seien es die Turnblads, die Stubbs, die Von Tussles oder die Pingletons – immer wieder betont der Film die Bedeutung der Familie für den Einzelnen.

        Dieser Familiensinn etablierte sich auch während der Dreharbeiten. Eine lange Freundschaft bestand bereits zwischen den Produzenten Neil Meron und Craig Zadan einerseits und dem Komponisten/Texter Marc Shaiman und Texter Scott Wittman andererseits (als Zadan 1979 am Broadway „Up in One“ inszenierte, in dem der Sänger und Songschreiber Peter Allen die Hauptrolle spielte, war sein musikalischer Leiter der damals 19-jährige Marc Shaiman). Shaiman und Wittman sind außerdem seit über 20 Jahren mit Regisseur/Choreograf Adam Shankman befreundet. Doch das beste Beispiel für „Familienbande“ ist die Beziehung zwischen Shankman und Associate Choreographer/Regisseurin des zweiten Drehteams, Anne „Mama“ Fletcher. Die beiden lernten sich 1990 als Tänzer bei der Oscar-Verleihung kennen und arbeiten seitdem zusammen.

        „Nachdem wir uns bei der Oscar-Show begegnet waren, wurde Mama meine Assistentin“, sagt Shankman. „Als ich dann Regisseur wurde, übernahm sie quasi meine Choreografieaufträge. Und dann dauerte es gar nicht lange, bis sie selbst ihren eigenen Film inszenierte – ,Step Up‘ (Step Up), den ich produziert habe. Für uns Freunde ist es wunderbar, die Karrierestufen des anderen mitzuerleben.“

        „Adam und ich arbeiten schon derart lange zusammen, dass wir in unserer eigenen Sprache kommunizieren, die niemand sonst versteht“, lacht Fletcher. „Bei ,Hairspray‘ nehmen wir einfach wieder unseren alten Rhythmus auf und freuen uns beide über die Chance, die wir mit dieser Aufgabe bekommen.“

        Fletcher sagt, dass dieser Film Adam Shankmans „Seele“ sei: „Wenn mich jemand fragen würde: ,Was ist Adams Markenzeichen?‘, dann würde ich sagen: ,Das hier.‘ ,Hairspray‘ ist die Kombination all dessen, was Adam als Mensch und Künstler darstellt. Wenn ich ein Genre, eine Idee, einen Song, ein Musical, ein Wort nennen sollte, um seinen Stil zu beschreiben, würde ich sagen: ,Hairspray‘.“

        Die Probenphase zum Film beschreibt Fletcher als Zirkus mit vier Manegen. Und sie beobachtete, dass dem Regisseur die Arbeit als Choreograf noch nie so schnell und mühelos von der Hand ging wie bei „Hairspray“.
        „Er ist eine Choreografie-Maschine“, sagt Fletcher. „Er hat sich mit Haut und Haaren eingebracht. Es war verblüffend, ihm beim Probenbeginn zuzuschauen. Adam und ich fingen an, anschließend holten wir unsere Mit-Choreografen Joey Pizzi und Jamal Sims sowie unseren Choreografie-Assistenten Zach Woodlee zu uns ins Studio. Sie studierten die Schritte und Sequenzen ein, und als wir dann die Tänzer und Hauptdarsteller nach Toronto holten, hatte jeder von uns seine klar definierte Aufgabe. Adam behielt den Überblick und pendelte ständig zwischen den Proberäumen und den Tonstudios. Während ich mit Michelle Pfeiffer in einem Raum arbeitete, war Jamal nebenan mit den Nachsitzern beschäftigt, Joey übte mit John und Christopher an ihrem Duett, und Zach probte ein paar Türen weiter mit Nikki. Der Zeitplan war ein einziger Albtraum, aber wir genossen das in vollen Zügen, weil wir jeden Tag von morgens bis abends in Bewegung waren – und das ganze sechs Wochen vor Beginn der Dreharbeiten.“

        „Diese irre Zeit werde ich nie vergessen“, fügt Shankman hinzu. „Ein kreativer Prozess, der Spaß bringt, macht mich wunschlos glücklich.“
        Shankman und Fletcher sind sich einig: Eine bestimmte Nummer in „Hairspray“ bringt die kollektive Erfahrung aller Beteiligten auf den Punkt: das Finale des Films „You Can’t Stop the Beat“.

        „Das ist wohl der längste Song in der Geschichte des Musicals, und er bietet Adam die Chance für die beste Choreografie seiner Karriere“, sagt Fletcher. „Deswegen bin ich sehr stolz auf ihn, denn die Nummer hat sich ständig weiterentwickelt. Sie besteht aus unzähligen Elementen, alle Hauptdarsteller treten darin zusammen auf, sehr viele Erzählstränge müssen während dieser ausgeflippten Fernsehprozession aufgelöst werden – und dennoch hat Adam das ganz logisch strukturiert, überzeugend und unglaublich unterhaltsam umgesetzt.“

        „Ja, ,You Can’t Stop the Beat‘ ist wohl meine Lieblingsnummer im Film“, sagt Shankman. „Es geht gar nicht so sehr um meinen Beitrag, sondern um das, wozu die Musik mich inspiriert hat. Song und Text sind so mitreißend und mächtig und aufbauend und emotional – alle Probleme werden wunderbar gelöst. Velma bekommt, was sie verdient, Penny wird ein ,Schachbrett-Girl‘, Tracy und Link küssen sich erstmals, Edna lässt sich endlich gehen und entdeckt die Tina Turner in sich, und in der ,Corny Collins Show‘ wird die Rassentrennung offiziell aufgehoben. Außerdem lässt sich an dieser Nummer wunderbar demonstrieren, wie eng und engagiert alle Abteilungen, Tänzer und Schauspieler des Films zusammenarbeiten – ihnen allen bin ich sehr dankbar. Sosehr ich den Beginn des Films auch mag, wenn Tracy auf dem Müllwagen mitfährt und ,Good Morning Baltimore‘ singt, so begeistert mich das Finale mit seiner Aufrichtigkeit und seinem Humor doch noch mehr.

        Wir feiern darin das, was die Träume eines Mädchens bewirken können. Denn es gibt niemanden, der nicht sehnlichst aufs Happy End wartet!“

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