Jeder Schauplatz in BABEL hat eine Bedeutung im Leben von Alejandro González Iñárritu. Im Alter von 17 Jahren unternahm der Regisseur eine Reise nach Marokko, die sein Leben veränderte. Vom ersten Augenblick an faszinierten ihn die leuchtenden Wüsten und die majestätischen Berge so sehr, dass er sich schwor, irgendwann einen Film in diesem Land zu drehen. In der heutigen, von der Angst vor Terrorismus geprägten Zeit gewann dieser Schauplatz zusätzliche Bedeutung für Iñárritus Geschichte von gescheiterter Kommunikation und falschen Interpretationen.
„Guillermo brachte den Streit zweier marokkanischer Brüder zu Beginn unserer Zusammenarbeit ins Projekt ein. Die Idee war kraftvoll, schön und doch simpel, das machte sie besonders. Zunächst sollte die Geschichte in Tunesien spielen, doch ich wusste, dass ich sie in dieser afrikanisch-mediterranen Region ansiedeln musste.“
In ähnlicher Weise inspirierten Iñárritu seine früheren Reisen nach Japan dazu, eines Tages mit einer Filmkamera zurückzukehren. Auf einer Promotion-Reise für 21 GRAMM nach Japan reiste Iñárritu 2003 zu dem berühmten Berg Hakone, der ihm mit seinen dampfenden Thermalquellen als magischer Ort erschien. Der Anblick eines alten Mannes, der sich bei einer Bergwanderung mit Hingabe um ein geistig behindertes japanisches Mädchen kümmerte, berührte Iñárritu so sehr, dass er daraus die Idee entwickelte, von einer Beziehung zwischen zwei isolierten Personen zu erzählen. Mehrere Begegnungen mit taubstummen Menschen auf derselben Reise und ein erotischer Traum von einem taubstummen Teenager flossen ebenfalls in die Idee mit ein und formten den Kern der japanischen Geschichte.
Ein weiterer wichtiger Einfluss bei der Konzeption von BABEL war Iñárritus eigener Umzug von Mexiko City in die USA. Iñárritu wusste, dass er eine seiner Geschichten vor dem Hintergrund der oft tödlichen, hoch gesicherten Grenze zwischen den USA und Mexiko ansiedeln wollte. „Seit ich selbst zum Einwanderer wurde, habe ich eine klarere Sicht auf mich selbst, mein Land und meine Arbeit gewonnen. Ich verstehe jetzt, was es heißt und wie schwierig es ist, als Bürger eines Dritte-Welt-Landes in einem Land der ersten Welt zu leben.“