Danny Boyle, Andrew Macdonald und Alex Garland, die als Regisseur, Produzent und Autor den international sehr erfolgreichen Film 28 DAYS LATER auf die Leinwand brachten, fanden, dass es nach vier Jahren Zeit für ein Sequel sei: „Wir waren von dem phänomenalen Erfolg des Films wirklich überrascht, besonders weil er auch in den USA so extrem gut gelaufen war,“ erinnert sich Macdonald. „Wir sahen die Möglichkeit, einen zweiten Film zu realisieren, der bereits ein eingeschworenes Publikum haben würde. Wir dachten, es wäre eine gute Idee, die Ansprüche und Erwartungen dieser Zuschauer noch einmal so zufrieden zu stellen. Doch erst einmal mussten wir eine Story finden, die Danny und Alex wieder mit so viel Tiefe und Spannung umsetzen konnten wie beim ersten Film.“
Als erstes mussten die Filmemacher den Ort der Handlung bestimmen. Danach war zu entscheiden, ob man die alten Schauspieler erneut verpflichten wollte und ob der Film noch weiter in der Zukunft spielen oder als Prequel angelegt werden sollte. 28 DAYS LATER handelt von einem tödlichen, sich rasend schnell verbreitenden Virus, der bei einer Aktion militanter Tierschützer in London freigesetzt wird. Infizierte, sonst friedliche Menschen verwandeln sich innerhalb von Sekunden in mörderische Bestien. 28 Tage später ist Englands Bevölkerung fast gänzlich ausgerottet und nur ein paar Überlebende hoffen noch auf eine bessere Zukunft. „Alex brachte zahlreiche Ideen ein und wir einigten uns darauf zu erzählen, was in Großbritannien passiert, nachdem die Quarantäne aufgehoben wird,“ erklärt Macdonald. „Der Virus ist angeblich ausgerottet. Was würde passieren, wenn nur noch 500 Personen in England leben würden? Wer würde sich um die Heimkehrer kümmern? Was würde den überlebenden Briten passieren? Diese Fragen erschienen uns interessant und daraus entwickelten wir unseren Plot.“
Der Drehbuchautor Rowan Joffe, der GAS ATTACK (2001) und LAST RESORT („Last Resort“, 2000) zu Papier gebracht hat, wurde verpflichtet, eine erste Version der Story zu verfassen. Dann begann die Suche nach einem talentierten jungen Regisseur, der in Danny Boyles Fußstapfen treten und zugleich der Geschichte eine neue Perspektive abgewinnen könnte. „Wir suchten nach einem Filmemacher der seinen eigenem Stil und seine Individualität in die Arbeit einzubringen würde,“ sagt Boyle. „London hatte in unserem ersten Film einen so großen Stellenwert, dass wir jemanden suchten, der nicht aus Großbritannien kam, der die Stadt mit ganz anderen Augen sah - und dementsprechend auch anders zeigen würde.“
Boyle hatte gerade den provokativen Thriller INTACTO gesehen, das hochgelobte und international höchst erfolgreiche Debüt des spanischen Regisseurs Juan Carlos Fresnadillo. „Ich war von INTACTO wirklich überrascht,“ erinnert sich Boyle. „Ein hervorragender Thriller, mit Schwung und Energie erzählt und gleichzeitig höchst persönlich umgesetzt. Ich empfahl Andrew Macdonald (Produzent) und Alex Garland (Ausführender Produzent) sich den Film anzusehen und darüber nachzudenken, ob Juan Carlos 28 WEEKS LATER inszenieren sollte. „Nach Sichtung waren Macdonald und Garland ebenfalls von Fresnadillos Können überzeugt und boten ihm die Regie von 28 WEEKS LATER an. Als Fresnadillo und seine spanischer Produktionspartner Enrique López-Lavigne zusagten, war die Freude groß. Dazu Produzent Allon Reich: „Juan Carlos und López-Lavigne sind ein bemerkenswertes Gespann. Juan Carlos ist ruhig, nachdenklich, geht gerne ins Detail... während Enrique ein Energiebündel ist. Ein Filmfanatiker, der jeden noch so unbekannten Horrorfilm kennt. Sie passen zusammen wie Yin und Yang – und das überträgt sich auch überaus positiv auf ihr gemeinsames künstlerisches Schaffen.“
Fresnadillo erinnert sich gut, wie DNA an ihn herantrat: „Ich bin ein großer Fan von 28 DAYS LATER. Entsprechend geehrt fühlte ich mich, als man mir anbot, beim zweiten Film Regie zu führen. Aber gleichzeitig verspürte ich auch etwas Angst. Was sollte ich einbringen, um den Erstling zu ’verbessern’, zu verändern? Aber DNA ließ nicht locker. Nach zwei Monaten gab ich schließlich nach... traf mich mit den Verantwortlichen und verstand mich von Anfang an prima mit ihnen. Es war toll, wie offen sie für meine Ideen waren.“
Fresnadillo und López-Lavigne begannen mit Hilfe des spanischen Autoren Jesus Olmo die Arbeit an dem Skript. Sie entwickelten die Geschichte einer Familie, die den ersten Film „überlebt“ hatte. López-Lavigne erklärt: „Eine Familie war für uns eine gute Ausgangsidee. Um sie herum konnten wir die Story bauen. Das Problem lag nun darin, den richtigen Handlungsfaden zu finden, eine Geschichte zu entwickeln, die alle Zuschauer interessiert verfolgen würden. Wir einigten uns schließlich auf eine Storyline, an die wir wirklich glauben. Sie basiert auf der Idee, dass niemand von seiner Vergangenheit unberührt bleibt.“
Fresnadillo erzählt wie das Skript entstand: „Wir arbeiteten ungefähr ein Jahr lang am Drehbuch, dann waren wir endlich mit dem Ergebnis zufrieden. Ich hatte jedoch meine Zweifel, ob die Produzenten das Buch auch mögen würden, denn es unterschied sich trotz ähnlicher Ausgangssituation und bekannter apokalyptischer Visionen ganz grundlegend vom ersten Teil. Aber zu meiner großen Verwunderung waren alle vom Ergebnis sehr angetan.“
Boyle über die Zusammenarbeit mit Fresnadillo: „Er lebt in zwei Kulturkreisen und das war für uns sehr spannend und interessant. Vor allem wenn man einen Film will, wie wir ihn im Sinn hatten. Ein Engländer hätte wohl einen ganz ähnlichen Film wie 28 DAYS LATER gedreht. Will man einen anderen Film machen, braucht man auch einen anderen Blick darauf. Und den haben die lateinamerikanischen und spanischen Regisseure allemal wenn es um britische Sujets geht.“