Thriller,
Action,
Abenteuer
| Deutschland / USA 2007
WERBUNG
| London
Dreizehn Tage lang wurde in Tanger gedreht, bevor man ein russisches Frachtflugzeug aus der Sowjet-Ära mit der Filmausrüstung belud und nach London flog. In den dortigen Pinewood Studios wurden die Innenräume errichtet, die in New York, Paris, Madrid, Tanger und Berlin (das als Double für Moskau diente) stehen sollen – alles unter der Leitung von Produk-tionsdesigner Wenham. Der zentrale Schauplatz, „The Hub“, also das Hauptquartier der von der Regierung finanzierten Firma CRI (Controlled Resources International), wurde zum Mit-telpunkt der Operation von Vosen und Landy, wo die Action-Szenen auf Monitoren zu sehen sind. „Dort werden die Blackbriar-Agenten verwaltet“, erklärt Wenham. „Die Überwa-chungsmonitore zeigen Bilder von verschiedenen Drehorten, die wir überall auf der Welt ge-sammelt haben. Auf manchen Monitoren waren auch echte Aufzeichnungen zu sehen.“
Es brauchte zwei Monate intensiver Vorgespräche zwischen Regisseur Greengrass und Über-wachungsexperten, um das größte und komplexeste Filmset zu entwerfen. Wenham sagt: „Dreh- und Angelpunkt der Ereignisse in der Geschichte ist immer wieder die Überwa-chungszentrale von CRI, deshalb hat man sich über diesen Ort intensiv Gedanken gemacht.“ Ganze Korridor-Labyrinthe wurden erschaffen, damit Regisseur Greengrass und Kameramann Woods mit den Handkameras hindurchgehen und die Abläufe im Inneren des fensterlosen Gebäudes einfangen konnten, wo all die „schlimmen Dinge“ geschehen.
Wenhams Team erschuf die CRI-Zentrale so, dass sie den Schlussszenen von „Die Bourne Verschwörung“ entsprach. Sowohl die funktionierende Ausstattung, also die Computer mit Daten, die der jeweilige Schauspieler anfordern konnte, als auch die Sicherheitsmonitore, in die Szenen aus verschiedenen Drehorten eingespeist wurden, entsprachen exakt der Original-Vorgabe, bis hin zum Blick auf die Skyline von New York. Die sogenannten „trans-lights“ (großflächige Fotoabbildungen mit hoher Auflösung) außen am Set waren zuvor in Manhattan aufgenommen worden. „Jeder Raum wurde so erbaut und ausgestattet, dass er der Umgebung in New York voll entspricht“, erklärt Wenham. „Jedes Detail – die Steckdosen, die Geräte, die Einrichtung – ist amerikanisch.“
Ausgehend von der Studiobasis in Pinewood drehten die Filmemacher auch in und um London, in Bürogebäuden, Hotels und einer U-Bahn-Station. Bahnhöfe spielen im Verlauf von „DAS BOURNE ULTIMATUM“ wiederholt eine Rolle: Wir sehen Bournes Ankunft in Paris an der Gare du Nord, später betritt er den Madrider Bahnhof Atocha – den Ort, der drei Jahre vor den Dreharbeiten von einem Terroranschlag erschüttert wurde, der fast 200 Menschen das Leben kostete -, aber die Waterloo Station in London ist zweifellos ein Hauptdarsteller.
In der kompliziertesten Sequenz des Filmes versucht Bourne den zunehmend panisch wer-denden Journalisten Ross in Sicherheit zu bringen, bevor CRI-Agenten ihn zur Strecke bringen. Es ist auch ein ausgeklügeltes Katz-und-Maus-Spiel, in dem der Blackbriar-Agent Paz die Aufgabe hat, die Zielperson auszuschalten. Für diese Szenen hat der legendäre Waffen-spezialist Simon Atherton („Jäger des verlorenen Schatzes“, „Black Hawk Down“, „Der Sol-dat James Ryan“) den Schauspieler Edgar Ramirez mit der Profiwaffe, die Paz bevorzugt, ausgestattet: „Paz musste über eine Waffe verfügen, die es ihm ermöglicht, eine Zielperson auf 50 Meter Entfernung zu treffen“, erläutert Atherton. „Also haben wir uns für ein kleines Gewehr entschieden, dessen Lauf in einen Schalldämpfer mündet und gezielt einzelne Schüsse abgibt – und es mit Platzpatronen geladen.“
Waterloo ist einer der fünf wichtigsten Bahnhöfe in London; die überwältigende Zahl von 380.000 Menschen benutzt diese Station täglich. Monatelange Verhandlungen waren nötig, um sicherzustellen, dass die Filmemacher eine Handvoll Tage lang in diesem Bahnhof von zentraler Bedeutung drehen konnten. Und die gigantische Herausforderung sollte Bournes Welt noch glaubwürdiger werden lassen. „Wenn man irgendwo dreht, wo gleichzeitig alles seinen normalen Gang gehen soll, dann muss man um die Menschenmassen und Pendler her-umarbeiten“, sagt Marshall. „Und Waterloo war diesbezüglich keine Ausnahme.“
Mit der britischen Verkehrspolizei, dem 20-köpfigen Sicherheitsteam der Filmcrew und hun-derten von Überwachungs-Kameras, die jede der Bewegungen der Schauspieler und Filme-macher beobachteten, fühlte man sich, als sei Bourne wirklich dort unterwegs. Glücklicher-weise konnten Greengrass und sein Team einige Bilder der echten CCTV- Überwachungska-meras nutzen, um den Szenen noch mehr Realismus zu verleihen. Zusammen mit den Auf-nahmen, die an den unbenutzten Gleisen und der Plattform der U-Bahn-Station von Charing Cross gemacht worden waren, wurde es für Bourne nun allmählich Zeit, dieser Stadt den Rü-cken zu kehren.
Paris war das nächste Ziel. Greengrass, Damon und das Team drehten im Eurostar, während die Filmemacher und Schauspieler durch den „Chunnel“ reisten – dem 50,45 Kilometer langen Tunnel, der unter dem Ärmelkanal verläuft und die Bahnverbindung zwischen London und Paris gewährleistet. Man reiste mit wenig Ausrüstung und einer kleinen Crew, zusam-mengedrängt in den letzten beiden Waggons des Zuges. „Wir haben versucht, alle vorhandenen Einrichtungen und die gesamte Zeit, die uns zur Verfügung stand, höchst effizient zu nutzen“, betont Marshall. „Wir hatten die Kamera mit an Bord, und haben eine Szene im Zug gedreht. Das gleiche taten wir dann auf der Rückreise nach London.“