Der Lenz führt die Herzen zusammen. Aber nur im Fernsehen. Bei sich selbst hat das zuletzt nicht gut geklappt. Peter Lenz, Moderator einer Dating-Show, steht vor der Scheidung. Seine Frau Alice und die Tochter Karo sind bereits von zuhause ausgezogen. Das Mädchen fühlt sich nicht wohl in der ungewohnten Umgebung. Und dass die Mama den Papa so widerspruchslos ziehen lässt, kann Karo auch nicht verstehen. Mit Acht hat man noch den Mut, die Welt zu ändern.
„Gott ist das Licht eures Lebens. Es leuchtet und weist euch den Weg in guten wie in schlechten Tagen,“ so predigte der Pfarrer bei Karos Erstkommunion. Also wird Gott auch für Karos Sorgen einen Ausweg sehen. Karos größter Schatz ist ihr Walkie-Talkie, ein zweites ging beim Umzug verloren. Mit zwei Walkie-Talkies konnte man super spielen, mit einem kann man zumindest perfekt beten. „Lieber Gott, lass alles wieder so sein wie es früher war.“ Das ist Karos Wunsch.
Aber vom Lieben Gott kommt keine Antwort. Nach einem Zwischenfall im Fernsehstudio - Karo hat Papas neue Freundin Lizzy kennen, aber nicht lieben gelernt - reißt dem Mädchen der Geduldsfaden. So kann es nicht mehr weitergehen. Der Liebe Gott ist nicht lieb, sondern urgemein, schimpft Karo in ihr Walkie- Talkie. Und als ob der Himmel das nicht auf sich sitzen lassen wollte, in dem Moment wo Karos Frust am größten ist, geschieht das Unglaubliche. Im Walkie-Talkie ist eine raue Stimme zu hören. Endlich hat sich der Liebe Gott zu Wort gemeldet. Doch damit sind die Probleme nicht bereinigt. Zwar weiß, sieht und hört der Liebe Gott alles, aber zaubern und hellsehen kann er nicht. Ob es Mittel und Wege gibt, um Karos Eltern wieder zusammen zu führen?
Doch darüber muss der Liebe Gott in aller Ruhe nachdenken. Derweil ist ein neuer Gefahrenherd aufgetaucht. Die Mama hat einen Mann kennen gelernt, der anders als der Papa ist. Max, ein Musiker wie sie, fröhlich und unbeschwert, weht wie eine frische Brise durch ihr Leben. Das passt Karo natürlich nicht in den Kram. Aber es gibt Hoffnung. Mittlerweile hat Karo herausgefunden, dass der Liebe Gott nur ein Stockwerk unter ihrer neuen Wohnung wohnt. Ein alter Mann mit vergammelter Kleidung, der mit leeren Weinflaschen durch die Gegend zieht. Aber Karo weiß, dass sich der Liebe Gott nur deshalb so brummig benimmt, weil er mit seiner Welt nicht zufrieden ist.
Der Liebe Gott ist ein Spielkamerad, und er zerbricht sich den Kopf über Karos Sorgen. Seine Vorschläge reichen von der Trotzreaktion bis zum Tangotanzen. Das hilft alles nicht. Es ist wie verhext. Neulich hat der Pfarrer Karo und den Lieben Gott zusammen gesehen. Seitdem ist ihr der Umgang mit ihm verboten. Da waren sich Mama und Papa plötzlich einig. Nun hat Karo nur noch einen Trumpf im Ärmel. Sie will heimlich in Papas Show auftauchen und live auf Sendung darum betteln, dass er wieder zur Mama zurückkommt. Der Überraschungscoup bringt zwar reihenweise Titelblätter, aber die Familie führt er nicht wieder zusammen.
Damit steht der Termin für die Scheidung endgültig vor der Tür. Gerade jetzt, wo der Liebe Gott im Krankenhaus liegt, und auch Karos neue Freundin Ina an seine Existenz glaubt. Aber der Liebe Gott geht dort hin, wo er gerade gebraucht wird. „Im Leben sollst du fliegen wie ein Elefant - schwer und leicht zugleich.“ So lautet das Vermächtnis vom Lieben Gott. Vielleicht hilft Karo das ja weiter.