Donnerstag | 31. Mai 2012 | 02:41 Uhr
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  • American Gangster

    Thriller, Drama, Crime | USA 2007
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      • | Der Klang einer Generation

      • „Please don’t compare me to other rappers. Compare me to trappers.
        I’m more Frank Lucas than Ludacris. And Lude is my dude, I ain’t trying to dis
        Just like Frank Lucas is cool,
        but I ain’t tryin’ to snitch.”
        – Jay-Z, “No Hook” auf dem Album “American Gangster” von Roc-A-Fella Records

        Regisseur und Produzent Ridley Scott legte, ebenso wie Produzent Brian Gra-zer, großen Wert darauf, daß der Sound-track ihres Dramas auch Musik aus der Zeit des echten Frank Lucas beinhaltete. Dazu Grazer: „Ich wollte, daß der Film durchzogen sein sollte von Musik z.B. mit B-Seiten von Platten der Ära. So sehr ich Songs mag, die wir alle sofort wiedererkennen, ich wollte hier eine visuelle und akustische Welt erschaffen, die ganz in den 70ern verwurzelt ist.“ Auch Scott war der Ansicht, daß es we-sentlich sein würde, eine „Art von Musik zu haben, die das Harlem der damaligen Zeit repräsentierte“.

        Kathy Nelson, die den Job des soge-nannten Music Supervisor machte, er-klärt: „Dies war vermutlich eine der vielschichtigsten Jahre der Musikge-schichte. Man stand kurz vor dem Be-ginn der ganzen Funk-Szene. In Harlem ging es ebenso sehr um Musik wie um Drogen und das, was da sonst noch so los war. Die Musikszene war dabei, zu explodieren, besonders im Bereich von R&B und Funk.“

        Die Musik des Soundtracks bietet daher neben Funk und R&B auch klassischen Blues, Soul und Hip-Hop: im Film fin-den sich Stücke der Blueslegende John Lee Hooker und des Gitarrenheldes Bobby Womack, ebenso wie Songs der Gospelgesangsband The Staple Singers, des Soul-Duos Sam & Dave und dem Bluessänger Lowell Fulson.

        Die erste Single, die aus dem Sound-trackalbum veröffentlicht wird – und die ihre Inspiration aus der Musik dieser legendären Künstler bezog – ist „Do You Feel Me“. Das Lied, geschrieben von Grammy-Preisträgerin Diane Warren und gesungen von dem erfolgreichen US-Sänger Anthony Hamilton – der bei seinem Publikum für seine starke Emo-tionalität und sanften Klänge bekannt ist – spiegelt die Welt des Frank „Haint of Harlem“ Lucas aus der Perspektive des Jahres 2007 wider. Im Film kommt der Song in der Sequenz zum Einsatz, in der Lucas seine zukünftige Ehefrau Lydia im Nachtclub Small’s Paradise kennenlernt, dem heißesten Club der Stadt, in dem man ohne weiteres vielen der aalglatten, gefährlichen Charaktere der damaligen Zeit begegnen konnte.

        Was keiner innerhalb der Filmproduktion erwartet hatte, war der profunde Effekt, den der Film auf einen der großen Hip-Hop Mogule hatte – und der in Ver-bindung mit „American Gangster“ ein ganzes Album mit komplett neuem Ma-terial veröffentlichte: Nach einer frühen Testvorführung war Jay-Z, Rap-Superstar und Präsident des Plattenlabels Def Jam, so beeindruckt von Denzel Washington in der Rolle des Frank Lu-cas, daß er sich inspiriert fühlte, eigenes Songmaterial zu schreiben, in dem er auch seine eigenen Erfahrungen als Stri-cher und Drogendealer verarbeitete, Er-fahrungen, die denen des 70er Jahre Gangsters Lucas nicht unähnlich waren.

        Der Rapper erläutert, daß der Film einen unerwarteten Kreativitätsschub in ihm ausgelöst habe, denn es sei so gewesen als „schaue mir dieser Kerl direkt ins Fenster“. Jay-Z wurde auch aus einem weiteren Grund so von der Story berührt, denn dort, wo er herkommt „hatten wir nie jemanden erlebt, der in diese Höhen aufstieg. Für Menschen aus dieser Gesellschaftsschicht war es schlichtweg nicht denkbar, über der Mafia zu stehen. Das machte mich irgendwie stolz, aber gleichzeitig ging es dabei um illegale Aktivitäten, bei denen auf allen Seiten Menschen betroffen waren.“

        Im Trailer zum Films wurde bereits einer der älteren Songs von Jay-Z, „Heart of the City“ eingesetzt, als der Musiker die Entscheidung traf, ein Konzeptalbum als Begleitung zum Film einzuspielen und darauf eine andere Richtung als bei seinen früheren Arbeiten einzuschlagen. Er gibt zu, daß er den Hörer dabei auf eine musikalische Reise mitnimmt, die von den harten Realitäten des Drogenhandels in den USA erzählt. In den Songs erzählt der Rapper die Geschichte von der wi-dersprüchlichen Anziehungskraft eines Gangsterlebens und dem Mut machenden Beispiel, daß man die Gefahr jener Straßen für eine Karriere im Musikge-schäft hinter sich lassen kann.

        Der im New Yorker Stadtteil Bedford-Stuyvesant in Brooklyn geborenen Jay-Z ist mittlerweile einer der erfolgreichsten schwarzen Unternehmer unserer Tage, aber seine schwierige Reise dorthin bleibt auf dem Album nicht unerwähnt. Um eine Parallele zur Handlung des Filmes zu schaffen, nimmt der Musiker die Hörer mit in eine Welt, deren prägende Bestandteile die Familie sind, der Thrill des Anschaffens und die anschauliche Darstellung des brutalisierenden Effekts, den Drogen auf eine städtische Gemeinschaft haben, in der „das Spiel und das Leben die Führung überneh-men“. Er kennt, ebenso wie Frank Lucas, die betörende Wirkung „süchtig danach zu werden, was als nächstes passiert“.

        Nach Abschluss der Hauptdreharbeiten, der Arbeit am Schneidetisch und an der Filmmusik, waren Scott und Grazer mit-samt ihren Darstellern und ihrer Crew am Ende einer Reise angekommen, die ihren Anfang genommen hatte bei einem jungen Farmarbeiter in North Carolina, der in die höchsten Ebenen der Macht in New York City aufstieg... nur um von einem Cop, der mit seinen ganz eigenen Dämonen kämpfte, um die Früchte seiner Arbeit gebracht zu werden.

        Das Schlußwort sollte der Regisseur von „American Gangster“ haben. Über seine Hoffnungen darüber, wie das Publikum den Film aufnehmen wird, reflektiert Ridley Scott: „Ich hoffe, sie werden sich auf diese zwei großartigen Schauspieler einlassen und darauf, wie sie einen in diese Welt und die Entwicklung der bei-den Hauptfiguren hineinziehen.“

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