Thriller,
Action,
Komödie
| Deutschland / USA 2007
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| Über die Produktion
Seit ihrer ersten Teamarbeit in „Rush Hour“ (Rush Hour; 1998) haben sich Jackie Chan und Chris Tucker als unwahrscheinlichstes, lustigstes und kinotauglichstes Duo bewährt. „Chris ist ein wahrhaftiges Comedy-Genie“, sagt Regisseur Brett Ratner, der bereits die ersten beiden „Rush Hour“-Filme inszeniert hat, aber vor kurzem auch „X-Men: The Last Stand“ (X-Men: Der letzte Widerstand) und „Red Dragon“ (Roter Drache). „Er ist ein unglaublich talentierter Komiker, der aus jedem Satz einen Gag machen kann. Und dabei braucht er eigentlich gar keinen Text – sein Gesicht sagt mehr als tausend Worte.“
„Jackie Chan ist auf seine Art genauso genial“, fährt der Regisseur fort. „Bei der Arbeit mit Jackie darf ich zur Filmgeschichte beitragen: Er ist eine Kombination aus Buster Keaton, Charlie Chaplin und Harold Lloyd – alles in einer Person. Ich habe noch nie mit einem so erfahrenen und begabten Experten für körperliche Komik gearbeitet.“
Die Chemie zwischen den beiden Stars funktioniert auf geradezu magische Weise, berichtet Ratner: „Man kann die Augen nicht von ihnen lassen, fiebert buchstäblich mit ihnen mit. Dazu habe ich selbst überhaupt nichts beigetragen – das hat sich einfach so ergeben.“
Die in den ersten beiden Filmen bewährte Dynamik setzt sich natürlich auch im neuen Film fort – sie ergibt sich nicht nur aus der Konfrontation unterschiedlicher Kulturen, Sprachen und Persönlichkeiten, sondern wird auch von der Zuneigung und Kameradschaft der beiden wunderbaren Darsteller bestimmt. „Chris und Jackie verstehen die Sprache ihres Partners nicht – sie stammen aus völlig unterschiedlichen Kulturen“, sagt Ratner. „Schon beim ersten Film lief das buchstäblich so ab: Wenn einer den Raum verließ, sagte der andere: ,Ich habe nicht kapiert, was er gerade gesagt hat.‘ Was beiden riesig Spaß machte. Sie bilden ein tolles Team – sie ergänzen sich perfekt, und ich schaue ihnen unheimlich gern zu. Wenn man diese Filme sieht, denkt man sofort: ,Wow, die haben beim Dreh sicher eine Menge Spaß gehabt.‘ Und das stimmt tatsächlich.“
Schon bevor Jackie Chan sich dem amerikanischen Publikum vorstellte, war er in der asiatischen Filmbranche bereits ein Superstar – nach wie vor dreht er in beiden Welten seine international erfolgreichen Filme. Doch während seine fernöstlichen Fans auf die nächste „Police Story“ warten, wird ihm überall sonst immer nur eine Frage gestellt: „Schon wenn ich durch die Passkontrolle komme, höre ich: ,Jackie, wann kommt der nächste ,Rush Hour‘?‘“, sagt Chan. „,Rush Hour‘ funktioniert durch das Publikum – das liegt nicht an uns. Die Zuschauer sehen sich die ersten beiden Filme immer wieder an, vor allem im amerikanischen Fernsehen. Diese Art Film wirkt wie ein Familientreffen – also sind auch wir glücklich damit.“
„Das wird nie langweilig“, sagt Chris Tucker, der nach sechs Jahren Leinwandpause ins Kino zurückkehrt – zuvor hatte er sich neben der „Rush Hour“-Serie in so unterschiedlichen Filmen wie „Jackie Brown“ (Jackie Brown), „The Fifth Element“ (Das fünfte Element) und „Friday“ (Friday) bewährt. „Sobald wir zusammenkommen, bringen wir uns ständig zum Lachen, und wir sind auch privat befreundet. Die Comedy entwickelt sich also aus realen Situationen. Schon vor unserer Zusammenarbeit war ich ein großer Fan von Jackie. Ich freue mich immer darauf, mit ihm zu arbeiten. Wir bilden ein gutes Team, uns fällt immer wieder etwas Neues ein, und das macht den Spaß an diesen Filmen aus.“
„Genau wie im Film kannten wir uns nicht, als wir die Arbeit am ersten Film begannen“, berichtet Chan. „Ich stamme aus Hongkong, Chris aus Los Angeles. Jetzt sind wir Buddys. Das bringt immer riesig Spaß.“
Genau wie die Schauspieler sind sich auch die Filmhelden im Laufe der drei Filme immer näher gekommen. „Im ersten Film begann ihre Partnerschaft“, sagt Brett Ratner. „Im zweiten Film wurden sie Freunde. Und im neuen Film werden sie zu Brüdern.“
Nach dem phänomenalen Erfolg der ersten beiden Filme (1998 und 2001) wollten die Filmemacher unbedingt wieder mit Drehbuchautor Jeff Nathanson zusammenarbeiten, um den weiteren Abenteuern von Carter und Lee ein zündendes Konzept zu verpassen. „In den ,Rush Hour‘-Filmen geht es um die unverbrüchliche Freundschaft zweier Typen“, kommentiert Nathanson. „Keiner von uns wollte die bisherigen Filme einfach nur wieder aufkochen. Wir bleiben den Figuren treu, entwickeln ihre Freundschaft weiter, behandeln Folge 3 aber ansonsten als ganz eigenständigen Film.“
Darin ist sich Produzent Arthur Sarkissian mit ihm einig: „Ich erlebe die ,Rush Hour‘-Filme nicht als Fortsetzungen, sondern als eine Weiterentwicklung im Leben dieser beiden Typen – ob sie sich nur eine Woche nicht gesehen haben oder sechs Jahre. Die Story ergibt sich aus ihrem Charakter. Sie kennen sich seit Jahren, und keiner kennt sie besser als Brett. Ich vertraue ihm blindlings und bin überzeugt, dass dies der bisher beste Film der Serie ist.“
„Ohne Jackie und Chris wären diese Filme gar nicht vorstellbar. Aber auch ohne Brett könnten wir sie nicht drehen“, fügt Produzent Roger Birnbaum hinzu. „Damit die Filme funktionieren, brauchen wir ihn genauso wie die beiden Stars. Er leitet ihre Energie meisterhaft in die richtigen Bahnen. Manchmal gerät das etwas aus dem Ruder, manchmal wird es richtig wild, aber immer bleibt es lustig. Und Jeff Nathanson ist bei diesem Projekt der vierte Musketier. Er ist einer der fähigsten Komödienautoren und kennt Jackie und Chris in- und auswendig. Er kennt die Bedürfnisse der Filmhelden und weiß genau, was Brett vorschwebt.“
Sowohl Tucker als auch Chan sind für ihr Improvisationstalent bekannt – Ratner steuert im Gegenzug eine Basisstruktur für das kontrollierte Chaos im Zentrum aller drei Filme bei. „Diese Atmosphäre erlebe ich als sehr anregend“, erzählt Tucker. „Brett ähnelt dem Trainer von Muhammad Ali: Er treibt uns immer wieder an, weil er weiß, wozu wir fähig sind. Wir bilden ein gutes Team, verstehen uns bestens und brauchen kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Brett hört sich alles an, was wir zu sagen haben. Eine gute Partnerschaft.“
Nicht nur die Stars und der Regisseur, auch alle Produzenten und viele Mitarbeiter im Team waren bereits an den ersten Filmen beteiligt – die Atmosphäre beim Dreh kann man also mit Recht als familiär bezeichnen. „Ich bin von der Dynamik am Set richtig begeistert“, sagt Ratner. „Beim Dreh ist die positive Energie und die Freude an der Arbeit deutlich zu spüren. Man merkt, dass alle Beteiligten an die Sache glauben und ihr Bestes geben. Deshalb fühle ich mich außerordentlich positiv unterstützt, denn meine Produzenten, die seit dem ersten Film dabei sind, wissen ganz genau, was wir brauchen, um einen hervorragenden ,Rush Hour‘-Film zu drehen – sie stärken mir in jeder Phase den Rücken. Ein Film dieser Größenordnung benötigt ein riesiges Team. Ich habe alle meine Filme mit meinem Regieassistenten Jamie Freitag gemacht – noch nie habe ich jemanden erlebt, der sich so ins Zeug legt wie er. Alle Mitarbeiter sind gern dabei und engagieren sich hundertprozentig für unser Projekt.“
„Ich habe mich wirklich auf den Dreh gefreut“, erinnert sich Chan. „Ich kann Urlaub nicht ausstehen – viel lieber arbeite ich weiter, weil wir es mit fähigen Leuten zu tun haben – viele waren bereits an den ersten beiden Filmen beteiligt. Wir gehören zusammen, sind eine Familie.“
Die Handlung von „Rush Hour 3“ setzt da ein, wo der zweite Film aufhörte: Carter und Lee fliegen nach New York. Carter arbeitet jetzt als Verkehrspolizist für das Los Angeles Police Department. „Wir erleben ihn in Uniform, wie er den Verkehr regelt – da fragt man sich: ,Was hat er angestellt, dass er degradiert wurde?‘“, sagt Brett Ratner. „Doch er selbst denkt gar nicht darüber nach. Er hat die Kopfhörer im Ohr und tanzt und singt zu seinem Lieblingssong.“
„Es ist ihm ziemlich egal, was er macht“, fügt Chris Tucker hinzu. „Er hört per Kopfhörer seine Musik, während es um ihn herum zu einem Verkehrschaos kommt.“
Während Carter sich im Auge eines Verkehrs-Hurrikans befindet, tritt ganz in der Nähe erstmals der internationale Strafgerichtshof zusammen. Mit dabei ist auch Botschafter Han, der wie im ersten „Rush Hour“ von Tzi Ma („The Quiet American“/Der stille Amerikaner; „24“/24) gespielt wird. Han hat die Leitung in der Ermittlung gegen das Verbrechersyndkat der Triaden übernommen. Bei diesem historischen ersten Treffen will er die Identität des rätselhaften Shy Shen aufdecken, der eine Schlüsselfigur in der mächtigen und international vernetzten Mafia darstellt.
„Botschafter Han will das größte Geheimnis preisgeben, das die Arbeit dieses Gerichtshofes entscheidend vorantreiben wird: Wer versteckt sich hinter Shy Shen?“, erklärt Tzi Ma. „Doch bevor er seine Aussage machen kann, wird er niedergeschossen. Und Chief Inspector Lee, der Freund des Botschafters, war für seinen Schutz zuständig. Er hat also ein sehr persönliches Interesse, den Attentäter zu fassen.“
„Lee verfolgt den Attentäter auf der Flucht von einem hohen Wolkenkratzer“, sagt Ratner. „Und fast hat er ihn erwischt, als Carter natürlich alle Mühen zunichte macht.“
Bevor Carter in einem „geborgten“ Wagen am Tatort erscheint, hat Lee bereits die Identität des Attentäters herausbekommen: Kenji wird von dem berühmten japanischen Schauspieler Hiroyuki Sanada gespielt, der in der „Ring“-Serie, „The Last Samurai“ (Last Samurai) und aktuell in „Sunshine“ (Sunshine) aufgetreten ist. Kenji war einst Lees „Bruder“ im Waisenhaus – inzwischen ist er ein mächtiger Mann bei den Triaden. „Kenji und Lee sind beide in einem chinesischen Waisenhaus aufgewachsen“, erklärt Chan. „Kenjis Eltern wurden von den Yakuza ermordet – als Waise hat er sich in China versteckt. Sie sind wie Brüder zusammen aufgewachsen, doch Lee wurde Polizist und Kenji ein Krimineller. Die beiden verbindet eine Hassliebe.“
Sanada und Chan sind bereits seit über 20 Jahren befreundet, arbeiten jetzt aber erstmals zusammen. „Ich spiele diesen gemeinen Erzschurken sehr gern“, sagt Sanada. „Und Jackie ist ein würdiger Gegner. Kenji will gar nicht gegen Lee antreten, aber die Konfrontation ergibt sich, weil die Triaden gegen die Polizei kämpfen – jede Aktion, jeder Schachzug wird also durch unterschiedliche Motive und Emotionen ausgelöst.“
„Durch Jackie und Hiroyuki sind in den gemeinsamen Szenen starke Gefühle im Spiel – man glaubt ihnen sofort, dass sie in der Vergangenheit vieles verbunden hat“, kommentiert Ratner. „Und dieser Konflikt berührt einen zentralen Punkt der Geschichte. Jackie spielt das äußerst intensiv. Hiroyuki spielt seinen Adoptivbruder, den Bösewicht – daraus ergibt sich ein extremer Interessenkonflikt. Doch ohne Jackies und Hiroyukis Talent würde uns das nie derart unter die Haut gehen.“
Als Carter und Lee erneut ein Team bilden, erkundigen sie sich im Krankenhaus nach Botschafter Han und treffen dort eine alte Freundin: seine inzwischen erwachsene Tochter Soo Yung, die im ersten „Rush Hour“ gekidnappt wurde. Diesmal wird sie von dem chinesischen Jungstar Jingchu Zhang („Peacock“, „Jade Warrior“) gespielt. „Ihr Vater hat ihr bereits einige Informationen geschickt, weil er vielleicht schon gefürchtet hatte, dass ihm etwas zustoßen könnte“, sagt Jingchu Zhang, die nach gefeierten Filmen in China jetzt ihr amerikanisches Debüt gibt. „Soo Yung ist stark und unerschrocken – genau wie das kleine Mädchen im ersten Film. Ihr Vater weiß, dass er ihr diese brisanten Informationen anvertrauen kann.“
Wie wichtig es ist, die Informationen über Shy Shen aufzutreiben und zu dekodieren, wird spätestens deutlich, als sie nicht nur das Leben des Botschafters gefährden, sondern auch das seiner Tochter – beide sind für Lee eine Art Ersatzfamilie. „Er ist eng mit Botschafter Han befreundet“, berichtet Chan. „Lee hat ihn ständig beschützt, und als seine Tochter größer wurde, brachte er ihr Kampftechniken bei. Er will Han und Soo Yung vor dem Schlimmsten bewahren und die Hintermänner dingfest machen, um seinen Freunden das Leben zu retten.“
„Han ist der chinesische Botschafter – er und seine Tochter sind seit langem mit Lee befreundet, und auch Carter hat Soo Yung durch das erste Abenteuer liebgewonnen“, fügt Produzent Jay Stern hinzu. „Man kann sie nur schützen, indem man das Unterweltsyndikat sprengt. Lee bleibt keine Wahl, und deshalb macht auch Carter mit, der sich inzwischen als Lees Bruder bezeichnet.“
Bei den Ermittlungen kommen sie in Soo Yungs Martial-Arts-Schule, wo Lee und Carter auf rabiate junge Kämpfer stoßen – und auf einen Riesen, der von dem 2,36 Meter großen Basketball-Star Sun Ming Ming dargestellt wird, der für die Maryland Nighthawks spielt. „Er ist der liebenswürdigste Mensch, dem ich je begegnet bin – aber auch der größte“, sagt Chris Tucker. „Größer als alle Basketballer, vor allem aber netter.“ Die anschließende Kampfszene zwischen Sun Ming Ming und Chan ist laut Tucker „eine klassische Konfrontation – vergleichbar mit dem Kampf zwischen Bruce Lee und Kareem Abdul Jabbar in ,Game of Death‘ (Bruce Lee – Mein letzter Kampf). Einfach unglaublich.“
„Wir fanden Sun Ming Ming, und alles passte zusammen“, erinnert sich Brett Ratner. „Die Szene ist richtig komisch – wegen der großartigen Action, aber auch wegen des Humors. Das wird sehr lustig und bringt auf den Punkt, worum es uns in unserem Film geht: Comedy, Dramatik, Action, Martial Arts und großartige Helden.“
Carter lässt sich auf einen verbalen Schlagabtausch mit den Dojo-Meistern namens Yu und Mi ein. „Das ist praktisch ein Sketch à la Abbott und Costello – einfach irrwitzig“, sagt Produzent Jonathan Glickman. „In herkömmliche Action-Filme würde die Szene nicht hineinpassen, aber für ,Rush Hour‘ ist sie genau das Richtige.“
Zwei Wochen lang trainierten Jackie Chan und sein Stuntteam mit Sun Ming Ming: Er musste lernen, wie man sich als Martial Artist bewegt. „Wir setzten uns zusammen und diskutierten, warum es zu diesem Kampf kommt, denn beim Choreografieren einer Sequenz muss klar sein, wie sie entsteht“, erklärt Chan. „Er ist Basketballer – wenn er den Ball zugespielt bekommt, bewegt er sich blitzschnell. Doch wenn wir ihm den ,Ball‘ zuspielen, weiß er damit nichts anzufangen. Er wiegt 136 Kilo und kann mich locker umwerfen. Und er ist clever, sehr fähig. Ein Twen, der doppelt so groß ist wie ich – eine Superszene!“
Bald wird klar, dass das von den Triaden so verzweifelt gehütete Geheimnis ein Plan ihrer hierarchischen Verwaltungsstruktur ist. „Vor langer Zeit waren die Triaden das asiatische Pendant zur Mafia“, berichtet Ratner. „Und sie hatten ein geniales System, ihre neuen Provinzführer vorzustellen.“
Nach dem Scharmützel mit den Triaden-Killern, die Botschafter Han ausschalten sollen, kommt es zu einem hitzigen, von Fluchkanonaden begleiteten Disput mit einem französisch sprechendenen chinesischen Attentäter, der einen weiteren Hinweis gibt: den Namen „Geneviève“ und eine Pariser Adresse. „Die Aufdeckung dieser rätselhaften Informationen würde die gesamte Existenz des Triaden-Geheimbunds gefährden“, sagt Drehbuchautor Jeff Nathanson. „Als also herauskommt, dass diese Informationen in Paris zu beschaffen sind, müssen Carter und Lee wohl oder übel dorthin reisen und sich auf die Suche machen, während ihnen jede Menge Häscher nach dem Leben trachten. Es geht daher nicht nur um den erfolgreichen Abschluss der Ermittlungen – sie müssen ihr Paris-Abenteuer auch mit heiler Haut überstehen.“
Im ersten „Rush Hour“ war Lee der Cop aus Hongkong, der sich in fremder Umgebung bewähren muss. Im zweiten Film musste sich Carter in Hongkong zurechtfinden. In „Rush Hour 3“ kommen sie nach Paris, wo sich weder der eine noch der andere auskennt. „Wir verpflanzen sie in eine reale Umgebung, mit der beide nichts anfangen können“, kommentiert Produzent Arthur Sarkissian. „Sie leben voll und ganz in der Gegenwart und kommen jetzt in eine alte Stadt, eine ehrwürdige Kultur, die laut Klischee ein wenig snobistisch ist – ein perfekter Ausgangspunkt für komische Situationen.“
In Paris begegnen Carter and Lee vielen seltsamen Leuten, für die die Filmemacher ein Ensemble sehr unterschiedlicher berühmter Persönlichkeiten gewinnen konnten: „Chris und Jackie spielen alle an die Wand – wir brauchen als ihre Partner also Schauspieler, die sich behaupten können – sonst würden sie sang- und klanglos untergehen“, sagt Ratner. „Doch wenn man sie mit phänomenalen internationalen Schauspielern konfrontiert, wird die Jagd um vieles spannender.“
Max von Sydow wurde mit „Pelle erobreren“ (Pelle der Eroberer) für den Oscar nominiert und profilierte sich mit Klassikern wie „The Exorcist“ (Der Exorzist), „Three Days of the Condor“ (Die drei Tage des Condor) und den legendären Filmen von Ingmar Bergman. Er spielt den französischen Außenminister Varden Reynard, der auch den internationalen Strafgerichtshof leitet. „Ich schickte ihm das Drehbuch, ohne ernsthaft zu erwarten, dass es ihn interessieren würde, weil er seine Rollen sehr sorgfältig auswählt“, erinnert sich Ratner. „Entsprechend begeistert war ich, als er zusagte. „Er hat eine große Seele, ist sehr charmant, ein absoluter Profi. Für mich erfüllt sich ein Traum, indem ich mit ihm arbeiten darf, denn ich bin mit seinen Filmen aufgewachsen – ich fühle mich sehr geehrt dadurch, dass er sich diese Rolle ausgesucht hat.“
Von Sydow tritt eher selten in Action-Komödien auf und freute sich umso mehr auf die Arbeit mit Chan, Tucker und Ratner. „Ich finde es sehr interessant mitzuerleben, wie all diese schnellen Action-Szenen mit oder ohne Spezialeffekte gefilmt werden“, berichtet der Schauspieler. „Brett ist sehr engagiert, sehr enthusiastisch, aber auch sehr großherzig, vor allem hat er ein wunderbares Gespür für Humor, für das Timing. Und entsprechend gestaltet er seine Inszenierung, was uns Schauspieler inspiriert. Außerdem ist er Perfektionist – er gibt nicht auf, bis er genau das im Kasten hat, was er sich vorstellt. Respekt!“
Umgekehrt wurden neben dem Regisseur auch die Stars des Films durch von Sydows Mitwirkung inspiriert. „Wenn er am Set erscheint, kommt man sich vor wie beim Besuch von König Artus“, berichtet Chris Tucker begeistert. „Ich wagte kaum mit ihm zu reden, doch er taute auf und ich siezte ihn. Darauf er: ,Nein, nenn’ mich Max.‘ Ich war ganz aus dem Häuschen: ,Max! Was läuft denn so, Max?‘ Ein toller Typ.“
Der französische Schauspieler Yvan Attal hat sich als Regisseur von Filmen wie „Ils se marièrent et eurent beaucoup d’enfants“ (Happy End mit Hindernissen) und „Ma femme est une actrice“ (Meine Frau, die Schauspielerin) profiliert. Als Schauspieler war er kürzlich in „The Interpreter“ (Die Dolmetscherin) und „Munich“ (München) zu sehen. Diesmal spielt er George, der in das Abenteuer hineinkatapultiert wird, als Carter und Lee in sein Taxi steigen – George prescht mit ihnen durch rasante Schießereien und haarsträubende Situationen, wie er sie bisher nur aus dem Kino kannte. „Er ist ein ganz friedlicher französischer Taxifahrer, der viel über die Amerikaner gelesen hat und sich vorstellt, dass sie ständig um sich ballern und Kriege vom Zaun brechen“, sagt Produzent Arthur Sarkissian. „Als Carter und Lee dann in sein Taxi drängen, beginnen die drei zu streiten, aber im Zuge der gemeinsamen Abenteuer entwickelt George regelrechte Bewunderung für die beiden Typen.“
„Der Film nimmt die französisch-amerikanische Beziehung aufs Korn“, sagt Attal. „Ich spiele einen verbiesterten französischen Taxifahrer, der Amerikaner nicht ausstehen kann, und am Flughafen steigen Lee und Carter ausgerechnet in sein Taxi. Sie wirken wie Fische auf dem Trockenen – der Amerikaner und der Chinese kommen in ein fremdes Land, in dem sie sich überhaupt nicht auskennen.“
„Yvan hat die platten Gags bewusst vermieden“, sagt Ratner. „Als George hasst er die Amerikaner zunächst, doch am Schluss will er selbst jemanden umbringen. Yvan spielt seine Rolle derart menschlich und humorvoll, dass ich Jeff immer wieder gebeten habe, weitere Szenen für ihn zu schreiben. Ich finde die Figur toll, und Yvan hat sie jedesmal genau auf den Punkt gebracht.“
Attals wohl größtes Problem bei seiner Arbeit mit Chan und Tucker war, dass er ständig ernst bleiben musste: „Als die beiden im Taxi zu singen anfangen, hätte ich fast losgeprustet. Stattdessen muss ich meist hypernervös reagieren. Ich kam mir vor wie im Publikum: Die beiden sitzen in meinem Taxi, ich schaue in den Rückspiegel, und schon will ich loslachen.“
Schöne Frauen gehören unabdingbar zur „Rush Hour“-Serie dazu – das ist auch im dritten Film nicht anders. Youki Kudoh hat in „Memoirs of a Geisha“ (Die Geisha) und „Snow Falling on Cedars“ (Schnee, der auf Zedern fällt) mitgewirkt. Diesmal spielt sie die äußerst gefährliche Clubbesitzerin Jasmine, die sich in ihrem exklusiven unterirdischen Club Chandelle in Paris mit Lee anlegt. „Jasmine arbeitet exquisit“, sagt Kudoh. „Und sie killt exquisit. Das ist sie ihrem Boss Kenji schuldig. Durch ihre Kaltblütigkeit beweist sie ihm ihre Liebe. Das ist traurig, aber ihr bedeutet das etwas.“
Jackie Chan half Kudoh bei den Vorbereitungen zu den intensiven Kämpfen zwischen Jasmine und Lee. „Ich kenne Youki schon sehr lange“, sagt Chan. „Sie hat keine Kampferfahrung, doch in diesem Film machen wir eine Killerin aus ihr – genau wie Zhang Ziyi in ,Rush Hour 2‘. Sie ist sehr begabt und hat eine schnelle Auffassungsgabe.“
Der französische Jungstar Noémie Lenoir spielt Geneviève, auf die sich Carters und Lees Ermittlungen in Paris konzentrieren. Natürlich geht es vor allem um ihre Verbindung zu den Triaden – aber für Carter ist Geneviève deutlich mehr. „Ich wollte mich diesmal verlieben dürfen“, berichtet Chris Tucker. „Vor dem Dreh sagte ich zu Brett: ,Jackie bekommt immer die tollsten Szenen. Lass mich doch auch mal.‘ Also besetzten sie die wunderschöne Französin Noémie Lenoir – sie ist einfach fantastisch.“
„Noémie ist die perfekte Besetzung für Geneviève, weil sie auch sehr hart sein kann – ohne dass ihr das schwer fällt“, sagt Produzent Arthur Sarkissian. „Obwohl sie Glamour hat und sehr schön ist, glauben wir ihr daher sofort, dass sie etwas mit den Triaden zu tun hat.“
Der berühmte Regisseur Roman Polanski gewann mit „The Pianist“ (Der Pianist) den Oscar. In „Rush Hour 3“ übernimmt er die Gastrolle des französischen Polizeiinspektors Revi, der den beiden Partnern in Paris nicht gerade den roten Teppich ausrollt. „Er spielt einen der unausstehlichen Franzosen, wie wir sie manchmal an Flughäfen treffen“, sagt Polanski, der sich mit seinen Kindern für die beiden ersten „Rush Hour“-Filme begeistert. „Ich werde von Chris Tucker und Jackie Chan wunderbar vermöbelt – das ging schnell und war äußerst amüsant. Wir hatten eine Menge Spaß dabei.“
„Roman ist nicht nur ein hervorragender Regisseur, sondern auch einer meiner liebsten Darsteller aller Zeiten“, sagt Ratner enthusiastisch. „,The Tenant‘ (Der Mieter) gehört zu meinen Lieblingsfilmen, und er liefert in dem Film eine überragende Schauspielleistung. Einer der schönsten Momente meines Lebens war, als er mich anrief und sagte: ,Können wir uns treffen?‘ Wir treffen uns also im Hotelfoyer, und er sagt: ,Würdest du bitte den Text mit mir durchgehen?‘ Und ich dachte bloß: ,Wenn mich jetzt jemand sehen könnte! Roman Polanski probt mit mir seinen Dialog im Hotelfoyer.‘ Roman denkt ständig mit und bringt selbst irre komische Ideen ein. Seine Szene mit Jackie und Chris war eines der Highlights bei den Dreharbeiten – die Sequenz gehört zu meinen liebsten.“
Als Lee, Carter und ihr widerwilliger Komplize George den Triaden auf, unter und über den Straßen von Paris auf der Spur bleiben, „geraten die Jungs in so viele verrückte Situationen wie nur möglich“, sagt Produzent Roger Birnbaum. „Weil sie großen Spaß an der Sache haben und zu jeder Schandtat bereit sind, platschen sie in den Abwasserkanal unter der Stadt, tanzen über eine Pariser Varieté-Bühne und baumeln über etlichen Abgründen. Unsere Aufgabe bestand darin, reichlich unverwechselbare Szenen zu erfinden, und davon gibt es im neuen Film mehr als genug.“
Als Carter & Lee sich an die Leute heranarbeiten, die ihnen nach dem Leben trachten, kommt es auf ihrer Jagd zu einer monumentalen Konfrontation genau an jenem Ort in Paris, von dem es kein Entkommen gibt – auf dem Eiffelturm.
„Oben auf dem Eiffelturm kommt es zum spektakulären Kampf zwischen Jackie und einem der Schurken“, sagt Chris Tucker. „Auch ich muss mich in einer großen Kampfszene mit einer Menge Bösewichte herumschlagen; die Schlacht findet oben auf dem Eiffelturm statt, der bekanntlich sehr hoch ist. Da geht es haarsträubend zu, aber es gibt kein Entkommen – also Spannung pur.“
Die Sequenz lebt von reiner Kampfkunst und Akrobatik – es gibt weder Explosionen noch Schießereien: ausschließlich eines der besten Stuntteams der Welt auf dem Höhepunkt seiner Leistungskraft. Keiner der Beteiligten wird das je vergessen – vor allem Jackie Chan nicht: „Ich befand mich ganz allein auf der Spitze des Turms. Sie schrien: ,Jackie, wann fliegst du endlich runter? Wir wollen drehen.‘ Nach dieser Nacht kann ich meinen Enkeln erzählen: ,Das ist euer Opa, das bin ich. Da fliegt kein Double um den Eiffelturm – und dass bei einem Sturm mit 150 Kilometer Windgeschwindigkeit.‘ Alle anderen benutzen den Fahrstuhl. Ich war oben auf dem Fahrstuhl drauf. Ich darf in diesem Film ein paar echt coole Sachen machen, die normale Leute nicht zustande bringen.“
15 Tage lang drehte das Team in Paris, um die wesentlichen Szenen zu filmen, die in der Seine-Metropole spielen. „In unserem Film übernimmt Paris selbst eine Hauptrolle“, sagt Brett Ratner. „Die Menschen, die Schauplätze, das Stadtbild, das Zentrum, die Brunnen, die berühmten Gebäude – sie alle prägen die Story. Ich wollte jede Facette von Paris ins Bild bringen. Ich wollte bis ins Herz, ins Zentrum von Paris vorstoßen, bis in die Abwasserkanäle, und bis in die höchsten Höhen, auf die Spitze des Eiffelturms, von den edelsten Hotels über die Straßen bis in die Bistros. Da gibt es wirklich viel zu sehen. Wir zeigen Paris von seiner besten Seite.“
„Alle Amerikaner des Teams verliebten sich in Paris“, sagt die Französin Noémie Lenoir. „Das bedeutet mir viel – denn es ist meine Heimatstadt.“
„Ich freute mich sehr auf die Dreharbeiten in Paris, weil alle ,Rush Hour‘-Filme eng mit einem spezifischen Schauplatz verbunden sind“, sagt Produktionsdesigner Edward Verreaux, der für Brett Ratner bereits „X-Men: The Last Stand“ (X-Men: Der letzte Widerstand) ausgestattet sowie „Monster House“ (Monster House), „Starsky & Hutch“ (Starsky & Hutch) und „Jurassic Park III“ (Jurassic Park III) betreut hat. „Mir war die Größe der Aufgabe durchaus bewusst, aber ich wusste auch, dass die Arbeit sehr viel Spaß bringen würde.“
Vor Drehbeginn machte Verreaux mit seiner Pariser Ausstatterin Anne Seibel zahlreiche Ausflüge durch die Stadt, um geeignete Drehorte zu sichten. Etliche in Paris gedrehte Szenen sollten später nahtlos mit weiteren Aufnahmen kombiniert werden, die an Schauplätzen im südlichen Kalifornien beziehungsweise in den Culver Studios gefilmt wurden. Oft ging es bei der Drehortsuche also um Gebäude und Strukturen, die sich entsprechend kombinieren ließen. „Wir haben viele Fotos aufgenommen und schauten uns typisch französische Gebäude und Stilformen an, um sie nach Bedarf in Los Angeles nachzubauen“, berichtet Verreaux. „Paris ist wirklich unverwechselbar. Der französische Stil unterscheidet sich total von dem, was man in Los Angeles gewohnt ist, aber wir nahmen uns vor, auf den Sets in L.A. eine Atmosphäre zu schaffen, die uns im Film wirklich nach Paris versetzt.“
In Paris filmte das Team weltberühmte Locations wie die Champs-Élysées und natürlich den Eiffelturm. „Wenn man in Paris dreht, will man auch die Pariser Wahrzeichen sehen“, sagt Verreaux. „Dass wir tatsächlich nachts auf dem Eiffelturm drehen durften, war wirklich spektakulär.“
Für die Eiffelturm-Szene auf dem Höhepunkt des Film bekam das Filmteam die Erlaubnis, an der Turmbasis, auf der ersten und zweiten Plattform sowie auf der Aussichtsplattform zu drehen.
Der Eiffelturm ist die beliebteste Pariser Touristenattraktion – deshalb konnte das Team dort nicht vor 23 Uhr drehen. Also rückte das Team entsprechend früher an, um die Filmausrüstung an die Drehpositionen zu schaffen, und der eigentliche Dreh dauerte dann bis zum Morgengrauen.
Die Ausleuchtung des Eiffelturms erwies sich für Kameramann J. Michael Muro als Abenteuer ganz eigener Art. „Für mich war der Turm eine echte Herausforderung, weil es dort oben helle Scheinwerfer gibt – denn die Besucher wollen ja die Stadt sehen“, erklärt er. „Weil Brett die ersten beiden ,Rush Hour‘-Filme in Cinemascope gedreht hat, wollten wir die Trilogie auch so beenden, aber für die Breitbildkamera brauchen wir eine Menge Licht.“
Muro gilt als einer der besten SteadiCam-Kameraleute der Welt. Er war bereits an den ersten beiden „Rush Hour“-Filmen beteiligt und stieg inzwischen zum verantwortlichen Kameramann auf. Als solcher drehte er zum Beispiel „Open Range“ (Open Range – Weites Land), „Crash“ (L.A. Crash) und „The Last Mimzy“ (Mimzy – Meine Freundin aus der Zukunft). „Jimmy Muro ist ein hervorragender Kameramann“, kommentiert Ratner. „Er hat mit den berühmtesten Regisseuren gearbeitet, bevor er verantwortlicher Kameramann wurde. Er hat ein unglaubliches Gespür für Bilder und drehte für mich etwa eine halbe Stunde von ,X-Men‘. Daraus ergab sich jetzt die perfekte Zusammenarbeit für uns: Er kennt die Filmfiguren, die Dynamik und das Tempo eines ,Rush Hour‘-Films.“
Gegenüber dem Eiffelturm auf der anderen Seite der Seine befindet sich vor dem Palais de Chaillot der Trocadero-Brunnen, wo es zum Höhepunkt des Abenteuers kommt. „Wir mussten also große Flächen ausleuchten“, fährt Muro fort. Um den Turm, die Brunnen und die Umgebung ins rechte Licht zu setzen, arbeitete das Filmteam mit der Verwaltung des Eiffelturms zusammen – man achtete darauf, dass die Filmscheinwerfer der Farbe und Intensität der 352 Scheinwerfer entsprechen, mit dem das weltberühmte Wahrzeichen üblicherweise beleuchtet wird. „Es handelt sich um Philips-Glühbirnen, wie sie nur am Eiffelturm verwendet werden. Deshalb haben auch wir lieber solche Birnen als konventionelle Filmscheinwerfer eingesetzt.“
Neben einem einzelnen Strahler auf der Spitze des Eiffelturms ist der Turm mit zwei Sets von Scheinwerfern ausgerüstet – einem inneren Set, der die Innenstreben beleuchtet, und einem weiteren Set, das die äußeren Konturen anstrahlt – eine Art Lichtorgel, die jede Stunde zehn Minuten lang – von zehn vor bis zur vollen Stunde – glitzert und funkelt. Beide Lichtsequenzen kann man zwischen Sonnenuntergang und ein Uhr morgens beobachten. Jede Nacht nahm die Produktion nötige Anpassungen vor – oft wurden die Aufnahmen auf den Zeitpunkt der Lichtershow ausgerichtet, und zwar sowohl bei den Einstellungen auf dem Turm selbst als auch bei der Sequenz am Trocadero-Brunnen mit dem Turm als Hintergrund.
Die Mannschaft des Eiffelturms stellte sich sehr hilfsbereit auf das Filmteam ein und ließ es innerhalb der vorgegebenen Grenzen nach Belieben walten. Die Lichtorgel war in den Drehnächten bis zum Sonnenaufgang in Betrieb.
Einmal wurde die von einem Timer kontrollierte Turmbeleuchtung wie sonst üblich um ein Uhr automatisch abgeschaltet – nur ein Anruf des Locations-Büros war nötig, und sofort wurden die Lichter wieder eingeschaltet.
„Die Zusammenarbeit mit den Franzosen klappte fantastisch – wir wunderten uns immer wieder, was wir dort alles anstellen durften“, berichtet Verreaux. „Der Höhepunkt des Films spielt auf dem Eiffelturm, auf der zweiten Plattform im sogenannten Jules-Verne-Restaurant, einem 4-Sterne-Restaurant. Einen entsprechenden Set bauten wir dann im Studio in Los Angeles, und vom Eiffelturm bekamen wir sogar eine Lampenfassung als Vorbild für unseren Set. Wir mussten zwar auf dem Set einige Änderungen vornehmen, um die Szene drehen zu können, aber die Anschlüsse zwischen Originalschauplatz und Studio funktionieren nahtlos.“
Zu den weiteren Pariser Schauplätzen zählen das Außenministerium am Quai d’Orsay; das Seine-Ufer unter der Karussellbrücke für die Untergrund-Sequenz, das Hotel Plaza Athenée in Montaigne; das Café de la Paix am Grand Hotel im Pariser Innenstadtviertel L’Opera; und das chinesische Restaurant Aux Gouts d’Asie.
Typisch pariserisch war auch die Sequenz im historischen Folies-Bergère, wo Carter und Lee holterdipolter eindringen, um Genevièves Leben zu retten. „Carter und Lee unterbrechen eine aufwändige Tanzshow im Folies-Bergère“, sagt Ratner. „Plötzlich steht Carter auf der Bühne vor dem Publikum und weiß nicht, was er machen soll – da fängt er an zu singen.“
Die Außenaufnahmen zu dieser Szene wurden am Théatre des Champs-Élysées gedreht. „Ursprünglich wollte Brett die ganze Sequenz in Paris drehen, aber das Folies-Bergère wurde gerade renoviert – wir mussten also umdisponieren“, erinnert sich Edward Verreaux. „Dadurch bekamen wir die Chance, für die Innenaufnahmen vor Ort in Los Angeles etwas ganz Eigenes zu schaffen.“
Den idealen Schauplatz fand Verreaux im Galaxy Theatre in Santa Ana südlich von Los Angeles. „Die Bühne soll eher intim wirken“, erklärt der Produktionsdesigner. „Dafür eignet sich das Galaxy Theatre sehr gut. Und wir bauten es so um, dass es wie das berühmte Pariser Varieté-Theater aussieht.“
Die Airport-Szenen, in denen Carter und Lee Inspecteur Revi begegnen und erstmals in Georges Taxi steigen, drehte man am echten Flughafen Charles de Gaulle sowie im französischen Studio Transpasets.
Für die Innenaufnahmen im Club Chandelle, in dem Carter und Lee beim Verfolgen ihrer einzigen Spur Probleme bekommen, schaute sich Verreaux nach Etablissements in Los Angeles um, die zu den Außenaufnahmen in Paris passen würden. „Brett stellte sich einen sehr intimen Privatclub vor, der ebenso sexy wie elegant wirkt“, erinnert sich Verreaux. „Wir haben uns in L.A. viele Clubs angeschaut, darunter auch ein altes Theater in der Innenstadt, das heute Los Angeles Theatre heißt. Es handelt sich um ein sehr elegantes Theater aus den 20er-Jahren, im Keller gibt es eine große ovale Lounge mit ein paar Nebenräumen. Die Bilder vom Betreten und Verlassen des Gebäudes drehten wir also in Paris vor einem kleinen Club namens Rive Gauche und den Rest auf unserem Set in Los Angeles. Im Rive Gauche bekamen wir ein paar Türbeschläge, so dass wir die Tür authentisch nachgestalten konnten.“
Da der Film in Paris spielt, sollte sich das auch im entsprechenden Flair der Kostüme ausdrücken – wobei das Typische der „Rush Hour“-Filme natürlich nicht verloren gehen darf. „Ich wollte möglichst viele französische Elemente integrieren“, sagt Kostümbildnerin Betsy Heimann, die mit Brett Ratner bereits an „Roter Drache“ und „Family Man“ (Family Man – Eine himmlische Entscheidung) gearbeitet hat. Außerdem entwarf sie die Kostüme zu Filmen wie „Be Cool“ (Be Cool), „Vanilla Sky“ (Vanilla Sky) und „Almost Famous“ (Almost Famous – Fast berühmt). „Einige der Kostüme sollten in Frankreich geschneidert werden – daher standen uns Stoffe zur Verfügung, die man in den USA nicht bekommt. Mein Assistent in Paris besuchte alle Schauplätze des Drehbuchs und machte Fotos: Wer besucht die Clubs, wer bevölkert die Hotelfoyers, was trägt der Portier? Unser Hintergrundmaterial bestand aus authentischen Fotos.“
75 Prozent der Filmkostüme mussten von Hand genäht werden, um den verschiedenen Auflagen der Produktion zu genügen. „Brett und ich hatten es bei keinem bisherigen Film mit derart vielen extra für uns angefertigten Kostümen zu tun“, stellt Heimann fest. „Umso schöner war es, in dieser Phase mit ihm zusammenzuarbeiten. So hatten wir die Gelegenheit, seine und meine Träume ganz exakt umzusetzen. Es war wunderbar, die Skizzen, Stoffe und Anproben gemeinsam zu diskutieren – ein Teamwork, das Spaß machte.“
Bei Jackie Chan achtete Heimann darauf, dass alle seine Kostüme seiner Wendigkeit im Film gerecht werden. „Weil Lee in diesem Film etwas besser gekleidet wirkt, habe ich seine Kleidung gefüttert, um ihm ein wenig mehr Flair zu geben, wenn er zuschlägt und um sich tritt“, sagt sie.
Außerdem achtete sie darauf, dass die Kostüme auch die Anforderungen bei Chans Stunts aushielten. „In der Eiffelturmsequenz reißt er sich den Schlips ab, bindet ihn um sein Bein und hievt sich an der Seite des Turms nach oben“, berichtet sie. „Wer mit Jackie arbeitet, muss wissen, dass er seine gesamte Kleidung bei den Stunts einsetzt – darauf muss man vorbereitet sein.“
Mit Chris Tuckers Kostümen wollte Heimann zeigen, dass Carter sich seit dem vorigen Film weiterentwickelt hat. „Er bringt inzwischen deutlich mehr Berufserfahrung mit“, sagt sie. „Er hat sich verändert. Er hat Chinesisch gelernt und versteht die asiatische Kultur viel besser. Also wollte ich den asiatischen Einfluss auch in seiner Kleidung ausdrücken.“
Die eindeutig aufwändigsten Kostüme sind in der Folies-Bergère-Sequenz zu sehen. In der Szene treten Dutzende von Tänzerinnen auf. Brett Ratner stellte sich Kostüme mit Gangster-Flair vor. „Als Musik verwenden wir den Song ,Bonnie and Clyde‘ – der gibt uns also die Richtung vor“, sagt Heimann. „Ich habe mich von einigen eher filmischen Musical-Nummern inspirieren lassen: Natalie Wood in ,Gypsy‘ (Gypsy – Königin der Nacht), die französischen Gangsterfilme ,Le cercle rouge‘ (Vier im roten Kreis) und ,Borsalino‘ (Borsalino) mit Jean-Paul Belmondo und Alain Delon.”
Besonders gern entwarf Heimann die Kostüme für die beiden Glamour-Ladys, die wichtige Rollen in der Story übernehmen: Youki Kudoh als tödliche Jasmine und Noémie Lenoir als Geneviève. „Noémie ist bildschön und sieht typisch französisch aus. Und auch Youki hat als Jasmine lange in Paris gelebt, sie wirkt ebenfalls sehr französisch, obwohl sie Asiatin ist“, berichtet Heimann. „Geneviève verkehrt im Milieu der Triaden, wirkt sehr schick und elegant. Jasmine führt ihren eigenen Nachtclub, erscheint also etwas strenger… aber plötzlich öffnet sie per Reißverschluss die Seite ihres Kleides und tritt nach Jackie Chan – es war also sehr anspruchsvoll, die Kostüme für die beiden Damen zu entwerfen.“
Für das Triaden-Syndikat, das Carter und Lee schließlich auf dem Eiffelturm stellen, schuf Heimann eine Art Uniform: „Die Triaden tragen Weiß, vor allem Kenji, weil er Lee beerdigen will, und in China ist Weiß die Farbe des Todes. Kenji ist in diesem Film die leibhaftige Todesdrohung für Lee, und als die Triaden den Eiffelturm umzingeln, tragen sie alle Weiß – denn es handelt sich um ein Begräbnis.“
Unter all den Schauspielern, die sie einkleidete, machte Heimann ihr Design für den legendären Regisseur Roman Polanski als Inspecteur Revi den meisten Spaß. „Er lud mich zu sich nach Hause ein und zog alles Mögliche aus seinem Schrank, was sich vielleicht für seine Rolle eignen könnte“, erinnert sie sich. „Doch in einem französischen Kostümfundus fand ich ein echt fieses Jackett, das genau auf Inspecteur Revi passte – das habe ich sicherheitshalber mitgenommen. Er hat sich sofort in das Jackett verliebt – da passierte, was mir immer besonders gefällt: Vor meinen Augen verwandelte er sich in Revi. Er probierte in dem Outfit seine Dialoge mit mir durch, ließ sich vom Kostüm zu einer bestimmten Körpersprache inspirieren. Für mich war es ein einmaliges Erlebnis, mit Roman Polanski arbeiten zu dürfen.“
Nachdem die Dreharbeiten in Paris abgeschlossen waren, kehrte das Team für die restlichen Aufnahmen nach Kalifornien zurück. Im Zentrum von Los Angeles entstanden die ersten Szenen des Films, in denen Carter den Verkehr regeln muss, während Lee das Attentat auf Botschafter Han in den Arco Towers verhindert. Die Szene im Divinity Hospital drehte das Team in dem inzwischen geschlossenen St. Luke’s Hospital in Pasadena, wobei einige Innen- und Außenszenen auch in dem sehr aktiven Krankenhaus St. Mary’s in Long Beach entstanden.
Einige Einstellungen drehte das Team in einer echten Leichenhalle im Keller von St. Mary’s. Der Drehort wirkte gruselig real: Der Brand in einem anderen Krankenhaus führte dazu, dass Leichen von dort in diese Leichenhalle überführt wurden, während das Team dort drehte – die Halle war praktisch „ausgebucht“, als das Team eintraf. Zweimal musste das Team den Set räumen, als Krankenpfleger Neuzugänge in der Halle unterbrachten.
„Wir haben uns natürlich äußerst respektvoll verhalten, aber man fühlt sich schon sehr klein, wenn man in einer Leichenhalle arbeitet“, erinnert sich Chris Tucker.
Weitere Szenen entstanden im Alexandria Hotel, auf der Sable Ranch in Canyon Country, beim Roten Kreuz in Pasadena und am Santa Monica Airport.
Die Szenen in Soo Yungs Kung-Fu-/Karate-Schule drehte man auf einem Set in den Culver Studios. „Alle Karate- und Kung-Fu-Studios in Los Angeles wurden in Betracht gezogen, aber keines wies meine exakten Vorgaben für die Szene auf“, erinnert sich Brett Ratner. „Ed hat wirklich ganze Arbeit geleistet, als er meine Vorstellungen vom ultimativen Kung-Fu-Studio umsetzte – das kommt der Story sehr zugute. Es ging mir darum, die Eingangstür ausgesprochen niedrig zu halten. Als dann der Riese hereinkommt, muss er sich bücken. Das ist vom Design her sehr clever gelöst.“
Aufgrund der frischen Erinnerung an „X-Men: Der letzte Widerstand“ profitierte Ratner von den Erfahrungen beim Science-Fiction-Abenteuer und holte den Leiter der visuellen Effekte auch bei „Rush Hour“ an Bord: John Bruno. „In diesem neuen Film verwenden wir mehr visuelle Effekte als in den bisherigen ,Rush Hour‘-Filmen“, sagt Ratner.
„Deswegen macht John Bruno mit, der bei ,X-Men‘ derart hervorragende Arbeit geleistet hat – er half uns, das visuelle Konzept für die Umsetzung der Sequenzen zu entwickeln. Er und das Team bei ILM leisten ganze Arbeit, um wirklich clevere visuelle Effekte zu schaffen, die unsere Story entscheidend voranbringen.“
Bruno wurde schon oft für den Oscar nominiert und gewann ihn für seine Leistungen bei „The Abyss“ (Abyss). Er arbeitet diesmal mit Adam Howard zusammen, der die Effekte für Filme wie „Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest“ (Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2) und „Star Wars Episode III – Revenge of the Sith“ (Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith), gestaltete. Gemeinsam entwickelten sie Effekte, die sich organisch in das realistische Umfeld einfügen, das Ratner für seinen Film vorschwebte. „John arbeitet noch im Stil der alten Schule, wenn er Effekte entwirft und erfindet – das gefällt mir sehr gut“, bemerkt der Regisseur. „Er geht von dem realen Set aus und fügt seinen bestimmten Touch hinzu – das kommt der Story zugute, erhöht die Spannung und Dramatik. Es geht überhaupt nicht darum, im Computer eine virtuelle Welt zu schaffen. Er verfügt bei ILM über ein außerordentlich fähiges Team von Künstlern im Bereich visuelle Effekte, die die Messlatte erneut eine Stufe höher legen.“
Brunos anspruchsvollste Aufgabe bestand darin, mit seinem Wissen die real gedrehten Aufnahmen zu unterstützen, damit sie so realistisch wir möglich wirken. Für den komplizierten Kampf auf dem Eiffelturm mit Chans kreativer und oft unberechenbarer Choreografie bedeutete das, dass „in einem Film ohne Effekte der dritte Akt zu einer Effekte-Sequenz umgestaltet wird“, sagt Bruno. „Wir installierten also ein Kamerasystem mit drei Kameras, die in alle Richtungen drehen und so nahtlose Anschlüsse ermöglichen – wie in einem Cyklorama.“
Bruno und sein Team kombinierten drei VistaVision-Kameras, die ein größeres Negativ und dadurch mehr Details liefern, bemannten einen 100 Meter hohen Kran, um die Stadtlandschaft mit dem Turm aufzunehmen, aber auch von der Plattform des Turms in alle Richtungen zu filmen. Diese Aufnahmen waren später als Ergänzung der Aufnahmen vor der Greenscreen in den Culver Studios nötig.
Verreaux überwachte die schwierige Konstruktion des Studiosets in den Culver Studios, in dem das Turmsegment Strebe für Strebe nachgebaut wurde. Nur so ließen sich Beleuchtung, Stunts und visuelle Effekte der komplizierten Sequenz realisieren. „Wir mussten uns genau dem anpassen, was am Originaldrehort gefilmt worden war“, sagt Bruno. „Wir hatten Einstellungen vom echten Turm, die dann mit den Studioaufnahmen zusammengeschnitten wurden. All diese Aufnahmen sind sehr realistisch – die Aufnahmen vor der Greenscreen müssen entsprechend nahtlos dazupassen.“
Für den Stunt, in dem Lee und Carter eine gigantische Fahne als Fallschirm benutzen, um vom Eiffelturm abzuheben, schuf der für die Spezialeffekte zuständige Clay Pinney eine nach allen Seiten frei bewegliche kardanisch aufgehängte Plattform, die kopfüber von der Hallendecke hing und die Schauspieler in Flugbewegungen versetzte. „Die beiden schauen sich an und schreien, während die Bösewichte vom Turm aus auf sie feuern. So bekommt die Fahne Löcher“, berichtet Bruno. „Die Flagge kann also immer weniger Luft halten. Das sieht absolut echt und sehr komisch aus.“
Im benachbarten Studio baute Verreaux das Jules-Verne-Restaurant auf einer über fünf Meter hohen Plattform nach und umgab es mit einem gewaltigen, fotorealistischen Rundhorizont („Transparent“) von Paris, der einen Rundblick von über 270 Grad erlaubte. Das Transparent gestaltete man, indem fünf Fotoapparate oben auf dem Eiffelturm platziert wurden, die 20 mal 25 Zentimeter große Negative aufnahmen. Diese Bilder wurden später im Computer zu einem einzigen Computerdokument zusammengefügt. Die Gesamtansicht von Paris bildet somit das größte nahtlose Fototransparent, das je für eine Film hergestellt wurde.
„John und Adam leisteten hervorragende Arbeit bei der Gestaltung der visuellen Effekte, die weit über das hinausgehen, was wir je in einem ,Rush Hour‘-Film gemacht haben“, sagt Brett Ratner begeistert. „Für die Eiffelturm-Sequenz brauchte ich Bilder, die sich ohne Helikopter real nicht filmen lassen – und so nahe darf man nicht um den Eiffelturm herumfliegen.“
Für Ratner steht und fällt die „Rush Hour“-Trilogie mit dem nahtlosen Mix aus Action und Komödie. Entscheidend bei dieser Mischung ist Jackie Chans Beitrag. Der legendäre Stunt-Coordinator Conrad Palmisano hat an fast 200 Filmen mitgewirkt und war diesmal auch als Regisseur des 2. Drehteams dabei. Er sagt: „Immer wenn man mit einem Meister wie Jackie Chan arbeitet, der ein König der Action ist, wirkt seine Kreativität derart überbordend, dass man nur mit Mühe mit ihm Schritt halten kann – man muss aufpassen, dass man mit seinen Ideen auf gleicher Höhe bleibt. Er ist einfach mit niemandem zu vergleichen.“
„Was Jackie an Action zaubert, ist äußerst innovativ, weil sie von innen heraus funktioniert“, sagt Produzent Jay Stern. „Jeder Stunt, den er ausführt, hat Persönlichkeit, und er versucht ständig sich selbst zu übertreffen. Er bringt eine derart ungeheure Erfahrung mit, dass er mir beim Zuschauen wie ein berühmter Maler vorkommt, der alles kennt, was seine Vorgänger geleistet haben – und immer wieder gelingt es ihm, etwas Originelles zu schaffen.“
Action und Comedy sind gleichermaßen anspruchsvolle Genres, und deshalb ist es laut Chris Tucker „besonders kompliziert, eine gute Mischung zu finden, weil man eine Menge Energie darauf verwenden muss, dass jeder Take die gleiche Dynamik enthält. Wenn eine Menge Dynamik gefordert ist, dann muss man diesen Level halten, bis die Szene im Kasten ist. Das geht nur mit exaktem Timing, mit dem man diese Momente einfängt.“
Die umfangreichen Stuntaufnahmen mit einem der erfindungsreichsten und berühmtesten Martial Artists der Welt erforderte eine minutiöse Zusammenarbeit zwischen den Stunt Coordinators Palmisano und Eddie Braun (dieser erfahrene Experte hat an „Transformers“, „Mr. and Mrs. Smith“ und den ersten beiden „Rush Hour“-Filmen gearbeitet) sowie Jackie Chan und seinem Team.
„Sie haben bestens zusammengearbeitet“, sagt Ratner. „Connie und Eddie haben viele meiner Filme mitgestaltet, und beide haben gelernt, wie man mit dem Hongkong-Team zusammenarbeitet, das stilistisch völlig anders an die Sache herangeht. Connie ist ein Stuntman alter Schule und weiß, wie man Jackies Beitrag möglichst vorteilhaft zur Geltung bringt – und Eddie kann das genauso. Daraus ergibt sich ein wirklich perfektes Beispiel für die Kombination der östlichen und westlichen Stile. Ihre Zusammenarbeit klappt wunderbar – und genau das ist ein wesentlicher Teil des ,Rush Hour‘-Konzepts.“
„Jackie will die Messlatte immer wieder höher hängen, und alle in seiner Umgebung lassen sich davon inspirieren, denn er gibt die Richtung vor“, sagt Braun. „Gleichzeitig wirkt er in seiner Freundlichkeit absolut entwaffnend. Er ist ein Verfechter der Teamarbeit – das beste Beispiel ist sein eigenes JC Team. Das ist nicht Jackie Chan – sondern Jackies Team. Er arbeitet eng mit allen Leuten in seinem Umfeld zusammen – und inspiriert sie zu Höchstleistungen.“
„Jackie ist ein Meister, kann auch selbst Regie führen – der Dreh dieser Kämpfe läuft also ganz problemlos: eine, zwei, drei Proben, dann wird gedreht“, sagt Hiroyuki Sanada. „Manchmal wird sogar auf die Probe verzichtet – man bespricht sich, prüft das Timing und die Positionen. Immer wieder findet er interessante und ansprechende Varianten für seine Stuntideen. Ein Verfahren, das begeistert und mitreißt.“
Chan und das JC Team sind für ausgeklügelte, originelle und unterhaltsame Stuntsequenzen bekannt. Jede Sequenz wird choreografiert und bei der Probe auf Video aufgezeichnet, wobei die Mitglieder des Teams alle Rollen spielen. Diese Aufnahmen werden geschnitten und dann den Filmemachern und Stunt Coordinators präsentiert. Daraufhin arbeitet auch der Rest der Mitarbeiter an der Szene mit. „Die Kommunikation zwischen Brett Ratner, Jackie, Chris, Connie und mir funktioniert problemlos“, sagt Braun. „Manchmal gelangen auf diese Weise die irresten und besten Ideen im Film. Niemand wird ausgegrenzt, wir warten einfach ab, wer mit seiner Art die lustigere Variante liefert.“
„Weil wir an einem Sequel arbeiten, möchte man besonders originell und kreativ vorgehen“, sagt Palmisano. „Gleichzeitig sollen sich die Figuren treu bleiben, und auch die Situationen, in die sie geraten, müssen einen gewissen Wiedererkennungswert haben.“
Die Stuntleute setzten sich aus Amerikanern, Franzosen und Chinesen zusammen. Das Filmteam profitierte auch von berühmten Stuntleuten wie dem Fahrer Michel Julienne aus der Rémy-Julienne-Familie, der die Autostunts in Paris koordinierte, und Meister Simon Rhee, Schauspieler und Martial-Arts-Experte, der bereits bei den ersten „Rush Hour“-Filmen dabei war. Meister Rhee tritt nicht nur als Fighter im Film auf, sondern trainierte auch Sun Ming Ming für die Dojo-Kampfsequenz.
Drei Monate vor Drehstart bereitete sich das Stuntteam auf die Anforderungen der Produktion vor. „Wenn sich die Action von der Spitze des Eiffelturms bis in die Abwasserkanäle erstreckt, gibt es buchstäblich Höhen und Tiefen“, sagt Palmisano. „Wir nutzen das volle Potenzial der Stadt und ihrer Aura. Fantastisch war allein schon die Möglichkeit, auf dem Eiffelturm zu arbeiten, wobei uns die Pariser Stadtverwaltung sehr entgegenkam.“
Bei der Eiffelturm-Sequenz konnte das Team auch etliche echte Stunts durchführen, bei denen Jackie Chan an den Kabeln des Fahrstuhls hing. „Jackie Chan war in der Lage, zu den Kabeln des fahrenden Fahrstuhls hinüberzuspringen und sich auf dem Eiffelturm von einer Seite zu anderen zu schwingen“, erklärt Palmisano. „Unsere Helden sind dort in die Falle geraten. Sie werden beschossen. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand. Es gibt keinen Ausweg mehr außer einem verzweifelten Befreiungsschlag.“
„Ich freue mich immer riesig, wenn das Stuntteam eine tolle Idee entwickelt“, kommentiert Jackie Chan. „Dazu gehört auch die großartige Action am Ende des Films. Für die Stunt Coordinators sind die Action-Sequenzen einfach und schwierig zugleich. Was wir uns ausdachten, war einfach – ohne große Explosionen, ohne viel Gewalt. Aber wir fügen komische Elemente hinzu, und das ist sehr kompliziert. Ich mache das schon seit vielen Jahren, aber dieser Film wird das Publikum mitreißen und staunen lassen – dennoch ist es eine Komödie. Am Ende sind alle glücklich und zufrieden.“
Wieder erlebte Chris Tucker magische Momente, als er Chans Höchstleistungen beobachtete. „Manchmal sehe ich erst die fertig geschnittenen Aufnahmen von all dem, was er anstellt. Dann denke ich: ,Mensch, ist das cool.‘ Ich freue mich, in diesem Film mitmachen zu dürfen, denn Jackie Chan erweitert ihn um eine ganze Dimension, mit Bildern und Action, wie wir sie noch nie gesehen haben. Ich weiß noch, wie ich ihn beim ersten ,Rush Hour‘ zum ersten Mal sah. Ich traute meinen Augen nicht, als ich ihm zuschaute. Er ist einfach genial. Niemand kann Jackie das Wasser reichen.“
Doch es sind nicht nur die Stunts – die Action und die Komödie in „Rush Hour 3“ ergeben sich aus den Persönlichkeiten der beiden Helden. „,Rush Hour‘ funktioniert nicht nur in den USA, sondern in der ganzen Welt, weil die beiden nicht dieselbe Sprache sprechen, weil sie aus völlig unterschiedlichen Kulturen stammen und trotzdem Brüder sind“, sagt Ratner. „Dadurch wird ihr Zusammenspiel so interessant, denn wenn die Chemie und die Kameradschaft stimmen, lässt sich sich das einfach nicht leugnen. Die Leinwand belegt das. Wenn ich die Kameras auf sie richte, ist es richtig spannend, sie zu beobachten. Und die Action in diesem Film geht über alles hinaus, was ich je an Aufwand getrieben habe – allerdings ordnet sie sich immer der Komödie und den Gefühlen unter, die diese Filme bestimmen. Das macht ,Rush Hour 3‘ so spannend.“
Dazu Produzent Arthur Sarkissian: „Die Zuschauer in aller Welt sind treue Fans dieser Filme, sie haben eine gewisse Erwartungshaltung, die wir erfüllen müssen, indem wir den Helden in ihrer Art treu bleiben. Brett geht an die Sache heran, indem er noch größeren Aufwand betreibt, doch die aufwändige Action dient immer der erstaunlichen Beziehung und der Chemie zwischen Chris und Jackie.“
„Wir arbeiten auch diesmal mit großartigen, hervorragenden Schauspielern“, sagt Drehbuchautor Jeff Nathanson. „Und das verdanken wir Brett – wir wollen die Filme eben nicht nach Schema F herunterkurbeln, sondern den beiden Jungs und ihrer Beziehung eine solide Action-Basis geben. Und dabei geht es richtig ab.“
„Carter und Lee bekommen es mit richtig bösen Schurken und einigen sehr schönen Schurkinnen zu tun, aber auch mit tollen Schauplätzen“, sagt Ratner abschließend. „Das bringt Spaß – von Anfang bis Ende. Sobald die Zuschauer Platz nehmen, heißt es Gags und Action nonstop.
Doch im Zentrum des Films wartet ein ungeheures Geheimnis. Denn unsere Komödie hat das Gerüst eines Thrillers – also festhalten und aufgepasst: Es geht los!“