Donnerstag | 31. Mai 2012 | 02:48 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Datenbank > Filmdetails > Filminfos
  • FILMDETAILS | Der letzte König von Schottland
  • Der letzte König von Schottland

    Thriller, Drama | USA 2006
    WERBUNG
      • | Zwei Frauen in Idi Amins Uganda

      • Schon vor seiner Bekanntschaft mit Idi Amin sorgt Nicholas Garrigan für Ärger – er beginnt eine Affäre mit Sarah, der schönen, einsamen Frau seines Chefarztes. Für diese kleine, aber bedeutende Rolle wählten die Filmemacher Gillian Anderson, einem breiten Publikum bekannt durch ihre Darstellung der Dana Scully in der Erfolgsserie „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“, die zahlreiche Golden Globes und Emmys gewann. Hier spielt sie einen völlig anderen Charakter – die stille, übersättigte Ehefrau eines Mannes, dessen Sanftheit und Freundlichkeit es ihr unmöglich machen, ihre eigenen unerfüllten Begierden zu artikulieren.

        Anderson war sehr daran interessiert, durch das Skript mehr über die mythologisierte Figur Idi Amins zu erfahren. „Das Drehbuch reizte mich, weil die Geschichte wirklich die Jekyll-und-Hyde-Natur von Idi Amin zum Vorschein bringt“, sagt sie. „Man sieht sowohl den verführerischen Mann, der genauso geliebt wie gehasst wurde, als auch den zornigen, verblendeten Diktator, einen gefährlichen Verrückten.“

        Auch in Sarahs kurzes Techtelmechtel mit Nicholas konnte sie sich einfühlen. „So wie ich sie sehe, hat Sarah einfach eine große Sehnsucht nach allem, was aus dem Westen kommt, nach neuer und aufregender Gesellschaft. Zwischen Nicholas und ihr funkt es sofort“, sagt Anderson. „Aber als er sie verlässt, um für Idi Amin zu arbeiten, sieht sie ihn in einem anderen Licht.“

        Nachdem er ein fester Bestandteil von Amins Stab geworden ist, lässt Garrigan sich auf eine andere, weitaus gefährlichere Affäre ein: mit Kay Amin, einer der Frauen des polygamen Diktators. Er fühlt sich von ihrer Standhaftigkeit angezogen und ist wütend über Amins brutale Behandlung ihres unter Epilepsie leidenden Sohnes, so dass er bei ihr nach Trost sucht, als sein Weltbild zu bröckeln beginnt.

        Kay wird von Jungstar Kerry Washington dargestellt, die durch ihre Rolle neben Jamie Foxx als Ray Charles’ Ehefrau in dem hochgelobten RAY (2004) auf sich aufmerksam machte. Außerdem trat sie noch in Filmen wie MR. & MRS. SMITH (2005) und FANTASTIC FOUR (2005) auf. Die Geschichte, die auf einer wahren Person basiert, faszinierte Washington. Die echte Kay Amin wird als schöne und intelligente Studentin beschrieben, die nach einer kurzen Affäre zur zweiten Frau Amins wurde. Ihr Leben endete auf rätselhafte Weise, man fand ihre Leiche im Kofferraum eines Wagens. Eine Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass sie an den Folgen einer Abtreibung gestorben war, die von ihrem Liebhaber, einem ugandischen Arzt, durchgeführt worden war.

        Aber es war nicht nur Kays Geschichte, die Washington begeisterte; das Drehbuch von DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND entführte sie in eine Welt, die sie nie vorher gesehen hatte. „Die Story ist eine wunderbare historische Erzählung, scheinbar über bestimmte geschichtliche Vorgänge in Uganda, aber für mich geht es vielmehr um menschliche Beziehungen und die Auswirkungen all dieser Vorgänge darauf. Also um die privaten, persönlichen und emotionalen Folgen von Gewalt“, so Washington.

        James McAvoy genoss besonders die Vielschichtigkeit der Beziehung zwischen seinem Charakter und Washingtons Kay – die in einer Schwangerschaft Kays gipfelt. „Es geht nicht nur um zwei Menschen, die sich inmitten größter Gefahr ineinander verlieben“, bemerkt er. „Die beiden hätten sich noch nicht einmal füreinander interessiert, wären sie nicht beide in großer Not gewesen, auf der Suche nach einem Rettungsanker. Für sie ist es nicht nur Leidenschaft, sondern Überlebenswille. Kerry ist mit ihrer Komplexität und Vielseitigkeit perfekt für diese Rolle.“

        Diese Chemie zwischen den beiden war am Set zu spüren. „Ihre gemeinsamen Szenen gehören zu den sinnlichsten, die ich je gesehen habe“, sagt Produzentin Lisa Bryer.

        Die Möglichkeit, in Afrika zu drehen, war ein weiterer Punkt, der Washington an dem Projekt reizte. „Ich stamme aus einer Akademikerfamilie, da ist es immer besonders interessant, wenn man sich in eine völlig neue soziokulturelle Umgebung stürzen kann“, erklärt sie. „Ich habe es wirklich genossen, mich mit der Kultur vertraut zu machen und ihren Einfluss auf Kays Gefühlswelt nachzuvollziehen.“

        Während der Dreharbeiten arbeitete der örtliche Berater Charles Mulekwa – ein ugandischer Dramatiker, der bereits in den USA tätig war und so eine Verbindung zwischen den Kulturen herstellen konnte – sehr eng mit den Darstellern zusammen. Er konnte sie noch näher an die ugandische Kultur und Sprache heranführen. „Sobald ich an Bord war, habe ich sofort mit den amerikanischen Schauspielern gesprochen, um sie darüber zu informieren, was sie in diesem Land zu erwarten hatten. Dann fingen wir an, am Akzent zu arbeiten“, sagt er. „Weder Kerry noch Forest waren jemals in Afrika. Also mussten sie erst einmal den Unterschied zwischen amerikanischem und ugandischem Englisch lernen. Als Kerry das Land verließ, beherrschte sie afrikanisches Englisch und Forest hatte sehr, sehr gut Suaheli gelernt.“

      • | Userwertung

      Wertung: 7.0/10 (6 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN
              • | SAMMLUNG
              • 1 User hat den Film gesehen
              •   Hedonist