Donnerstag | 31. Mai 2012 | 02:48 Uhr
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  • FILMDETAILS | Der letzte König von Schottland
  • Der letzte König von Schottland

    Thriller, Drama | USA 2006
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      • | Die ugandischen Reaktionen

      • Idi Amin ging 1979 ins saudische Exil und verstarb dort im Jahre 2003, doch sein Vermächtnis erschüttert Uganda noch immer. Da fast jeder Bürger des Landes von seiner Herrschaft beeinflusst worden war, fürchtete Kevin Macdonald zunächst, an sehr schmerzhafte Emotionen und Erinnerungen rühren zu müssen. Doch schon bei seiner ersten Reise nach Uganda fiel ihm auf, dass die Einheimischen begierig waren, über Amin zu sprechen – sie wollten der Welt ihre Geschichten und die ihres Landes erzählen und sie so mit jemandem teilen.

        „Ich machte mir vor allem Sorgen um die, die während dieser Zeit Verwandte verloren hatten“, so Macdonald. „Aber seltsamerweise hat sich das vor Ort geändert, weil die Menschen so offen und differenziert über das Thema sprachen – nicht nur in schwarz und weiß. Es gab niemanden, der uns gesagt hätte: ‚Warum wollt ihr einen Film über unsere Geschichte machen, was wisst ihr denn schon?‘ Im Gegenteil, jeder wollte uns von dieser Geschichte erzählen, mit all ihren Widersprüchen, das war sehr erfreulich. Die Ugander nahmen mir meine Befürchtungen.“

        Durch die Arbeit mit so vielen Einheimischen ging viel von deren Geist in den Film mit ein. Einer ihrer Stars ist Stephan Rwangyezi, der den loyalen, aber dennoch dem Untergang geweihten Minister Wasswa spielt. Rwangyezi arbeitet darüber hinaus mit einer Darstellergruppe in Uganda, die jungen Musikern, Tänzern oder Schauspielern zu Auftritten verhilft. Daher freute er sich besonders über die Produktion von DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND in Kampala, schließlich gab sie vielen seiner Studenten die langersehnte Möglichkeit, an einem Film mitzuarbeiten.

        Mit vielen seiner Landsleute teilt Rwangyezi dunkle Erinnerungen an die 70er, aber auch er setzte sich dafür ein, die gesamte Geschichte Amins zu erzählen. „Dieser Film wirft einen neuen Blick auf Amin und die Kräfte, die ihn umgaben“, sagt er. „Ich hatte immer Probleme damit, wenn Amin einfach als Irrer dargestellt wurde. Zu seinem ersten Kabinett, dem auch meine Figur angehörte, gehörten engagierte Intellektuelle, die einfach die Nase voll von dem hatten, was im Land vorging, und hofften, die Dinge ändern zu können.“

        Er fährt fort: „Idi Amin war nicht einfach ein Unfall, sondern in gewisser Weise eine logische Konsequenz aus unserer Geschichte. Das Land Uganda wurde unter der kolonialen Herrschaft einfach irgendwie zusammengeschustert, und aus diesem Durcheinander konnte eine Figur wie Amin entstehen.“

        Mit der heute vergleichsweise stabilen politischen Situation wird man in Uganda immer optimistischer, die Zukunft in die eigenen Hände nehmen zu können. „Die Ugander haben ein neues Kapitel aufgeschlagen“, meint Rwangyezi. „Ich hoffe, dies ist nicht der letzte Film, der von dem Land erzählt. Ich denke, DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND wird ein rundes, wahres Bild von Uganda abliefern, denn es gibt eben auch sehr viele positive Dinge an unserem Land.“

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