Mittwoch | 30. Mai 2012 | 21:21 Uhr
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    Drama, Komödie | Frankreich / USA 2005
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      • | Interview mit Jon Kilik und Stacey Smith

      • Wie ist es Jim Jarmusch in all den Jahren gelungen, ein unabhängiger Filmemacher zu bleiben?

        Jon Kilik: Er ist einfach dem treu geblieben, was er von Anfang an gemacht hat. Mit STRANGER THAN PARADISE (1984) setzte er Maßstäbe und inspirierte zahllose junge Filmemacher, mich eingeschlossen.

        Stacey Smith: Alles an ihm ist unabhängig. Er weiß gar nicht, wie er anders arbeiten sollte. Bei Jim gibt es keinen langwierigen Entwicklungsprozess. Stattdessen schreibt er einfach ein Drehbuch und entscheidet dann, mit wem er zusammenarbeiten möchte. Schauspieler drehen gerne mit ihm, weil er seinen Darstellern immer viel Respekt entgegenbringt. Er entwickelt lang währende Beziehungen mit seinem Kreativteam und arbeitet sehr gemeinschaftlich, aber dennoch hat es beinahe etwas von Alchemie. Die Art und Weise, wie er alles zusammenbringt, ist wirklich einzigartig. Und er kann das nur tun, wenn er dafür alle Freiheiten hat, die er braucht.

        JK: Er hat über die Jahre viele Geschichten erzählt, aber alle immer auf die ihm eigene Art. Das Filmgeschäft zwingt Künstler in der Regel dazu, sich zu verändern. Aber Jim blieb standhaft und seinem Instinkt, seinem Stil und seiner Arbeitsweise treu. Die Fähigkeit, das zu tun, genau wie das Verlangen, das zu tun, macht ihn einzigartig. Andere haben vielleicht die Macht zu so etwas, aber nicht die gleiche Entschlossenheit.

        SS: Für jedes einzelne Detail seiner Filme hat er eine ganz spezielle Herangehensweise. Jim schreibt seine Drehbücher zwar sehr nüchtern, aber er ist sehr wählerisch, wenn es um die Einzelheiten geht. Örtlichkeiten beschreibt er beispielsweise bis ins kleinste Detail. Besonders bei diesem Film muss ich mich daher bei unserer Location-Abteilung bedanken, die wirklich hervorragende Arbeit geleistet hat und all diese Orte in der Realität gefunden hat, die eigentlich Jims Kopf entsprungen waren.


        Wie sehen Sie Ihre Arbeit als Produzenten?

        JK: Mein Beitrag ist es vor allem eine Umgebung zu schaffen, in der der Filmemacher sich selbst überraschen kann. Auf diese Weise gehen ihm im Verlauf der Arbeit die Ideen nicht aus; Dinge können sich weiterentwickeln und das Material kann sein ganzes Potential entfalten. Die Besetzung und das Produktionsteam sollten die Vision des Regisseurs voll unterstützen und fördern.

        SS: Meine Aufgabe sehe ich darin, Jims Vision zu schützen, ihm den Freiraum zu garantieren den er für seine Arbeit braucht. Ich muss es ermöglichen, dass er alles machen kann, was und wie er es will. Und das mit dem uns zur Verfügung stehenden Budget und innerhalb der vorgegebenen Zeit. Und natürlich muss ich darauf achten, wie der Film nach außen präsentiert wird.


        Wie hat Bill Murray die Rolle des Don so wirkungsvoll zum Leben erweckt?

        JK: Bill Murray ist ein Schatz und es ist ein Vergnügen, mit ihm zu arbeiten. Er verleiht Don eine besondere Komplexität und Menschlichkeit. Humor und Tragik, Hoffnung und Verzweiflung, Verletzlichkeit und Fehler - er zeigt alles.

        SS: Es war fantastisch mit anzusehen, wie Bill Murray komplett von dieser Rolle Besitz ergriffen hat, von Don auf seiner merkwürdigen Reise durch das suburbane Amerika und seine eigene Vergangenheit.

        JK: Jede der Frauen im Film repräsentiert einen anderen Teil von Dons Vergangenheit. Jede erinnert ihn an einen Teil seiner Persönlichkeit und daran, was er alles schon durchgemacht hat. In jeder von ihnen erkennt Don, wie sein Leben sich hätte entwickeln können, welche Entscheidungen er hätte treffen können und was für eine Person er hätte werden können, wäre er mit einer von ihnen zusammengeblieben.

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