Mittwoch | 30. Mai 2012 | 21:21 Uhr
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    Drama, Komödie | Frankreich / USA 2005
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      • | Interview mit Jim Jarmusch

      • Zu Beginn des Films steht eine Widmung an Jean Eustache. Wie hat er Sie als Filmemacher inspiriert und welchen Einfluss hatte er auf diese spezielle Geschichte?

        JJ: Ich habe verschiedene Gründe für diese Widmung. Auf einer bestimmten Ebene hat er mich sicherlich beeinflusst, wenn auch nicht direkt. Sein Film DIE MAMA UND DIE HURE ist ein wirklich schöner Film über die Misskommunikation zwischen Mann und Frau und dieses Element gibt es auch in unserem Film. Aber diese inhaltliche Verbindung ist eher gering. Und stilistisch ähnelt BROKEN FLOWERS Eustaches Filmen überhaupt nicht.
        Aber auf andere Weise hat er mich tatsächlich inspiriert. Ich schreibe immer in den Wäldern der Catskill Mountains, und in dem kleinen Raum, in dem ich da arbeite, steht ein Foto direkt neben meinem Schreibtisch. Es ist ein Bild von Jean Eustache auf dem Set von DIE MAMA UND DIE HURE, das die New York Times 1981 zu seinem Nachruf druckte. Er hat mich also die ganze Zeit beobachtet. Ich habe das Drehbuch sehr schnell geschrieben, und immer wenn ich ins Stocken geriet oder desillusioniert war, war er da. Das war mir wichtig - dass dieses Foto von ihm immer da war.
        Ein weiterer Grund ist, dass die Haltung, mit der er Filme drehte, immer ihm selbst und dem, was er mit cineastischen Mitteln erzählen wollte, entsprach. DIE MAMA UND DIE HURE ist ein dreieinhalb Stunden langer, großartiger französischer Film, der nicht einmal in Frankreich auf DVD oder Video erhältlich ist. Das finde ich schockierend und enttäuschend. Jedenfalls gibt es diese Seite von ihm, die ich auch in mir tragen möchte: einen Film so zu drehen, wie man es selbst entscheidet. Sich selbst treu zu bleiben ohne sich Gedanken zu machen über die Vermarktung oder irgendjemandes Erwartung. Es geht um den reinen Wunsch, etwas in seinem eigenen Stil auszudrücken. Genau das ist mir wichtig. Zunächst dachte ich, es sei vielleicht anmaßend, ihm diesen Film zu widmen. Aber so lange es auch nur drei junge Zuschauer irgendwo in Japan oder Ungarn oder Kansas gibt, die meinen Film sehen und Jean Eustache nicht kennen, aber daraufhin von seiner Arbeit, den insgesamt nur vier Filmen, erfahren, ist es mir das wert gewesen. Das wäre genug, um mich glücklich zu machen.


        In BROKEN FLOWERS nimmt die Handlung durch einen Brief ihren Lauf. Wessen Schrift ist das eigentlich auf dem Umschlag?

        JJ: Die gehört Sandy Hamilton, unserem Requisiteur. Er ist da sehr akribisch. Überhaupt war es ein Geschenk, mit diesem Team und diesen Menschen zusammenzuarbeiten. Mit unserem Designer Mark Friedberg, unserem Kameramann Fred Elmes. Ich habe jetzt nur drei von etwa 60 namentlich erwähnt. Aber alle waren einfach fantastisch, die Beleuchter, die Praktikanten, die Fahrer.


        Schon vor ein paar Jahren haben Sie mit Bill Murray gearbeitet, für die "Delirium"-Episode in COFFEE AND CIGARETTES. Haben Sie diesen Film jetzt speziell für ihn geschrieben?

        JJ: Ja. Während ich das Drehbuch schrieb, habe ich mich aber nicht bewusst bemüht, mir genau vorzustellen, wie er die Sätze spricht. Vielmehr wollte ich anhand seiner Person einen Charakter kreieren, der sich von dem Bill Murray unterscheidet, den wir kennen oder von dem wir erwarten, dass er wahnsinnig komisch ist. Ich wollte seine andere Seite zeigen, denn auch diese Mischung aus Unheil und Melancholie gehörte immer schon zu ihm. Ich wollte also eine Rolle schaffen, die dieser anderen Seite seiner Fähigkeiten als Schauspieler etwas mehr Gewicht verleiht. Er mochte das Drehbuch, also habe ich dann alles auf die Zeit ausgerichtet, in der er für Dreharbeiten zur Verfügung stand. Für einen Schauspieler ist die Rolle des Don ziemlich kompliziert. Immerhin ist Don ja niemand, mit dem man sich auf Anhieb verbunden fühlen will. Ihm fehlt ja sogar der Zugang zu sich selbst. Aber die Empathie steigt zusehends. Für Bill war diese Aufgabe nicht ohne, aber er hat wunderbare Arbeit geleistet und enorm zum Gelingen des Films beigetragen.


        Wie sind Sie an die Schauspielerinnen herangetreten, von denen die meisten - im Gegensatz zu Bill - vorher noch nie mit Ihnen gearbeitet haben? Haben sie das ganze Drehbuch gelesen oder nur ihre Szene?

        JJ: Die vier Hauptdarstellerinnen - Frances, Jessica, Sharon und Tilda - haben das komplette Buch gesehen. Ich habe sie alle gebeten, einen Brief - den Brief - zu schreiben, damit alle die Möglichkeit im Hinterkopf hatten, ihre Rolle könne die Mutter des Sohnes sein. Sie sollten diese Briefe aus der Rolle heraus schreiben. Sie waren wunderschön und sehr unterschiedlich, und ich habe sie natürlich alle aufgehoben. Sie gaben mir und ihnen den ersten Einblick in ihre Charaktere. Für den Film habe ich den Brief dann später umgeschrieben und mich teilweise aus ihren Briefen und ihrer Formulierungen bedient.


        In BROKEN FLOWERS haben Sie Jessica Lange und Bill Murray für einen Film wiedervereint, 23 Jahre nach TOOTSIE. Damals hatten Sie allerdings, wenn ich mich recht erinnere, gar keine gemeinsame Szene...

        JJ: Nein, aber sie waren eigentlich immer zur gleichen Zeit am Set. Sie haben sich getroffen und kannten sich auch noch von damals.


        Wie ist die Dynamik zwischen den beiden heute?

        JJ: Bill freute sich auf die Zusammenarbeit mit Jessica. Und Jessica versuchte das Spannungsfeld zwischen den Figuren während der Dreharbeiten weitestgehend aufrecht zu halten. Ihr, also Carmens Brief an Don war sehr witzig. Sie schrieb: "Unter keinen Umständen wirst du den Jungen beleidigen oder grob zu ihm sein, wenn er auftaucht." (Lacht). Ich hatte also eine Ahnung davon, wie ich mit ihr in dieser Rolle umgehen musste und habe ihr diesen Ärger Don gegenüber gelassen. Jessica hat wirklich Klasse, sie war sehr warm und liebevoll mit uns allen. Gelegentlich habe ich sie ein bisschen aufgezogen mit den Worten "Lass uns nicht vergessen, dass du 1968 die Acid Königin von San Francisco warst!" Ich habe manchmal versucht, sie zum Lachen zu bringen, um die Spannung zu brechen. Ich wollte mich erkenntlich zeigen für das, was sie auf sich nahm - was jeder Schauspieler auf sich nimmt: auf Kommando vorgeben, jemand zu sein, mit einer Vergangenheit, die nur in ihrem Kopf besteht. Das ist schließlich eine schwierige Aufgabe.


        Eine der überraschendsten Szenen im Film ist die, in der Don Laura (Sharon Stone) besucht und auf deren Tochter Lolita (Alexis Dziena) trifft. Wie haben Sie die Chemie zwischen den Dreien entfacht?

        JJ: Wir haben nicht geprobt, aber wir haben die Szenen sorgfältig gemeinsam durchgesprochen. Wir saßen einfach in Sharons Trailer und redeten über alles. Ich wollte eine gewisse Verspieltheit erzeugen, schließlich ist es Dons erster Halt auf der Reise und der emotional am wenigsten aufreibende. Laura ist kein Opfer, aber trotzdem gibt es sehr viele kleine traurige Dinge an ihr, die Sharon alle wahrgenommen und sichtbar gemacht hat. Wir haben versucht, diese Stimmung hinzukriegen, nach der sich die Szenen anfühlen sollten. Ich wollte aber nie über die konkrete Bedeutung der Szenen sprechen, denn sie bedeuteten für jede Rolle etwas anderes. Alexis war großartig. Sie war sehr wortgetreu und wollte mit mir über jeden Satz und was er bedeutet sprechen. Sie machte sich Gedanken darüber, dass Lolita Don zwar einerseits sexuell herausfordern will, sie andererseits aber auch einem Fremden, der mal eine Verbindung zu ihrer Mutter hatte, mitteilen möchte, dass in ihrem Leben eine Vaterfigur fehlt. Und Sharon hat dem Ganzen ein paar wunderschöne Momente hinzugefügt. Es war ihre Idee, dass sie auf Don liegt, wenn die beiden morgens aufwachen. Und es war auch ihre Idee, dass sie seine Hand küsst, als er geht. "Warum drehen wir die klassische Situation, in der ein Mann die Hand einer Frau küsst, nicht einfach um?" sagte sie. "Ich nehme einfach seine Hand und küsse sie kurz, in einer kleinen Geste. Ich zeige ihm damit, dass ich nicht bedürftig oder verzweifelt bin, sondern einfach das zärtliche Erlebnis zwischen uns beiden zu schätzen weiß und alles okay ist." Das war die perfekte Lösung. Ich weiß, das ist nur ein ganz kleiner Moment, aber im Laufe der Films summiert sich so etwas.


        Die zweite wichtige männliche Rolle, neben der von Bill, ist Winston. Hatten Sie beim Schreiben schon Jeffrey Wright im Kopf und haben die beiden Schauspieler sich schon vorher getroffen?

        JJ: Nein, sie kannten sich nicht. Erst als wir erste Kostümproben und Testaufnahmen machten lernten sie sich kennen. In der Tat hatte ich Jeffrey schon während des Schreibens als Winston im Kopf. Allerdings ist er ein unglaubliches Chamäleon, so dass ich gar nicht an ein bestimmtes Detail von Jeffrey dachte, sondern nur an seine Fähigkeit, eine Rolle zu verkörpern, von der ich nicht wollte, dass sie zu einem Stereotyp verkommt. Ich schrieb ihm, dass ich hoffe, er hätte Interesse daran, die Rolle zu erschaffen ausgehend von dem, was ich geschrieben hatte - und so war es dann auch.
        Während der Dreharbeiten war Jeffrey ständig am Handy, ausgerechnet genau wenn wir drehen wollten. Irgendwann war ich doch etwas irritiert und fragte, ob alles in Ordnung sei. Und er sagte: "Ja ja, kein Problem. Ich rufe bloß immer die äthiopische Botschaft an und denke mir immer neue Fragen aus, nur damit ich den Akzent des Mitarbeiters am Telefon höre." Wir hatten vorher viel über den äthiopischen Akzent gesprochen. Er ist ein wenig anders als ein gewöhnlicher nordafrikanischer Akzent - falls es so etwas überhaupt gibt - denn er hat einen leicht südasiatischen Einschlag. Jeffrey ist sehr akribisch, und fragte diesen Mann am Telefon immer "Gibt es momentan Schwierigkeiten an der westlichen Grenze?" "Nein, davon haben wir nichts gehört. Warum fragen Sie?" "Oh, ich wollte..." Dann legte Jeffrey meistens auf und war bereit zum Drehen. Aber anfangs war mir eben überhaupt nicht klar, mit wem er da ständig spricht.


        Lassen Sie mich etwas zu Sherry und Julie Delpy fragen. Die Rolle hat eine gewisse Uneindeutigkeit. Schließlich eröffnet sie den Film damit, dass sie ihn verlässt.

        JJ: Wir kennen ihre Motive nicht wirklich, und Julie hat es auf großartige Weise geschafft, das ganz natürlich wirken zu lassen. Sie muss einige zugegebenermaßen lächerliche Sätze sagen. Es gibt in diesem Film einige beabsichtigte Klischees, wie das französische Fräulein namens Sherry und den Kerl, der auf dem Friedhof das Grab seiner toten Freundin im Regen besucht. Ich benutze solche Klischees nicht nur, um sie zu untergraben, sondern um sie so einzusetzen, dass am Ende etwas dabei herauskommt, das eben nicht unbedingt vorhersehbar und klischeehaft ist. Ich kenne Julie schon seit einigen Jahren und ich schätze es, mit ihr Zeit zu verbringen, denn dann sprechen wir über Bücher, alte Filme, Musik - über Dinge, die uns interessieren. Und ich mag ihre natürliche, weibliche Intelligenz.


        Der Film vermittelt das Gefühl, dass jede Begegnung Dons mit einem anderen Menschen für ihn folgenschwer sein könnte - oder eben gerade nicht. Das ist vielleicht etwas, was überhaupt Ihre Filme ausmacht: Menschen treffen aufeinander in Begegnungen, die voller Möglichkeiten stecken. Besonders in diesem Film, in dem Don nach all diesen Frauen sucht.

        JJ: Ich vermute, dass das etwas ist, was sich auch in meinen anderen Filmen wieder finden lässt, weil das einfach so ein wertvoller Teil des Lebens ist. Zufälligkeiten leiten unser Leben. Man kann die Dinge noch so sehr planen, die schönsten, tiefgreifendsten Momente sind doch nie rational. Gewöhnlich sind sie emotional, durch die Verbindung mit anderen Menschen - und das macht sie so mysteriös. Aus ihnen ergibt sich für mich der Stoff des Lebens. Und ich habe deswegen immer versucht, meine Filme nicht in ein bestimmtes Genre zu stecken. DEAD MAN etwa benutzte den Western nur als Rahmen. GHOST DOG macht zwar viele Anspielungen auf unterschiedliche Filmgattungen, entspricht dabei selbst aber keiner bestimmten, wie ich hoffe. Genauso ist dieser Film, zumindest für mich, weder nur eine romantische Komödie noch ausschließlich ein tragischer, missmutiger Film. Es ist etwas dazwischen von dem ich hoffe, dass es keine eigene Kategorie hat. Ich liebe also, um auf Ihre Frage zurückzukommen, Szenen, in denen man nicht weiß, was als nächstes passieren wird, weil sie keiner Formel folgt. Das ist ein bisschen wie bei der Chaostheorie: nichts geschieht rational, sondern eher emotional oder zufällig oder durch Moleküle, die sich im Universum auf eine Weise bewegen, die wir nicht kontrollieren können. Man kann jeder Person zu jedem Zeitpunkt seines Lebens begegnen ohne wirklich zu wissen, was passieren wird. Wenn man genau weiß, wie es weitergeht, ist das nicht besonders interessant. Dann zieht man nicht wirklich verändert weiter.


        Für Sie ist das also nicht eine Frage von Optimismus und Pessimismus?

        JJ: Nicht wirklich. Die andere Seite meiner Erfahrung ist natürlich keine optimistische, weil ich sehe, wie Menschen sich gegenseitig behandeln und die wirklich wertvollen Dinge selten mit besonders viel Respekt behandeln. Das desillusioniert mich natürlich. Daher kann ich nur eine widersprüchliche Zen-Antwort geben, nämlich dass man beide Seiten braucht, um ein Ganzes zu bekommen. Ich persönlich glaube, dass meine naive Seite optimistisch ist. Und das ‚naiv' meine ich gar nicht abwertend, denn es gibt eine Naivität, die Menschen Kreativität ermöglicht.
        Bill Murray etwa hat eine wertvolle kindliche Seite an sich. Bei den Dreharbeiten fragte mich jemand, wie ich am besten Bills Aufmerksamkeit erzielen würde. Nun, wenn ich mich mit Buntstiften und einem Malbuch hinsetzen würde und Bill frage, ob er nicht auch malen wolle, wäre er nicht interessiert. Aber wenn ich mich hinsetzen, ihn ignorieren und einfach malen würde, käme er irgendwann, um zu fragen, was ich mache. Wenn ich dann sage, dass ich male, würde er fragen, ob er mitmachen könne. Eines Tages verließ er einfach das Set - Dons Haus - und überquerte die Straße. Er verschwand in einem Nachbarhaus, wo wir gar nicht drehten. Was sollte ich also tun? Nun, so ist Bill und deswegen tat ich gar nichts. Zehn Minuten später kam er wieder heraus, mit einem Teller volle Kekse, die man ihm gegeben hatten. Könnte es etwas Kindlicheres geben? Für mich ist das eine wunderschöne Seite an Bill Murray.


        Halten Sie Don für optimistisch oder pessimistisch?

        JJ: Ich glaube, zu Beginn des Films ist er weder noch. Da ist er einfach statisch und trägt eine große Leere mit sich herum. Wenn ich an einer Hintergrundsgeschichte interessiert wäre, was ich nicht bin, hätte ich darauf sicher eine Antwort. Aber ich möchte gar nicht wissen, woher diese Leere kommt. Der Film beginnt und sie ist einfach da. Er hat zu Beginn also kein Gespür für sich selbst und daher kann ich mir nicht vorstellen, dass er weiß, ob er optimistisch oder pessimistisch ist.


        Sie schreiben Ihrem Publikum nicht vor, wie es sich zu fühlen und was es zu denken hat. Aber was soll es denn aus diesem Film mitnehmen?

        JJ: Ich will nicht moralisieren oder etwas lehren, daher will ich keine Aussage darüber machen, welchen Effekt mein Film haben soll. Außerdem weiß ich es selbst nicht genau. Ich weiß nur, dass ich am Ende eines Films keine Vorhänge zuziehen und alles auflösen möchte. Hoffentlich lebt Don in den Köpfen der Zuschauer weiter, wenn der Abspann läuft. Ich wünsche mir, dass dieser Kerl weiterhin da draußen in der Welt ist, in ihren Gedanken. Jede Form des Geschichtenerzählens ist auch eine Form der Ablenkung für die Menschen. Es ist eine Möglichkeit, eine andere Welt als die ihre zu betreten und Menschen zu sehen, die mit dieser Welt und mit einander interagieren. Als Don nach irgendeiner Form philosophischen Rats gefragt wird, ist seine erste Reaktion: "Das fragst du mich?" Aber dann sagt er das einzige, was er selbst gelernt hat - und das ist meiner Meinung nach das einzige, was man überhaupt philosophisch gesehen lernen kann: "Die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft ist noch nicht hier und ich kann sie nicht kontrollieren, daher - denke ich - gibt's nur das hier." Ich glaube, wenn man wirklich so leben kann, ist man ein verdammter Zen-Meister. Man kann nichts Höheres erstreben, als im Moment zu leben, in diesem Moment. Sehr leicht gesagt, sehr schwer getan.


        Das beweisen auch die Ereignisse in den letzten Minuten des Films.

        JJ: Ja, er will etwas. Ich glaube, der Film handelt auch von der Sehnsucht - und ich weiß nicht, wie es dazu gekommen ist. Sehnsucht nach etwas, das dir fehlt, ohne dass du unbedingt konkret ausdrücken kannst, was genau dir fehlt. Ich möchte nicht, dass das Publikum am Ende Verzweiflung oder Tragik verspürt. Allerdings will ich auch nicht, dass sie sich wie nach einer belanglosen romantischen Komödie fühlen und erstmal eine Pizza essen gehen. Ich hoffe, dass die Zuschauer diesen Moment einfach noch für eine Weile mit sich herum tragen.

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