Der Produzent John Davis, zu dessen zahlreichen Hits DOCTOR DOLITTLE („Dr. Dolittle”, 1998) und DADDY DAY CARE („Der Kindergarten Daddy”, 2003) zählen, war der ideale Mann, um das ein neues Garfield-Abenteuer, GARFIELD 2, auf der großen Leinwand zum Leben zu erwecken. „Es ist höchste Zeit, dass Garfield ein richtig großer Kinostar wird.“, sagt Davis. „Er ist faul, witzig, authentisch und überaus von sich selbst überzeugt. Es ist egal, ob man fünf oder fünfzig Jahre alt ist. Jeder kann sich irgendwie mit ihm identifizieren.“
Davis ist ein wahrer Garfield-Fan. „Schon als Kind habe ich diesen Comic geliebt und ich fühle mich tief geehrt, dass Garfields Schöpfer Jim Davis mir gestattet hat, seinen Strip als Kinofilm zu adaptieren. Jim hat eine Ikone kreiert, die auf der ganzen Welt geliebt wird.“
Jim Davis, mit John weder verwandt noch verschwägert, war seinerseits begeistert, als er hörte, dass seine Schöpfung zum Filmstar werden würde. „Ich glaube, Garfield ist aus verschiedensten Gründen bei allen Altersschichten populär.“, sagt Davis. „Er ist ein sehr physisches Tier, wenn es um Humor geht, und die Kinder lieben das. Die Teens wiederum identifizieren sich mit ihm wegen seiner Ablehnung jeglicher Autorität; er ist überaus selbstbestimmt. Und uns Erwachsenen nimmt er unsere Schuldgefühle, isst er doch zu viel, schläft zu lang, ist unsportlich und unmotiviert. Er traut sich Sachen sagen und zu tun, die wir nie wagen würden. So spricht er für viele von uns.“
Für Garfields zweiten Film wollte John Davis eine größere Leinwand, ein größeres Konzept, das einfach Garfields weltweiten Erfolg widerspiegeln sollte. „Wir wollten Garfield aus seinem gewohnten Umfeld, dem Haus von Jon Arbuckle, befreien, ihn in eine exotischere Umgebung transferieren.“, erläutert Davis.
Erneut wandte sich Davis an Joel Cohen und Alec Sokolow, die Drehbuchautoren von GARFIELD sowie der Komödienhits JUST MARRIED („Voll Verheiratet“, 2003) und CHEAPER BY THE DOZEN („Im Dutzend billiger“, 2003), um das Skript zum zweiten Garfield-Abenteuer zu verfassen.
Nachbarn von Sokolow lieferten dem Autor und seinem Kollegen Cohen die Vorlage für das Drehbuch zu GARFIELD 2. „Ein verheiratetes Paar, das in meiner Nachbarschaft gewohnt hatte, ist gestorben. In ihrem Testament vermachte es seinen gesamten Besitz seinem Dienstmädchen – vorausgesetzt, dieses würde weiterhin auf seinen Hund aufpassen.“
Mit dieser Ausgangsidee im Hinterkopf entwickelten Sokolow und Cohen mehrere Drehbuchstränge. „Für den neuen Film wollten wir, dass Garfield nicht nur agiert, sondern auch reagiert. Deshalb mussten wir ihn in eine neue, interessante Umgebung verpflanzen. So kam England ins Spiel – das royale England mit allem, was dazugehört. Dieser ganz Pomp und das Trara sind etwas, mit dem sich wunderbar jonglieren lässt.“, sagt Joel Cohen. „Dieser königliche Lebensstil nebst seinem lächerlichen Protokoll entpuppte sich als ideales Spielfeld für unseren Garfield.“
Als nächstes begann die „Suche“ nach Garfields Doppelgänger. Der musste eine vollkommen andere Persönlichkeit als Garfield besitzen, ihm aber dabei äußerlich bis aufs Haar gleichen. John Davis und die Männer vom Studio sowie die beiden Autoren warfen ihre Ideen zusammen. „Und da“, sagt Solokow, „ging uns plötzlich ein Licht auf. Warum sollten wir nicht eine Art „Der Prinz und der Bettelknabe“-Geschichte erzählen.
Wie schon beim ersten GARFIELD- Film holten sich die Autoren immer wieder bei Jim Davis Rat: „Jim versteht Garfield besser als jeder andere.“, sagt Cohen. „Und da Garfields Ansichten und Weltsicht für Jim sehr wichtig sind, schlägt sich dessen Meinung auch in unserem Skript nieder. Also befragten wir Jim immer, wenn wir was Neues machen wollten. Stets antwortete er: ‚Das ist ja schön!’ Alleine an seinem Tonfall merkten wir, ob ihm unsere Idee gefiel oder nicht. Und wir reagierten entsprechend. Er hat eine sehr effektive Art, Leute zu steuern.“
Regisseur Tim Hill, der THE SPONGEBOB SQUAREPANTS MOVIE („The Spongebob Squarepants Movie“, 2004) geschrieben und bei MUPPETS FROM SPACE („Muppets aus dem All“, 1999) sowie MAX KEEBLE’S BIG MOVE („Max Keebles großer Plan“, 2001) Regie geführt hat, gefiel Cohens und Solokows Drehbuchansatz sehr gut. „Ich ging online und stellte mit Erstaunen fest, wie viele Menschen ihren gesamten Besitz ihren Tieren vererben.“, sagt Hill. „Eine tolle Ausgangsidee für unsere Story! Wie auch GARFIELD in England spielen zu lassen! Seiner natürlichen Umgebung beraubt, führt er sich auf wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen.“
Hill und John Davis war es wichtig, die Stars aus GARFIELD wieder zu vereinen: Breckin Meyer als Garfields geplagten Besitzer Jon Arbuckle, Jennifer Love Hewitt als dessen Objekt der Begierde Liz Wilson und natürlich auch die Schauspiellegende Bill Murray, der Garfield spricht.
John Davis erinnert sich, dass es eine der größten Herausforderungen war, die Stimme Garfields zu finden: „Wir brauchten jemanden mit einer spitzen Zunge, jemanden, der satirisch und ironisch sein konnte und gleichzeitig auch einen enormen Sinn für Komödie besitzt. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir mit Bill Murray den perfekten Mann dafür gefunden haben.“ Und er fügt hinzu: „Bill Murray ist zum Schreien komisch. Er versteht etwas von der Mentalität einer Katze. Er ist schlichtweg genial.“
„In beiden Filmen geht Bill förmlich in seinem Katzencharakter auf.“, fährt Davis fort. „Unsere halbe Arbeit war getan, als Bill zusagte, Garfield zu spielen. Jeder kennt Garfields Lebenseinstellung – so auch Bill. Und der weiß, diese allein durch seine Stimme zu transportieren.“
Bei GARFIELD passte sich Murrays Stimme noch der Arbeit der Animatoren an. Bei GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES ging man anders, eher traditionell vor. Murray sprach seine Rolle noch vor Beginn der eigentlichen Produktion und die Animatoren glichen in der Folge Garfield der “Stimme seines Herrn” an. „Die Animatoren hörten sich Bills Stimmmodulationen sorgfältig an,“, erzählt der Animationsüberwacher Chris Bailey, „aber nicht, um Nuancen im Dialog zu erkennen, sondern um sich einen Gesamteindruck von Garfield alias Bill Murray zu verschaffen.“
„Bei diesem Film hatten wir es schon viel leichter als beim ersten Teil. Wir hatten die Kinderkrankheiten ausgemerzt und das Arbeiten war vergleichsweise leicht.“, fügt Bailey hinzu, der schon bei X2 („X-Men 2“, 2003) und FAT ALBERT („Fat Albert“, 2004) mitgearbeitet hat.
Ein anderer Schauspieler, der wieder mit von der Partie ist, Breckin Meyer, beschreibt seinen Part des Jon Arbuckle als netten, manchmal etwas brummeligen, aber prinzipiell liebenswerten Kerl. „Jon ist sozusagen das Jin zu Garfields Jang.“ Was Meyer beim neuen Film besonders gut gefällt, ist der romantische Aspekt. Er hat sich in den Kopf gesetzt, Liz einen Heiratsantrag zu machen – und dafür überquert er sogar den großen Teich. Meyer erläutert: „Jon beschließt endlich, etwas mehr Mut zu zeigen. Sein Heiratsantrag an Liz ist hierfür ein Anfang.“
Besonders kam Meyer bei der Arbeit an diesem Film entgegen, dass der Titelheld computergeneriert war: „Ich habe nämlich eine Katzenhaarallergie. Es war toll für mich, dass während der Dreharbeiten ein Kirschkernkissen als Garfield herhalten musste.“ Wegen dieser „Ersatzkatze“ fiel Meyer die Interaktion mit Garfield viel leichter als im ersten Film: „In GARFIELD musste ich alle meine Szenen mit einem nicht existierenden Kater spielen.“, erinnert er sich. „Hier hatte ich ein schwarzes Kirschkernkissen, das mir zumindest ein Gefühl vom Gewicht meines Partners vermittelte.“
„Zu Beginn der Produktion erklärte mir Animationsüberwacher Chris Bailey, dass ich viel mit meiner Ersatzkatze ‚spielen’ sollte, sie streicheln, kratzen, an den Ohren ziehen. So würde der Kater im Film glaubwürdig rüberkommen. Denn mit den Mitteln der modernen Computertechnik ist es ein Leichtes, Garfield nachträglich einzubauen.“
Wie Meyer war auch Jennifer Love Hewett begeistert, erneut in ihre GARFIELD-Rolle schlüpfen zu dürfen: „Ich bin mit der „Garfield“-TV-Serie aufgewachsen, ich habe sogar eine große orangefarbene Katze bekommen. Bei den Dreharbeiten probierte ich Garfields Lieblingsspeise Lasagne zum ersten Mal – aber was ich an ihm wirklich mag, ist sein Sarkasmus. Ich bin auch sehr sarkastisch. Deshalb mag ich diese Art von Humor.“
In GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES hat Hewett ein Erlebnis, auf das sie im richtigen Leben noch wartet: „Noch nie hat mir jemand einen Heiratsantrag gemacht. Dieses Storyelement hat mir sehr viel Spaß bereitet.“ Was für Hewett hingegen nicht neu war, war die Tatsache, dass sie einmal mehr mit einem unsichtbaren Ko-Star zu tun hatte. „Im ersten GARFIELD war es für mich eine sehr große Herausforderung, mit jemandem zu spielen, der nicht anwesend war.“, gibt sie freimütig zu. „ Aber seitdem ich in der Fernsehserie „The Ghost Whisperer“ mitwirke, in der ich ständig mit Geistern kommuniziere, stellt das überhaupt keine Schwierigkeit mehr dar. Ich überrasche mich vielmehr immer wieder dabei, wie ich mit mir selbst rede.“
Das vielleicht größte Problem bei der Arbeit zu GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES war für Hewett der Umstand, dass sie ihre Termine überaus präzise koordinieren musste. „Von Montag bis Freitag arbeitete ich beim Fernsehen, am Sonntag beim Film. Das war zwar sehr anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht.“
Zur GARFIELD-Stammcrew um Hewett, Meyer und Murray stieß der schottische Schauspieler und Komiker Billy Connolly, der den boshaften Lord Dargis gibt. Diesen beschreibt Connolly als hinterhältigen, faulen Intriganten, der in der Gegend herumrennt, sich für überaus schlau hält, in Wirklichkeit aber nichts anderes als ein blasierter Upperclass-Schnösel ist. „Ich liebe es, Bösewichte zu spielen.“, sagt Connolly. „Das sind einfach die fleischigeren Rollen.“
GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES gibt Connolly die Möglichkeit, die gesamte Bandbreite seines physischen komischen Talents unter Beweis zu stellen: „Ich bekomme einen Rechen über den Kopf gezogen, werde über einen Zaun gejagt und von einem Rottweiler gebissen, ich falle die Treppen hinunter, klemme meine Hände in einem Klavierdeckel ein und duelliere mich sogar mit Breckin Meyer. Jeder im Film hat mit mir ein Hühnchen zu rupfen. Wir haben es hier mit echtem Slapstick zu tun. Und deshalb kann ich so richtig vom Leder ziehen.“
Die Filmemacher, Tim Hill eingeschlossen, sind für Connollys Humor und schauspielerisches Talent voll des Lobes: „Billy spielt den Lord Dargis sehr authentisch. Er kennt echte britische Aristokraten und modelliert seinen Charakter nach Leuten, die er über die Jahre tatsächlich getroffen hat. Sein Dargis ist überaus selbstgefällig und gewohnt, seinen Kopf durchzusetzen.“
Und auch für die Besetzung der Tierstimmen konnten die Macher von GARFIELD: A TAIL OF TWO KITTIES auf überaus große Namen zurückgreifen: Neben Bill Murray als Garfield spricht Tim Curry den noblen Prince, der renommierte britische Charakterdarsteller Bob Hoskins (MRS. HENDERSON PRESENTS, „Lady Henderson präsentiert“, 2005) die Bulldogge Winston, Rhys Ifans (NOTTING HILL, „Notting Hill“, 1999) das schottische Karnickel McBunny, Jane Leeves aus „Frasier” die Ente Eenie, Vinnie Jones (X-MEN: THE LAST STAND, „X-Men – Der letzte Widerstand“, 2006) den Kampfhund Rommel, Jane Horrocks die Ente Meenie und Sharon Osbourne („The Osbournes“) die Gans Christophe.