Déjà-vu – eine Erfahrung, die uns kalte Schauer den Rücken herunterlaufen lässt und die die Menschheit seit Jahrhunderten beschäftigt. Das Gefühl stellt sich in den merkwürdigsten Momenten ein – wenn man sich Hals über Kopf in einen vollkommen Fremden verliebt; wenn man an einem gänzlich unbekannten Ort ankommt, den man dennoch wie seine Westentasche kennt; wann immer Dinge passieren, die sich auf unerklärliche Weise so anfühlen, als hätten sie sich irgendwie, irgendwo in unserem Leben schon einmal abgespielt. Ob Philosoph oder Filmemacher, wir alle haben uns schon einmal gefragt: Woher stammt dieses Gefühl? Findet das wirklich nur in unserem Kopf statt oder steckt eine tiefere Wahrheit dahinter? Warum passiert es? Und vor allem: Was bedeutet das?
„Es sind diese faszinierenden Grauzonen, die im Mittelpunkt unseres Films stehen“, sagt der Star von DEJA VU, Denzel Washington. Der zweifache Oscar®-Gewinner gehört zu der beneidenswerten Elite von Schauspielern in Hollywood, denen stets die besten Drehbücher angeboten werden. Washington war begeistert, als er auf die ständig in den Zeitebenen wechselnde und sich rückwärtsbewegende Struktur von DEJA VU stieß, in dem eines der am wenigsten erklärbaren Phänomene der Menschheit im Rahmen einer Liebesgeschichte und eines Krimi-Thrillers auf provokative Weise aufgegriffen wird. „Ich glaube, jeder von uns hatte schon einmal das Gefühl, vorher an einem Ort gewesen zu sein, den man eigentlich zum ersten Mal sieht. Mir ging das auch schon so“, gesteht Washington. „Ich hatte immer wieder diesen einen Traum von einem bestimmten Ort in Brooklyn. Eines Tages kam ich wirklich dorthin und konnte mich nicht des Gefühls erwehren, dass ich schon einmal dort gewesen war. Das ist eines der großen Geheimnisse des Lebens, dem sicherlich jeder gerne einmal auf den Grund gehen würde.“
Tatsächlich war es so, dass jeder, der mit DEJA VU in Kontakt kam, sofort fasziniert war. Es kommt nicht oft vor, dass ein Drehbuch im Büro von Jerry Bruckheimer landet und gleich wenige Stunden später gekauft wird. Aber DEJA VU, geschrieben von Terry Rossio und Bill Marsilii, ist die berühmte Ausnahme von der Regel. Bruckheimer, dessen Name längst ein Markenzeichen ist für Filme, die in den letzten zwei Dekaden zu den beliebtesten und einflussreichsten Titeln gehörten, hatte sofort das Gefühl, auf etwas Besonderes gestoßen zu sein. Drehbuchautor Rossio hatte für Bruckheimer – gemeinsam mit seinem Kollegen Ted Elliott – die immens unterhaltsame und noch erfolgreichere PIRATES OF THE CARIBBEAN-Reihe geschrieben und war Autor von Erfolgsfilmen wie ALADDIN („Aladdin“, 1992), SHREK („Shrek“, 2002) und THE MASK OF ZORRO („Die Maske des Zorro“, 1998). Aber mit DEJA VU betraten er und sein Kollege Bill Marsilii Neuland: Sie nahmen einen geradlinigen Thriller und eine bewegende Romanze und schickten sie ins Grenzgebiet dessen, was die moderne Physik über das Wesen der Zeit weiß.
Bruckheimer erinnert sich: „Das Konzept von DEJA VU war absolut originell, es war fesselnd und spannend, und es war ganz anders als alle Romanzen, die ich bislang gelesen hatte. Wir hatten das große Glück, als Erste einen ersten Blick darauf zu werfen. Und so konnten wir das Drehbuch kaufen, 48 Stunden, nachdem wir es gelesen hatten.“
Zu der ungewöhnlichen Partnerschaft von Rossio und Marsilii kam es auf die denkbar modernste Weise: im Cyberspace. Vor etwa zehn Jahren befand sich Rossio in einem Chatroom von America Online, wo er sich mit verschiedenen aufstrebenden Autoren über ihre Karrieren unterhielt. Dort lernte er Marsilii kennen, von dessen Erkenntnissen und ungeheurem Wissen über Filme er sofort beeindruckt war. Die beiden kamen gleich blendend miteinander aus.
Aber Terry lebte in Los Angeles und Bill in New York. Also begannen sie im Lauf der Jahre, Ideen und Drehbuchkonzepte per E-Mail auszutauschen. Eine dieser Ideen befasste sich mit einer unkonventionellen, verzwickt verwobenen Krimi-/Liebesgeschichte, die sich unabhängig von den allgemeinen Regeln der Zeit abspielt. Beginnend mit einer tödlichen, herzzerreißenden Tragödie, muss ein Bundesagent seinem Déjà-Vu glauben und mit Hilfe von streng geheimer Technologie seine Schritte bis zu dem Punkt zurückverfolgen, an dem er eine Möglichkeit hat, die Katastrophe zu verhindern – und sich selbst damit die einmalige Gelegenheit für eine große Liebe zu verschaffen.
Die Geschichte hatte von Anfang an enormes Potenzial, aber sie war auch ungewöhnlich komplex und führte das Thrillergenre in Bereiche, die es für gewöhnlich nicht berührt. Bald schon feilten Rossio und Marsilii simultan an den Nuancen einer „umgekehrten“ Romanze, während sie sich über die Überwachungstechnologie der nächsten Generation schlaumachten und sich mit führenden Experten über die neuesten Erkenntnisse im Bereich der String-Theorie und Parallelwelten unterhielten.
Im Laufe der Zeit hatten Terry und Bill jeweils verschiedene Szenen geschrieben, die Fragmente von DEJA VU ergaben. Bislang hatten sie es allerdings noch nicht gewagt, die Einzelteile zu einer durchgehenden Erzählung zusammenzusetzen. Dann hörte Rossio, dass Jerry Bruckheimer Films nach einem neuen großen Filmprojekt suchte. Er war sofort sicher, dass diese Geschichte mit ihrer Mischung aus Romantik, Verbrechen und Zeitreisen einen Nerv bei dem Produzenten treffen würde. Er und Marsilii setzten alles zusammen, was sie erarbeitet hatten, und schickten einen ersten Entwurf von DEJA VU an Bruckheimer. Danach gab es kein Zurück mehr.
Das Resultat war vieles, aber ganz gewiss kein stereotyper Hollywood-Thriller – und genau das war es, was Bruckheimer liebte. Der Produzent sagt: „Wir hatten den Eindruck, dass das Drama, das in DEJA VU stattfindet, aufgrund all dessen, was sich um die Liebesgeschichte herum abspielt, enormes Potenzial hat. Die Idee, jemanden wieder ins Leben zurückholen zu können, ist ausgezeichnet. Die Geschichte ist gewagt sie ist unterhaltsam, und sie ist romantisch. Indem wir Tony Scott als Regisseur an Bord holten, wussten wir, dass die Action aufregend werden würde.“
DEJA VU ist die sechste gemeinsame Arbeit von Bruckheimer und Tony Scott. Ihre früheren Filme waren allesamt Blockbuster, die das Action-Kino neu definierten, darunter TOP GUN („Top Gun – Sie fürchten weder Tod und Teufel“, 1986), DAYS OF THUNDER („Tage des Donners“, 1990), ENEMY OF THE STATE („Der Staatsfein Nr. 1“, 1998), BEVERLY HILLS COP II („Beverly Hills Cop II“, 1987) und CRIMSON TIDE („Crimson Tide – In tiefster Gefahr“, 1995), in dem auch Denzel Washington zu sehen war. Bruckheimer war klar, dass Scott dem Film mit seinem unverkennbaren Stil und spürbarer Spannung seinen Stempel aufdrücken würde, aber das würde noch nicht alles sein.
„Tony, Denzel und ich haben gemeinsam bereits an CRIMSON TIDE gearbeitet“, sagt Bruckheimer. „Aber Tony und ich hatten uns seit TOP GUN keine Liebesgeschichte mehr vorgenommen. DEJA VU hatte genau diese Elemente aus Action und Drama, aber dazu kamen jetzt noch eine wunderschöne Romanze und unglaubliche Mystery-Elemente. Das war genau das richtige Projekt, um wieder zusammenzuarbeiten.“
Scott bringt den wohlverdienten Ruf mit, nicht nur einer der vollkommensten, sondern auch einer der am härtesten arbeitenden Regisseure von Hollywood zu sein. Er ist berühmt dafür, dass seine Vision eines Films so spezifisch ist, dass er jeden Tag um drei Uhr morgens aufsteht, um seine eigenen Storyboards zu zeichnen, in denen er jedes Detail der Action festhält, bevor die anderen Mitstreiter an seinen Filmen überhaupt wach sind. Gleichzeitig ist der Regisseur, den man für gewöhnlich in der für ihn typischen pinken Baseballmütze, Khaki-Shorts und mit einer dicken kubanischen Zigarre antrifft, bekannt dafür, dass an seinen Sets trotz des atemberaubenden Tempos eines Action-Films für Cast und Crew eine entspannte Antmosphäre herrscht. Vor allem schätzt man Scott aber für sein einzigartiges Gespür für umwerfende Bilder, die er stets in den Dienst explosiver Dramatik stellt.
Bruckheimer fasst zusammen: „Tony erfüllt jeden visuellen Aspekt eines Films mit seiner unfassbaren Kunstfertigkeit. Das ist der Grund, aus dem man Tony Scott engagiert. Er ist ein großartiger Geschichtenerzähler, der sich voll und ganz seinem Handwerk verschrieben hat. Wir beide hatten ein gemeinsames Ziel bei dem Film: Wir wollten den Zuschauer auf eine zweistündige Reise schicken, die ihn alles andere vergessen und sich voll und ganz auf die Magie auf der Leinwand konzentrieren lässt. Wenn die Lichter im Kino ausgehen, befindet man sich in einer anderen Welt, der Welt von DEJA VU.“