Von Anfang an wusste Jerry Bruckheimer ganz genau, mit wem er die Hauptrolle des ATF-Agenten Doug Carlin besetzen wollte, jenes kompromisslosen Ermittlungsbeamten, der gezwungen ist, in völlig unerwarteten Richtungen zu forschen, um ein herzzerreißendes Verbrechen aufzuklären. Der Produzent dachte sofort an Denzel Washington. Washington ist nicht nur einer der anerkanntesten Schauspieler von heute, mit Oscar®-prämierten Auftritten als korrupter Polizeibeamter in TRAINING DAY („Training Day“, 2001) und als Soldat zur Zeit des Bürgerkriegs in GLORY („Glory“, 1989), Bruckheimer war auch beeindruckt von Washingtons Können in Filmen wie MAN ON FIRE („Mann unter Feuer“, 2004), THE PELICAN BRIEF („Die Akte“, 1993) und zuletzt als Polizist in Spike Lees ausgezeichnetem Bankeinbruch-Thriller INSIDE MAN („Inside Man“, 2006), in denen er mit Porträts starker und eigenwilliger Figuren zu überzeugen wusste.
Bruckheimer sagt: „Denzel ist einer jener Schauspieler, denen man als Zuschauer unweigerlich die Daumen drückt. Das macht ihn perfekt für diese Rolle. Als Bundesagent wird er mit einer unglaublichen Situation konfrontiert, in der es ihm möglich ist, die Vergangenheit zu verändern. Es gibt eine Zeile in der Mitte des Films, in der Denzel sagt: ,Meine ganze Karriere über habe ich versucht, Menschen zu verhaften, nachdem sie etwas Schreckliches getan haben. Einmal in meinem Leben würde ich gerne jemanden schnappen, bevor er etwas Schreckliches tut. Alles klar? Können Sie das verstehen?’ Das ist der Moment, in dem man mit diesem harten ATF-Kerl, der alles schon gesehen hat, mitfühlt – und das ist der Moment, von dem an einen der Film nicht mehr loslässt. Wir wussten, dass Denzel diese Geschichte zum Leben erwecken würde – und dass die Menschen im Publikum bereit sein würden, diese Reise mit ihm anzutreten.“
Regisseur Tony Scott fügt hinzu: „Doug Carlin verfügt über eine ausgezeichnete Intuition, und Denzel ist ein sehr intuitiver Schauspieler. Besser hätte es also gar nicht zusammenpassen können.“
Washington gefielen nicht nur die Thrilleraspekte der Geschichte, er war vor allem angetan von der Beziehung zwischen Doug und Claire Kuchever, eine Beziehung, wie sie ihm noch niemals untergekommen war. Durch eine bizarre Wendung, die typisch ist für die unerwarteten Haken, die die Handlung des Films schlägt, scheint sie zu sterben, bevor Doug sie überhaupt kennenlernen kann. „Mir gefiel, dass ein großer Teil dieser Story aus einer Liebesgeschichte besteht, die rückwärts erzählt wird. Meine Figur stößt auf eine junge Frau, die gerade gestorben ist, als er sie das erste Mal sieht. Und dann erhält er eine Gelegenheit, sie wieder lebendig zu erleben. Das klingt jetzt erst einmal fürchterlich kompliziert, aber mit Jerry Bruckheimer und Tony Scott an Bord wusste ich, dass es ein toller Film werden würde“, merkt Washington an.
Für die Rolle der Claire Kuchever, eine Frau mit so starker Anziehungskraft, dass Doug gar nicht anders kann, als ihr Geheimnis zu entschlüsseln, wollten die Filmemacher ein unverbrauchtes Gesicht. Die Wahl fiel auf die Newcomerin Paula Patton, die man unlängst in dem Musical IDLEWILD („Idlewild“, 2006) als Diva sehen konnte, die sich in Andre Benjamin von Outkast verliebt.
Für Patton wurde der Traum wahr, neben Denzel Washington vor der Kamera zu stehen. Das war ein ganz eigener Fall von Déjà-vu. „Die Beziehung zwischen Denzel und mir entwickelte sich so organisch, dass ich noch mehr darüber nachdenken musste, was Déjà-vu wirklich bedeutet“, überlegt sie. „Das Gefühl, wenn man jemanden gerade kennenlernt und sich in seiner Gegenwart sofort wohl fühlt – so ging es mir mit Denzel.“
Patton fügt hinzu: „Die Arbeit mit Denzel ist wie die Arbeit mit einem Jazzmusiker. Er hält sich streng ans Drehbuch, kann sich aber auch komplett davon lösen. Er vertraut auf sich selbst und seine Instinkte. Dabei bleibt man hellwach, weil man nie vorhersagen kann, welche Richtung er als Nächstes einschlägt.“
Washington fühlte ebenfalls eine Seelenverwandtschaft: „Mit Aufnahmen der Satellitenüberwachung verfolgt die Figur, die ich spiele, jeden Schritt, den Claire Kuchever bis zu ihrem Tod macht. Das ist ein wenig voyeuristisch, aber es fiel mir nicht wirklich schwer, wenn man bedenkt, was für eine schöne Schauspielerin Paula Patton ist“, erzählt Washington. „Die Kamera liebt sie, und jeder, der sie sieht, verfällt ihr unweigerlich.“
Patton genoss es besonders, aus Claire eine mutige und in Erinnerung bleibende Heldin zu machen. „Tony Scott ist ein wahrer Liebhaber der Frauen. Wenn man sich seine Filme ansieht, dann sind die Frauen darin immer stark, unabhängig und einzigartig“, beobachtet sie. „Sie alle sind auch verletzlich und sehr sexy, aber sie sind immer grundsolide und geerdete Personen. Selbst ein Opfer, wie es Claire in diesem Film ist, hat eine beeindruckende Stärke.“
Als Bösewicht stößt Jim Caviezel zur Besetzung von DEJA VU, der unlängst in einer gänzlich anderen Rolle einen bleibenden Eindruck hinterließ – mit seinem bemerkenswerten Porträt von Jesus Christus an dessen letztem Tag in Mel Gibsons THE PASSION OF THE CHRIST („Die Passion Christi“, 2004). In DEJA VU spielt er eine finsterere, gestörtere Figur, aber Caviezel konnte sich dem Reiz der seltenen Mischung aus unvorhersehbaren Thrills und zwingenden Fragen über das Wesen der Realität, wie sie im Drehbuch gestellt werden, einfach nicht entziehen.
„Die Geschichte ist komplex, aber niemand beherrscht komplexe Geschichten besser als Jerry Bruckheimer und Tony Scott, die es einfach verstehen, daraus außergewöhnliche Filmerlebnisse zu stricken“, sagt Caviezel. „Mir gefällt, dass es sich um einen Thriller handelt, der sich mit dem, was man sehen kann, ebenso befasst wie mit dem, was man nicht sehen kann.“
Caviezel war besonders aufgeregt, mit Hollywood-Größen wie Jerry Bruckheimer und Tony Scott arbeiten zu können. „Ich kann mich erinnern, dass ich TOP GUN im ersten Jahr an der Highschool gesehen habe und mich wegen des Films dreimal bei der United States Naval Academy bewarb. Es war mein absoluter Lieblingsfilm, und ich dachte, dass es mein Schicksal wäre, Flugzeuge zu fliegen“, erinnert er sich. „Die Gelegenheit zu haben, mit ihnen an diesem Film zu arbeiten, war ein großes Vergnügen – Jerry und Tony sind wirklich gute Leute.
Ein Wiedersehen mit Jerry Bruckheimer und Tony Scott feierte auch Val Kilmer, der vor vielen Jahren als junger Schauspieler seinen Durchbruch mit TOP GUN hatte. Seither hat Kilmer eine atemberaubende Karriere gemacht: Er spielte Jim Morrison in THE DOORS („The Doors“, 1990), arbeitete mit Michael Mann an dem gefeierten HEAT („Heat“, 1995), stand David Mamet in SPARTAN (2004) zur Seite und war unlängst neben Robert Downey Jr. in der Actionkomödie KISS KISS, BANG BANG („Kiss Kiss, Bang Bang“, 2005) zu sehen. In DEJA VU erlebt man Kilmer an der Seite von Denzel Washington als FBI-Agent Andrew Pryzwarra. Dies und die Gelegenheit, wieder mit Bruckheimer und Scott arbeiten zu können, reizte ihn an dem Projekt..
Kilmer sagt: „Die Größe und die Vielfalt der Vorstellungskraft von Jerry und Tony ist gewaltig und befriedigend. Ihre Lust auf immer noch größere Actionabenteuer ist unstillbar. Tony Scott ist einer meiner liebsten Regisseure, er ist einer der besten Menschen, die ich kenne. Jeden Morgen begrüßt er die 100 Leute der Crew mit Namen. Und sein Enthusiasmus ist es, der einen durch den Drehtag bringt. Ich liebe an Jerry und Tony, dass sie authentisch sind. Ihnen gefällt das Leben, das sie führen. Und sie sind dabei sehr großzügig, was eine großartige Erfahrung für alle Beteiligten garantiert.“
Adam Greenberg rundet den Cast ab als blitzgescheiter Physiker Denny, der Denzel Washington dabei hilft, die hochmoderne Wissenschaft hinter all den ungewöhnlichen Ereignissen zu verstehen. Goldberg kennt man vor allem aus der Sitcom „Joey“ und Filmen wie KEEPING UP WITH THE STEINS (2006) und STAY ALIVE (2006). Aber eine Figur wie Denny hatte er noch nie gespielt.
Er formte die Figur nach dem Vorbild einer Reihe führender Physiker unserer Zeit und hatte großen Spaß mit der Rolle, während er selbst nicht immer fassen konnte, was er dabei alles lernte. Goldberg sagt: „Ich spiele den verrückten Wissenschaftler, der all die Theorien hinter den Wurmlöchern und Zeittunnels und den Möglichkeiten, wie man Zeit und Raum verbiegt, kennt. Das war bisweilen sehr anspruchsvoll, weil man seine Zeilen nicht wirklich improvisieren kann, wenn man einen Wissenschaftler darstellt. Immerhin geht es dabei um die Gesetze des Universums.“