Die Produktion von DEJA VU sollte im Herbst 2005 inmitten der Schönheit und unvergleichbar seelenvollen Atmosphäre von New Orleans beginnen. Doch im August 2005 schlug der Hurricane Katrina mit seiner ganzen gewaltigen Kraft zu und verwüstete die Südstaatenmetropole vor den Augen einer in ihren Grundfesten erschütterten Nation. Als die Aufräumarbeiten begannen, wurde die Produktion auf unbestimmte Zeit verschoben. Zunächst überlegten Jerry Bruckheimer und Tony Scott, ob sie anderswo in den USA nach einem Ersatzdrehort suchen sollten. Aber schnell waren sie sich einig: Von der einzigartigen Architektur des French Quarters hin zu den schwülen Sümpfen der Bayous – es gibt einfach keinen Ort, der New Orleans ersetzen könnte. Beide hatten den Eindruck, dass die Stadt niemals zuvor die Unterstützung von außen mehr benötigt hatte als jetzt.
„Mich verbindet eine langjährige Liebesgeschichte mit New Orleans, wo ich schon eine Reihe von Filmen gedreht habe“, erzählt Bruckheimer. „Tony war noch nie dort gewesen, aber auch er verliebte sich Hals über Kopf in all die französischen und spanischen Einflüsse, die sich in der Stadt entdecken lassen. Die Stadt hat eine ganz eigene Kultur, die absolut unvergesslich ist. Tony und ich wussten, dass das der richtige Ort ist, um die Geschichte von DEJA VU zu erzählen. Völlig zu Recht ist New Orleans wie eine weitere Figur in unserem Film.“
Weil sie es sich nicht vorstellen konnten, ihren Traum vom Dreh in New Orleans aufzugeben, blieben die Filmemacher in engem Kontakt mit der New Orleans Film Commission, während der Wiederaufbau stetig Fortschritte machte. Man hoffte, dass bald eine Zeit kommen würde, in der man wieder in der Stadt drehen könnte. Anfang 2006 hatte die Stadt ihre Infrastruktur wieder auf die Beine gestellt. Die Produktion von DEJA VU verschwendete keine Sekunde: Es war der erste Film, der nach Katrina in New Orleans gedreht wurde – auch um anderen Produktionen ein Vorbild zu sein und zu zeigen, dass New Orleans als Drehort nichts von seinem Reiz verloren hatte.
Tony Scott sagt: „Wir hatten das Drehbuch von DEJA VU so adaptiert, dass die Geschichte an den interessantesten Locations von New Orleans erzählt wird. Bei den Autoverfolgungsjagden und Fähren-Sequenzen zeigen wir unglaubliche Landschaften. DEJA VU zeigt eine Stadt in einer wunderschönen Zeitschleife – was ja auch auf New Orleans selbst zutrifft.“
Die Einwohner von New Orleans zeigten sich ganz besonders hilfsbereit, um der Welt zu verstehen zu geben, dass sich wieder aufregende Filme in ihrer Stadt drehen lassen. „Beim Dreh auf den Straßen von New Orleans wurde ich jeden Tag von Einwohnern angesprochen, die sich dafür bedankten, dass wir in ihrer Stadt in dieser Zeit der Not drehen“, merkt Jerry Bruckheimer an. „Tony und ich sowie Cast und Crew waren besonders stolz, Teil der Wiedergeburt der Stadt zu sein und zur Rückkehr der Filmindustrie beizutragen.“
Als die Produktion in einem öffentlichen Aufruf in einem Einkaufszentrum in Metarie Statisten suchte, zeigte die Gemeinde überwältigendes Interesse: 5.000 Menschen tauchten auf, um besetzt zu werden. Die Produktion erhielt obendrein Unterstützung von vielen lokalen Regierungsorganisationen, darunter der Coast Guard, der National Guard, dem New Orleans Police Department, dem New Orleans Fire Department, EMS, dem Department of Transportation, dem Port of New Orleans, der Armee und vielen anderen, die zur Unterstützung eilten, wenn sie vonnöten war, ob es nun um die Schließung einer Brücke für eine Verfolgungsjagd ging oder das Absichern einer Gegend, damit eine große pyrotechnische Explosion gedreht werden konnte.
Während dieser frühen Tage des Wiederaufbauprozesses in der Stadt zu sein, war für alle Mitglieder von Cast und Crew hochgradig bewegend. Denzel Washington sagt: „Ich war wirklich inspiriert von den Menschen, die ich in New Orleans kennenlernte, die darum kämpften, ihr Leben zu erhalten. Katrina war eine Tragödie jenseits jeglicher Vorstellungskraft. Ich setzte mich jeden Tag in meinen Truck und fuhr einfach so durch die Stadt, wo sich mir Meile um Meile Zerstörung präsentierte. Ich werde nie vergessen, was ich gesehen habe.“
DEJA VU hinterließ seine Spuren nicht nur, indem Jobmöglichkeiten geschaffen wurden und die lokale Wirtschaft angekurbelt wurde, sondern auch noch auf subtilere Weise. Beim Nachtdreh an der Fähre in Algiers musste die künstlerische Abteilung zusätzliche Beleuchtung an der Mississippi Bridge befestigen, damit man die Silhouette von New Orleans in ihrer ganzen Pracht zu Gesicht bekam. Viele Anwohner meinten, dass die Brücke erstmals seit Katrina wieder richtig gut aussehe.
Schlüssel zum Geheimnis und zu Action von DEJA-VU ist die gewaltige Explosion auf der Fähre, die Doug Carlin auf den Plan ruft. Als man in New Orleans angekommen war, mieteten die Filmemacher die Alvin Stumpf Ferry, ein gewaltiges, 70 Meter langes, 25 Meter breites und knapp 20 Meter hohes Boot, das normalerweise auf dem Mississippi River zwischen Canal Street und Algiers pendelt.
Mehr als einen Monat lang waren die Fähre und der Mississippi River die Arbeitsstätte von Cast und Crew. Auf engem Raum explodierten Autos, wurden Waffen abgefeuert, und hunderte von Statisten wurden angeleitet, das Chaos eines gewaltigen Desasters nachzuempfinden. Dann kam der entscheidende Moment: eine simulierte Explosion mit Flammen, die mehr als 100 Meter in die Höhe schossen – und all das mitten auf dem Mississippi River unter der Crescent City Connection Bridge, während Tony Scott und seine Kameraabteilung 15 Kameras auf das Inferno richteten. Um mit dem flammenden Spektakel keine unnötige Panik zu verursachen, wurde die Explosion im Vorfeld in sämtlichen Medien der Stadt angekündigt.
Die Nachwirkungen der tödlichen Explosion war keinen Deut weniger komplex einzufangen, wobei die entscheidenden Action-Momente im Turning Basin des Mississippi River festgehalten wurden. Zusätzliche Elemente dieser Sequenz wurden in ruhigerem Gewässer in einem gewaltigen Wassertank in einem Studio gefilmt. Hier hatten die Filmemacher und die Stuntcrew komplette Kontrolle über die Elemente, während sie Autos versenkten und die Hauptdarsteller in Aktion unter Wasser aufzeichneten.
Bruckheimer sagt: „Das war ein beeindruckender Anblick, als 20 Stuntleute aus verschiedenen Ebenen von der Fähre sprangen – manche aus fast zehn Metern Höhe. Einige der Stuntleute zündeten sich vor ihrem Sprung selbst an. Das sah so realistisch aus. Es war unglaublich.“