Beginnend mit der Fährenexplosion, baut sich die Spannung in DEJA-VU sowohl auf einer psychologischen wie auch einer körperlichen Ebene auf. Im gleichen Maße, in dem sich die Story steigert, steigert sich auch die Action, mit innovativen Verfolgungsjagden, die nicht nur über Straßen, sondern auch durch die Zeit gehen.
Für die Schauspieler waren die Herausforderungen gewaltig. Als Verdächtiger des Bombenanschlags wurde vor allem Jim Caviezel als Oerstadt auf die Probe gestellt – immer und immer wieder. In einer atemberaubenden Szene wird Oerstadt mit einem Auto gegen ein anderes gepinnt – weshalb Caviezel für diese verblüffend realistische Szene aus Sicherheitsgründen in einen Stahlkäfig gesteckt wurde. Der Schauspieler sagt: „Sie packten mich in den Käfig und ließen dann zwei Autos auf mich zufahren. Ich musste schon meinen ganzen Mut aufbringen, dazu nicht Nein zu sagen. Ich musste einfach immer nur denken: Wenn der Käfig jetzt nachgibt, kann ich meine Beine vergessen.“
Caviezel musste auch MP-5-Maschinenpistolen abfeuern, was körperlich ungeheuer anstrengend ist. Um sich vorzubereiten, trainierte er während der Vorproduktion mit ATF-Agenten, die ihn tatsächlich mit scharfer Munition schießen ließen. „Ich wusste, dass es glaubwürdig aussehen musste, wenn ich mit den Waffen herumwedle – der Intensität wegen. Obwohl ich im Film mit Platzpatronen feure, wollte ich den Rückschlag und den Druck der Waffe rüberbringen. Wenn man mit Denzel Washington vor der Kamera steht, sollte man so gut vorbereitet sein, wie man nur kann.“
Washington hatte selbst ein paar haarige Momente zu überstehen. „An einem Tag drehten wir unter einer Mississippi-Brücke. Allein um ans Set zu gelangen, mussten wir über das Geländer klettern und auf schmalen Planken in einer Höhe von 120 Metern balancieren“, erinnert er sich. „Ich sah, wie Tony Scott über die Seite hinabstieg, aber der hat auch die Erfahrung eines Bergsteigers. Da muss man dann das eigene Ego überwinden. Mein Glaube wurde auf die Probe gestellt, aber es war cool, lustig und aufregend.“
Newcomerin Paula Patton wurde indes nicht nur gefesselt, geknebelt und geschlagen, sie musste auch eine Szene unter Wasser im Mississippi River drehen, während ihre Hände an ein zwei Kilo schweres Lenkrad gefesselt waren. Sie erklärt: „Ich hatte keinen Schutz – ich trug ja nur ein Sommerkleidchen und eine Lederjacke. Keine Rettungsringe oder Schwimmflügel. Tony wollte, dass es echt aussieht. Auf einmal war ich also mitten im Fluss mit seinen unberechenbaren Strömungen und strampelte um mein Leben. Im Fall von Schwierigkeiten hätten die Coast Guard und die Stuntcrew eingreifen können. Ich stand Todesängste aus, aber ich wollte einfach nicht Nein zu Tony sagen. Und es hat geklappt.“
Ganz besonders stolz ist Tony Scott auf die bis ins letzte Detail choreografierten Autoverfolgungsjagden, von denen er hofft, dass Filmfans sie ganz besonders in ihr Herz schließen werden.
„Die Autoverfolgungsjagden in diesem Film sind so cool. So etwas hat noch nie jemand gemacht“, sagt er. „Wegen des Zeitreiseelements war eine zweigeteilte Verfolgungsjagd möglich, die gleichzeitig vor vier Tagen und im Jetzt spielt. Der Teil, der vier Tage früher angesiedelt ist, findet während der Nacht im Regen statt; die Jagd in der Gegenwart passiert tagsüber während des Berufsverkehrs. Denzel dreht mitten auf der Straße um und fährt auf einmal gegen den Verkehrsstrom. An einem Punkt gibt es fünf Zusammenstöße in nur 15 Sekunden. Das ist ziemlich wahnsinnig.“
Der Großteil der Autojagdsequenz findet auf der Mississippi Bridge statt, die den Osten und Westen von New Orleans verbindet. Die Brücke ist 100 Meter hoch, was bedeutete, dass es keinerlei Spielraum für Fehler gab – auch nicht, während Autos nach rechts und links geschleudert wurden. Stuntkoordinator Chuck Picerni von Stunt Unlimited kommentiert: „Alles musste präzise sein. Wir mussten die Verfolgung auf der Brücke aufregend gestalten, durften gleichzeitig aber auch die Sicherheit und den Aspekt, dass wir diese Hauptverkehrsstrecke für den Dreh schlossen, nicht aus den Augen verlieren. Es gab einen Moment, wo wir eine Stuntcrew von 50 Leuten inklusive Präzisionsfahrern und Stuntprofis beschäftigten.“
Der erfahrene Kameramann Paul Cameron, der mit Denzel Washington zuvor bereits an MAN ON FIRE („Mann unter Feuer“, 2004) gearbeitet hatte, erhöhte die visuelle Spannung dieser Jagdszenen noch mit Hilfe einer besonderen Kameravorrichtung, die sich Ultimate Arm nennt und über einen langen Arm verfügt, der es einer Kamera ermöglicht, binnen fünf Sekunden um ein Auto zu schwingen.
Aber nicht alle Jagden in DEJA VU finden mit Autos statt. Jim Caviezel hatte das Vergnügen einer Verfolgungsjagd in einem Luftkissenschnellboot, mit dem man sich in Höchstgeschwindigkeit durch die Sümpfe bewegen kann. Dabei wurde er von drei Hubschraubern begleitet, die knapp über seinem Kopf kreisten und aufregende Aufnahmen aus der Vogelperspektive ablieferten.
„Junge, das war haarig“, schüttelt Caviezel den Kopf. „Man fährt in einem dieser Boote besser nicht volle Pulle, denn die Lenkung ist nicht sehr präzise und man kann schnell die Balance verlieren. Es gab einen Moment, da war ein Hubschrauber in der Luft, zwei Airboats und drei Polizeiboote waren im Wasser. Plötzlich gab es fast vier Meter hohe Wellen und noch dazu Schüsse. Ich bin froh, dass unsere Stuntleute ausgezeichnete Athleten sind und alles immer unter Kontrolle hatten. Das machte es mir entschieden leichter. Ich bin sicher, dass es im Film spektakulär aussieht.“