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  • Bee Movie - Das Honigkomplott

    Komödie, Animation | USA 2007
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      • | Kuck mal wer da spricht

      • Für Autor/Produzent/Schauspieler Seinfeld war es eine reizvolle Idee, die Biene Barry außerhalb ihres üblichen Umfelds zu präsentieren und damit einen komödiantischen Blick auf unsere Kultur zu werden: „Barry hat gerade sein College abgeschlossen, und wie der Held in ‚Die Reifeprüfung’ weiß er noch nicht so genau, was er später einmal machen möchte“, erläutert Seinfeld. „Durch eine Reihe von Umständen gerät er außerhalb des Bienenstocks, wo er ein bisschen über die Kultur lernt und sich mit einem Menschen anfreundet. Durch diese Erfahrung mit der Welt der Menschen wird Barry ziemlich aus dem Gleichgewicht geworfen – und sein Leben nimmt fortan einen völlig anderen Verlauf als man es von Bienen gemeinhin erwartet.“

        Während sich die menschliche Zivilisation ständig verändert und weiterentwickelt, hat sich bei der Bienenkultur in den letzten 27 Millionen Jahren nur relativ wenig getan. Du wirst geboren, gehst zur Schule, machst deinen Abschluss, gehst zur Arbeit und stirbst. Das ist nicht so schlimm, wenn man dabei seine eigenen Entscheidungen treffen kann. Aber im Bienenstock von Neuwabenstadt hat man lediglich die Wahl, welches kleine Rädchen man spielen möchte beim großen Ziel: Der Produktion von Honig. Im Fall von Barry bietet die Firma Honex gut 3.000 verschiedene Jobs an, vom Heizer, Kühler, Umrührer, Prüfer oder Reiniger. Wenn eine Biene ihre Entscheidung getroffen hat, ist es unwiderruflich. Kein Ausscheren. Kein Aufstieg. Kein Urlaub. Keine Feiertage. Keine Kündigung. Für Barry bedeutet das: Keine Lust!

        Ohne zu ahnen, wie ähnlich er den Menschen ist, zögert Barry bei der Entscheidung zwischen Schulabschluss (seine Stunde beginnt um 9.15 Uhr morgens) und einem Job bei Honex. Seine fürsorglichen Eltern Martin und Janet Benson hoffen, dass ihr Sohn in die Fußstapfen des Vaters tritt und ein ‚Umrührer’ wird. Doch Barry interessiert sich mehr für die Welt außerhalb des Bienenstocks.

        Der einzige Weg aus dem Bienenstock führt über die „Pollen Crew“, einer mutigen Elite-Einheit, die verantwortlich ist für das Einsammeln des Nektars und das Bestäuben der Blüten. Nur diese Militäreinheit darf den Stock zu verlassen, um draußen lebenswichtige Aufgaben für das Bienenleben zu erfüllen. Obwohl das eigentlich nur ein Job für echte Männer ist, darf der schmächtige Barry bei einer Expedition teilnehmen, die sein Leben grundlegend ändern wird. „In unserem Film wimmelt es nur so vor Bienen-Regeln“, erläutert Seinfeld. „Wenn man einen Animationsfilm macht, erschafft man eine künstliche Welt. Diese Welt braucht ihre Gesetze – und dabei kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Zum Beispiel erfanden wir die Regel, dass es nur Sechsecke geben darf und alle Kreise und Dreiecke verboten sind - schließlich haben die Bienen das Sechseck erfunden. Oder wir beschlossen ein Summ-Verbot nach 18 Uhr, wenn die Bewohner schlafen. Das wichtigste Gesetz war allerdings, dass die Bienen nie mit den Menschen sprechen dürfen – obwohl sie schon immer reden konnten. Aber die vorhandenen Probleme mit den Menschen genügen ihnen völlig.“
        Barrys Ausflug mit der „Pollen Crew” gerät für ihn zur Offenbarung. Die Welt der Menschen ist jenseits seiner wildesten Vorstellungen: Voller ungewohnter Formen und Farben – und wimmelnd vor Menschen. Nach einer ziemlich beängstigenden und unangenehmen Erfahrung auf einem Tennisplatz, einer erkenntnisreichen Begegnung auf der Windschutzscheibe eines Lastwagens sowie einem heftigen Regenschauer weht es Barry in die Wohnung der netten Floristin Vanessa in Manhattan. „Barry trifft seine Freundin Vanessa, weil sie ihm das Leben rettet als andere Gäste in der Wohnung ihn umbringen wollen“, erläutert Seinfeld. „Barry hat dann einfach das Gefühl, wenn dir jemand das Leben rettet, musst du dich dafür bedanken und fliegst nicht einfach davon. Für dieses Dankeschön redet Barry mit Vanessa - auch wenn er damit das Gesetz bricht. Für ihn wäre es einfach viel zu unfreundlich gewesen, seinem Lebensretter nicht zu danken.“

        Als langjähriger Fan von Renée Zellweger dachte Seinfeld sofort an sie für die Rolle der Vanessa. „Renée kann dramatisch sein und lustig, völlig albern und ganz durchdacht. Sie besitzt ein bewundernswertes Können und Talent. Ich hatte sie schon einige Male zuvor getroffen und wollte einfach, dass sie die Rolle übernimmt. Sie verfügt über diese großartige Stimme und bei einem Animationsfilm ist die Stimme alles. Im Laufe der Jahre habe ich mit vielen Hundert Schauspielern gearbeitet und oft genug musste ich ihnen meine Vorstellungen immer und immer wieder erklären. Bei Renée ist es anders, sie ist wie eine schöne Violine, die jede Note spielen kann.”

        Nach ein paar ersten Telefongesprächen hatte Seinfeld 2004 die Chance, den Film seinem Wunschstar direkt zu erklären. Bei der New Yorker Premiere des DreamWorks Animation Hits
        „Grosse Haie - Kleine Fische“ saß er direkt neben Zellweger. (Katzenberg könnte etwas mit dieser Sitzordnung zu tun gehabt haben.)

        „Ich sprach mit ihr darüber und erklärte ihr meine Vorstellungen. Wir hatten das große Glück, dass sie das alles mochte und ihre Zustimmung zu dem Projekt gab.“

        Zellwegers Leidenschaft für „Bee Movie – Das Honigkomplott” hatte mehrere Gründe: Die Möglichkeit, mit Seinfeld zu arbeiten. Die kreative Freiheit, die für dieses Genre typisch ist. Und natürlich die Aussicht auf jede Menge Spaß. Zellweger erläutert das so: „Die einzigen Grenzen bei einem Animationsfilm liegen in der Vorstellungskraft seiner Macher. Man kann Dinge auf millionenfache Wege ausprobieren, ohne sich Gedanken über die Logistik machen zu müssen. Es ist unglaublich, welche kreativen Möglichkeiten sich daraus ergeben. Es herrscht eine unheimlich gute Atmosphäre im Aufnahmestudio, weil man den Luxus hat, sich nicht um den drohenden Sonnenuntergang und schlechte Lichtverhältnisse sorgen zu müssen oder darum, dass andere auf einen warten. Es ist eine sehr entspannende Abwechslung von realen Dreharbeiten.“

        Ein besonderer Luxus für die Schauspieler bestand darin, dass Seinfeld jeden Tag im Studio anwesend war und die Dialoge oft mit seinen Szenenpartnern gemeinsam aufnahm. Üblicherweise werden Sprachaufnahmen bei Animationsfilmen einzeln aufgenommen und erst später in der Mischung zusammengebracht. Durch die ständige Anwesenheit von Seinfeld kam es zu einem flüssigen, kreativen Prozess mit den Sprechern. Falls ein Dialog dem Autor/Produzenten nicht gefiel, konnte das sofort verbessert werden.

        „Jerry besitzt viel Comedy-Erfahrung“, erläutert Zellweger, „er erkennt sofort den Unterschied zwischen interessant und urkomisch: das kann eine Pause, ein Tonfall oder ein Atemzug sein. Oft genug muss man die Dinge etwas kleiner oder etwas größer machen, und er kennt genau diese Dosis. Er ist sehr präzise. Er weiß genau, was er haben möchte und kann seine Vorstellungen gut vermitteln – was nicht viele können. Seine Vorschläge haben sich stets als sehr praktikabel erwiesen. Beim Animationsfilm entwickelt man die Figuren entscheidend durch die Dialoge.“

        Steinberg stimmt zu: „Es war unglaublich. Wir hatten das Glück, dass unsere Schauspieler so gerne mit Jerry gearbeitet haben, dass sie uns ständig zur Verfügung standen. Ich habe noch nie erlebt, dass sich Leute derart darauf gefreut haben, ihre Dialoge zu sprechen – was hier pausenlos geschah. Es war eine wunderbare Erfahrung.“ Zellweger erwidert: „Ich habe mich auf jede Aufnahme gefreut. Jeder Anruf mit den neuen Terminen machte mich glücklich. Die Arbeit war sehr konzentriert, aber wir haben immer sehr viel gelacht, was mir ausgesprochen gut gefiel.“

        Die Freundschaft zwischen Barry und der Floristin ist für Seinfeld das Herz des Films. „Ihre Beziehung macht den Kern des ganzen Filmes aus, denn man glaubt diese Freundschaft ganz einfach. Nichts daran wirkt seltsam. Sobald man beide zusammen sieht und reden hört spürt man, dass sie eine wahre Freundschaft verbindet. Besonders lustig finde ich, dass überhaupt niemand diese Bienen-Menschen-Freundschaft in Frage stellt.“
        Regisseur Smith ergänzt: „Weil Renée als Stimme von Vanessa jede noch so kleine Nuance beherrscht, kann sie die Freundschaft zwischen einer Biene und einem Mensch glaubwürdig vermitteln. Sie ist fröhlich, warmherzig, lustig und liebenswert in jedem Satz.“

        Hickner erläutert dazu: „Meine Lieblingsszene im Film ist jene, als Vanessa and Barry zum ersten Mal Blickkontakt haben. Sie trägt ihn vorsichtig in einem Glas aus dem Fenster und lässt ihn dort frei. In diesem Moment will er aber noch nicht gehen und setzt sich auf ein Blatt – das ist einfach wunderbar.“

        Während Barry der freie Geist ist, steht sein bester Freund Adam Flayman für das genaue Gegenteil. Adam ist zufrieden mit dem Bienenleben und will am System nicht rütteln. Er ist zufrieden damit, den Rest seines Lebens für den Honig zu arbeiten, ganz gleichgültig in welchem Bereich. Er möchte ganz einfach nur ein produktives Mitglied im Bienenstock sein.

        Die Stimme von Adam stammt im Original von Jerrys Freund Matthew Broderick, der schon über reichlich Erfahrung als Sprecher für Animationsfilme verfügt. Für ihn war es ein reizvolles Angebot, mit einem seiner besten Freunde zu arbeiten und dabei die Dialoge live aufzunehmen. „Die Aufnahmen von ‚Bee Movie – Das Honigkomplott’ waren ganz anders als sonst“, erzählt er. „Üblicherweise sitzt man isoliert hinter einer Glaswand im Studio und liest alleine seinen Text. Hier saß Jerry mit dabei, was alles viel einfacher machte. Ich musste gar nicht viel darüber nachdenken, was ich sage. Ich hatte mehr Spielraum, ganz so, wie bei einer realen Szene mit einer echten Person. Allerdings konnte es dann auch schon passieren, dass man von Zeile fünf gleich vier Versionen ausprobierte.“

        Diese Art der Aufnahmen kam Brodericks Comedy-Talent sehr entgegen. „Wir konnten verschiedenen Dinge probieren, wobei ich meist den Vorgaben von Jerry gefolgt bin, was zu einem fast natürlichen Gesprächsverlauf geführt hat. Ich habe Animationsfilme gesprochen, bei denen ich noch nicht einmal die Namen der Kollegen kannte. Diesmal war der ganze Arbeitsprozess ein großer Spaß. Wie haben einfach so lange probiert, bis es funktioniert hat.“

        Brodericks Vorliebe für Animationsfilme erwies sich gleichfalls als Vorteil. „Ich liebe Animationsfilme und mache da schon deshalb gerne mit, weil Kinder sie ansehen können, mein eigener Sohn inklusive. Solche Filme sind von Dauer und wichtig für Kinder. Als ich klein war, war ich ein großer Fan von ‚Bugs Bunny’. Ich bin mit Cartoons aufgewachsen, schon deshalb ist die Arbeit in diesem Genre ein großer Spaß.“

        Für Regisseur Smith war die Besetzung von Broderick ein Glücksfall: „Es war ein grandioser Umstand, dass Matthew im Film den besten Freund von Barry spricht - und im echten Leben ebenfalls einer der besten Freunde von Jerry ist. Wenn beide zusammen im Studio waren, herrschte sofort eine große Harmonie. So viel Gemeinsamkeit hätte man mit zwei anderen Schauspielern nie erreichen können.“

        „Matthew ist ein Freund, ein sehr lustiger Typ mit sehr trockenem, hintergründigen Humor, was ich sehr mag“, erläutert Seinfeld. „Ich hatte eigentlich nie vor, Filme zu machen. Umso mehr freute ich mich auf diese schöne Gelegenheit, einmal gemeinsam mit ihm zu arbeiten. Entgegen vieler Darstellungen lieben Schauspieler diese Arbeit als Sprecher sehr. Sie können im T-Shirt erscheinen und nach 45 Minuten ist der Job oft erledigt.“
        Jede Story mit einem besten Freund benötigt auch einen fiesen Feind. Hier ist es der selbstherrliche Anwalt Layton T. Montgomery, der in 35 Jahren noch nie einen Fall verloren hat und der von John Goodman gesprochen wird. „Layton ist der klassische, leicht korrupte Südstaaten-Anwalt, der sich gerne reden hört“, amüsiert sich Seinfeld. „Er ist ein imposanter, kräftiger Typ in einem großen Anzug, der nicht immer so ganz ehrlich ist bei seiner Taktik.“

        Smith ergänzt: „Wir wollten eine freundliche, voluminöse Stimme für Layton. Er sollte den Gerichtssaal wie eine Bühne benutzen und Barry bei jeder Gelegenheit verbal versenken. John Goodman war einfach perfekt dafür, diese übergroße Figur zum Leben zu erwecken. Wir wollten, dass jeder sofort merkt, dass Layton der Böse ist. Wer an seinem Auto das Nummernschild 'A-L-I-B-U-Y’ hat, kann nicht ganz ehrlich sein.” (Seinen ersten Auftritt hat Montgomery als seine zwei großen Schuhe ins Bild kommen und einen Käfer zertreten, der unglücklicherweise den Weg des Anwalts kreuzt.)

        „Eine Figur wie Layton T. Montgomery zu spielen, selbst wenn es nur über die Stimme passiert, ist ein Traum für jeden Schauspieler“, erläutert Goodman. „Die Aufnahmen als Spaß zu beschreiben, wäre reine Untertreibung. Wenngleich der Typ ein bisschen schäbig sein mag, macht er ja nur seinen Job. Er mag kein Freund der Insekten sein, aber irgend jemand muss doch die menschliche Rasse verteidigen, oder?“

        Während Layton sich nur im Gerichtssaal blutrünstig gibt, sind andere ständig auf der Suche nach echtem Blut. Wie zum Beispiel der Moskito Elchpiekser, der seinem Namen der Vorliebe für Elchblut verdankt. Ursprünglich sollte die Figur nur kurz auftauchen, als Barry auf der Windschutzscheibe eines Lastwagens landet. Doch als Seinfeld den Comedy-Superstar und Filmemacher Chris Rock dafür verpflichten konnte, änderte sich die Größe der Rolle sofort: „Chris und ich haben die meisten unserer gemeinsamen Szenen improvisiert“, erläutert Seinfeld. „Von ihm stammt zum Beispiel die Idee, dass es Moskitos so schwer bei den Frauen haben, weil diese viel mehr an Libellen und Motten interessiert sind als an der eigenen Art.“

        Regisseur Hickner erklärt: „Wer mit Jerry und Chris Rock arbeitet hat es mit zwei der weltbesten Komiker unserer Zeit zu tun. Wir hatten die Dialoge aus dem Drehbuch. Und dann hatten wir die Texte, die Jerry und Chris sich an den Kopf warfen. Weil beide Freunde sind und sich sehr lange kennen, herrschte sofort eine große Harmonie und auf dieser Basis begannen sie zu improvisieren. Vieles davon kann man in der Szene mit der Hupe erleben.“ (Nachdem sich beide auf der Windschutzscheibe begegnen, ziehen sie sich in die Hupe des Lastwagens zurück, um sich dort besser unterhalten zu können.)

        Rock war begeistert, bei diesem Projekt dabei zu sein: „Als Jerry anrief war ich glücklich, mit ihm arbeiten zu können. Er gehört zu den acht größten Komikern der Welt und ich hatte noch nie etwas mit ihm zusammen gemacht. Ursprünglich war Elchpiekser eine kleinere Rolle. Zum Glück war beim Vorsprechen Jerry dabei. Da will man natürlich erst recht zeigen, was man so kann. Es ist diese Komiker-Sache: ‚Aha, ein lustiger Typ. Dem werde ich einmal zeigen, dass ich auch lustig sein kann.’ Ich habe also viel mehr geboten, als wenn Jerry nicht dort gewesen wäre.“

        Steinberg unterstreicht die Wirkung gemeinsamer Aufnahmen: „Sie beginnen mit dem Improvisieren und plötzlich sind aus den zwei Zeilen Dialog gut 15 Zeilen geworden. Es war so ein großartiges Erlebnis, dass wir alle dachten, wir sollten eigentlich Eintritt für diese dreistündige Improvisations-Show der beiden bezahlen.
        Die Lacher setzten sich fort bei den Aufnahmen mit „Seinfeld”-Darsteller Patrick Warburton, den Jerry von Anfang an für die Rolle von Vanessas Tennispartner haben wollte. Dieser ‘Körper-von-Gott-und-Gehirn-von-Mattel’-Typ hört nicht umsonst auf den Namen Ken, er möchte nur zu gerne der nächste Freund der Floristin werden und leidet unter einer tödlichen Bienenstich-Allergie.
        Das Projekt war ganz nach dem Geschmack von Warburton, zumal er das ‚klassische Seinfeld’-Element bei der Geschichte mochte: „Es ist die ultimative Story aus der Welt der Ausbeutung. Wir behandeln die Ameisen nicht schlecht. Wir stecken vielleicht ein paar von ihnen in eine Ameisenfarm, aber darauf könnten wir gut verzichten. Bei Bienen verhält sich das völlig anders. Wir essen ihren Honig seit Jahrhunderten und sie bestäuben unsere Bäume und Pflanzen. Und was haben die Bienen davon? Absolut nichts. Wenn man zu dieser Tatsache noch eine Prise von unserer politischen Korrektheit hinzu gibt, liegt es fast auf der Hand, dass die Bienen die Menschheit verklagen. Das klingt ganz nach dem Stoff, mit dem Jerry sehr viel Spaß haben könnte.“

        Für Warburton ist die Mischung aus Seinfeld und DreamWorks ideal. „Ich bin wirklich beeindruckt von der Animation“, erläutert er. „Man erwartet dieses hohe Niveau von DreamWorks, und ich bin in keiner Minute enttäuscht worden. Das sind nicht irgendwelche Zeichner mit Stiften. Bei DreamWorks ist Animation zu einer Wissenschaft geworden. Dabei ist alles lustig und verrückt. Es ist kreativ und sehr farbenprächtig.”

        Steinberg erinnert sich: „Jerry lag immer vor Lachen am Boden, wenn Patrick etwas gesagt hat. Wir mussten das Studio immer vier Stunden buchen, selbst wenn Patrick nur drei Sätze zu sprechen hatte, denn das entwickelte sich jedes Mal zum Lachfest. Wir bekamen so viele guten Dialoge von Patrick, dass wir einen ganzen Film mit ihm allein hätten machen können.“

        Die Produzentin fand sich bei den Aufnahmen in der undankbaren Position einer Aufpasserin. „Das gehört zu meinem Job. Bisweilen musste ich alle voneinander trennen, weil sie sich wie hysterisch auf dem Boden wälzten. Ich musste darauf achten, dass wir alle Dialoge im Kasten hatten, die wir brauchten - erst danach durften alle spielen und Spaß haben. Üblicherweise hatten wir am Ende großartiges Material, das an Ort und Stelle entstand.“

        Als besorgte Bienen-Eltern Martin und Janet Benson konnten die Oscar®-Preisträger Barry Levinson und Kathy Bates gewonnen werden. Dazu erläutert Hickner: „Sie wollen, dass ihr Sohn in der Honigherstellung arbeitet, weil das von einer Biene einfach erwartet wird. Sie hoffen, dass Barry ein ähnlich guter Honig-Rührer wird wie sein Vater.“

        Als Barry mehr möchte, als nur ein kleines Rädchen im Bienenstockbetrieb zu sein, sind seine Eltern zunächst schockiert. Doch weil sie ihren Sohn sehr lieben, unterstützen sie ihn schließlich in seinen Entscheidungen. Dazu erläutert Smith: „Jerry hat mit Barry Levinson zuvor schon gearbeitet, er mag den Klang seiner Stimme und kannte sein großes Talent für Komik. Also lud er ihn ein, den Vater zu sprechen, was sich ausgesprochen gut bewährte. Und dann ist da noch Kathy Bates. Sie ist Kathy Bates. Sie ist einfach fantastisch. Sie kann alle Typen spielen, sie verkörpert jede Figur und war die perfekte Besetzung für die Mutter.“

        Seinfeld und sein Team besetzten die anderen Rollen mit einer Riege sehr talentierter Schauspieler, die ein großes Gespür für Comedy besitzen. Dazu gehört der legendäre Film- und Theaterveteran Rip Torn als Leiter der Elite-Einheit „Pollen Crew” Lou Lo Duca; die Emmy-Gewinnerin Megan Mullally als Trudy, die als Honex-Führerin arbeitet sowie der populäre Comedy-Schauspieler Larry Miller als Dean Buzzwell, der Leiter der Winger University und Chef der Arbeitsvermittlung, von der die Absolventen auf die 3.000 Jobs bei Honex verteilt werden.

        „Besonders gut gefällt mir an diesem Film, dass man nie genau weiß, wie es weitergeht”, erläutert Hickner. „Am Anfang verlässt Barry den Bienenstock und man glaubt, es wird die Story einer Biene, die bei der ‚Pollen Crew’ aufgenommen werden möchte. Dann trifft er diese Frau und man glaubt, das wird die Story über eine Freundschaft zwischen Biene und Mensch. Und schließlich entdecken wir den Honig und der Film bekommt ein viel größeres Thema, er erzählt die Geschichte der Bienen, die die Menschheit verklagen.“

        Simon Smith ist nicht nur ein anerkannter Animationsregisseur, er verfügt zudem über ein großes Talent bei den Sprachaufnahmen. Zu Beginn der Produktion wurden vorläufige Demo-Aufnahmen gemacht, die bei der Entwicklung der Story als Orientierung für die Künstler dienten. „Simon hatte vorab schon gut 70 Prozent der Sprachaufnahmen zur Probe gemacht“, erläutert Steinberg. „Simon ist ein ganz großartiger Schauspieler, der sehr viele Stimmen sprechen kann. Er hat viele Rollen für die Animationskünstler gesprochen und auch im fertigen Film ist er ein bisschen zu hören.“ (Zum Beispiel jene Biene, die Barry das Formular für die ‚Pollen Crew’ überreicht. Oder als Lastwagenfahrer, an dessen Windschutzscheibe Barry, Moskito Elchpiekser und die anderen Insekten enden. Sowie als Bienen-Ingenieur, der einen Fallschirm testet.) „Das ist vermutlich das Animations-Gegenstück zu den Gastauftritten von Alfred Hitchcock in seinen eigenen Filmen”, erläutert Smith

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