Mittwoch | 30. Mai 2012 | 21:30 Uhr
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  • Bee Movie - Das Honigkomplott

    Komödie, Animation | USA 2007
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      • | Die Biene im Floristen-Fenster

      • Detaillierte und ausgefeilte Bilder sind die Grundlage für einen Animationsfilm, entscheidend ist allerdings die Geschichte. Deswegen wurde auf die Entwicklung der Figuren mindestens ebenso viel Wert gelegt wie auf den digitalen Bau der beiden Städte.

        Aber was ist wichtiger, die Biene oder der Bienenstock? Dazu erklärt Steinberg: „Für uns war es wichtig, dass unsere Welt zu Barry passt, der ja nicht wie eine realistische Biene aussieht. Er ist sehr stilisiert und hat einen ganz besonderen Look. Daran sollte seine Umgebung und die Menschen angepasst sein Alex McDowell und unser art director Christophe Lautrette haben das sehr gut umgesetzt. Vor allem Christophe hat geholfen, die Lücke zwischen Menschen und Barry zu überbrücken.
        Der französische Animationskünstler und art director brachte seine reichhaltige Erfahrung aus früheren Projekten ein. Für ihn liegt einer der Schlüssel von „Bee Movie – Das Honigkomplott“ im Spektrum der bunten und freundlichen Farben - schließlich handelt es sich um eine Komödie über eine Biene, die in der Menschenwelt verloren geht. Zudem war die Transparenz der Farben wichtig, weil die Materialien in diesen Welten (von Wachs bis Stahl und Glas) unterschiedlich große Deckungsgrade besitzen.

        Lautrette erklärt dazu: „Ursprünglich sollte die Bienenwelt viel menschlicher aussehen. Die Bienen sollten den Menschen ähneln, die Formen und Farben ihrer Stadt sollten wie bei einer realen Stadt sein. Doch das hatte nicht genügend Kontrast. Deshalb haben wir uns mehr an den typischen Formen der Bienen orientiert: rund, dick, wuschelig.“
        Und er fährt fort: „Für das Aussehen von Barry hatten wir verschiedene Alternativen, bei einer Fassung sah er Jerry ähnlich. Als wir ihm das zeigten, war er nicht besonders begeistert davon. Er meinte: ‚Ich möchte etwas ganz anderes. Ich möchte überrascht sein von dieser Figur. Ich möchte ihn als einen Freund von mir sehen und nicht mich selbst.’ Damit standen wir vor einer großen Herausforderung.“

        Unter der Leitung von Fabio Lignini arbeiteten 40 bis 50 Animationskünstler an den Figuren. Im ersten Arbeitsschritt entstand eine Zeichnung der Figur. Daraus entwickelte der Computer ein 3D-Modell. Ein weiterer Schritt sorgte schließlich dafür, dass Körper und Gesicht beweglich wurden.
        Dazu erläutert Simon Smith: „Es hat lange gedauert, bis Barry sein endgültiges Aussehen bekam. Sein Charakter hat sich immer weiter entwickelt, je mehr Rohentwürfe wir für den Film gezeichnet haben. Der ursprüngliche Entwurf hat schließlich nicht mehr gepasst und es folgten lange Diskussionen, wie Barry aussehen sollte. Jerry hatte seine Vorstellungen, wie sich die Bienen fühlen und was sie arbeiten sollten. Aber wir wussten lange nicht, wie wir das umsetzen.“
        Am Ende fand sich die Lösung in der Kleidung. „Das Design der Figuren orientierte sich stark an der Kleidung von Barry“, berichtet Smith. „Es war keine leichte Angelegenheit, die richtige Formel für sein Aussehen zu finden. Er sollte vertraut wirken und für die Komik von Jerry passen. Zugleich sollte er nicht zu sehr nach Insekt aussehen oder unsympathisch sein.“

        Schließlich entwickelte man für das Design folgendes Schema: keine Schultern (um ein menschliches Aussehen zu verhindern) und kleine Arme; ein freundliches Gesicht auf einer rundlichen Form (zwei Kreise für Körper und Kopf); Fühler auf dem Kopf; über der Brust menschliche Kleidung, der Unterkörper mit wuscheligen Haare und schließlich noch lustige Schuhe (Barry trägt Turnschuhe, weil Seinfeld ein Sneaker-Fan ist).
        Smith fasst es so zusammen: „Es ist eine Art von Formel: Bienenfühler, freundlicher Kopf, menschlicher Kleidung, haariger Bauch, Insektenbeine und schließlich Turnschuhe. Und diese Rechnung scheint sehr gut aufzugehen.”
        Lignini ergänzt dazu: „Die Turnschuhe sind schwarz und gelb, das passt also sehr gut. Durch seinen gestreiften Pullover wirkt Barry fast wie eine Biene mit schwarzen Streifen. Und schließlich ganz wichtig der Nacken. In den ersten Entwürfen hatte er noch diesen Nacken, was ihn aber zu menschlich aussehen ließ. Jetzt trägt er nur noch ein Halsband unter dem Kinn. Abgerundet wird das Aussehen durch die großen Augen.“

        „Bienen sind sehr modebewusst“, erläutert Seinfeld, „allerdings haben sie nur die Wahl zwischen schwarz und gelb. Mehr gibt es nicht. Andere Farben tragen sie nicht - aber darin sind sie sehr stilsicher. In den frühen Entwürfen sah Barry ein bisschen so aus wie ich in einem Pullover. Aber das hat nicht richtig funktioniert, deshalb wurde er rundlicher und sieht ein bisschen töricht aus. Erst so hat er für mich funktioniert.“ (Insgesamt hat es 800 bis 900 Entwürfe gebraucht, bis der endgültige Barry gefunden war.)

        Das Aussehen von Vanessa stellte ganz andere Herausforderungen. Sie ist ein Mensch und damit digital nicht einfach herzustellen. Die Entwicklung ihres Charakters hat am längsten gedauert. Sie sollte realistisch wirken, mit diesem Realismus aber nicht den Zauber des Films sprengen.

        Während bei Vanessa ihr wilder Charakter und ihr farbenfroher Beruf das Aussehen bestimmen, ist Ken durch seine körperlichen Attribute definiert. Er ist der eitle Alpha-Mann, der regelmäßig im Fitness-Studio trainiert und gerne aufbrausend ist. Deshalb sieht er aus wie ein übergroßes Muskelpaket mit einem sehr großen Mund.
        Den enormen Größenunterschied der beiden Hauptfiguren zu überwinden war keine leichte Aufgabe für die Filmemacher, zumal auf komponierte Bilder (bei denen zwei getrennten Einstellungen zusammengefügt werden) bewusst verzichtet werden sollte – Steven Spielberg zeigte sich sehr beeindruckt, als Regisseur Simon Smith ihm von seiner Methode erzählte. Als Visual Effects Supervisor leitete Doug Cooper ein Team von über 100 Künstlern und war verantwortlich für die Herstellung der Bilder des Films, vor allem für Licht und Spezialeffekte. Gemeinsam mit den beiden Regisseuren, dem Produktionsdesigner und art director war es die Aufgabe von Cooper, dass die kreative Vision des Films auf der Leinwand sichtbar wurde.

        Cooper erläutert: „Das richtige Licht sorgt für die emotionale Stimmung einer Szene. Wir haben Licht und Farbe auch dazu benutzt, das Publikum zu führen. Die wichtigen Dinge werden hervorgehoben, die weniger wichtigen Dinge fallen dunkler aus, damit niemand von der Handlung abgelenkt wird. Mit diesen Mitteln kann man tatsächlich große Wirkungen erzeugen.“ (Ohne diesen Effektschliff würde das Auge des Betrachters orientierungslos zwischen blassen Formen und Strukturen umher wandern).

        Für Cooper ist „Bee Movie – Das Honigkomplott” bahnbrechend für DreamWorks: „Der Film hat eine sehr schöne Balance zwischen realistischem Licht und den Materialien gefunden. Er ist kein fotorealistischer Film, wie wollten keinen ‚Shrek’ machen oder einen anderen Film, den DreamWorks schon gemacht hat. Wir wollten unseren ganz eigenen Platz mit unserem eigenen Stil finden.“
        Cooper fährt fort: „Wir haben einen Raum geschaffen, der viel Tiefe hat und sehr viel Dimension. Die Formen sind sehr stilisiert, aber einzigartig für die Bienenwelt. Wir entwickelten eine ganz eigene Architektur für diesen Bienenkosmos und haben Teile davon sogar auf den Central Park der Menschenwelt übertragen. Die Bäume sehen zum Beispiel aus wie Zuckerwatte – und dabei besitzt jeder Baum eine völlig natürliche Form mit Ästen und Blättern wie in der Wirklichkeit. Nur haben wir das eben stilistisch überhöht.“

        Cooper und sein Team entwickelten zudem eine Methode, die das Schlagen der Flügel zeigt (die kleinen Tiere machen immerhin 180 bis 225 Schläge in der Sekunde). Mit Flugproblemen hatte das Studio bereits mit der „Guten Fee“ in „Shrek 2“ zu kämpfen, deren Flügelschläge endlose Berechnungen erforderlich machten. Für „Bee Movie – Das Honigkomplott“ musste eine andere Lösung gefunden werden, schließlich sollte nicht nur eine Figur fliegen, sondern Hunderttausende von Bienen. Die Effektabteilung entwickelte dafür schon früh das so genannte „wing blur”-System, das effektiver war als die frühere Methode und mehr stilistische Freiräume bot. Inspiriert wurde das Team dabei von der Dry-Brush-Technik aus dem klassischen 2D-Trickfilm. Mit dieser Methode konnte man nicht nur die Flügelschläge von fast einer Million Bienen erzeugen, die bei der Jet-Landung zum Einsatz kommen - diese Flügel sind so detailgenau, dass sie sogar glitzern, wenn Licht auf sie scheint.

        Ein anderes Problem für Cooper war der Honig. Dazu orientierten sich die Animationskünstler am Wachs, aus dem sie den Bienenstock gebaut hatten. Allerdings mussten die Struktur, die Lichtbrechung und die Flüssigkeit dabei stark verändert werden. Die Lösung dafür bot einmal mehr HP. Deren ProLiant DL145 Server, BL465c Server Blades und xw9300 Workstations (mit AMD Multi-Core Opteron Prozessoren mit AMD64 Technologie) ermöglichten den Künstlern von DreamWorks Animation den Durchbruch der 32-bit Barriere und damit einzigartige Bilder in ungekannter Qualität zu schaffen. Die doppelte Präzisionsgeschwindigkeit und der große Speicher des AMD64 ermöglichten zum Beispiel, dass der Größenunterschied zwischen einem Haar auf dem Kopf von Barry B. Benson und einem Wolkenkratzer in New York City bewältigt werden konnte und Simulationen mit über 60 Millionen Elementen berechnet werden konnten.
        Dazu sagt Doug Cooper: „’Bee Movie – Das Honigkomplott’ war in vielfacher Hinsicht eine enorme Herausforderung und technisch sehr schwierig für uns. Die Größe und Anzahl der
        Schauplätze, die Anzahl der Bäume und Blätter verursachten eine enorm große Datenmenge, die verarbeitet werden musste. Die AMD Technologie hat uns dabei geholfen. Wir konnten dadurch Dinge machen, die zuvor nicht möglich waren. Luftbilder vom Central Park, große Ansichten von New York City oder ein Schwarm mit Hunderttausenden von Bienen, die eine 747 transportieren – solche Dinge hätte ich mir nicht vorstellen können mit der Technologie die wir zuvor hatten.“

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