Die Dreharbeiten zu "16 Blocks" begannen im April 2005 in Toronto, wo das Team neun Wochen filmte, um dann zwei weitere Wochen in Manhattan zu drehen.
Der Film spielt an einem heißen Sommermorgen - Temperaturen um die 35 Grad am New Yorker Set trugen also durchaus zur Authentizität bei. "Denkt daran: Es ist heiß, der Schweiß strömt, alle leiden darunter", erinnerte Richard Donner seine Darsteller wieder und wieder.
Donner inszenierte den Film überwiegend in der vom Skript vorgegebenen Reihenfolge der Szenen - nur durch ganz wenige Schnitte werden Zeitsprünge angedeutet, denn die Story zeigt in Echtzeit, wie das unwahrscheinliche Bündnis zwischen dem ausgebrannten Detective Jack Mosley und dem charismatischen, todgeweihten jungen Häftling Eddie Bunker zustande kommt.
Kameramann Glen MacPherson ("Exit Wounds", "Romeo Must Die") bemühte sich um einen ungeschönten, fast dokumentarischen Bildstil, um Donners schnörkelloser Erzählweise mit einer realistischen Optik zu entsprechen. "Dick will den Eindruck vermitteln, als seien wir tatsächlich dabei, wir erleben die Story ganz unmittelbar", sagt MacPherson. "Das kniffligste Problem bei diesem Film ergab sich daraus, dass die gesamte Handlung innerhalb von zwei Stunden spielen soll - denn in der Realität haben wir ganze 55 Tage lang in zwei verschiedenen Städten gedreht - bei Sonne, Regen und sogar Hagel."
Die aufwändigste Sequenz war die rasante Bus-Verfolgungsjagd: Der verzweifelte Jack bringt einen voll besetzten New Yorker Linienbus in seine Gewalt, um das nur noch wenige Blocks entfernte Gerichtsgebäude anzusteuern. Ein SWAT-Spezialteam der Polizei umzingelt den Bus und zerschießt die Reifen, wodurch das 30 Tonnen schwere Fahrzeug in eine Baustelle brettert. Es durchbricht eine Absperrung, rast durch eine schmale Gasse, rasiert dabei etliche außen an den Hauswänden angebrachte Klimaanlagen ab und geht dann in einer Wolke aus Rauch, Funken und splitterndem Glas spektakulär zu Bruch.
Stunt-Coordinator Branko Racki ("Dawn of the Dead", "The Day after Tomorrow") choreografierte die komplizierte Sequenz, die an zwölf Drehtagen in Toronto entstand. Racki setzte dabei 46 Stunt-Leute und 25 Fahrzeuge ein, unter anderem fünf Linienbusse, die man in New York erwarb und nach Toronto transportierte: zwei nagelneue Busse - einen für Innen-, den anderen für Außenszenen -, einen Bus für die Spezialeffekte, zum Beispiel für die Aufnahmen, in denen die Scheiben herausfliegen; ein Stunt-Bus, den man mit Stahlträgern nachrüstete, damit er beim Crash nicht zermalmt wurde; und den fünften Bus teilte man in zwei Hälften, um die Bilder in der engen Kurve zur Gasse drehen zu können. Um den Wagen leichter zu machen, montierte das Team Chassis und Achse ab und setzte den halben Bus auf einen Truck.
Die Effekte-Experten präparierten den Stunt-Bus mit speziellen Sprengkörpern, die die Reifen zum Platzen brachten, wobei die Hinterreifen auf besonders spektakuläre Weise explodierten. In dem Moment, als der 30-Tonner auf seinen Felgen weiterfährt, rollte er in Wirklichkeit auf speziellen kleineren Reifen, die sich hinter den geplatzten größeren verbargen.
Donner und MacPherson setzten zwölf Kameras ein, um den Crash zu filmen. "Drei Wochen lang haben wir aufgebaut, und in 40 Minuten war alles kaputt", lacht der für die Spezialeffekte verantwortliche Laird McMurray. Sein Team brachte zusätzlich noch Funkenmaschinen an den Busrädern und Sollbruch-Scheiben in den Fenstern an.
Für die Szenen, die im Inneren des Busses gedreht wurden, brachte man computergesteuerte Airbags unter dem Fahrzeug an, um den unkontrollierbaren Schlingereffekt der Reifen zu simulieren, die vom SWAT-Team zerschossen werden.
Während sich Filmemacher und technisches Team auf die Action-Aufnahmen vorbereiteten, bemühte sich Bruce Willis mit gleicher Präzision um die äußere Erscheinung seiner Filmfigur. Maskenbildner Jordan Samuel verwandelte Willis in einen frühzeitig gealterten chronischen Säufer: Er malte ihm geplatzte Äderchen, blaue Venen und eine ungesunde Röte ins Gesicht. Mit Menthol erreichte man bei den Nahaufnahmen den blutunterlaufenen, wässrigen Effekt in Willis' Augen, und der Schauspieler bestand auf einer Perücke nach dem Vorbild des grau melierten, schütteren Haars von Drehbuchautor Richard Wenk.
Um Jacks schlechte Kondition noch deutlicher zu machen, platzierte Willis einen kleinen Stein unter seinem rechten Fuß, um unauffällig, aber unübersehbar zu hinken.
Als Vorbereitung begleitete Willis den Detective Mike Keenan mehrere Nachtschichten lang beim Streifendienst in Brooklyn. Keenan bringt 22 Jahre Dienstjahre Erfahrung bei der New Yorker Polizei mit - er war als Berater für die Authentizität aller polizeilichen Belange zuständig: Uniformen, Waffen, Requisiten, Fahrzeuge und Dialoge. In dieser Funktion hat Keenan bereits die Fernsehserie "Third Watch" (Third Watch - Einsatz am Limit) betreut. Mit ihm erlebte Willis zum Beispiel das Nachspiel einer Schießerei. Und Keenan half Donner bei der Inszenierung realistischer Hintergrund-Aktionen jener 250 Darsteller, die im Film als SWAT-Team und andere Gesetzeshüter auftreten.