Mittwoch | 30. Mai 2012 | 17:50 Uhr
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  • Der Teufel trägt Prada

    Komödie, Romanze | USA 2006
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      • | Produktionsnotizen - 1

      • Regisseur Frankel erklärt seinen Ansatz so: „Anstatt, was nahe liegt, Miranda zu dämonisieren, zog ich es vor, ihren Anspruch nach Einzigartigkeit und die Opfer, die sie bringen muss, um diese zu erreichen, auf eine ernsthafte Art und Weise darzustellen.“ Und weiter: „Es gibt sehr viele berühmte Frauen, die so erfolgreich wie Miranda Priestly sind und es ist sehr einfach sie zu kritisieren, weil die Arbeit für sie an erster Stelle steht. Männer werden dafür kaum kritisiert“, sagt Frankel.

        Miranda hat grosse Opfer gebracht, um ganz nach oben zu kommen und sich dort zu halten. Man kann sie lieben oder hassen (wobei die meisten Untergebenen sie hassen), aber man muss ihr zugestehen, dass sie der Star-Architekt eines herausragenden Imperiums ist.

        „Miranda hat in diesem Markt eine unglaubliche Macht“, sagt Meryl Streep. „Sie ist eine Trendsetterin, die über den Markt entscheidet. Sie operiert mit sehr viel Druck und sie steuert ein sehr schnell fahrendes Schiff.“

        Frankel bringt es auf den Punkt: „Streeps Miranda skizziert die Gratwanderung zwischen tragikomischer Boshaftigkeit und echter Tragik. Ein wesentlicher Teil von Meryls unglaublichem Talent ist ihre Fähigkeit, die Komödie mit dem Drama zu verbinden. Sie kann der Realität die ihr innewohnende Komik abringen, ohne dass es je künstlich und aufgesetzt wirkt.“

        Streep stürzte sich Hals über Kopf in alle Belange, die Miranda betrafen. „Als wir sie zum ersten Mal sahen, gab ich ihr einen dicken Ordner voller Material bezüglich Film und Fashion“, erinnert sich Produzentin Wendy Finerman. „Er beinhaltete Zahlen, Fakten und Fotos über die Modeindustrie, und ich dachte, ‚Oh Gott, sie wird mich auslachen.‘ Stattdessen sagte sie:

        „Das ist fantastisch! Hast du noch mehr davon?‘ Sie las alles, was ihr zwischen die Finger kam. Es war unglaublich.“ Eine gute Assistentin zu finden, die mit Mirandas hohen Ansprüchen standhalten kann, war bisher schier unmöglich. Das ändert sich, als die clevere, aber gänzlich unmodische Andy Sachs in ihr Büro hinein-
        spaziert. Anne Hathaway schaffte ihren Durchbruch mit THE PRINCESS DIARIES (Plötzlich Prinzessin, 2001) und mit der Hauptrolle in BROKEBACK MOUNTAIN (Brokeback Mountain, 2005).

        In DER TEUFEL TRÄGT PRADA porträtiert sie Andy, eine Journalismus-Studentin, die meint, die Welt verändern zu können, nachdem sie die Annehmlichkeiten der Northwestern University verlassen hat und in der großen Stadt angekommen ist. Frankel sagt: „Andy macht eine Reise, die wir alle machen, wenn wir unsere ersten Jobs antreten, und ent-decken, wie die Welt wirklich ist. Wir werden mit ethischen und moralischen Fragen konfrontiert, über die wir nie nachgedacht haben und wir lernen etwas über uns selbst.“ Hathaway ergänzt: „Wenn du älter als 21 bist, hast du wahrscheinlich bereits einige von Andys Erfahrungen hinter dir.“ In der verdrehten Ästhetik der New Yorker Fashionszene ist Andys Größe 6 (in Deutschland: 44) völlig out. „Sie ist ein hübsches Mädchen, das keine Modellfigur hat, das ist eine sehr wichtige Komponente dieses Charakters“, sagt Frankel.

        Hathaway verkörpert Andy mit Charme und Humor. „Anne ist witzig und setzt Dinge auf eine Art und Weise um, wie es nicht viele Schauspieler zu tun vermögen und jedes Mal, wenn sie das macht, ist es frisch und neu. Sie ist humorvoll und offen.“ Andy bewirbt sich bei einem New Yorker Verlags-Giganten und hofft auf eine Position als Junior-Autorin in einer der besten Redaktionen. Die beiden einzigen offenen Stellen sind jedoch bei Auto Universe – oder eben als Miranda Priestlys Assistentin. Mit ihren beeindruckenden Zeugnissen in der Hand, öffnet Andy die Türen von Runway, einem Magazin, das sie nie liest, und findet sich plötzlich wieder in einem Meer von ‚Clackers‘ – modebewussten und gestylten jungen Frauen mit meterhohen Absätzen. Andys erste Momente mit Miranda sind ein niederschmetterndes Desaster.

        Aufgrund ihres Baumwoll-Sweaters und ihres formlosen T-Shirts wird sie mit einer verachtenden, abwinkenden Hand Mirandas abgeurteilt. Aber Andy ist nicht auf den Mund gefallen. Sie ist vielleicht nicht die Bestgekleidete im Raum, aber sie ist clever und wird hart arbeiten. Und so etwas beeindruckt eine Frau, der die meisten noch nicht einmal eine Frage zu stellen wagen! „Als Miranda Andy zum ersten Mal trifft“, sagt Streep, „ist das das Ende der Kette von Enttäuschungen, die sie mit anderen Assistenten hatte. Andy hat einen interessanten Lebenslauf und Miranda gibt ihr eine Chance, weil sie so gar nicht in das Bild einer typischen Runway Angestellten passt.“

        Dieses eine Mal heuert Miranda, die für ihre Unberechenbarkeit bekannt ist, ein ,cleveres, dickes Mädchen‘ an, anstatt einer durchgestylten, schlanken, sie enttäuschenden Zicke, die ihr nach dem Mund redet.
        Aber ihren ersten großen Einsatz – Miranda aus dem hurrikangeplagten Miami zurück zu bringen, damit sie den Auftritt ihrer Zwillinge sehen kann – vermasselt Andy gründlich und sie fragt sich, warum sie diesen Job angenommen hat.
        Stanley Tucci (THE TERMINAL, 2004) spielt Mirandas Rechte Hand Nigel, der – wie alle bei Runway – von Mirandas Launen abhängig ist. Nigel ist entsetzt, als er Andy zum ersten Mal sieht. Nichts, was da zusammen passt! Weder ihre Haare, noch ihr Outfit - und erst diese Schuhe!
        „Ihn als Snob zu bezeichnen, wäre eine schlichte Untertreibung“, sagt Tucci, aber Nigel und Andy werden Freunde. „Am Ende ist dieser abgefahrene Hurensohn ein Softy.“

        „Nigel ist sehr witzig“, sagt Streep, „und er ist jemand, der Miranda alles sagen kann. Obwohl sie Freunde sind, ist Miranda der Boss und das macht diese Beziehung recht kompliziert.“
        Nigel weiß wie Miranda funktioniert. „Sie ist wirklich ein harter Knochen“, sagt Tucci. „Sie ist ein Workaholic, übt eine unglaubliche Macht aus, und sie weiß es. Jeder, der für sie arbeitet, hat ihr zu gehorchen und sie ist nicht gerade der Typ Mensch, den man auf dem falschen Fuß erwischen möchte.“

        Mit Nigels Hilfe zwängt sich Andy in ein Chanel-Größe-4-Outfit (dt. Größe 40) aus dem Runway-Fundus. Ein flotter Haarschnitt, Stöckelschuhe von Jimmy Choo und plötzlich ist Andy nicht mehr von den übrigen ‚Clackers‘ bei Runway zu unterscheiden. Sie wird die beste Assistentin, die Miranda jemals hatte. „Wie weißt du, ob du einen guten Job für Miranda machst?“ fragt Nigel. „Dein Privatleben bleibt auf der Strecke. Wenn dein ganzes Leben sich in Rauch auflöst, dann ist die Zeit reif für eine Beförderung.“
        „Andy beginnt als starker, bodenständiger Charakter und wird im Laufe der Geschichte immer erfolgsorientierter“, sagt Hathaway. „Sie sieht nur noch ihren Job. Wenn du dir vorgestellt hast, die Welt zu retten und du merkst, dass die Welt nicht immer gerettet werden will, mußt du dich erneut fragen, wer du eigentlich bist.“ „Als sie unter Mirandas Kontrolle gerät, sieht Andy ihre Chefin erstmal als einen karrierebesessenen Drachen“, sagt Hathaway. „Miranda ist kalt, ohne Gefühle und interessiert sich nur für eines: ihren Job.“ Aber mit der Zeit öffnen ihre Erfahrungen ihr die Augen und Andy beginnt ihre Chefin in einem neuen Licht zu sehen.

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