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    Thriller, Drama | Großbritannien / USA 2005
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      • | London 2004

      • Im Frühsommer 2004 kam Woody Allen nach London, um dort seinen neuesten Film MATCH POINT zu drehen. Es sollte die erste Produktion werden, die er vollständig außerhalb seiner Heimatstadt New York realisieren würde.

        Die erste Klappe für die siebenwöchigen Dreharbeiten zu MATCH POINT fiel Anfang Juli. Als Drehorte fungierten einige der berühmtesten Hot Spots der Stadt, zum Beispiel die Tate Modern, St. James Park und der brandneue Gherkin-Tower. Für Szenen aus dem privaten Umfeld der Charaktere wurden Interieurs und Straßen in und um Belgravia, Pimlico, Notting Hill, Chelsea und Covent Garden auserkoren, sowie ein Landsitz in Buckinghamshire.

        Das Projekt MATCH POINT brachte für Woody Allen erhebliche Veränderungen gegenüber seiner gewohnten Produktionsweise mit sich. Für die zentralen Positionen der Produktion versicherte sich Woody Allen zwar der Unterstützung einiger seiner engsten Mitstreiter " zum Beispiel seiner Produzentin Letty Aronson, der Co- Produzentin Helena Robin, der Casting-Agentin Juliet Taylor und der Cutterin Alisa Lepselter. Darüber hinaus rekrutierte Allen die Mehrheit seines kreativen und technischen Teams aber aus der äußerst lebendigen und kreativen Film- und Theaterszene Großbritanniens.

        Die Dreharbeiten fernab von New York mochte Woody Allen zunächst wie eine Unbequemlichkeit erscheinen, doch er sah es auch als eine sportliche Herausforderung, auf unbekanntem Terrain, nur mit seiner Geschichte bewaffnet, und mit einer weitgehend neuen Mannschaft zu arbeiten. Schnell freundete er sich mit dem viel weniger regulierten Drehalltag in London und Umgebung an: "Es war eine wunderbare Erfahrung, mit einer britischen Crew zu arbeiten", sagt Woody Allen.

        "Ich hatte ein großartiges Team, sehr freundlich, durchweg sehr effizient und enorm qualifiziert. Es lief einfach sehr locker und gelassen, und jeder einzelne brachte Enthusiasmus mit in seine Arbeit, was die Dreharbeiten zum reinen Vergnügen machte."

        Um Allen in die Dimensionen, Regeln und Hindernisse des sozialen Parcours von London einzuführen und ihm so bei der Herstellung eines authentischen London-Films zu helfen, kam Production Designer Jim Clay eine Schlüsselrolle zu. Laut Clay hat Woody Allen sich mühelos auf diesem manchmal sehr glatten Boden bewegt: "Er ist einer der cleversten, geistesgegenwärtigsten Regisseure, mit denen ich je zu tun hatte, sehr engagiert und entscheidungssicher " er wusste immer augenblicklich, ob ein Schauplatz der richtige war... zum Beispiel die Tate Modern: kaum waren wir angekommen, begann er diesen Ort auch schon sich zu eigen zu machen, weil er dessen filmische Qualitäten erkennen konnte."

        Ebenso respektvoll und bewundernd äußerte sich Allen über Clay: "Jim war eine wesentliche Stütze. Ich vertraute ihm die Lösung einer Menge von Problemen an, und er hatte sehr wenig Geld dafür zur Verfügung. Er überzeugte mich nicht nur mit großartigen Locations, sondern gestaltete auch wunderbare Sets." Allen bevorzugt reale Drehorte, an denen nur geringe Veränderungen notwendig sind, damit sie zu den Figuren passen. Zu diesem Zweck verbrachten Allen, Clay sowie die Location-Managerin Sue Quinn fünf Wochen damit, Orte zu suchen und diese auf sich wirken zu lassen" die Räume sollten die Charaktere gewissermaßen "einkleiden".
        Darüber hinaus musste sich Clay mit dem Problem der Gestaltung zweier unverzichtbarer Schauplätze befassen, an denen es nicht möglich war on location zu drehen: in der Tate Modern Gallery und in der Royal Opera.

        Mit wenigen Bauteilen und Requisiten baute Clay im Gebäude eines Warenhauses im Londoner East End "seine", übrigens täuschend echte, Version der Tate Gallery und stattete sie obendrein mit speziell geschaffenen Kunstwerken aus. Für die Opernszenen des Films baute er in den Ealing Studios einige absolut sparsame und modular einsetzbare Hintergründe. Allen über Clay: "Er war so akribisch im Detail, so erfinderisch, und in der Arbeitsweise oft ganz ähnlich meinem New Yorker Production Designer Santo Loquasto."
        London bot Woody Allen auch etwas, das New York nicht hat: das berüchtigte britische Wetter, in dem Allen einen großen Verbündeten sieht. Nachdem er sich in der Vergangenheit so oft darüber beklagt hatte, die Sonne sei so etwas wie der Fluch seiner Existenz, war er nun glücklich darüber, den Sommer über kühle Temperaturen und Wolken am Himmel anzutreffen. "London hat schöne graue Himmel, wenn es bewölkt ist; es ist kühl und das flache Licht gibt allem eine Farbsättigung, die für die Photographie einen reiche Wirkung zeigt und wunderschön ist."

        Kameramann Remi Adefarasin, ein weiterer Neuling in Allens Team, hatte dessen Oeuvre lange schon mit Bewunderung verfolgt: "Woody liebt warme Töne, dieser Grundrichtung folgten alle Departments auf ihre Weise. Das spiegelt sich wider in der Wahl der Sets, der Kostüme, der Frisuren und Lichtquellen. Erst im funktionierenden Zusammenspiel dieser Elemente ergibt sich das, was die Zuschauer als die Tonart eines Films empfinden. Wir führten ausgiebige Screentests und Proben durch " nicht nur für die Schauspieler, auch für die Dinge und Orte. Das Drehen selbst verlief dann immer zügig und effizient. So arbeiteten wir uns immer Zeit für eventuelle Nachdrehs heraus, die allerdings selten nötig waren." Adefarasin war von Allens Methoden beeindruckt: "Er ist nicht "Monitorsüchtig", wie es immer häufiger bei jungen Regisseuren der Fall ist. Er sieht gern und häufig durchs Objektiv und bleibt in jedem Fall nah an der Kamera, so dass er die leibhaftigen Gesichter der Darsteller sehen kann." Auch für Allen war die Arbeit mit Adefarasin ein Vergnügen " "er ist fabelhaft, ein sehr begabter Kameramann."

        Ein weiterer "Neuzugang" in Woody Allens Team war die Kostümbildnerin Jill Taylor. Ihre Démarche bestand vor allem darin, alles so natürlich und einfach wie möglich zu halten, in Übereinstimmung mit der durchgängigen, alles erfüllenden Wärme und den herbstlichen Farben, auf die das Designteam kollektiv hinarbeitete. "Es war kein stilisierter Look, wir wollten alles glaubhaft und real und möglichst in Übereinstimmung mit dem Lebensstil der Charaktere gestalten." In ihrem Bemühen um Genauigkeit erforschte Jill Taylor die Upper Class: "Ich führte zahlreiche Gespräche und ließ mich von Leuten aus der Upper Class beraten, was sie zu welcher Gelegenheit tragen würden." Auf alle Fälle ging es darum Klischees zu vermeiden " die stilvolle Lässigkeit scheint sehr offen und ist in Wahrheit doch sehr codiert. Diesen Code zu bedienen als sei er eine zweite Natur " darum ging es mir." Taylor hob auch die Ergänzungen und Vorschläge von Seiten der Darsteller hervor. So brachte etwa Penelope Wilton Elemente ihres eigenen Stils ein. "Ihr Charakter ist warm und zugänglich, das ist hoffentlich auch in ihrer Kleidung spürbar geworden. Und auch Emily Mortimer mischte sich auf sehr angenehme Weise in die Komposition ihres Outfits ein."

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