| TALENTIERTE SCHAUSPIELERINNEN UND EINE STUNTFRAU D
Neben Sydney Tamiia Poitier, Jordan Ladd und
Vanessa Ferlito gehörten noch weitere talentierte Schauspielerinnen zum Team: Rosario Dawson, Tracie Thoms and Mary Elizabeth Winstead. Als neuer Star wird jedoch die Neuseeländerin Zoë Bell gehandelt, die – eigentlich Stuntfrau – in DEATH PROOF - TODSICHER zum ersten Mal in einer Hauptrolle auch ihr schauspielerisches Talent zeigt.
Kaum aus dem Flieger von Neuseeland gestiegen, verpasste Zoë Bell Stuntman Mike nicht nur Karma-technisch einen High Kick. Quentin Tarantino hatte Bell kennengelernt, als sie sich um den Job als Uma Thurmans Stunt-Double in KILL BILL bewarb. Sie hatte in ihrer Heimat Neuseeland bereits erfolgreich als Stuntfrau gearbeitet und war gerade in den USA angekommen.
„Ich war noch nie bei einer Stunt-Audition, weil es in Neuseeland nur wenige Stuntfrauen gibt. Dort wurden wir einfach der Körpergröße und Fähigkeiten entsprechend gebucht. Die Auswahl war eher klein.“
„Sie ist ein wunderbarer Mensch, zeigt vollen Körpereinsatz und hat unheimlich viel drauf.
Sie war Sharon Stones Double in CATWOMAN(Catwoman) und hat drei Jahre lang Lucy Lawless in der TV-Serie ‚Xena, die Kriegerprinzessin’ gedoubelt“ sagt Tarantino. „Außerdem spielte sie sich in der Doku DOUBLE DARE (Double Dare) selbst. Darin geht es um ihr eigenes Leben und das von Jeannie Epper, der ersten legendären Stuntfrau. Während ich mir
diesen Film ansah – und ich habe ihn mehrfach mit unterschiedlichem Publikum geguckt – fiel mir Zoës Leinwandpräsenz auf. Man kann sich einfach nur in sie verlieben. Ihre Persönlichkeit überträgt sich mühelos auf die Leinwand und das Publikum verfällt ihr. Man sorgt sich um sie, liebt sie, sie wickelt einen einfach um den Finger. Ich habe diese Qualitäten erkannt und wusste, dass das auch in meinem Film funktionieren würde.“
Bell war die einzige Schauspielerin der Truppe, die bereits für Tarantino vor der Kamera gestanden
hat. Sie wusste, was sie erwartet: „Er verfügt über diese sagenhafte Energie. Er ist so enthusiastisch, witzig und er flucht verdammt
viel – da fühle ich mich dann richtig wohl“,
scherzt Bell. Seit KILL BILL (Kill Bill) sind sie
miteinander befreundet. Tarantino verriet, dass
er Bell und Staggs in seinem nächsten Film unterbringen wolle, als die drei gemeinsam die
Stunt Awards besuchten: „Er hatte damals noch keine Zeile des Films geschrieben, aber sagte, dass er von ein paar Mädels handeln sollte, die von einem Serienkiller bedroht werden, der seinen Wagen als Waffe benutzt. Ich ging davon aus, dass ich im Hintergrund am Tresen postiert werden und Bier bestellen würde, als lebende Staffage für die Hauptfiguren im Vordergrund.“
„Ich befand mich in einer Art Schockzustand!“ (Zoë Bell)...
Nach geraumer Zeit erhielt Bell eine Einladung zum Dinner mit Tarantino, bei dem er verkündete, dass das Skript zu DEATH PROOF – TODSICHER fertig sei. „Tarantino sagte zu mir. Vor dem Essen würde ich dir gern etwas zeigen’“.
Er holte ein Drehbuch hervor, auf dem ihr Name stand. Er blätterte die Seiten durch und sie sah überall ihren Namen. Dann stoppte er an einer Stelle des Skripts und las ihr einige der Dialoge vor. „Ich befand mich in einer Art Schockzustand“,
erinnert sich Bell. „Es war Wahnsinn, denn es klang so wie ich, die Figur war genau Ich. Er hat meine Art zu sprechen und alles andere genau getroffen, und einige Geschichten integriert, die wir in China zusammen erlebt haben. Ich war wie berauscht.“ Dieser Zustand hielt sich. Mary Elizabeth Winstead erinnert sich, dass Bell deshalb die ganze Zeit des Drehs
völlig von der Rolle war. „Sie ist immer noch
wie betäubt, dass sie in dem Film wirklich mitspielt, mit eigenem Stuhl, Stand-In und allem,
was dazugehört. Ich glaube, das hat sie immer
noch nicht richtig verarbeitet.“ „Aber ihre Natürlichkeit ist klasse“, erzählt Winstead weiter an. „Sie hat das alles ja noch nie wirklich gemacht, sondern ist einfach ins kalte Wasser gesprungen – und war großartig.
Vielleicht werden einige sagen, ‚Ja, gut, sie spielt sich halt selbst, das ist nicht so schwer’.
Glauben sie mir, wer noch nie gespielt hat, ist selbst darin grauenhaft. Es dauert einfach, bis
man einige Dinge begreift. Doch sie war von Anfang an super. Sie ist die geborene Schauspielerin. Ich glaube, davon war sie selbst am meisten überrascht.“
Tracie Thoms spielt Kim, eine Stuntfrau, die wie der Teufel Auto fahren kann. Sie hat für die Rolle bei Tarantino zuhause vorgesprochen: „Ich war ziemlich nervös“, erinnert sich Thoms. „Fast hätte ich mich auf dem Parkplatz übergeben. Das habe ich mir nur verkniffen, weil er ihm gehört. Er hat einen Parkplatz direkt vor seinem Haus.“ „Als ich ihn getroffen habe, fühlte ich fast eine Seelenverwandtschaft.
Wir haben uns augenblicklich verstanden. Außerdem hat er mir sofort meine Nervosität genommen“, ergänzt sie. Das Konzept des Films und der Gedanke, an so etwas Gewalttätigem beteiligt zu sein, hat sie besonders gepackt. „So stelle ich mir gute Unterhaltung vor – viel Blut und verrücktes Zeug, das man noch nirgendwo gesehen hat.
Ich liebe solche Filme, aber man findet sie
heutzutage nicht mehr oft. Ich wüsste jedenfalls
nicht, wo. Ich will einfach nur sagen, dass mich sowas elektrisiert.“
„Wenn jemand einen Arschtritt braucht, bitteschön!“ (Tracie Thoms)...
Thoms und Dawson sind seit den Dreharbeiten zu RENT (Rent) dick befreundet, denn sie waren die einzigen Schauspieler am Set des Musicals, die nicht bereits in der Broadway-Produktion mitgewirkt hatten. „Es war so schön sie wiederzutreffen. Wenn man beste Freunde spielen soll und mit der Person wirklich eng befreundet ist, macht es alles so viel einfacher.“ „Kim ist dieses knallharte Stunt-Chick“, sagt Thoms, „das austeilen kann, wenn es muss. Wenn jemand einen Arschtritt braucht, bitteschön, Kim ist schon da. Eine smarte Ghetto-Braut. Ich liebe sie. Sie ist recht kompliziert.“
Thoms, die man vor allem aus der CBS-Serie „Cold Case – Kein Opfer ist je vergessen“ kennt, flog permanent zwischen Austin, Santa Ynez Valley und Los Angeles hin und her, um DEATH PROOF – TODSICHER und „Cold Case – Kein Opfer ist je vergessen“ gleichzeitig drehen zu können. „Auch in der Krimiserie spiele ich eine Frau, die auf ihre eigene Art knallhart ist. Beide haben viel gemeinsam. Sie tragen Waffen und haben kein Problem damit, jemanden abzuknallen, wenn man ihnen genug Gründe dafür liefert. Ich musste mit zwei unterschiedlichen Stories und Crews gleichzeitig zurechtkommen, manchmal am selben Tag.“
„Verrückte 360-Grad-Drehungen und irre Crashs.“ (Rosario Dawson)...
Rosario Dawson spielt Abernathy, die Visagistin
des Films, die immer von der Rückbank aus die volle Action mitbekommt. „Ich freue mich so über diese Rolle. Ich denke dauernd daran, weil ich im Wagen sitze, während sie diese ganzen verrückten 360-Grad-Drehungen und irren Crashs vollführen. Überraschenderweise habe ich mich in einem Auto nie sicherer gefühlt.“ „Ich war begeistert, mit Rosario zu drehen“, sagt Winstead über Dawson. Sie
dreht einen coolen Film nach dem anderen, dafür bewundere ich sie sehr. Dabei ist sie genau so, wie ich sie mir vorgestellt habe: Total cool, bodenständig, schlau und unabhängig. Es ist toll, mit ihr zusammenzuarbeiten. Bei unseren gemeinsamen Szenen habe ich eine Menge gelernt.“
Außerdem erhielt Winstead, die zuletzt in FINAL DESTINATION 3 (Final Destination 3) und BOBBY (Bobby – Sie alle hatten einen Traum) zu sehen war, überraschend die Gelegenheit, im Film zu singen. „Wir haben den Song ‘Baby It’s You’ in der fantastischen Version einer 70er-Jahre-Band namens Smith verwendet“, sagt Tarantino. „Wir besaßen die
Rechte, deshalb gab es keine Probleme, als ich Mary singen lassen wollte. Ich habe ihr eine Kopie des Songs in einer normaleren Version besorgt, sie sagte, ‘Lass es mich einüben’. Sie hat’s in ihren MP3-Player geladen und hörte es sich acht-, neunmal an, bevor sie den Text raus hatte. Dann haben wir es einfach ausprobiert.
Sie hat eine wirklich schöne Stimme, mit der sie einen fast zu Tränen rühren kann, toll! Zufälligerweise war ihre Mutter an diesem Tag am Set und ich fragte sie, ‘Wussten sie, dass sie so gut singen kann?’ Wir waren wirklich hingerissen.“
„Ich hatte den ganzen Tag Schmetterlinge im Bauch.“ (Mary Elizabeth Winstead)...
„An dem Tag war ich extrem aufgeregt. Denn ich hatte doch keine Ahnung, dass ich in dem Film singen würde. Plötzlich hält er mir den Song vor die Nase und bittet mich, ihn einzustudieren. Früher habe ich immer so gern gesungen… Ich hatte den ganzen Tag Schmetterlinge im Bauch.“
Jonathan Loughran spielt Jasper. Der Schauspieler war auch schon in KILL BILL (Kill Bill) dabei. („Ich bin der Typ, der Uma Thurman besteigt“, sagt er über die denkwürdige Szene, in der er die komatöse „Braut“ erniedrigt. „Für mich hat es sehr gut funktioniert, wie es für sie war, kann ich nicht sagen. Sie tat mir wirklich Leid.“) „Jasper ist ein Mechaniker aus Tennessee, der einen ganz besonderen Wagen besitzt, auf den die drei Frauen scharf sind. Zoë aus Neuseeland jagt diesem 1970er Dodge Challenger nach und überredet die anderen Girls dazu, sich mit ihm zu treffen.“