Die hippen Outfits der Mädels in DEATH PROOF – TODSICHER kombinieren den 70er- Retro-Look mit sinnlicher Moderne. Ausgewaschene T-Shirts, lässige Freizeitkleidung, Vintage- Stücke und Zeitgenössisches. Nina Proctor, die ebenfalls die Kostüme für PLANET TERROR entworfen hat, ließ sich auch den Sexy-Look der DEATH-PROOF-Girls einfallen. „Erst haben wir das „Austin Hot Wax 505“-Logo entworfen, und es landete schließlich auf den T-Shirts“, sagt Proctor. „Es hat exakt die Größe einer Vinyl-Single, einer 45er, dann haben wir für Jungle Julia kleine, schwarze Denim-Shorts
maßschneidern lassen – der Rest des Kostüms besteht aus ihren langen Armen und Beinen.“
McGowans Outfit war dagegen wenigearbeitsintensiv, da es für eine ganz spezielle Ära stehen sollte: „Ich hörte, dass Rose Pam spielt, und dass die Figur blond sei. Dadurch stand uns für Rose eine ganz andere Farbpalette zur Verfügung. Pam sollte wie ein Hippie aussehen, also habe ich mir einen Haufen Bücher über die Blumenkinder der 60er und
70er besorgt. Sie trägt knalligere Farben und leichtere Stoffe, das brachte ein bisschen mehr Schwung in die ganze Sache. Während die anderen Mädchen in T-Shirts und Shorts herumliefen, trägt Pam Schlaghosen und ein verspieltes geblümtes Top. Sie unterscheidet sich total von den anderen drei Mädchen des Films.“
Genauso wichtig wie die Innenausstattung und die Locations des Films, waren die Wagen. Steve Joyner und Caylah Eddleblute arbeiteten gemeinsam an den Designs der Wagen und der Sets. Aber oben auf der Liste standen: die Autos. „Steve Joyner hat designmäßig alles, was geht, aus den Wagen herausgeholt“, sagt Tarantino. „Egal, welche Richtlinien er bekommen hat, sein Ergebnis war mindestens 15-mal cooler. Der alte Vintage-Mustang der Girls sieht gottverdammt phantastisch aus. Eine dieser unfassbar geilen Karren, die einen einfach umhauen.“ „Da passt alles zusammen“, sagt
Winstead über die Details des Mustangs. „Er strahlt wie die Sonne und es macht soviel Spaß, mit ihm zu fahren. Ich kam mir darin total cool vor.“
Ein Grund für die Authentizität des Films, liegt darin, dass die Locations tatsächlich existieren.
Nachfolgend sind einige der Drehorte von DEATH PROOF – TODSICHER aufgelistet, die man künftig mit dem Film und seinen Figuren assoziieren wird.
THE TEXAS CHILI PARLOR: ist ein Bar-Restaurant, das in Austins Lavaca Street ist, einen Steinwurf vom Texas Capitol entfernt. In dem gemütlichen Laden verbrachte die Produktion mehrere Wochen. „Das Texas Chili Carlor hat wirklich seine eigene Geschichte, wir waren ziemlich lange da“, erinnert sich Russell, „wir fühlten uns da fast schon wie in unserer Stammkneipe.“
GUERO’S: Guero’s Taco Bar liegt an der South Congress Avenue und befindet sich im ehemaligen Central Feed and Seed Building, einem hundert Jahre alten Gebäude. Die Bar, die es dort seit über zwölf Jahren gibt, ist ein Lieblingslokal der Austiner. „Ich bin ziemlich oft dort gewesen“, sagt Ladd, „und liebe ihre Margaritas, die Guacamole und den Queso.“
CIRCLE A: Steve Joyner und Caylah Eddleblute richteten den fiktiven Verbrauchermarkt vor Ort ein und füllten ihn mit echten und erfundenen Waren. Oak Ridge Coffee, Old Chattanooga Beer und G-O Juice sind alles neue Produkte. „Die Werbetafel beim Shop wirbt für einen von Jessie Leadbetters Filmen, der ‚Potheads Two’ heißt. Wer genau hinsieht, kann einige unserer Crewmitglieder erkennen.“
JASPER’S FARM: „Diese Location haben wir in einem Ort namens Luling entdeckt, etwa eine Stunde außerhalb von Austin“, sagt Joyner. „Quentin hat sich sofort in die Location verliebt.“ Sie kommt auch in PLANET TERROR vor, heißt dort aber „The Bone Shack“.
TENNESSEE ROADS: „Quentin hat sich entschieden, in dieser idyllischen Santa Barbara/Solvang-Gegend zu drehen“, sagt Eddleblute über den Wechsel an Kaliforniens malerische Küste. Dort gab es einige großartige Motive für die Autojagden - Super-Aufnahmen. Es gibt dort sehr schöne kurvenreiche Straßen und Hügel.“
Die Umsetzung der Verfolgungsjagd-Szenen hat sich während der Produktion ständig verändert und weiterentwickelt. „Wir hatten großes Glück, dass uns einige ortsansässige Bauunternehmer beim Bau der Rampen geholfen haben. Die waren so fix und behände, perfekt für unseren straffen Produktionsplan“, sagt Joyner. „Quentin wollte einige Ideen umsetzen, die nicht im Skript standen. Wir haben beispielsweise Plakatwände und andere Hindernisse aufgebaut, durch die die Mädels
durchrasen sollten. Die ganze Produktion war ständig im Wandel, so konnten wir unserer Kreativität freien Lauf lassen.“
Alles in allem war der Dreh in Texas für die Besetzung und die Crew von DEATH PROOF – TODSICHER ein einziges Vergnügen. „Alle waren so herzlich“, sagt Ladd. „Die Crew hat schon so lange mit Robert Rodriguez zusammengearbeitet, dass sie längst eine Familie geworden sind. Und wir fühlen uns jetzt
irgendwie auch schon wie Cousins zweiten Grades. Ich hoffe, dass ich dort noch oft arbeiten werde. Ich bin ganz verrückt nach den Leuten aus Austin und der einheimischen Crew.
Wir wurden so warmherzig, nach texanischer Art empfangen und so nett behandelt, als gehörten wir zur Familie. Mehr kann man sich wirklich nicht wünschen.“
DEATH PROOF – TODSICHER ist der fünfte Film von Quentin Tarantino...
Obwohl Tarantino DEATH PROOF – TODSICHER als Serialkiller-Film bezeichnet, grenzt er den Film nach näherer Analyse genauer ein: „Er verbindet das Serialkiller-Genre mit High- Speed-Autojagden, die sehr viel Raum einnehmen“, sagt Tarantino. „Beide Genres sind hier so miteinander verbunden, dass das eine ab einem gewissen Punkt ins andere übergeht. Ich weiß nicht genau, wann das passiert, aber während man die letzten zwanzig Minuten des
Films sieht, hat sich dieser bereits komplett gedreht. Die Genres haben sich vertauscht und man sitzt quasi in einem anderen Film. Das nimmt man aber nicht bewusst wahr, weil man sich viel zu sehr auf die Figuren konzentriert.“
Zwar mag das Konzept ungewöhnlich klingen, doch diejenigen, die mit Filmen wie VANISHING POINT (Fluchtpunkt San Francisco), DIRTY MARY CRAZY LARRY (Kesse Mary – Irrer Larry) und GONE IN 60 SECONDS (Die Blechpiraten) vertraut sind, werden eine offensichtliche Veränderung im Vergleich zu anderen prototypischen Serialkillerfilmen der 70er Jahre wie THE HOUSE ON THE EDGE OF THE PARK (Der Schlitzer) und BLACK CHRISTMAS (Black Christmas) feststellen.
Doch man wäre dem Drehbuch nicht gerecht geworden, wenn man DEATH PROOF – TODSICHER in zwei eindeutig voneinander unterscheidbare Genres aufteilen würde. Der Film überschreitet Grenzen, indem er sich des speziellen Stils der Serialkiller- und Exploitation-Filme bedient, diesen aber mit zeitgemäßen, knallharten Frauen aufmischt, die sonst in solchen Filmen eher als leicht bekleidetes Kanonenfutter vorkommen. Tatsächlich greift das „final girl“, eine archetypische Figur des Serialkiller-Films, hier bereits lange vor dem Abspann mit unerwarteter Entschiedenheit ein.
Darüber hinaus nimmt die Selbst-Reflexivität des Films sprunghaft zu, als Zoë Bell auf der Bildfläche erscheint – die Person, die Figur, die Stuntfrau und die Schauspielerin. Die Rolle der Zoë wurde speziell für Bell geschrieben, die in KILL BILL als Uma Thurmans Stuntdouble gearbeitet hat. In DEATH PROOF – TODSICHER spielt sie sich selbst, eine Stuntfrau, und landet bei einer Filmproduktion in Tennessee.
Trotz aller Unterschiede besitzt DEATH PROOF – TODSICHER natürlich die typischen Merkmale des Tarantino-Universums. Der Film konzentriert sich auf Menschen aus der Entertainment-Industrie. Die Figuren diskutieren ständig über Pop-Kultur. Die Farbgebung ist oft eine direkte Anspielung auf KILL BILL. „Red Apple“-Zigaretten und sogar Earl McGraw (Michael Parks) tauchen wieder auf.
Aber DEATH PROOF – TODSICHER ist genauso offensichtlich anders: Das Drehbuch bietet Hochspannung in lockerer Atmosphäre, vergnügliche sexuelle Annäherungsversuche und entlädt sich in einem gewalttätigen Befreiungsschlag.
Wie immer bei seinen Filmen betritt der Oscar gekrönte Autor, Regisseur, Produzent und jetzt auch Kameramann Tarantino Neuland.
Mary Elizabeth Winstead, die das aufstrebende Starlet Lee spielt, war von den komplexen Frauenfiguren und den starken und authentischen
Dialogen ganz hingerissen. „Die Mädchen sind sympathisch, haben aber auch Fehler und die Dialoge wirken echt. Quentin hat nicht versucht, „Girlie“-Dialoge zu schreiben. Darum klingen die Mädels so glaubwürdig. Sie fluchen wie Männer, reden versautes Zeug wie Männer. Er hat das verstanden, das finde ich absolut cool.“