| Der Wirbelwind: Die Comedy-Schauspieler werden bes
Als Owen Wilson für die Titelrolle engagiert war, widmeten sich die Filmemacher der Suche nach den Besetzungen für die weiteren Hauptrollen. Als erster Punkt auf der Tagesordnung stand die Suche nach Molly und Carl Peterson, das frischvermählte Pärchen, das zur Zielscheibe von Duprees Fürsorge und versehentlichen Missgeschicken wird.
Für die Rolle der Molly waren sich sowohl Wilson und Le Sieur als auch Stuber, Parent und die Russo-Brüder einig, dass diese junge Ehefrau absolut anbetungswürdig und total liebenswert sein musste.
„Einer der ersten Namen, der fiel, um Molly zu besetzen, war Kate Hudson“, sagt Le Sieur. „Die Gefahr bestand darin, dass Molly leicht nörgelig hätte wirken können. Sie muss ja einiges ertragen – besonders als junge Ehefrau -, aber wir wollten sie nicht als Zicke haben. Kate jedoch ist so liebenswert, dass sie die Figur richtig zum Strahlen bringt. Sie leuchtet von Innen heraus, ist ein echter Sonnenschein – und so weiß das Publikum sofort, warum Carl in sie verliebt ist.“
Anthony Russo ist ebenfalls der Meinung, dass die Filmemacher die drei Hauptdarsteller nie als völlige Gegensätze angesehen haben, besonders was Molly angeht: „Es gibt durchaus Momente im Film, in denen jeder die Rolle des Antagonisten verkörpert, aber sie sind auch stets mitfühlend.“
Joe Russo fährt fort: „Kate hat unglaubliches Charisma, und das war für diese Rolle ausschlaggebend. Sie verleiht Molly eine so anziehende und charmante Persönlichkeit.“
„Dies ist das erste Mal, dass ich den ernsthaften Part in einer Komödie spielen durfte“, lacht Hudson. „Es ist viel schwieriger, als ich dachte, denn wenn man nicht wirklich bodenständig ist, dann funktioniert es nicht. Molly ist meist beherrscht, aber die Arbeit mit Owen ist dermaßen witzig, dass es mir schwer fiel, ernst zu bleiben und nicht vor Lachen zusammenzubrechen.“
Matt Dillons Rolle ist Carl, der in diesem Film unbestreitbar die schwierigste Wandlung vollziehen muss. Zu Beginn hat er alles: er ist selbstbewusst, sexy, das Alpha-Männchen seiner Gruppe und mit der Tochter seines Chefs verheiratet. Doch im Verlauf der Geschichte verändert er sich auch… leider zu seinen Ungunsten.
„Mit Matt haben wir unser Waffenarsenal dadurch aufgerüstet, dass er ein unglaublich guter dramatischer Schauspieler ist, der über ein sehr feines komödiantisches Gespür verfügt. Er weiß genau, wie er einen besonderen Dreh einbauen muss, damit seine Figur nicht zu düster wirkt“, erklärt Stuber. „Am Ende des zweiten Akts haben sich für ihn alle Vorzeichen verändert, und er beginnt die Kontrolle zu verlieren. Duprees Einmischung in sein Eheleben, dazu noch der Druck des Schwiegervaters bei der Arbeit bringen Carl vollends aus der Fassung. In seinem Leben herrscht überall nur noch Chaos.“
Joe Russo meint: „Matt war dazu in der Lage, den Mittelpunkt für die Freundschaft mit Dupree und die Ehe mit Molly zu bilden. Gleichzeitig entwickeln sich witzige Situationen aus dem Zusammenbruch seiner Figur, denn er wird von allen Seiten in die Zange genommen.“
Für Dillon bot „Ich, Du und der Andere“ die Gelegenheit, eine Rolle zu übernehmen, mit der er durch seine weiteren Filme nicht unbedingt in Verbindung gebracht würde: „Carl ist der Protagonist dieser Geschichte, es ist seine Reise“, sagt Dillon. „Carls Reaktion auf den Wahnsinn, der sich um ihn herum entspinnt, macht die Sache interessant – auch wenn seine Aktionen die Dinge nur noch verschlimmern. Das Publikum kann aber nur über seine Probleme lachen, wenn es auch weiß, dass ein Kerl wie er das verkraften kann.“
Nachdem Wilson, Hudson und Dillon als Hauptdarsteller engagiert waren, machten sich die Filmemacher auf die Suche nach einem Schauspieler, der den mächtigen und bedeutenden Vater der Braut, Mr. Thompson, verkörpern konnte. Die Traumbesetzung war komplett, als Michael Douglas diese Rolle übernahm. Er schlüpfte sofort in den Charakter von Mollys Vater, ein Mann, dessen imposante Ausstrahlung von Machtfülle und Reichtum andere einzuschüchtern vermag. Douglas’ vorherige Filme stellten sicher, dass die Rolle als Thompson wie für ihn maßgeschneidert war.
Regisseur Anthony Russo erklärt: „Thompson ist ein wahnsinnig reicher Mann, also suchten wir nach einem Vater-Tochter-Gespann, das jemanden wie Carl wirklich einschüchtern konnte. Auftritt Michael Douglas.“
Produzent Stuber sagt: „Man kann gar nicht anders, als sich an Michael Douglas’ herausragende Darstellung des Gordon Gekko in „Wall Street“ zu erinnern und sofort an Mr. Thompson zu denken. Es gibt gewisse Männer, darunter Michael Douglas, die man als Titanen bezeichnet. Er ist ein großartiger Gegenspieler, und er weiß ganz genau, welche Knöpfe er bei Carl drücken muss.“
Der zweimalige Oscarpreisträger Michael Douglas, dessen Karriere als Schauspieler und Produzent sich über Jahrzehnte erstreckt, gibt zu, dass er in der Rolle des Mr. Thompson eine willkommene Abwechslung gesehen hat: „Ich drehe nicht oft Komödien“, sagt Douglas, „deshalb erkannte ich, als ich das Drehbuch bekam, darin die Gelegenheit, eine Menge Spaß zu haben. Und offen gesagt gefiel mir die Vorstellung, den Film nicht selbst schultern zu müssen – so konnte ich mich entspannen und genießen. Ich spiele einen sehr erfolgreichen Immobilienmogul aus Südkalifornien, einen Witwer, der seine einzige Tochter umsorgt – doch die beschließt leider, Carl zu heiraten. Mein Job ist es, Carl auf das Härteste auf die Probe zu stellen, um herauszufinden, was für ein Schwiegersohn er wirklich sein wird.“ Douglas scherzt: „Ich glaube kaum, dass mir für diese Rolle die Herzen zufliegen werden, aber was macht das schon?“
Die Filmemacher waren überglücklich, so schnell ein so talentiertes Schauspielerensemble zusammengestellt haben zu können. Zu den Nebendarstellern in „Ich, Du und der Andere“ meint Produzentin Parent: „Dieser Film profitiert wirklich vom Talent von Seth Rogen, Bill Hader und Harry Dean Stanton in den Nebenrollen; jeder von ihnen erschafft unvergessliche Momente. Sie sind für diesen Film eine echte Bereicherung.“
Während der Dreharbeiten stellte Stuber recht schnell fest, wie die Regisseure dafür sorgten, dass die Comedy-Schauspieler nicht die Bodenhaftung verloren: „Die besten Filmemacher wissen genau, wie sie das Gleichgewicht halten“, sagt Stuber. „In diesem Drehbuch entstehen viele Situationen aus den menschlichen Schwächen heraus; es wäre zu einfach, daraus einen platten Witz zu machen. Joe und Anthony haben instinktiv gespürt, wann diese Gefahr drohte, und wussten genau, wann sie noch einen draufsetzen konnten.“