Nachdem alle Rollen besetzt waren, widmeten sich die Filmemacher der Herausforderung der Drehorte. Es schien für alle Beteiligten logisch (und ein Glücksfall) zu sein, dass die Anfangsszenen der Flitterwochen auf den exotischen Inseln von Hawaii gedreht werden würden.
Die Dreharbeiten zu „Ich, Du und der Andere“ begannen am 7. Oktober 2005 auf einer sonnigen Ananas-Plantage in Kaawa, auf der Insel Oahu. Die Stimmung am Set entsprach „dem reinsten Urlaubsfeeling“, dank der Entscheidung der Filmemacher, in den ersten zehn Drehtagen Carls und Mollys Hochzeit, den Empfang und die Flitterwochen zu filmen.
Eine der ersten Szenen war die verspätete Ankunft des Trauzeugen Randolph Dupree zu den Hochzeitsvorbereitungen. Er fliegt in einem kleinen Propellerflugzeug ein – da er zunächst auf der falschen Insel gelandet war – und sein Auftritt ist bereits ein Knaller. Carl und sein zweiter Trauzeuge Neil, gespielt von Seth Rogen, warten bereits ungeduldig auf Dupree.
„Mit den Dreharbeiten auf Hawaii zu beginnen hat alle in die richtige Stimmung versetzt“, erklärt Wilson. „Wir konnten uns nach der Arbeit in einer wunderschönen Umgebung besser kennen lernen, und da wir eine Gruppe von Freunden spielen, die sich schon ewig kennen, hat das bei den nachfolgenden Szenen viel ausgemacht. Es war ein natürlicher Weg, um für kontinuierliches Verständnis untereinander zu sorgen.“
„Was gibt es besseres als einen Startschuss während eines tollen Aufenthalts im wunderschönen Hawaii?“, lacht Regisseur Anthony Russo. „Das war die Zeit der Flitterwochen, in der sich alle besser kennen lernten. Hawaii war genau der richtige Ort dafür.“
Für den selbst erst frisch verheirateten Drehbuchautor Le Sieur sind verrückte Junggesellenpartys eine Erfahrung, die er aus erster Hand gemacht hat: „Was ein Kerl normalerweise macht, bevor er heiratet, ist, mit seinen Kumpels auszugehen und einen draufzumachen“, meint er. „Das hier ist so, als ob man noch einem Kameraden dabei zuschaut, wie er über die Planken geschickt wird. In diesem Fall ist der Ruf der Wildnis einfach zu unwiderstehlich, sogar für Carl. Matt, Owen, Seth und die anderen dabei zu beobachten, wie sie einen Drink nach dem anderen kippten, war wirklich so, als würde ich meine eigenen Freunde sehen.“
Frisch gebräunt, reisten die Schauspieler und der Stab zurück nach Los Angeles; sie verbrachten dann vier Tage in Irvine, Kalifornien, in einem der typischen unendlich schick eingerichteten Bürogebäude, das als Sitz des Thompson-Immobilienimperiums dienen sollte – der Ort, an dem Mr. Thompson seine Geschäfte leiten und seinen Schwiegersohn und Angestellten Carl quälen konnte, indem er ihn ständig auf passiv-aggressive Weise beleidigt.
„Meine Figur fühlt sich in dieser Umgebung äußerst wohl“, sagt Douglas. „Diese vorgeblich spirituell wertvollen Statuen zwischen all dem Glas und Stahl bilden den perfekten Hintergrund für Mr. Thompson, um seinen Schwiegersohn zu erniedrigen und zu demütigen. Das zeichnet ein genaues Porträt dieses Charakters.“
Ein schönes, altes Haus im historischen Viertel von Gramercy Place in der Stadtmitte von Los Angles wurde für die Außenaufnahmen des Wohnhauses von Carl und Molly ausgewählt, in dem sich viele der Szenen abspielen. Hier mussten Carl, Molly und Dupree viele der Klippen umschiffen, die bei den Dreharbeiten zu einer Komödie wie dieser auftauchen.
„Ich mag körperbetonte Komödien“, erzählt Dillon. „Darin liegt ein Großteil der Freude am Filmemachen. Obwohl Carl im Gegensatz zu Dupree ein eher ernsthafter Typ ist, lässt er sich doch ab und zu in Duprees unreifen Quatsch mit hineinziehen.“
Die Filmemacher fuhren weiter kreuz und quer durch Los Angeles und drehten an der Schule in East Los Angeles, wo Molly unterrichtet, sowie an den Docks von San Pedro, wo der siebenfache Tour de France-Gewinner Lance Armstrong einen Cameo-Auftritt auf Mr. Thompsons Yacht hat.
Doch Armstrong hatte nicht nur ein Cameo-Auftritt, er wurde in diesem Film auch zum Thema. Als Held des Sports und Vorbild für viele, diente er als Objekt der Bewunderung für Duprees manische Jagd nach Erfolg… wenn auch auf ungewöhnlichem Weg. Dupree beginnt im Film zwar mit dem Radfahren, um sich in Form zu bringen – aber sein Streben nach Höherem wird jedoch noch ins Unfassbare gesteigert, was Carl wiederum nur noch wütender macht.
Joe Russo erzählt: „Dupree ist von Lance total fasziniert, und in der zweiten Hälfte des Films, als er allmählich motivierter ist und nach einem Heiler sucht, der ihn weiter antreibt… wurde daraus Lance Armstrong. Lance kam an Bord und hat uns einen tollen Cameo-Auftritt geliefert.“
An dem Tag, als Lance Armstrong am Hafen von San Pedro seinen Auftritt hatte, war die Spannung mit Händen zu greifen. Als sich herumsprach, dass er eingetroffen war, kamen sogar die erfahrenen Mitglieder des Stabes – die es gewohnt sind, mit Prominenten zusammenzuarbeiten –, um ihm zuzusehen. Als er vor dem Blue Screen auf sein Rad stieg, um eine Szene zu drehen, aus der später eine surreale Traum-Sequenz werden sollte, versammelten sich sowohl Schauspieler und Mitarbeiter des Stabes, um wie die Kinder zu staunen.
Wilson fügt hinzu: „Ich hatte noch nie erlebt, das jemand am Set für so viel Aufruhr sorgt. Er hat historische Leistungen vollbracht. Und er war ein echt netter Kerl. Es gibt keinen Zweifel, dass er wahrscheinlich ein guter Schauspieler werden könnte, wenn er wollte.“
Armstrong, der sein Filmdebüt in „Voll auf die Nüsse“ gegeben hat, sah diese Rolle als puren Genuss: „Manchmal taucht eine Chance auf, und man muss es einfach ausprobieren“, lacht der Sportler. „Ich spiele mich selbst, und es könnte sogar etwas einfacher sein, jemand anderes zu spielen. Aber in der High School habe ich nie Schauspielunterricht genommen, also könnte diese Laufbahn für mich schon anstrengend sein.“
Kostümdesignerin Karen Patch sah sich am Set ihrer eigenen Herausforderungen gegenüber: die vielen Kleiderwechsel für jede der Figuren. „In diesem Film war die Kostümabteilung ständig beschäftigt“, erklärt Patch, die zuvor bereits mit Wilson und Hudson zusammengearbeitet hatte.
„Die Produktion begann mit einer üppigen Hochzeit auf Hawaii, bei der alle Hauptdarsteller und Gäste mit Outfits ausgestattet werden mussten, die an einem Urlaubsort am Meer denkbar sind“, erinnert sie sich. „Kates Brautkleid sollte schön sein, viel Haut zeigen und auch barfuss Wirkung haben“.
Die Designerin erzählt, dass in einer Komödie gerade die Garderobe oft der Witz sein kann: „Auf Owens Rolle trifft das definitiv zu. Dupree ist noch nicht wirklich erwachsen geworden, also schleppt er seine Klamotten in einem Seesack mit sich herum. Alles, was da nicht hineinpasst, passt auch nicht zu Owen. Ich musste mir für ihr Zusammenstellungen aus den Teilen ausdenken, die sich in diesem Seesack befanden – meisten Badeshorts, die er auch beim Radfahren trug, dazu einige bunte Oberteile. Was Matts Garderobe angeht, wird die Kleidung immer dunkler, je schlechter es ihm geht. Michael Douglas trug maßgeschneiderte Anzüge mit leichtem Zen-Touch, die immer ein Gefühl von Macht vermitteln.“
Den größten Spaß hatte Patch bei der Ausarbeitung der Kostüme für die Traum-Sequenz, die auf Mr. Thompsons Yacht gedreht wurde: „Für diese Szene sind wir bis zum Äußersten gegangen“, erzählt die Designerin. „Wenn man eine Gruppe von Schauspielern hat, die alle so gut aussehen, und man die Möglichkeit bekommt, ihren Look zu perfektionieren und zu übertreiben, dass macht das den meisten Spaß. Kate trägt einen sehr sexy, gehäkelten Badeanzug mit viel Schmuck, und Owen sieht aus wie ein Versace-Model, nur kitschiger. Michael Douglas, der Schiffskapitän, trägt einen Blazer voller goldener Streifen mit großen Ankerabzeichen.“ Und das war alles noch bevor sie Lance in die Finger bekam…
Nachdem also die Schauspieler ausstaffiert worden, die Dreharbeiten abgeschlossen und der Schnitt vollendet war, wurde es Zeit, sich eine letzte Lektion hinter die Ohren zu schreiben, die man aus der Zeit mit Randolph Dupree gelernt hatte. Ein Zitat von Dupree, der am Berufswahl-Tag zu Mollys Schülern sprach: „Bleib locker, bleib entspannt, lach’ viel… und sei bereit. Das ist es, was Dupree mit seiner kleinen Lebenskapsel tun wird. Immer auf Draht sein und extrem leichtfüßig… bis ich vom Mutterschiff gerufen werden.“
Anthony Russo meint: „Das Tolle an Dupree ist, dass er uns einen Vorwand bietet, um uns so zu benehmen, als hätten wir weniger Verantwortung und wären jünger, als wir tatsächlich es sind.“
Der Regisseur fährt fort: „Am Anfang des Films denkt man, jetzt würde man sehen, wie Beziehungen kurz vor dem Aus stehen. Doch am Ende sind die Bande intakt, obwohl sich die Beziehungen im positiven Sinn für die Charaktere verändert haben.“
Regisseur Joe Russe meint abschließend: „Die Zuschauer werden hoffentlich feststellen, wie sehr Dupree seinen besten Freund mag. Diese beiden Freunde geraten in einen ernsthaften Konflikt und finden wieder einen Weg zueinander; das alles trägt sich in Duprees Herzen zu.“