FILMDETAILS | The Chumscrubber - Glück in kleinen Dosen
The Chumscrubber - Glück in kleinen Dosen
Drama
| USA 2005
WERBUNG
| Helfer Nummer 1
„Bevor ich anfing, hielt ich ein ganz persönliches Filmfestival ab“, erinnert sich Posin. Er sah sich etwa 20 Erstlingsfilme von Regisseuren an, die er schätzt, darunter Mike Nichols (WHO’S AFRAID OF VIRGINIA WOOLF?), George Lucas (THX-1138), Steven Spielberg (DUEL und THE SUGARLAND EXPRESS), Ang Lee (THE WEDDING BANQUET) und andere. „Das war eine gute Übung. Da sieht man, wie hoch die Latte liegt, wie viel man noch lernen muss. Und man ist gezwungen, wirklich groß zu denken.“
Man kann fragen, wen man will. Jeder wird sagen, dass sich Posin penibelst auf seinen ersten Film vorbereitete. Wie ein geborener Filmemacher ging er das Drehbuch in Hinblick auf jede einzelne Produktionsabteilung durch.
„Er ist ein richtiger Regisseur und betrachtet das Material auf zahlreichen Ebenen“, sagt Bender. „Er überdenkt das Drehbuch auf emotionaler und intellektueller Ebene und überlegt gleichzeitig, wie man die Szenen visuell interessant auflösen kann. Und er macht sich Gedanken darüber, wie man Budget und Drehplan nicht überzieht.“ Curtis stimmt zu: „Was Arie mit Steven Spielberg gemein hat, ist etwas, was einen großen Regisseur ausmacht: Er ist auch ein großartiger Produzent. Er versteht, wie man einen Film auf die Beine stellt.“
„Es gibt einen Moment für einen Filmemacher, wenn er das Drehbuch als Autor beiseite legen und den Film in seinem Kopf als Regisseur durchspielen muss“, erklärt Bender. „Man muss eine Drehabfolge der Szenen festlegen und sich überlegen, ob sich der Film wirklich machen lässt. Arie tat das. Und mehr. Er hat ein umfassendes Wissen, was das Material anbetrifft.“
Posin legte die Szenenabfolge fest und fertigte von schwierigen Sequenzen detaillierte Storyboards an. Gleichzeitig arbeitete er sich noch einmal akribisch durchs Drehbuch, Szene um Szene, Seite um Seite. Zuerst ging er das Skript ganz allgemein thematisch durch: Was bedeutet diese Szene? Warum spielt dieser Moment eine Rolle in der Geschichte? Im Anschluss betrachtete er jede einzelne Szene durch die Augen der einzelnen Abteilungsleiter: Welche Requisiten könnten helfen, eine Szene besser verständlich zu machen? Welche Kostüme würden dazu beitragen, die Bedeutung einer Szene besser herauszuheben?
„Wenn man bei einem Spielfilm einen Fehler macht, dann muss man bezahlen“, meint Posin, wenn man ihn auf sein Maß an Vorbereitung anspricht. „Der Fehler lässt sich nicht einfach ignorieren, er wird nur immer größer.“ Posin, der den legendären polnischen Filmemacher Krzysztof Kieslowski und ganz besonders dessen DREI FARBEN-Trilogie als großen Einfluss nennt, zitiert sein Vorbild: „Die Aufgabe des Regisseurs ist es, am Set Helfer Nummer eins zu sein.“
Mit seiner perfekten Vorbereitung überraschte Posin auch die Filmveteranen am Set von THE CHUMSCRUBBER. „Wir waren so beschäftigt und frenetisch, den ersten Drehtag überhaupt möglich zu machen, dass wir während der ersten Drehwoche nicht sicher wussten, ob wir überhaupt filmen könnten“, sagt Curtis. „Wir hatten bereits eine Woche hinter uns gebracht und kamen in der zweiten Woche nach dem dritten oder vierten Tag erstmals dazu, uns die bereits gefilmten Muster anzusehen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich regelrecht panisch war, ob wir uns nicht vielleicht geirrt hatten. Also setzte ich mich mit Arie vor den Monitor, während er arbeitete, und sah mir an, was er machte. Ich merkte sofort, dass er voll im Rhythmus war und genau wusste, was er wollte, wie akribisch und detailliert und entschlossen er am Set war. Mir fiel ein Stein vom Herzen.“