| Der Aufbau von S.H.I.T.: Die Planung eines eigenen
Während Filmemacher und Darsteller darüber sinnierten, worum es bei dem Ganzen eigentlich geht, mussten Pinks Leute eine verlassene Nervenklinik erschaffen, wo die Außenseiter Unterschlupf finden konnten. Nachdem B und Schrader herausfinden, dass sie mit einer gefälschten Website neue Studenten anlocken könnten, waren vor dem Einsatz der Schule noch umfangreiche Reparatur- und Reinigungsarbeiten nötig. Wie die Schwesterschule Harmon im Norden wurde auch S.H.I.T. nicht an einem Tag erbaut.
Das Produktionsdesign für „S.H.I.T. - Die Highschool GmbH“ musste sich an drei Hauptmotive orientieren: Es ist eine Highschool, an der B und seine Truppe ihren Abschluss machen. Es ist eine ehemalige psychiatrische Klinik, die zu einer Universität umgebaut wird und den Freidenkern und Aufwieglern als Heimstätte dient, und es ist eine Privat-Universität im klassischen Look einer Ivy League-Eliteuniversität im Nordosten der USA. Glücklicherweise konnte all das auch in den südkalifornischen Gebieten San Fernando Valley und Orange County gefunden werden.
Die Außenaufnahmen für die snobistische Schwesterschule Harmon wurden auf dem Gelände der Chapman University in Orange County gemacht. Für die Aufnahmen von S.H.I.T. wurde jedoch ein größeres Areal benötigt, das zudem längere Zeit genutzt werden sollte. Produktionsdesigner Rusty Smith erklärt, dass eine der großen Herausforderungen bei diesem Film darin bestand, „ein ausreichend großes Gelände zu finden, das wir für die Dauer der Dreharbeiten nutzen konnten.“ Er wusste, dass South Harmon in unterschiedlichen Phasen gezeigt werden musste. Ein Veteranen-Krankenhaus im kalifornischen Northridge war daher der perfekte Drehort. Von besonderem Interesse war für den Designer „die Entwicklung der Architektur des Gebäudes, das sich die Jugendlichen im Film aussuchen.“
„Wie die Studenten in unserem Film verwandelten auch wir das Veteranenkrankenhaus in Northridge zu einer Universität, und dafür war diese Kulisse einfach perfekt“, merkt Bostick an. „Wir mussten nur das Unkraut etwas höher wachsen lassen, einen Pool integrieren und eine wahnsinnige Halfpipe (eine Sportanlage in Form einer in der Längsachse halbierten Röhre) auf dem Hinterhof errichten.“ Smith erklärt: „Aus diesem Grund war der Schauplatz für South Harmon auch so perfekt. Es ist schwer, eine derartige Einrichtung zu finden, bei der wir das ganze Gebäude nutzen und auch ziemlich ramponieren durften.“ Das Produktionsteam war begeistert davon, dass das Gebäude eine so prächtige Fassade aufwies. Smith und sein Team mussten „eine Lobby und alle Türen einbauen, den Außenhof von Grund auf erstellen, und ihn wie einen Innenbereich aussehen lassen.“
Einige der witzigsten Momente im Film ist, wenn B, Rory, Hands, Schrader und Glen versuchen, ihre neue Schule aufzuräumen. Glücklicherweise bekam der Regisseur vom Krankenhaus die Erlaubnis, die mit Bügeln versehenen medizinischen Untersuchungstische, medizinische Geräte und Skelette, die in einer im Irrenhaus spielenden Komödie natürlich nicht fehlen dürfen, zu verwenden. Einige Requisiten wurden aber auch von der Ausstattungsabteilung bei Universal gestellt. Die Innengestaltung von S.H.I.T. war nur die Hälfte vom Aufwand. Denn welches College kommt ohne Halfpipe aus? Zum Glück hatten einige Teammitglieder von „S.H.I.T. - Die Highschool GmbH“ bei „Dogtown Boys“, dem Skateboard-Film mit Heath Ledger mitgewirkt. Sie wussten, dass der Bau einer Halfpipe ein gewagtes Unternehmen ist und entschieden sich, eine Halfpipe lieber zu mieten als selbst zu bauen.
Während der Dreharbeiten in der Nervenheilanstalt, aus der S.H.I.T. entstehen sollte, war Pink von den klimatischen Gegebenheiten allerdings wenig angetan. „Es war höllisch heiß“, grinst er. „Folgendes sollte man ins Komödienlexikon eintragen: ‚Ab einer bestimmten Temperatur ist nichts mehr lustig.’ Eine Ausnahme bildeten diese jungen Leute. Ich konnte vor lauter Hitze nicht mal mehr auf meinen Monitor schauen. Aber sie blieben witzig.“
Als der Bau ihrer neuen Schule abgeschlossen war, konnte man sich endlich der Frage zuwenden, welche Musik denn durch die Gänge und Schlafsäle hallen sollte. „Wir wollten die richtige Mischung aus dem finden, was Steves vermutlich ziemlich eklektischem Musikgeschmack entsprechen würde und was den Geschmack unseres Zielpublikums treffen könnte“, erzählt Musikproduzentin Kathy Nelson. „Diese Ausgewogenheit fand sich nach Ansicht der Filmemacher in dem Song „Holiday“ von Green Day. Dieser Song spiegelt die Botschaft des Films wider und steckt voller jugendlicher Energie. Wir alle waren davon begeistert“, so Nelson weiter.
Und so wurde der alt anerkannte Musiker und Musikproduzent David Schommer verpflichtet, die Filmmusik zu schreiben. „David wusste, wie er die Brücke zwischen der Filmmusik und den Songs schlagen könnte, damit es organisch klingt“, lobt ihn Nelson. Pink wollte außerdem Namen wie Chemical Brothers, Modest Mouse, Pixies und Citizen Cope auf dem Soundtrack haben. Als Hommage an den berühmten Komödienspezialisten John Hughes, von dessen Arbeiten sich Pink für „S.H.I.T. - Die Highschool GmbH“ inspirieren ließ, entschied er sich für einen Club Remix des Simple Minds-Klassikers „Don’t You (Forget About Me)“, den David Schommer mit dem Gesang von Lucy Woodward einspielte.
Nach Abschluss der Dreharbeiten wussten alle Beteiligten, dass sie mit „S.H.I.T. – Die Highschool GmbH“ einen Film hatten, der sich nicht nur als die erwartete Satire entpuppte, sondern eine neue Generation von Kinogängern ansprechen könnte, die sich mit der Fragen wie „Was soll aus mir werden?“ und „Wem soll ich glauben?“ auseinandersetzen wollen.
Lewis Black fasst die instinktiv geprägten Gefühle der Darsteller und Teammitglieder folgendermaßen zusammen: „Wenn man aufs College geht, hat man meiner Ansicht nach ein offenes Ohr für die Ratschläge seiner Eltern. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Was man dann aber hört, ähnelt jedoch mehr dem Charlie Brown-Gebrabbel „wa-wa-wa-wa-wa“. In dieser Zeit sollten die Eltern in den Hintergrund treten. Denn es ist die Zeit der Selbstfindung. Übrigens, ich erzähle das alles, nur mit Unterwäsche bekleidet. Okay?“